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Schalke: Heidel kritisiert Bayern

Christian Heidel hat aktuell erstmals seit fast 30 Jahren kein Amt im Profifußball. Für den ehemaligen Sportvorstand der Schalker, wo er im Februar 2019 zurückgetreten ist, ist das eine völlig neue Situation. Allerdings war es nur eine logische Folge, nachdem er im letzten Sommer einen Schlaganfall verkraften musste. Er selbst betonte nun, dass er heute fitter ist, als vor dem Anfall. Darüber äußerte er sich nun erstmalig seit seinem Rücktritt. 

Die Entwicklung bei den Königsblauen verfolgt der 56-Jährige natürlich weiterhin, vor allem auch, weil die Knappen ihm nach eigenen Aussagen zur Folge sehr ans Herz gewachsen sind. „Ich sitze mit meiner sechsjährigen Tochter im Trikot vor dem Fernseher, wenn Schalke spielt“, so Heidel, der angeblich auch keine Genugtuung dabei verspürt wenn er sieht, dass seine Neuzugänge wie Omar Mascarell, Suat Serdar oder Amine Harit mittlerweile als Leistungsträger funktionieren, nachdem sie zu seiner Zeit schon als Flops gewertet wurden: “Genugtuung ist das völlig falsche Wort, weil ich nicht im Bösen ging.“ Vielmehr ist er begeistert von dem aktuellen Weg, den die Knappen gehen. 

In der Rückrunde wird es für die Schalker aber nicht einfacher werden, zumal man nun zunächst die Meldung verhaften muss, dass Torwart und Kapitän Alexander Nübel im kommenden Sommer zu den Bayern wechseln wird. Gleiches ist schon 2018 mit Leon Goretzka passiert, der ablösefrei zu den Bayern ging, was man damals unter anderem auch Heidel vorwarf. „Darüber kann ich wirklich nur lachen. Ich habe alles versucht, und wir hatten trotzdem keine Chance. Ich kann kein Geld drucken“, so der ehemalige Verantwortliche: „Wo gehen denn die Topspieler wie er oder davor Joel Matip oder Sead Kolasinac hin? Zum FC Liverpool, zu Arsenal oder eben zum FC Bayern. Wirtschaftlich ist das eine andere Liga. Da hat Schalke null Chancen, das sieht man jetzt wieder an Alex Nübel.“

Dabei konnte sich der gebürtige Mainzer einen kleinen Seitenhieb gegen die Transferpolitik der Bayern nicht verkneifen: „Die Bayern fahren inzwischen leider die Politik, auf dem deutschen Markt nichts mehr oder kaum was zahlen zu wollen, und sichern sich Top-Bundesligaspieler sehr früh, um sie dann ablösefrei zu übernehmen. Ob das immer statutengerecht ist, interessiert niemanden. Die dicke Kohle fließt, wie zum Beispiel bei Hernandez, ins Ausland“, so Heidel, der aber betonte, dass er nicht mit seinem Rücktritt nur seinem Rauswurf zuvorkommen wollte: „Entgegen dem, was eine Zeitung stets schrieb, gab es keinerlei Bestrebungen des Klubs in diese Richtung, zumindest versicherte man mir das so und auch Clemens (Tönnies, Aufsichtsratsvorsitzender, d. Red.) im Dezember. Noch am Tag des Spiels in Mainz haben Leute aus dem Aufsichtsrat versucht, mich vom Rücktritt abzubringen.“ 

So soll der Vorschlag, einen Sportdirektor einzustellen, schon viel früher gekommen sein. „Ich habe im August 2018, nach der Vizemeisterschaft, Clemens Tönnies vorgeschlagen, Jonas Boldt als Sportdirektor dazuzuholen. Aufgrund vertraglicher Bindungen wurde das erst ein Thema für den Winter. Wir haben tolle Gespräche mit ihm geführt, und er hat mir vor paar Wochen noch einmal gesagt, wie gerne er das gemacht hätte“, so Heidel. Mittlerweile arbeitet Boldt in Hamburg, hätte sich auf Schalke mit Heidel zusammen im Tagesgeschäft um das große Ganze kümmern sollen: „Dann kam im Dezember die Diskussion, ob Schalke ein Modell wie der BVB mit Sammer benötigt. Dagegen habe ich mich gewehrt, denn wir hatten ganz andere Pläne. Leider hat uns die Zeit überholt, und ich habe mich entschieden zu gehen.“

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