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Freiburg: Gulde über die Pause

Bei den Freiburgern herrscht wie bei allen anderen Klubs der Bundesliga weiterhin Ausnahmezustand. Jetzt äußerte sich Kicker Manuel Gulde allgemein über das Training zuhause, was seinem Trainer Christian Streich allerdings nicht gut gefiel. „Das ärgert mich schon“, so der Coach. 

Wie alle Freiburger Profis trainiert Innenverteidiger Manuel Gulde im Moment auch für sich alleine zuhause, versucht sich mit Läufen und Stabilisationsübungen fit zu halten. Die Unterbrechung der Bundesligasaison kam für ihn persönlich zum völlig falschen Zeitpunkt, da es für den 29-Jährigen gerade wieder richtig gut zu laufen schien. 

Der Verteidiger hat sich mittlerweile auch ein Spinningrad in die Wohnung gestellt. Athletiktrainer Daniel Wolf hat Übungsvideos aufgenommen und kann über die Laufuhren kontrollieren, ob seine Spieler fleißig genug sind, obwohl sie zuhause bleiben müssen. „Natürlich fehlt mir das Training mit dem Ball, weil Läufe nicht so viel Spaß machen“, so Gulde in einem Interview, das der Verein auf seiner Webseite veröffentlicht hat. Eigentlich sollte es in der Stadionzeitung zum Heimspiel gegen Werder Bremen erscheinen.

Etwas seltsam wirken dann aber Aussagen wie z.B. die, dass er seine Mannschaftskollegen derzeit noch nicht wirklich vermisse. „Die Sehnsucht hält sich da wahrscheinlich schon deshalb noch in Grenzen, weil wir uns das ganze Jahr über sehr oft sehen – aber das kommt vielleicht noch“, so der Kicker, für den sich aber nach der Geburt seines Sohnes die Prioritäten ohnehin verschoben haben. Bisher musste er sich auch noch nicht der Herausforderung „Geisterspiel“ stellen, kann er selbst sich doch Fußball ohne Zuschauer kaum vorstellen. „Das ist vor allem eine mentale Geschichte. Wenn der Geräuschpegel fehlt, kann es schon sein, dass auch ein paar Prozent fehlen“, so Gulde.

Schon vor der offiziellen Unterbrechung der Saison wurde in der Kabine der Freiburger sehr viel über das Virus gesprochen, allerdings weniger über leere Tribünen. „Allerdings haben wir uns schon überlegt, ob wir die Gesänge nachahmen sollen und ein paar Puppen aufstellen“, lacht Gulde: „Aber das war natürlich, bevor sich die Lage so verschärft hat.“ Im Dezember bestritt der Verteidiger gegen Gladbach sein erstes Spiel der Saison und stand danach in allen weiteren 13 Partien auf dem Platz. Davor hatte er mit einer langwierigen Verletzung zu kämpfen. Nach seiner Rückkehr waren zunächst alle Stammplätze in festen Händen. Im November sagte er dann einmal, dass er gerne wenigstens für 20 Sekunden spielen würde, um sich dazugehörig zu fühlen. „Das fand der Trainer nicht so toll, und das ist auch sein gutes Recht“, erklärt Gulde, „wir haben uns aber ausgesprochen.“ 

Gulde hat sich mit der Zeit wieder angekämpft, selbst betont, dass er nie aufgeben werde. In der Öffentlichkeit wird der 29-Jährige eher als Verteidiger der alten Schule wahrgenommen. „Ich bin jetzt 29 und wurde in den Medien nie gepusht, das war schon in meiner Zeit beim KSC so“, so Gulde, „ich bin eher der Unauffällige, bei dem manche fragen, ob ich überhaupt mitspiele. Das ärgert mich schon, das gebe ich zu. Ich wäre wohl auffälliger, wenn ich die ganze Zeit grätschen würde.“ 

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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