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Bremen: Keine Existenzkrise

Per telefonischer Pressekonferenz gab Geschäftsführer Frank Baumann am Montag einen Überblick über den Stand der Dinge bei den Bremern, die wie alle anderen mit der Corona-Krise zu kämpfen haben. Gut zu wissen ist, dass alle Profis aktuell noch gesund sind und zuhause zumindest individuell trainieren können. Aus finanzieller Sicht gab Baumann Entwarnung. Selbst ein Abbruch der Saison würde für die Bremer keine existenziellen Probleme aufwerfen. „Wir sind optimistisch, dass es uns auch im Worst-Case-Szenario gelingen würde, weiter Bestandteil der Bundesliga zu sein“, so Baumann. 

Auch bei den Bremern ist der Gehaltsverzicht der Profis ein Thema. Baumann bestätigte bereits, dass alle zusammen einen Beitrag zur aktuellen Krise leisten werden, nachdem der Impuls dazu von den Spielern selbst kam. „Der Mannschaftsrat kam proaktiv auf uns zu“, so der Verantwortliche, der sich natürlich sehr drüber freute:  „Für mich ist das die Bestätigung, dass wir in den letzten Jahren Spieler verpflichtet haben, die sich mit Werder und den Fans absolut identifizieren. Wir haben immer bewiesen, dass wir in schwierigen Zeiten zusammenhalten.“

Derweil sei noch nicht geklärt, in welcher Größenordnung die Profis auf ihr Gehalt verzichten werden und wollen. Das dürfte wohl auch davon abhängen, ob und wann die aktuelle Saison weitergehen wird. Baumann geht nicht davon aus, dass die Saison über den 30. Juni hinaus gespielt werden würde, denn es geht nicht nur um Verträge mit Spielern, sondern auch um die mit Sponsoren und Partnern. Des Weiteren gibt es Auswirkungen auf die terminliche Lage der Folgesaison, nach der Stand jetzt auch noch die Europameisterschaft stattfinden soll. „Das alles ist sehr, sehr komplex. Ich bin skeptisch, dass sich alle Probleme so lösen ließen, dass man die Saison über den 30. Juni hinaus verlängern könnte“, so Baumann, der sich derweil nicht dazu äußern wollte, ob er persönlich einen Abbruch der Saison für sinnvoller halten würde. Kein Wunder, denn die Bremer sind im Abstiegskampf und daher in einer sehr angespannten Situation, was einen möglichen Abbruch betrifft. 

Während die Wolfsburger schon wieder das Training aufgenommen haben, ist bei den Bremern der 30. März bisher geplant. „Momentan ist das noch der Stand. Aber wir müssen abwarten, wie sich die behördlichen Anordnungen entwickeln. Wir haben eine gesellschaftliche Verantwortung und werden natürlich auch kein gesundheitliches Risiko eingehen“, so Baumann, der wenn dann ohnehin mit kleinen Gruppen und Distanz trainieren lassen würde, wie es bei den Wolfsburgern gemacht wird. Die Wölfe haben mit dem frühen Auftakt natürlich auch Kritik bekommen, doch dazu wollte sich der Bremer nicht wirklich äußern: “Wenn man sich an die Regeln hält, finde ich das vertretbar. Und die Kabine in Wolfsburg ist ja geräumiger als manche Supermarkthalle…“

Wenn die Saison weitergehen sollte, wird es wohl zunächst einmal auf weitere Geisterspiele hinauslaufen. „Wir alle wünschen uns natürlich schnellstmöglich wieder Spiele mit Zuschauern“, so Baumann, „wir lieben einfach diese Atmosphäre. Aber: Die ganze Welt befindet sich in einer neuen Situation, in der man liebgewonnene Gewohnheiten für ein paar Wochen oder eben vielleicht auch Monate hintanstellen muss. Wir müssen damit umgehen und trotzdem unseren Betrieb aufrechterhalten, über den sportlichen Wettbewerb die wirtschaftliche Basis für alle Klubs schnellstmöglich wiederherstellen. Natürlich immer unter der Maßgabe, dass die Gesundheit im Vordergrund steht.“ Doch bei den Bremern ist die Gaze Geschichte politisch gesehen noch einmal etwas anders einzuordnen, denn vor der offiziellen Sperre wurde von Innensenator Ulrich Mäurer bereits das Spiel gegen Leverkusen verboten. 

Fakt ist, dass aktuell alle etwas in der Luft hängen und warten, bis es Neuigkeiten gibt. Es bleibt spannend. 

Kategorie: Bundesliga, News Tags: 
 
 

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