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Frankfurt: Fans gegen Rode

Bei der 1:2-Niederlage der Frankfurter gegen Mainz wurde einmal mehr klar, dass die Hessen gegen die 05er einfach keine guten Karten haben. Nach dem Spiel war aber nicht nur die Niederlage, sondern vor allem auch die Bengalo-Problematik wieder einmal Thema bei den Hessen. Es gab wie so oft eine Verzögerung, doch diesmal hat der eigene Anhang sogar gegen die Spieler gepöbelt. 

Rein sportlich gesehen kann man zur Montagspartie sagen, dass die Gäste eigentlich gefährlicher vor dem Tor waren, während die Platzherren allerdings spielerisch zunächst die Zügel in der Hand hatten. Die Frankfurter konnten ab der Mitte der ersten Hälfte langsam das Ruder in die Hand nehmen und kamen durch das 4. Saisontor von Martin Hinteregger verdient zur Führung. Kurz vor der Pause sah dann aber Dominik Kohr unnötigerweise die Rote Karte und danach waren es die Mainzer, die gegen dezimierte Frankfurter Oberwasser bekamen. 

Neben dem Platz wird aber noch länger über diese Partie gesprochen werden, denn die „Fans“ der Frankfurter haben mit ihren Pyrofackeln mal wieder schwarze Flecken in den Rasen des Gegners gebrannt. Unter anderem sind dabei auch Böller in den Innenraum geflogen, sodass die Partie zunächst einmal verzögert angepfiffen werden konnte. „Wir haben außerhalb des Platzes kein gutes Bild abgeben. Ich verstehe es nicht, weil sich das Thema Montagsspiele erledigt hat. Wenn man der Meinung ist, man müsste protestieren, dann hinterlegt man das mit klaren Aussagen“, so Frankfurts Vorstand Axel Hellmann. 

Fakt ist, dass es für die Frankfurter als Verein wieder teurer wird, denn sowohl Pyros im Innenraum als auch die Spielverzögerung bedeuten jeweils 50% Aufschlag auf die Strafe des DFB-Sportgerichts, welches wohl schon bald den Antrag des Kontrollausschusses in Empfang nehmen wird. Der Vorsitzende Richter Hans E. Lorenz war selbst bereits vor Ort, da er in der Nähe von Mainz wohnt und immer mal wieder im Stadion zu Gast ist. Ist die Fanarbeit bei den Adlern damit ins Leere gelaufen? Die Anhänger werden zurecht immer für die tolle Unterstützung und die Choreographien gelobt, doch immer wieder fällt „unsere berühmte, kleine Gruppe“, wie sie von Hellmann mit Sarkasmus genannt wird, auf. 

Die Frankfurter wissen einfach nicht genau, wer dafür verantwortlich ist, doch kurzfristig muss genau diese Frage geklärt werden, wenn es nicht immer wieder zu solchen Ausschreitungen kommen soll. Sowohl in der Europa League als auch in der Bundesliga geht der DFB und alle beteiligten Institutionen immer rigoroser zu Werk. „Es wird darauf angelegt, etwas mehr zu provozieren. Wir müssen rauskriegen, was der Anlass dafür ist, an dieser Schraube zu drehen. Auf dem Weg können wir nicht weitermachen, das führt uns in alte Zeiten zurück. Dass es eine Gruppe gibt, die meint, da ausscheren zu müssen, besorgt mich sehr. Das besorgt auch innerhalb der aktiven Fanszene andere“, so Hellmann. Selbst die eigenen Spieler scheinen nicht mehr zu den Idioten durchzudringen. So haben Filip Kostic und Ersatzkapitän Sebastian Rode vor die Kurve versucht, die Fans zu beruhigen, doch die Spieler wurden selbst beschimpft und weggeschickt. „Sie haben selbst zu mir gesagt: ‚Verpiss dich!‘“, so Rode im Innenraum zum Schiedsrichter-Assistenten Guido KleveSchon auch wenn der Sechser nach dem Schlusspfiff diese Aussage noch einmal geraderücken wollte, weil es „eigentlich nur einen Kommentar gab sowie die Nachricht der Fans, dass es nun mit Pyro vorbei sei“. Per Twitter sprach sich Rode heute noch einmal gegen Pyros aus, sagte aber auch, dass die Ansage gegen ihn lediglich von zwei Leuten kam und er damit nicht die komplette Anhängerschaft bezichtigen wollte. 

Des Weiteren wurde aber auch an die Presse appelliert, „nicht immer aus einer Mücke einen Elefanten zu machen“ so wie es auch bei der Aktion von David Abraham gemacht wurde. Der Argentinier wurde von den Medien nach seinem Streich-Rempler als Kapitän in Frage gestellt, doch sein Trainer Adi Hütter stellte sich sofort hinter den Verteidiger. Bleibt nun abzuwarten, wie das DFB-Sportgericht die neusten Fälle bewerten wird. 

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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