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Köln: Heldt redet Klartext

Die Kölner haben ihre Spieler nun für insgesamt 10 Tage nach Hause geschickt, wo sie weiter individuell trainieren sollen. Nun hat sich auch FC-Manager Horst Heldt zur aktuellen Situation gemeldet. Unter anderem kritisierte dieser nun die Pläne der UEFA, die wohl von den Vereinen und Verbänden rund 300 Millionen Euro für die Verschiebung der EM fordern soll, ebenso wie „populistische Scheißhausparolen“ von Politikern, die in der Öffentlichkeit zum Gehaltsverzicht der Profis aufrufen. 

Die EM wird nicht in diesem Jahr stattfinden. So haben die nationalen Ligen nun etwas mehr Zeit, den eigenen Wettbewerb doch noch bis in den Sommer hinein auszutragen. Dieser Punkt ist laut der DFL wesentlich, wenn es darum geht, den deutschen Profifußball aus der Krise zu holen, die durch Corona entstanden ist. Einige Klubs haben bereits Existenzangst auch die wegfallenden TV-Gelder, Zuschauer- und Sponsoreneinnahmen. „Ich gehe fest davon aus, dass die UEFA den Termin verschiebt“, so Horst Heldt noch, bevor es nun heute fixiert wurde. Angeblich fordere die UEFA nun aber 300 Millionen Euro dafür von den Klubs und den Verbänden: „Ich weiß nicht, ob das stimmt aber wenn ich das lese, habe ich den Eindruck, dass sie den Schuss nicht verstanden haben. Wenn es denn so sein sollte, dass sie diese Forderungen anstellen, bin ich mal gespannt, wie man das gerade den Leuten in Italien erklären möchte, wo das ganze Land zusammenbricht.“

Heldt macht keinen Hehl daraus, dass er kein großer Fan dieser Lösung ist. „Das Erste, was ich lese vor einer Sitzung, ist, dass es Gedankengänge gibt, diesen möglichen Ausfall über Verbände und Vereine zu finanzieren. Ich weiß nicht, ob die dann überhaupt nochmal eine Europameisterschaft spielen in den nächsten Jahren. Irgendwann muss jeder einmal verstehen, der im Fußball Verantwortung trägt, dass die Grundlage von allem, ob von den Nationalmannschaften, den internationalen Wettbewerben oder den Turnieren, es immer ist, dass es Mannschaften in den nationalen Verbänden gibt, die tatsächlich Spieler, tatsächlich Mannschaften stellen können. Von daher habe ich schon den Eindruck, dass sie den Schuss nicht gehört haben“, so der Verantwortliche beim FC. 

Er ging im gleichen Maße auch gegen populistischen Tendenzen vor, die von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder noch weiter angeheizt wurden. Demnach wurden die Profis der Bundesliga angehalten, in diesen Zeiten auf ihr Gehalt zu verzichten. „Machen Sie sich keine Sorgen über Fußballprofis, die ihrer Verantwortung gerecht werden wollen wie jeder, der Verantwortung hat“, so Heldt auf die Frage nach einem möglichen Gehaltsverzicht: „Es wäre absolut sinnhaft, sich mit populistischen Scheißhausparolen im Sinne der Verantwortung zurückzuhalten. Meine Erwartungshaltung ist, dass man sich auf das konzentriert, was den Menschen wichtig ist. Und das ist jetzt, dass die Politik führt und den Menschen einen Plan gibt und nicht, dass sie sich in Teilbereiche begibt, um am Ende als populistisch dazustehen. Das wird unserem Land gerade nicht helfen. Und ich weiß, dass auch Fußballprofis ein soziales Gewissen haben. Ich finde es unverschämt, das öffentlich zu diskutieren und infrage zu stellen. Das finde ich anmaßend. Das ist nicht in Ordnung von daher ist Gehaltsverzicht ein Thema, mit dem wir uns in aller Ruhe beschäftigen. Es ist der erste große Fehler, dass wir irgendwelche Menschen in eine Ecke stellen und so tun, als wenn sie sich für gar nichts interessieren würden. Das ist nicht meine Erwartungshaltung, die ich an Politiker habe.“

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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