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Schalke: Meyer in der Versenkung?

Für Max Meyer könnte es rein sportlich gesehen im Moment kaum laufen. Der ehemalige Schalker spielt in der Premier League bei Crystal Palace überhaupt keine Rolle mehr. Das hat sich schon abgezeichnet, aber warum ist der mittlerweile 24-Jährige so abgestürzt? 

Im August wurde der Wechsel bekannt, aber nicht zu Liverpool oder Arsenal London – Max Meyer zog es zu Crystal Palace, die dann aber auch noch ein Bild von Joshua Kimmich und nicht von ihm veröffentlichten. Meyer wurde in England als „deutscher Messi“ angepriesen, der sich nicht für Bayern oder Barcelona, sondern eben für Palace entschieden hat. Damals zeigte sich Meyer sehr erfreut über den Wechsel, doch das dürfte sich mittlerweile auch geändert haben. „Ich habe mich an die Premier League gewöhnt und hoffe, mich in dieser Saison zu verbessern“, so Meyer optimistisch, doch letztendlich blieb auch mit den Engländern nicht mehr als der Abstiegskampf. 

Meyer hatte 29 Liga-Einsätze und steuerte dabei ein Tor und drei vorlagen bei. Zudem war er in 4 FA-Cup-Partien erfolgreich. „Das ist mein zweites Jahr“, so Meyer dann vor Beginn der aktuellen Spielzeit: „Ich habe mich an die Premier League gewöhnt und hoffe, mich in dieser Saison zu verbessern.“ Bisher hat sich allerdings nicht viel geändert, es ist eher schlechter geworden. Der Wechsel ist damals schon schlecht gelaufen, denn es gab deutlich schlechtes Blut zwischen den Schalkern und ihrem Youngster. Es ging um „einen Weltklassespieler, der in jeder europäischen Spitzenmannschaft Stammspieler wäre“, doch davon ist derzeit nicht viel übrig, viel mehr ist der 24-Jährige in Vergessenheit geraten. 

In seiner letzten Saison bei den Schalkern war sogar von Mobbing seitens dem damaligen Manager Christian Heidel und dem Trainer Domenico Tedesco die Rede. Dabei bekam er von den Schalkern zuvor sogar ein Angebot mit einem Jahresgehalt von rund 5,5 Millionen Euro. In der Folge ging er nicht dem lieben Geld nach Russland nach, allerdings spielt er auch nicht für einen Topklub in Europa sondern sitzt bei Crystal Palace meist nur noch auf der Tribüne. Während es für den ehemaligen Nationalspieler nicht gut läuft, liegen die Eagles nach dem Heimsieg gegen Bournemouth auf dem 5. Platz in der Premier League. Nach den ersten beiden Spielen der Saison kam Meyer danach nur noch auf schlappe 17 Minuten Einsatzzeit. Oftmals schaffte er es nicht einmal in der Spieltagskader von Trainer Roy Hodgson. Mittlerweile wurde sogar der Hashtag „#freeMeyer“ ins Leben gerufen, der bei Twitter heiß diskutiert wird. 

Etwas überraschend ist es schon, dass Hodgson überhaupt nicht mehr auf den Mittelfeldspieler setzt, nachdem seine erste Saison nicht so schlecht war. Der 72-Jährige vertraut der alten Schule mit einer robusten Abwehr und einem physisch starken Mittelfeld. In der Offensive soll es der pfeilschnelle Zaha überwiegend über Konter lösen. Körperlich kann Meyer der Konkurrenz im Mittelfeld nichts entgegensetzen. „Max ist ein Spieler, der auf dem Platz immer Vollgas gibt und enorm ehrgeizig ist“, so Tedesco, heute Trainer bei Spartak Moskau, gegenüber dem kicker: „Er hasst es zu verlieren – auch im Training.“ 

Tedesco selbst konnte in der letzten Saison die Abgänge von Meyer, Goretzka und Thilo Kehrer im Mittelfeld nicht kompensieren. Dabei hatte gerade er Meyer noch erfolgreich vom Offensivallrounder zum Sechser umfunktioniert. „Er hat damals so gut trainiert, dass wir uns im Trainerstab irgendwann gesagt haben: ‚Wir müssen jetzt einfach einen Platz für ihn finden‘, so der Coach: „Er ist sehr spielintelligent, ballsicher und kann in den Zweikämpfen auch richtig giftig sein. Er hat das richtig gut gemacht.“ Gegen Gegner wie Manchester City, Liverpool oder Chelsea sind aber nicht Kreativität und Übersicht, sondern eher körperliche Zweikämpfe und aggressive Präsenz gefordert. Er hat noch einen Vertrag bis Juni 2021. Wie es nun in den kommenden Monaten weitergeht, bleibt abzuwarten. „Ich kann aus der Ferne nicht beurteilen, warum es für ihn in England noch nicht rund läuft“, so Tedesco: „Ich bin mir sicher, dass er diese Situation meistern wird.“

Aber was soll er auch sagen? 

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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