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Hertha: Labbadia über Moukoko und Piatek

Ganz Deutschland wartet nach dem 16. Geburtstag eigentlich auf das Debüt von Dortmunds Youssoufa Moukoko, während die Hertha aber weiter auf den Durchbruch von Krzysztof Piatek wartet. Der Pole ist zumindest bis Weihnachten durch den Ausfall von Corodba erste Wahl in der Hauptstadt, muss sich aber langsam beweisen. Es gibt dafür wohl kaum eine bessere Möglichkeit, als ein gutes Spiel gegen die Dortmunder am Samstagabend.

Die Hertha hat sich den Stürmer vom AC Milan immerhin rund 23 Millionen Euro kosten lassen, doch bis dato konnte Piatek nur selten überzeugen. Der Transfer ist auf dem Mist vom damaligen Trainer Jürgen Klinsmann gewachsen. „Krzysztof ist ein Vollblut-Stürmer. Er weiß, wo er hinzulaufen hat und wo der Ball runterfällt. Er bringt uns eine Qualitätssteigerung“, so der Coach, der nun aber aus der Ferne beobachten kann, dass der Stürmer die Vorschusslorbeeren 10 Monate später noch nicht bestätigen konnte.

In der Rückrunde war sogar Oldie Vedad Ibisevic wieder die erste Wahl und dann kam im Sommer Jhon Cordoba vom 1. FC Köln. Der 15-Millionen-Transfer muss aktuell aber wegen einer Bänderverletzung im Sprunggelenk pausieren. Piatek hat in seinen 22 Spielen bisher 5 Tore markiert und soll die Chance nun nutzen. „Er brennt auf die Partie am Samstag und die nächsten Wochen, um zu zeigen, was in ihm steckt“, so Manager Michael Preetz, der ebenso wie der Spieler selbst einen vorzeitigen Wechsel im Sommer ausgeschlossen hatte. Dabei hatten gerade einige Klubs aus der Serie A ihr Interesse an einem Leihgeschäft bekundet. „Dass Kris einen großen Markt in Italien hat, ist völlig unstrittig. Aber es kam nie Unzufriedenheit auf hinsichtlich eines Vereinswechsels“, sagt Preetz: „Er hat auch in der für ihn schwierigeren Zeit immer gut gearbeitet und will sich durchsetzen.“

In der letzten Saison hatte er gegen Leverkusen und Augsburg gute Spiele, doch ansonsten blieb Piatek meistens eher unter dem Radar. Dabei steht er mit seinen Leistungen aus Italien eigentlich für Robustheit und Torgefahr, was er in Deutschland noch nicht unter Beweis stellen konnte. „Der Aufwärtstrend ist klar zu erkennen„, so Preetz: „Kris hat gut trainiert in den letzten Wochen, er hatte einen guten Einsatz in Augsburg, konnte den Faden weiterspinnen mit dem Tor im Länderspiel gegen die Ukraine und hat für Polen gegen Holland am Mittwoch 45 Minuten gespielt. Das alles wird ihm gut tun.“ Preetz und Trainer Labbadia waren ebenfalls Stürmer und wissen, dass manchmal einfach nur der Knoten vor dem Tor platzen muss. „Er muss noch mehr seine Gefährlichkeit in die Halbräume reinbringen“, so Labbadia und will, „dass er noch öfter da reinstartet, da hat er in Augsburg einen guten Anfang gemacht“.

Natürlich kann der Pole allein nichts ausrichten, wenn die restliche Mannschaft ihr Potenzial ebenfalls nicht aufs Feld bringen kann. „Er braucht es, dass wir seine Stärken einsetzen. Er muss sein Spiel nicht komplett umstellen, sondern seine Stärken einbringen. Und wir sind gefordert, seine Stärken noch mehr zum Vorschein zu bringen“, so der Coach, der gleichzeitig auch betonte, dass er sich bei einem möglichen Moukoko-Debüt für den jungen Dortmunder freuen würde. Immerhin ist Labbadia selbst ein großer Fan von jungen Spielern, wie Jessic Ngankam (20), dem inzwischen zu RB Leipzig abgewanderten Lazar Samardzic (18) und Marton Dardai (18), die alle unter seiner Leitung bei der Hertha debütiert haben. „Was er bis jetzt im Jugend-Bereich geleistet hat, ist top. Ich finde es schön, wenn ein junges Talent in der Bundesliga Fuß fassen kann. Jetzt hat er die Chance. Das ist mit 16 natürlich sehr früh, aber es gibt außergewöhnliche Talente. Da scheint er dazuzugehören. Nach allem, was man hört, verfügt er über ein extrem außergewöhnliches Talent plus dass er weiß, wo das Tor steht. Da ist das Alter absolut egal, ob 16 oder 35“, so der Trainer.

Unter anderem hätte er gerne zu seiner Zeit beim VfB Stuttgart einen gewissen Timo Werner gerne schon mit 16 gebracht, allerdings wurde die Herabsetzung des Mindestalters erst später durchgesetzt. „Ich sehe kein Problem darin, dass ein 16-Jähriger heutzutage in der Bundesliga spielen kann, wenn er dazu schon in der Lage ist. Die Leute müssen nur verstehen, dass nicht jeder mit 16, 17 oder 18 schon in der Lage dazu ist, sondern manche mehr Zeit brauchen und manche erst mit 20 oder 22 kommen. Nicht jeder ist in der Entwicklung so weit“, sagte Labbadia: „Wir hätten bei Timo Werner mit 16 auch überlegt, ihn schon spielen zu lassen, aber das ging damals nicht. Er hatte das Tempo und den Torhunger, er war so weit.“ Bleibt abzuwarten, ob er die gleiche Meinung äußern würde, falls Moukoko die Dortmunder am Samstag zum Sieg schießen würde.

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