0

Dortmund: Ist die Meisterschaft gelaufen?

Die Dortmunder haben eine extrem enttäuschende Woche hinter sich, an der sie noch länger zu knabbern haben werden. Erst gab es im Pokal das bittere aus beim 2:3 gegen Bremen und dann folgte am Wochenende mit dem 3:4 in Leverkusen ein herber Rückschlag im Kampf um die Meisterschaft. Nach dem tollen Start in die Rückrunde mit drei Siegen und 15:4 Toren war diese Woche ein echter Dämpfer. 

Man kann Trainer Lucien Favre sicher nicht mehr vorwerfen, dass er die Fehler seiner Truppe übersieht und nicht anspricht. Schon seit Monaten betont er selbst nach tollen Siegen, dass dem BVB zu einer echten Spitzenmannschaft noch etwas fehle. Es wären Details aber auch das Verhalten bei eigenem Ballbesitz, was gleichzeitig die Stabilität in der Abwehr gefährdet. „Details, Details. An denen müssen wir arbeiten“, so Favre, der aber erkennen muss, dass es aktuell nicht besser sondern schlechter wird. Gegen Augsburg musste man drei, gegen Köln einen Gegentreffer hinnehmen. Gegen Bremen hagelte es im Pokal dann erneut drei, in Leverkusen sogar gleich 4. Dazu kommen noch 5 weitere Gegentore aus den letzten beiden Spielen der Hinrunde gegen Leipzig und Hoffenheim. 

Die Abwehr des BVB wackelt und daran konnte auch das 5:0 gegen Union Berlin nichts ändern. Trotzdem liegen die Schwarz-Gelben hinter Leipzig und den Bayern noch auf Rang 3, was in erster Linie daran hängt, dass die Konkurrenz ebenfalls Punkte liegen lässt, gleichzeitig aber auch der Angriff die Kohlen aus dem Feuer holt. Damit ist Favres Elf weiterhin ein Anwärter auf den Titel, allerdings fehlt einem bei den aktuellen Auftritten etwas die Fantasie, wenn man zb gleichzeitig den Bayern zuschaut. 

Favre versucht sehr viel, allerdings lassen sich die offensichtlichen Probleme in der Abwehr nicht abstellen. Selbst das phasenweise Zurückkehren zu einer Dreier-/Fünferkette mit anderer personeller Besetzung hatte keinen Effekt. Nach 32 Gegentoren in nur 21 Spielen gehen dem Schweizer langsam aber sicher die Argumente aus. Nur zu betonen, dass man Ballverluste im Aufbau vermeiden müsse, bringt reichlich wenig, wenn es dann wie im Spiel gegen Leverkusen dennoch ständig passiert. „Ich habe das konsequente Verteidigen und Beschützen des eigenen Tores vermisst“, so Sportdirektor Michael Zorc, der damit auch der Meinung von Lizenzspielerleiter Sebastian Kehl entsprach: „Das 3:2 fiel verdient, wir hatten die Partie komplett im Griff. Dann haben wir uns zu passiv angestellt.“ 

Favre steht eigentlich seit jeher als Trainer für Spielkontrolle – mit und ohne Ball. Die Dortmunder sind mit ihrem Kader eher auf Aktivität ausgerichtet, bestehen zu großen Teilen aus technisch starken Spielern, die dafür körperliche Defizite haben. Unter anderem wurde diese Struktur auch von Jürgen Klopp erfolgreich geprägt. Rein tabellarisch ist die Meisterschaft noch nicht gelaufen, doch viel darf sich der BVB nicht mehr erlauben, wenn man am Ende nicht noch die Qualifikation zur Champions League gefährden will. Eine Atempause bekommen die Borussen auch nicht, denn schon am Freitag geht es mit dem Heimspiel gegen Frankfurt weiter, bevor es dann im Hinspiel des Achtelfinals der Champions League gegen Paris St. Germain zur Sache geht. Unruhige Wochen für den BVB. Es sei denn, Favre und Co. können den Bock nun wieder umstoßen. 

Kategorie: Bundesliga, News Tags: 
 
 

Ähnliche Artikel

Antwort hinterlassen

Antwort eintragen
© 2020 Soccer-Fans.de. All rights reserved.