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Augsburg: Herrlich außer sich

Heiko Herrlich war nach dem Spiel seiner Augsburger und einigen fragwürdigen Entscheidungen nicht gerade zufrieden mit der Leistung des Schiedsrichters. Nun hat sich der Chef der Schiris, Lutz Michael Frühlich, zu den Vorwürfen und Aussagen des Trainers geäußert. Er gesteht Fehlentscheidungen ein, bei denen es unter anderem auf einen Elfmeter ging, rechtfertigte die Leistung aber ebenfalls und kritisierte die harsche Herangehensweise von Herrlich. 

Der größte Grund für die Diskussion war wohl ganz klar in der 49. Minute, als Augsburgs Noah Sarenren Bazee im Strafraum von Kölns Rafael Czichos und Ismail Jakobs in die Zange genommen und von den Beinen geholt wurde. Schiri Benjamin Cortus hatte zwar freie Sicht, pfiff aber nicht ab. Es gab anschließend den Kontakt mit Winkmann im Kölner Keller, doch dann ging es ohne Videobeweis mit Abstoß weiter. Winkmann gab zwar den Hinweis auf ein Foul, doch der Schiedsrichter hielt es nicht für nötig, sich die Bilder noch einmal am Bildschirm anzuschauen. Aus offizieller Sicht gab es wohl einen Kommunikationsfehler zwischen Schiedsrichter und Video-Assistent. Cortus hat “sowohl den Kontakt im Oberkörper- wie auch den im Beinbereich als nicht strafbar“ bewertet. Im folgenden Dialog wies Video-Assistent Winkmann den Schiedsrichter „nochmal explizit auf einen bestehenden Kontakt im Fußbereich hin. Der Schiedsrichter bestätigte, dass er einen leichten Kontakt im Beinbereich wahrgenommen hatte, diesen jedoch nicht als strafstoßwürdig einstufte. Damit war der Check beendet.“

Das große Problem war dabei wohl ein Kontakt am Fuß des Kölners, der aus einigen Perspektiven harmlos aussah, doch die Hintertorperspektive zeigte, dass es sich eigentlich um einen klaren Elfmeter handelte. „Sieht man sich die Bilder (…) im Detail an, dann ist der Kontakt im Beinbereich schon deutlich ursächlich für den Sturz des Augsburger Spielers. Und das spricht dann auch dafür, dass der Schiedsrichter sich den Vorgang nochmal hätte anschauen sollen“, so die Aussage des Schiedsrichter-Chefs Fröhlich, der zwar von einer schweren Situation spricht, aber dennoch einen Fehler eingesteht: „Die fachlich richtige Entscheidung wäre in diesem Fall Strafstoß gewesen.“ Augsburgs Trainer Heiko Herrlich war natürlich mehr als ungehalten und sprach nach der Partie von einem Skandal und unterstelle Video-Assistent Winkmann indirekte mangelnde Objektivität bei der Arbeit: „Es geht hier um den Klassenerhalt und da sitzt einer, der 30 Kilometer weg von Köln lebt“, so der Trainer. Winkmann ist wohnhaft in Kerken, was sich gerade einmal 80 Kilometer von Köln entfernt befindet. 

Fröhlich wollte von solchen Unterstellungen nichts wissen: „Die Kritik an der Herkunft eines Schiedsrichters oder Videoassistenten ist nicht sachlich und widerspricht dem Anspruch an Professionalität.“ Wegen der Corona-Pandemie pfeifen alle Schiedsrichter in diesen Tagen nur Partien, die sich in ihrem Landesverband befinden, sodass längere Reisen vermieden werden können. Die Kölner liegen im Verband Mittelrhein, Winkmann gehört dem Landesverband Niederrhein. Der 46-Jährige war daher auch schon vor der Krise bei Spielen mit Beteiligung des FC involviert. Die Augsburger hingegen hatten bei ihren bisherigen 3 Heimspielen jedes Mal einen Schiedsrichter aus dem eigenen Verband Bayern: Felix Brych (München) gegen Wolfsburg, Deniz Aytekin (Oberasbach) gegen Paderborn und Cortus (Röthenbach) gegen Köln.

Kein Wunder, dass aus Herrlichs Aussage im Nachgang nicht mehr gemacht wurde. 

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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