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Bremen: Aufwind im Keller

Über ein solches Thema hätte man bei den Bremern vor einigen Wochen wohl noch nicht geredet. Ludwig Augustinsson hat seine muskulären Probleme eigentlich überstanden und wäre bereit, am kommenden Samstag im Spiel gegen Schalke wieder in der Startformation zu stehen. Ob er hier aber auch landen wird, ist derzeit alles andere als fix. Fakt ist, dass die Bremer sich zuletzt auch ohne den schwedischen Nationalspieler gefangen haben.

Ludde steht im Konkurrenzkampf“, so Trainer Florian Kohfeldt, „es gibt keinen Automatismus.“ Sein Ersatzmann Marco Friedl hat beim starken 0:0 gegen die Gladbacher eine wirklich gute Partie gezeigt. Der Österreicher hat in dieser Saison schon sehr viel einstecken müssen. Natürlich hat er sich nicht über Nacht zu einem Topstart entwickelt, trotzdem müsste man ihn nicht zwingend wieder auf die Bank setzen, wenn er einmal frisches Selbstvertrauen getankt hat. Dennoch steht er in gewisser Art und Weise sinnbildlich für den Bremer Aufschwung in diesen Tagen.

Schon beim wichtigen 1:0 gegen Freiburg war Friedl komplett auf der Höhe. Er warf alles, was er hat, in die Waagschalte und war damit für die Grün-Weißen ein echter Zugewinn auf dem Feld. Die große Verunsicherung der letzten Auftritte war wie weggeblasen. Gerade beim 1:4 gegen Leverkusen direkt nach der Krisenpause war er nicht wirklich auf dem Feld. Der 22-Jährige hat sich gefangen, wie auch der Rest der Bremer Mannschaft, die den Glauben an sich selbst im Klassenkampf wieder gefunden hat. „Es ist ein neuer Spirit entstanden“, so Manager Frank Baumann, der damit auch auf die körperliche Verfassung seiner Truppe anspielt.

Schon während der Corona-Pause hat man aus Bremen immer wieder Stimmen gehört, die davon sprachen, dass die Unterbrechung den Bremern zu Gute kommen wird. Nach dem Spiel gegen Leverkusen hat daran eigentlich niemand mehr geglaubt, doch nach 4 Punkten aus 2 Spielen sieht die Welt schon wieder etwas besser aus. Das Team steht zusammen, zeigt vor allem in der Abwehr, dass jeder für jeden an die Schmerzgrenze gehen würde. Dabei müssen die Spieler nicht nur gegen die Gegner, sondern auch intern um die Plätze im Kader kämpfen. „Jetzt haben wir mal wieder die Möglichkeit, über taktische Varianten nachzudenken. Das war lange Zeit nicht gegeben“, so Trainer Florian Kohfeldt. Gegen Gladbach durfte Yuya Osako von Beginn an ran. Für ihn saß Leo Bittencourt zunächst nur auf der Bank, obwohl dieser gegen Freiburg noch das goldene Tor zum Sieg markieren konnte. „Yuya hat einfach besser zu diesem Spiel gepasst“, so der Coach zu seiner Entscheidung und der Japaner dankte es mit einer guten Leistung.

Alle anderen auf dem Feld waren ebenfalls auf der Höhe. Gerade Kevin Vogt (nach Hüftprellung) und Philipp Bargfrede (nach Gelb-Rot-Sperre) konnten die Sicherheit zurückbringen. Vor dem Spiel gegen die Schalker hat Kohfeldt in Sachen Kader nun fast eine Art Luxusproblem. Im Sturm haben sich Bittencourt und Osako aufgedrängt. Dahinter hat man mit Sargent und Davie Selke aber weitere Kandidaten. Der Amerikaner ist mit seiner Schnelligkeit immer sehr umtriebig, während Selke immer direkt den Abschluss sucht und sich voll reinhaut, auch wenn seine Chancenverwertung zu wünschen übrig lässt. „Konsequenz und Leichtigkeit im Abschluss müssen wir uns erst wieder erarbeiten“, so Baumann. Wenn die Bremer so weitermachen, dürfte der Klassenerhalt zumindest keine unmögliche Mission mehr sein.

Kategorie: Bundesliga, News Tags: 
 
 

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