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Leverkusen: Leistungsträger vor dem Absprung?

Die Situation ist für Bayer Leverkusen natürlich alles andere als normal. Im kommenden Jahr werden die Verträge von insgesamt 67 Profis auslaufen, die alle mit ihrem Anspruch gerne in der Startelf spielen würden. In der Vergangenheit war es am Rhein Gang und Gäbe, dass man die Verträge von Leistungsträgern mindestens 1,5 Jahre vor Ende der Laufzeit verlängert. 

Für diese Strategie gibt es natürlich einen klaren Grund, denn man möchte nicht durch zu spätes Handeln unter Druck geraten, natürlich will man aber auch nicht die eigenen Juwelen ablösefrei abgeben müssen. Seitdem Simon Rolfen 2018 zum Sportdirektor befördert wurde, wurden auch nur zwei Verträge verlängert. Es waren die von Ersatzkeeper Ramazan Özcan (35) und Mittelfeldspieler Julian Baumgartlinger (32). 2018/19 gab es dann den Versuch mit Charles Aranguiz (30) über den Juni 2020 hinaus zu verlängern, allerdings bislang noch ohne Erfolg. Die Corona-Problematik verschärft diese Situation jetzt zusätzlich. 

Der Chilene wird weiterhin mit bekannten türkischen Klubs wie Galatasaray und Fenerbahce in Verbindung gebracht. Jetzt wird es knifflig, denn bei keinem Topklub aus der Bundesliga laufen demnächst so viele Verträge von Leistungsträgern aus. Lediglich bei den Bayern, die aber im Kader genug gleichwertige Spieler parat haben. Doch bei wem wird es eng? 

Kevin Volland hat im vergangenen Herbst seinen Berater gewechselt, wollte zeitgleich mit Bayer verlängern, doch die damals geführten Gespräche wurde nun fortgeführt. Mit 9 Toren und 9 Vorlagen hat er seinen Marktwert in dieser Saison noch einmal ordentlich nach oben korrigiert, sodass sich auch sein Gehaltswunsch dementsprechend korrigiert haben dürfte. Und das ausgerechnet in Zeiten von Corona, nach denen eher sinkende Gehälter vorhergesagt werden. Volland hat definitiv Interesse an der Premier League, könnte also durchaus seinen Vertrag bis 2021 erfüllen und dann ablösefrei auf die Insel wechseln. 

Karim Bellarabi ist seit der Vertragsverlängerung 2016 der Topverdiener in Leverkusen. Die Werkself könnte den mittlerweile 30-Jährigen wohl nur mit einem längeren Vertag ködern. Aktuell kassiert er rund 6 Millionen Euro, was Leverkusen wohl nicht noch jahrelang vertraglich fixiert haben möchte. Gut möglich, dass auch der Außenstürmer im Sommer 2021 damit ablösefrei auf den Markt kommt. Derweil ist der Brasilianer Wendell seit dieser Saison nicht mehr gesetzt, da er mit Daley Sinkgraven einen Konkurrenten auf Augenhöhe bekommen hat, mit dem er sich um den Platz als Außenverteidiger duellieren muss. Er liebäugelte bereits mit einem Wechsel, daher ist eher nicht davon auszugehen, dass er sich langfristig an Leverkusen binden wird. 

Bei Kapitän Lars Bender geht es noch um einen Sonderfall, denn es ist nicht klar, ob er seine Karriere über 2021 hinaus fortsetzen möchte. Er will nur weitermachen, wenn sein Körper dementsprechend mitspielt. Anders ist es bei seinem Bruder Sven, der als Verteidiger ebenfalls zu den Eckpfeilern des Kaders gehört und eigentlich immer Bon Beginn an spielt. Er wird seine Zukunft auch davon abhängig machen, wie Leverkusen in Zukunft aufgestellt sein wird. Wenn nicht zu viele Leistungsträger gehen, wird sicherlich auch Bender mit seinem hohen Gehalt zu halten sein. 

Bayer und Rolfen haben also viele offene Baustellen. Zwar ist man in der Bundesliga immer noch einer der sichersten Arbeitgeber, dennoch könnte es durch die Krise zu einem argen Einschnitt in die Personalpolitik kommen. In dieser Situation hohe Gehälter anbieten ist wohl eher nicht die richtige Linie, wenn andere Vereine mit ihren Mitarbeitern um die Existenz kämpfen. Natürlich will man auch nicht die eigenen Leistungsträger 2021 ablösefrei auf dem Markt sehen, die zusammen rund 72 Millionen Euro gekosten haben. 

Kategorie: Bundesliga, News Tags: 
 
 

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