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Hertha: Mittelstädt zeigt sich

Bei den Berlinern gibt es einen handfesten Streit um die Position des Linksverteidigers. Sowohl der bisher gesetzte Marcin Plattenhardt als auch Youngster Maximilian Mittelstädt würden diese Position gerne dauerhaft besetzen. Gerade der jüngere Kicker könnte sich unter andrem mit einem Stammplatz und mehr Spielzeit für Olympia 2021 in Tokio empfehlen.

Bei den Berlinern ist im Moment ohnehin ein gesunder Konkurrenzkampf im Gange und Emotionen im Spiel. Im Training sind zuletzt Jordan Torunarigha und Jessic Ngankam kurz aneinandergeraten, allerdings war wohl schon beim Mittagessen wieder alles vergessen. Das wollten die Verantwortlichen ohnehin sehen, nachdem man vor knapp einer Woche mit einer blutleeren Leistung 0:4 gegen Eindhoven verloren hatte. Sowohl kämpferisch als auch spielerisch war da nicht besonders viel los. „So etwas“, so Mittelstädt, „brauchen wir: Leute, die sich untereinander auch mal etwas Feuer geben. Dass auch im Training mal die Emotionen hochkochen ist besser, als wenn alle alles so hinnehmen. Es knallt eben auch mal, wenn man untereinander spielt. Wichtig ist, dass wir diese Aggressivität und dieses Feuer mit in die Spiele nehmen.“

Die Hertha braucht neue Leitwölfe, vor allem da man jetzt mit Per Skjelbred und Vedad Ibisevic gleich zwei ihrer Art verloren hat. Trainer Bruno Labbadia arbeitet gezielt darauf hin und auch  Maximilian Mittelstädt hat die Botschaft seines Trainers durchaus verstanden: „Ich nehme mich selber in die Pflicht, dass ich lautstärker auf dem Platz werden muss und auch mal den älteren Spielern etwas sage. Es ist auf der Außenbahn nicht so einfach, wie wenn du in der Mitte spielst, wo du alles überblicken kannst. Trotzdem ist es für mich wichtig, meinen Vordermann zu steuern und vor allem mit der Sechs und den Innenverteidigern zu kommunizieren“, so der Verteidiger, der auch davon ausgeht, dass sich diese Problematik mit dem Start der Saison nahezu von selbst klären wird: „Da wird sich herauskristallisieren, wer welche Rolle übernimmt. Wir müssen zusehen, dass wir diesen Kern schnellstmöglich zusammenbekommen und diese Lautstärke auf den Platz kriegen.“

Mittelstädt ist mit seinen 23 Jahren mittlerweile kein Frischling mehr und entwickelt sich zu einem gestandenen Spieler, der dennoch aus der eigenen Jugend kommt. „Man wird von außen so gesehen, aber ich sehe mich nicht mehr als Spieler, der aus der eigenen Jugend gekommen ist“, so Mittelstädt: „Ich will mich noch mehr etablieren, noch mehr Verantwortung übernehmen. Ich muss körperlich noch ein bisschen zulegen, damit ich in den Zweikämpfen noch robuster und stabiler werde. Mein Ziel ist, dass es noch schwerer wird, an mir in der Defensive vorbeizukommen. Und auch offensiv gibt es immer noch Verbesserungsbedarf: dass ich mit mehr Zug nach vorn spiele, die Flanke oder der letzte Pass noch genauer kommt, damit ich noch mehr Vorlagen liefern kann.“

In der letzten Saison hat er in 26 Spielen immerhin 4 Tore und einen Treffer beisteuern können, doch auch laut der Einschätzung von Labbadia ist der Verteidiger noch immer nicht an seinem Leistungsmaximum angekommen. Er wünscht sich vom 23-Jährigen allerdings „noch mehr Genauigkeit bei Flanken und noch mehr Klarheit im Spiel, aber die Voraussetzungen sind gut. Maxi bringt sehr viel Energie, sehr viel Power mit. Er ist dynamisch und laufstark. Er ist sehr professionell für einen jungen Spieler und versucht, bei jedem Training am Anschlag zu arbeiten. Es macht Spaß, mit solchen Spielern zu arbeiten, weil man merkt, sie wollen jeden Tag besser werden“, so der Coach. Mittelstädt kann durchaus auch die offensivere Variante auf der Außenbahn bedienen, allerdings sieht er sich selbst eher in der Defensive, „da habe ich die meiste Zeit gespielt und meine besten Spiele gemacht“.

Hier hat er mit Marcin Plattenhardt allerdings einen verdienten Spieler als Konkurrenz und zeitgleich drängt von hinten schon Top-Talent Luca Netz, von dem Labbadia eine sehr hohe Meinung hat und der nach seinem Mittelfußbruch mittlerweile wieder voll im Training ist.

Mittelstädt möchte nun aber nach 77 Spielen in der Bundesliga und der U-21-Vize-Europameister von 2019 den nächsten Schritt machen: „Ich habe mich von Saison zu Saison weiterentwickelt. Es ist meine sechste Saison. Dann will man auch seinen Stammplatz haben, auch wenn man mit 23 immer noch als jüngerer Spieler gilt“, so der 23-Jährige, der sehr gerne auch zu Olympia im kommenden Jahr nach Tokio fahren würde: „Da wäre ich gern dabei, das wäre ein tolles Erlebnis für mich. Stefan Kuntz und ich haben schon öfter über das Thema Olympia gesprochen. Ich gehe davon aus, dass ich dieses Jahr dabei gewesen wäre.“

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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