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Hertha: Klinsmann geht!

Mit diesem Paukenschlag haben wohl nur die wenigsten in Berlin zu diesem Zeitpunkt gerechnet. Mitten in der Saison hängt Jürgen Klinsmann seinen Job als Trainer der Hertha an den Nagel. Es war ein Missverständnis, das nun nach 11 Wochen ein Ende findet. 

„Wenn ich etwas übernehme, mache ich das nicht halb“, so Klinsmann damals, als er Ende November die Berliner übernahm. Doch nun macht er genau das, und sagt auf halbem Weg schon „ciao“. Man kann von Klinsmann halten, was man will. Die Berliner haben in den letzten Wochen keine guten Leistungen gezeigt, doch der Abgang des Trainers ist mehr als egoistisch wenn man bedenkt, dass er bis vor Kurzem noch dringend einen Vertrag über die Saison hinaus haben wollte. Der Klub selbst wollte aber die sportliche und tabellarische Entwicklung abwarten, die sich seither nicht verbessert hat. Die Hertha ist weiterhin mitten im Abstiegskampf. 

Klinsmann nahm das als Vertrauens-Entzug hin, in einem Facebook-Post sprach er von „Einheit, Zusammenhalt und Konzentration auf das Wesentliche die wichtigsten Elemente im Abstiegskampf“, doch nun verabschiedet er sich aus der Verantwortung. Klinsmann wollte mit den vielen Millionen und der Gunst des Investors Lars Windhorst sowie den vermeintlichen Möglichkeiten der Hauptstadt der Hertha ein ganz neues Gesicht verleihen, ein XXL-Projekt starten und den Klub in die Champions League führen. Nach der schlechten Erfahrung mit Ante Covic wollten die Berliner hingegen mit dem Weltmeister und ehemaligen Bundestrainer zunächst einmal wieder in ruhige Fahrgewässer kommen. Bisher haben sich beide Parteien mit ihren Erwartungen vertan. 

Die großen Transfers und die vielen Schlagzeilen haben bisher nur Unruhe in den Verein gebracht, viele fühlen sich davon sogar überrollt. Dabei warf Klinsmann fast konzeptlos mit Lob um sich. Unter anderem auch für Vedad Ibisevic und Niklas Stark, die bei ihm aber nur die zweite Geige spielten oder für Salomon Kalou, der überhaupt nicht mehr zu sehen war. Zwar ist die Defensive etwas stabiler geworden, doch nur mit Mauertaktik und Kick&Rush nach vorne wird der Schritt hinaus aus dem Keller nicht gelingen. Sinnbildlich war der Auftritt gegen Mainz, als die Mannschaft zeigte, auf welchem fußballerischen Level sie sich gerade befindet. 

Für Klinsmann war es der zweite Versuch als Vereinstrainer. Schon damals ging das Experiment bei den Bayern gründlich in die Hose und so kam es nun auch bei der Hertha. Die Berliner müssen sich nun fokussieren, denn die kommenden Gegner wie Paderborn, Köln, Düsseldorf und Bremen sitzen alle im gleichen Boot. Wenn hier nicht die nötigen Punkte eingefahren werden, könnte diese Saison für den Klub aus der Hauptstadt noch ein ganz bitteres Ende nehmen. 

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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