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Bremen: Ärger über Remis

Dass die Bremer sich nach einer knappen Niederlage gegen die Bayern ärgern werden, nicht doch etwas Zählbares mitgenommen zu haben, hätten vor dem gestrigen Abend wohl kaum Leute gedacht. Florian Kohfeldt äußerte wieder mal seine längst bekannte Meinung zum Videobeweis und forderte nun von seinem Team 6 Punkte aus den letzten beiden Spielen. 

Vor einigen Wochen hätte man eine extrem knappe Niederlage gegen die Bayern im Hinblick auf das Torverhältnis wohl mitgenommen, doch nach dem gestrigen Spiel sind die Bremer wohl noch etwas unzufrieden. Letztendlich war definitiv mehr drin als die 0:1-Pleite gegen den alten und neuen deutschen Meister. „Ich finde, dass wir heute in Summe mehr verdient gehabt hätten“, so Werder-Trainer Florian Kohfeldt, nachdem er den Münchnern„einen ganz großen Glückwunsch“ und seinen „tiefen Respekt“ ausgesprochen hatte: „Wir haben versucht, uns nicht locken zu lassen, haben das in der ersten Halbzeit sehr gut gemacht. Und wir hatten selber auch Phasen, wo wir mutig gespielt haben.“

In der 43. Minute war es ein Freistoß, den man wie so oft in dieser Saison nicht entscheidend abwehren konnte. Mit einem Chip spielte Boateng dann Lewandowski im Raum an, der nicht im Abseits stand und den entscheidenden Treffer markieren konnte. „Der Freistoß vor dem Gegentor ist total ärgerlich“,so Kohfeldt: „Aus dem Freistoß entsteht dann leider etwas Chaos und beim zweiten Ball machen wir zwei Dinge falsch. Entweder müssen wir Druck auf Boateng machen oder geschlossen rausrücken. Das hat nur zu 99 Prozent geklappt, aber das reicht gegen Bayern leider nicht.“ Dabei hätten die Bayern eigentlich auch in Unterzahl agieren müssen, was den Bremern sicherlich auch noch einmal in die Karten gespielt hätte: „Da war ich drei Minuten richtig sauer auf die Mannschaft, weil die Jungs da den Kopf haben hängen lassen, da haben wir dann etwas Glück gehabt.Nach dem Seitenwechsel haben wir es wieder gut verteidigt und in der Schlussphase sind wir dann mutiger geworden.“

Davies flog erst in der 79. Minute mit Gelb-Rot vom Platz und die Bremer waren sehr nah am Ausgleich. Dabei hätte Davies schon nach dem Nachtreten gegen Bittencourt in der 19. Minute vom Feld geschickt gehört. Hätte der VAR hier nicht besser sehen müssen, was passiert ist? „Ich bleibe meiner Linie treu: Der Schiedsrichter hat es mit Gelb bewertet, und dann ist es so. Dann darf er auch nicht rausgehen“, so Kohfeldt zum ausgebliebenen Einspruch von Videoassistent Christian Dingert in Köln: „Aber dann muss es auch auf allen Plätzen gleich gehandhabt werden. Deshalb sage ich: Der VAR suggeriert eine Gerechtigkeit über mehrere Partien, aber die kann es nicht geben. Deshalb halte ich ihn nur bei faktischen Entscheidungen für eine sinnvolle Einrichtung, nicht wenn es um Bewertungen geht.“

Letztendlich haben die Bremer gleich mehrere Gründe, warum sie nach dieser Partie einfach nicht zufrieden sein können: „Ein Zähler wäre drin gewesen und hätte uns auch gutgetan“, so Kohfeldt: „Aber der Frust wird nicht bis Mainz reichen.“ Am kommenden Samstag gibt es das große Endspiel im Abstiegskampf gegen die Mainzer, bevor man dann aber auch eine Woche später im Saisonfinale gegen den 1. FC Köln noch einmal abliefern muss. 

„Wir sollten sechs Punkte holen, um eine hohe Wahrscheinlichkeit zu haben, um zumindest die Relegation zu schaffen“,sagte Kohfeldt, der auch weiß, dass mindestens die Relegation noch drin ist, denn hier rangieren aktuell die punktgleichen Düsseldorfer, die derzeit einen wesentlich schlechteren Eindruck machen und heute gegen RB Leipzig antreten müssen. Bei einer 0:2- oder 1:3-Niederlage der Fortuna oder einem Abstand von mindestens 3 Toren würden die Bremer ohne eigenes Zutun schon vorbeigehen, denn mit dem 5:1 gegen Paderborn und lediglich einem Gegentreffer gegen Bayern konnte man in Sachen Tordifferenz noch einmal deutlich nachhelfen. „Natürlich werden wir Mittwochabend vorm Fernseher sitzen“, so Kohfeldt. Doch auch die Spieler wissen, worauf es ankommt:„Doch der Fokus gilt Mainz, wo wir Tore machen müssen“, so Kapitän Niklas Moisander.

Derweil ist noch nicht klar, ob Abwehrchef Kevin Voigt gegen die Mainzer einsatzbereit sein wird. Dieser musste im Spiel gegen die Bayern schon zur Pause raus, aber hat sich immerhin nicht den zunächst vermuteten Faserriss zugezogen. Es handelt sich lediglich um eine Zerrung, allerdings wird sich erst im Laufe der Woche zeigen, ob es für Samstag trotzdem reichen kann. Immerhin kann man davon ausgehen, dass Ludwig Augustinsson nach seinen Muskelbeschwerden wieder mit an Bord ist. 

Kategorie: Bundesliga, News Tags: 
 
 

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