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Hertha: Klinsmann bleibt optimistisch

Die Berliner werden sich in Person von Jürgen Klinsmann auch jetzt noch darüber ärgern, dass sie gegen die Bayern 4 Gegentore bekommen haben. Dennoch will der neue Coach sich nicht von seinem eingeschlagenen Weg abbringen lassen. „Der Kader ist gut genug, um in der Liga zu bleiben. Dass es viel Arbeit wird, ist allen bewusst. Aber das schaffen wir.“

Nach der Amtszeit von Ante Covic haben die Berliner in 5 Spielen nur 4 Gegentore hinnehmen müssen. Gegen den Rekordmeister gab es nun gleich 4 Gegentore binnen 25 Minuten. Klinsmann musste in seiner Karriere erst einmal zuvor eine Pleite mit 4 Toren Unterschied hinnehmen. Damals als Trainer bei den Bayern beim 1:5 gegen die Wolfsburger am 26. Spieltag 2008/09. „Wenn du 0:1 oder 0:2 verlierst, hört sich das nicht so schlimm an, wie wenn du 0:4 verlierst“, so der Berliner Coach am Tag nach der Niederlage: „Eine Stunde sah es gut aus, da haben wir top dagegengehalten.“ 

Die Berliner haben vor allem in der ersten Halbzeit nicht viel riskiert. „Hintenraus haben wir probiert, nach vorn etwas zu bewegen. Das Risiko war mir sehr wohl bewusst“, so Klinsmann, der nach der Einwechslung von Marius Wolf auf der rechten Seite auch auf 4-4-2 – mit Davie Selke und dem zuvor rechts postierten Dodi Lukebakio im Zentrum agierte. Letztendlich war es für die Berliner die höchste Niederlage seit dem 0:6 im März 2012 unter dem damaligen Trainer Otto Rehhagel. Heute musste sich Klinsmann dann für seine Maßnahmen rechtfertigen: „Ich bin halt mehr der Trainer, der sagt, ich probier’s. Ob ich jetzt noch einen draufkrieg‘ oder nicht, dann schluck‘ ich’s halt. Das ist einfach in mir drin, nicht zu sagen, ich ergeb‘ mich jetzt mit dem 0:2“, so der Coach: “Die Vorgabe war, die Viererreihe fünf oder zehn Meter nach der Mittellinie zu haben und ihnen (den Bayern, d. Red.) im Mittelfeld den Fight zu geben. Die Mannschaft hat sich in der ersten Halbzeit ein bisschen weit hinten reindrängen lassen.“

Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis das erste Tor fällt, nachdem die Bayern in der 2. Halbzeit den einen oder anderen Gang zugelegt haben. „In der ersten Halbzeit hat es ganz gut funktioniert. Da haben wir die Bayern nicht zu vielen Chancen kommen lassen“, so Abwehrchef Dedryck Boyata, der nach seiner 5. Gelben Karte am kommenden Samstag in Wolfsburg fehlen wird: “Nach der Pause haben wir es ihnen zu leicht gemacht. Unsere Mannschaft ist fit, aber es ist schwer, ein ganzes Spiel lang zu verteidigen, wenn du gegen so einen starken Gegner spielst.“ 

Die Herthaner wollen nun aber vor dem Ende der Transferperiode in der Offensive noch einmal nachlegen. „Uns hat ein bisschen der Glaube gefehlt, der Mut, nach vorn mehr zu bewegen, und natürlich auch die Giftigkeit, die du haben musst, wenn du gegen eine Mannschaft spielst wie den FC Bayern. Wir haben uns auch ein bisschen mehr Feuer gewünscht“, so der frühere Weltklasse-Stürmer Klinsmann heute im Interview: „Wir wünschen uns, dass sich die Mannschaft mehr Mut zuspricht und mehr zutraut und dass nach vorn mehr passiert.“ Nachdem man zunächst den defensiven Mittelfeldspieler Santiago Ascacibar für 11 Millionen Euro vom VfB Stuttgart verpflichten. Gegen Bayern konnte er schon ein gutes Debüt feiern, auch wenn das Ergebnis eine andere Sprache spricht. „Wir sind am Arbeiten. Wenn wir noch etwas finden im offensiven Bereich, würde uns das natürlich enorm helfen“, so Klinsmann, der dabei nicht unbedingt nur auf bekannte Namen setzen will: „Es geht um Qualitätsverbesserung. Wenn etwas machbar ist, wäre das eine schöne Sache. Wenn nicht, ist es auch überhaupt kein Problem.“

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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