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Liverpool: Klopp interessiert die Meisterschaft nicht

Bekommen die Liverpooler nun den ersten Meistertitel seit 30 Jahren? Dafür interessiert sich der Trainer Jürgen Klopp im Moment nicht wirklich. Er hofft einfach nur, dass die komplette Menschheit etwas aus der Corona-Krise lernen kann. 

Vor etwa zwei Wochen mussten die Liverpooler sich in der Champions League im Achtelfinale Atletico Madrid geschlagen geben. „Es fühlt sich an, als wäre das eine Ewigkeit her“, so Jürgen Klopp über die Zwischenzeit. Er erinnert sich aber noch sehr gut an die ungewöhnliche Vorbereitung auf diese Partie. „Schon vorher war alles merkwürdig. Am Samstag haben wir in Bournemouth gespielt und gewonnen, dann hat Manchester City am Sonntag verloren, also war unsere Information: noch zwei Siege bis zum Meistertitel“, so Klopps Rückblick auf der Klubwebsite: „Aber dann bin ich am Montagmorgen aufgewacht und habe von der Lage in Madrid gehört, dass sie ab Mittwoch die Schulen und Unis schließen. Deshalb war es ehrlich gesagt wirklich merkwürdig, sich auf das Rückspiel gegen Atletico vorzubereiten. Normalerweise kann ich Dinge um mich herum gut ausblenden, Mauern links und rechts von mir aufbauen. Aber in diesem Moment war es wirklich schwer.“

Nach extrem spannenden 120 Minuten wurde es dann aber wirklich noch seltsamer. Der Donnerstag war noch frei, als die Mannschaft dann aber am Freitag zum Training erschien, „war klar, dass es keine Trainingseinheit werden würde“, so Klopp: „Ja, wir haben trainiert, aber es war eher eine Besprechung. Wir hatten viel zu bereden, über viele Dinge nachzudenken, Dinge, über die ich noch nie in meinem Leben nachgedacht habe.“

Mittlerweile geht es natürlich nicht mehr um den Fußball, wenn man sieht, wie viele Menschen bereits an Corona gestorben sind. „Es gibt so viele Menschen da draußen, die viel größere Probleme haben, deswegen fände ich es wirklich peinlich, wenn ich über ‚meine‘ Probleme sprechen würde“, so Klopp, der auf einen Effekt hofft, da sich vor einigen Wochen die Länder nur um ihre eigenen Probleme gekümmert haben: „Jetzt hat uns die Natur gezeigt, dass wir alle gleich sind und wir alle die gleichen Probleme im gleichen Moment haben und dass wir zusammen an einer Lösung arbeiten müssen. Es ist nichts gut an dieser Situation – außer vielleicht das, was wir daraus lernen können“, sagt Klopp. „Wenn wir in zehn, 20, 30, 40 Jahren zurückblicken und das Fazit ist, dass das die Phase war, als die Welt die größte Solidarität, die größte Liebe, die größte Freundschaft oder was auch immer gezeigt hat, wäre das großartig, wirklich großartig. Wir müssen alle diszipliniert sein, alle zusammenarbeiten, alle aufeinander achtgeben.“

Kategorie: International, Premier League Tags: ,
 
 

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