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Hoffenheim: Hopp schießt zurück

Dietmar Hopp ist nicht erst seit diesem Jahr als Mäze der TSG 1899 Hoffenheim im Fokus zahlreicher Anfeindungen. Er steht für viele als Person sinnbildlich für die Kommerzialisierung des Fußballs. Vor allem mit dem Anhang der Dortmunder gibt es hier eine lange Geschichte mit zahlreichen Vorkommnissen. Doch was ist in der Vergangenheit passiert, dass nun alles aus dem Ruder zu laufen scheint? 

Fast 3 Wochen ist das denkwürdige Heimspiel der Hoffenheimer gegen die Bayern nun her. Die Partie war mit dem Stand von 0:6 schon längst entschieden, doch die nicht abreißenden Schmähungen der Bayern-Fans gegen TSG-Gesellschafter Dietmar Hopp in der Schlussphase führten letztendlich zu einer Demonstration der Solidarität, indem der Spielbetrieb eingestellt wurde. Es ist nur die Spitze des Protestes gegen Hopp, der vor allem bei den Dortmundern als Feindbild dient. Der Anhang des BVB nutzt Hopp schon jahrelang als Zielscheibe ihres Zorns. Erst im Februar wurde der BVB vom DFB-Sportgericht neben einer Geldstrafe von 50.000 Euro auch dazu verurteilt, die nächsten beiden Gastspiele in Sinsheim ohne eigene Fans antreten zu müssen. 

Hopp selbst hat sich nun auf der Website der TSG zur Kommerzialisierung geäußert und konnte sich dabei einen Seitenhieb gegen den BVB nicht verkneifen. „Die Borussia Dortmund KGaA ist bis dato die einzige börsennotierte Fußballkapitalgesellschaft, der Börsengang im Jahr 2000 zu Zeiten der vermeintlichen ‚New-Economy‘ spülte einen dreistelligen Millionenbetrag in die Kasse. Zu diesem Zeitpunkt spielte die TSG Hoffenheim in der Oberliga gegen den FC Teningen“, so Hopp, „vier Jahre später, als der BVB vor dem Ruin stand, stieg dann ein gelinde ausgedrückt dubioser Finanzjongleur mit einem 25-prozentigen Anteil sowie 20 Millionen Euro bei der Borussia ein. Natürlich weiß ich, dass es in Fußballarenen bisweilen derbe zugeht. Aber es geht doch nicht um eine emotionale Beleidigung im Fußballstadion. Die muss, und die kann ich aushalten. Es geht um konzertierte, vorbereitete Aktionen, Plakate und Drohungen. Den Rat, die Ohren auf Durchzug zu stellen, habe ich übrigens viele Jahre beherzigt. Aber nichts hat sich geändert, im Gegenteil. Es wurde massiver aber all das wird nicht dazu führen, dass ich meinen Weg des gesellschaftlichen wie sportlichen Engagements verlasse. Ich möchte nur eins betonen: Wir haben ja im Fußball gemeinsame Regeln, auf dem Rasen und abseits davon. Wir als TSG Hoffenheim ebenso wie ich als Person haben uns, etwa im Fall der 50+1-Vorgaben, strikt daran gehalten. Wenn ich nun aber, wie offenbar Teile der Ultras, gegen diese Regeln protestiere, dann muss ich auch über diese Regeln sprechen. Stattdessen aber einen Verein oder eine einzelne Person zu attackieren, die sich an alle Regeln gehalten hat, geht vollkommen am Thema vorbei.“

Hopp hatte der TSG in den Jahren 2006 bis 2011 eine Anschubfinanzierung in Höhe von 230 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Seitdem soll er keine weitere Einlage mehr getätigt haben, wenn man den Worten von Geschäftsführer Frank Briel gGlauben schenkt, „zudem hat Herr Hopp die notwendige Infrastruktur wie die Arena und das Trainingszentrum samt Geschäftsstelle gebaut und an die TSG vermietet – übrigens für rund fünf Millionen Euro im Jahr. Er legt besonders großen Wert darauf, dass diese Infrastruktur komplett privat, ohne einen einzigen Cent Steuergeld, finanziert wurde. Deshalb ärgert mich die These von der angeblichen Wettbewerbsverzerrung: Wer spricht von den Vereinen, deren Stadien vom Steuerzahler bezahlt wurden? Wer von Klubs, die ein großes Einzugsgebiet und eine fantastische öffentliche, kostenlose Infrastruktur mit Flughäfen und Bahnhöfen haben? Wer debattiert über die Investoren und Großsponsoren anderer Vereine? Wo ziehen wir die Grenze?“ Ob diese Äußerungen nicht nur weiter Öl ins Feuer gießen werden? Aktuell sind Anfeindungen aufgrund der fehlenden Spiele aber ohnehin kein Thema. 

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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