0

Freiburg: Petersens Höhenflug

Nach dem Spiel der Freiburger gegen die Frankfurter bleibt den meisten in erster Linie nur das chaotische Ende durch den Rempler von David Abraham gegen Freiburgs Trainer Christian Streich in Erinnerung. Der SC steht nun mit 21 Punkten über die Länderspielpause hinweg auf Platz 4 und damit auf einem Champions-League-Platz. Letztendlich machte wieder einmal Nils Petersen den Unterschied, der nach dem Spiel ein sehr ausführliches Interview gab. 

Petersen hat wie die gesamte Truppe einen Lauf, und alles andere als einen schlechten, denn in den vergangenen Partien zeigte Freiburg gegen die ambitionierten Gegner aus Leipzig (2:1), Bremen (2:2) und Frankfurt sehr gute Leistungen. 7 Punkte aus diesen 3 Spielen untermauern noch einmal, dass die Breisgauer sich den Platz in der Tabelle redlich verdient haben und nicht nur aus Zufall dort oben stehen. Nach dem Spiel gegen Frankfurt und dem großen Aufreger zum Schluss stand Petersen wie gewohnt den Fragen der Journalisten gegenüber und gab ausgiebige Antworten. 

„Es war sehr emotional. Diesmal haben die Leute Eintritt für fast 100 Minuten gezahlt, das ist auch nicht oft der Fall. Drei Platzverweise, wahnsinnige Schlussphase, da war alles dabei, aber es muss nicht sein, dass es so emotional ist, dass es überkocht und wir uns auch noch eine Rote Karte einfangen. Das war am Ende nicht nötig, weil wir geführt haben, da waren wir zu hitzig und haben uns anstecken lassen. Aber am Ende gehen wir als Sieger vom Platz, das zählt“, so der Goalgetter, der auch eine klare Sicht auf die letzte Szene zwischen Abraham und Streich hatte: „Zum Glück bin ich nicht so der Heißsporn, der in der Traube ganz nach vorne geht und den Körperkontakt sucht. Ich bin eher ein Schlichter. Abraham, der eigentlich ein herzensguter und angenehmer Mensch ist, war natürlich viel zu hitzköpfig. Er rennt mit vollem Tempo zur Bank. Klar will er den Ball haben, aber klar wollen wir ihn auch nicht sofort rausgeben. Das wäre in Frankfurt nicht anders gewesen. Wenn er mit dem Tempo zur Bank sprintet, muss er damit rechnen, dass er den Trainer umrammt. Das war natürlich eine klare Rote Karte. Dass wir darauf so reagieren, ist einerseits verständlich, aber wir hätten uns in gewissem Maße zusammenreißen sollen. Wir hatten es nicht nötig, weil wir geführt haben und das Spiel fast vorbei war. Jetzt verlieren wir wahrscheinlich Vince für ein paar Spiele, das ist schade.“

Dabei hat Petersen mit seinem Treffer zum 1:0 wieder einmal die Punkte eingetütet. Er ist derzeit der absolute Punktegarant bei den Freiburgern. „Sagen wir mal, dass Luca das extra gemacht hat. Ich habe spekuliert, dass er durchrutscht. Die Bälle bringt Christian Günter gerne zurück Richtung Strafraumgrenze, weil die Verteidiger oft das Tor abdecken wollen und wir uns dann vom Gegner lösen können“, so Petersen nach seinem Abstauber. Die Freiburger hatten sich für das Spiel fest vorgenommen, möglichst lange ein Unentschieden zu halten und dann darauf zu hoffen, dass den Frankfurtern nach dem langen Spiel in der Europa League früher oder später die Puste ausgeht. Selbst ein 0:0 wäre am Ende kein Drama gewesen, doch über den Dreier beschwert sich nun freilich auch niemand. 

Dass man nun nach knapp einem Drittel der Saison mit 21 Punkten auf Rang 4 steht, hatte wohl niemand zu träumen gewagt. Viele reden aber dennoch nur davon, dass es die halbe Miete für den Klassenerhalt ist. „Wir stehen jede Woche da und versuchen, die Euphorie ein bisschen rauszunehmen und zu bremsen. Wenn man aber Woche für Woche weiterhin punktet, fällt es schwer, immer noch Floskeln rauszuhauen. Das wird weniger. Aber die Mannschaften punkten trotzdem auch und daher freuen wir uns, dass wir uns weiterhin distanzieren können. Dass es so gut läuft, dafür haben wir alle hart gearbeitet. Und ich sage auch jede Woche, dass es die Kunst ist, das zu halten. Vor ein paar Wochen wurde uns ein wahnsinniges Programm vorausgesagt und jetzt haben wir trotzdem wieder drei Punkte mehr. Die Gegner spielen gerade nicht gerne gegen uns. Dass wir das geschafft haben, ist das höchste der Gefühle“, so Petersen. 

Das bisherige beste Ergebnis mit 23 Punkten aus 17 Spielen in der Saison 2016/17 hat man bereits jetzt fest im Blick. Fakt ist aber, dass die Konkurrenz wie z.B. Union Berlin ebenfalls regelmäßig punktet. „Wir wissen noch gar nicht so richtig, in welche Tabellensphäre wir gehören. Wenn man die Spiele anschaut, sind wir nicht immer unbedingt die bessere Mannschaft, aber wir sind aktuell sehr effizient. Aktuell spielt man nicht gerne gegen uns, weil wir unangenehm sind und wir haben eine Phase, wo vieles für uns läuft. Das kann auch mal wieder anders sein. Aktuell tun wir viel dafür, dass wir das Glück behalten“, so Petersen weiter. Fakt ist, dass die Freiburger die gute Form aber vor allem auch die gute Stimmung weiter so lange es geht aufrecht erhalten wollen. Und wer weiß, ob man am Ende nicht doch noch überraschend den Sprung ins internationale Geschäft landet. 

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

Ähnliche Artikel

Antwort hinterlassen

Antwort eintragen
© 2020 Soccer-Fans.de. All rights reserved.