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Hertha: Labbadia bedient

Herthas Trainer Bruno Labbadia war alles andere als zufrieden mit dem Auftritt gegen die Frankfurter. Schon zur Pause machte er seinem Ärger mit 3 Wechseln Luft. Heute gab es nach der 1:3-Klatsche dann auch die offizielle Stellungnahme, die alles andere als positiv ausfiel. „Wir haben das heute Morgen sehr klar aufgearbeitet: die Fehler, die zu einfachen Toren geführt haben, und auch gewisse Dinge, an die wir uns im Spiel nicht gehalten haben“, so Labbadia in einer Medienrunde: „Dadurch haben wir die Stärken von Frankfurt aufkommen lassen.“

Dabei hatten die Berliner sich genau auf eine solche Eintracht vorbereitet, die mit viel Physis angereist kam. Die Hertha konnte dann die eigenen Vorgaben aber nicht wirklich gut umsetzen und anwenden. „Wir hatten gehofft, dass wir das Bremen-Erlebnis mehr mitnehmen“, so Labbadia. „Aber wir haben die erste Halbzeit ein Stück verschlafen.“ In erster Linie war der Trainer vom Anlaufen bzw. vom nicht Anlaufen seiner Mannschaft enttäuscht: „Wir wollten Frankfurts Spielaufbau besser stören, vor allem Hasebe mehr aus dem Spiel nehmen, damit er nicht diese Bälle ins Mittelfeld spielt. Da sind wir taktisch den Gegner überhaupt nicht gut angegangen, vor allen Dingen ohne Tempo und Konsequenz. Wenn wir es gemacht haben, hatten wir gleich einige Ballgewinne. Das haben wir fünf Minuten gemacht, danach haben wir den Gegner spielen lassen. Wir haben das zugelassen, was wir nicht wollten: dass sie uns in die Breite spielen. Da haben wir ihnen zu viele Lücken gelassen.“

Hinzu kam noch die geringe Durchschlagskraft der eigenen Abwehr. „Wir haben bei Standardsituationen, bei hohen Bällen unseren Körper nicht gut eingesetzt“, bemängelte Labbadia: „Das ist eine Stärke der Eintracht.“ Das 0:1 kam dann folgerichtig auch noch durch einen Elfmeter. Das 2:0 der Hessen kam nach einem Freistoß, bei dem weder Boyata noch Nebenmann Jordan Torunarigha den Torschützen Bas Dost entscheidend am Kopfball hindern konnten. Bei eigenem Ballbesitz zeigten sich die Berliner zu harmlos und ohne gute Ideen: „Mit dem Ball sind wir nicht in die Räume gestartet, wo Räume aufgegangen sind“, so Labbadia: „Gerade hinter den Außenverteidigern hat man Räume bekommen. Wir waren zu zögerlich im vorderen Bereich.“

Einen dreifachen Wechsel zur Halbzeit sieht man nur sehr selten, doch das zeigte schon, wie unzufrieden Labbadia mit den ersten 45 Minuten seiner Mannschaft war: „Wir hatten einige Ausfälle auf dem Platz: Spieler, die es nicht so gemacht haben, wie sie es schon gezeigt haben.“ Rechtsverteidiger Peter Pekarik musste weichen, weil  Zeefuik etwas Offensivdrang und Tempo bringen sollte, doch Krzysztof Piatek und Vladimir Darida wurden ausgewechselt, weil sie einfach keine gute Leistung gezeigt hatten. Dabei ist auf beide in der Regel Verlass, was auch Labbadia schockierte: „Vladi ist ein Spieler, der normal immer seine Leistung bringt. Gestern sind ein paar Sachen nicht so gut gelaufen. Wir hatten das Gefühl, dass wir Veränderungen tätigen müssen. Deshalb haben wir uns für drei Wechsel entschieden.“

Auch Matheus Cunha, der zuletzt so überzeugen konnte, dass er sogar erstmals für die brasilianische A-Nationalmannschaft nominiert wurde, stand auf dem Platz völlig neben sich: „Er hat mir seine Nominierung selber mitgeteilt und war unfassbar berührt“, so Labbadia. „Wenn man Brasilianer kennt, weiß man, welche Bedeutung die Nationalmannschaft für die Spieler hat. Das kann dann in beide Richtungen gehen – das kann dich beflügeln oder hemmen. Es hat ihn, wenn man unser Spiel sieht, eher gehemmt. Er hatte keinen guten Tag und hat viele falsche Entscheidungen getroffen, ist zu viel ins Dribbling gegangen gegen zwei, drei Spieler.“ Das Spiel wollen die Berliner nun schnell aufarbeiten und dann abhaken. Bleibt abzuwarten, ob dann in der kommenden Woche eine Leistungssteigerung folgt.

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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