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Frankfurt: Knipser Hinteregger

Martin Hinterlegter konnte sich diese Woche in der Europa League in Topform präsentieren. In der Verteidigung räumte er zweikampfstark gegen Lüttich alles ab und vorne konnte er das wichtige 2:0 für die Hessen markieren. Derweil kündigte Vorstand Axel Hellmann bereits an, dass man gegen das Urteil der UEFA, die Eintracht-Fans von zwei Auswärtsspielen auszuschließen, vorgehen wird.

Die 90 Minuten gegen Lüttich haben gezeigt, wie hart es die Frankfurter trifft, wenn mit Bas Dost und André Silva gleich zwei wichtige Angreifer nicht zur Verfügung stehen. In der ersten Halbzeit spielte Goncalo Paciencia als einzige Spitze mit zwei Zehnern in Person von Mijat Gacinovic und Daichi Kamada dahinter. Der Portugiese gab alles, allerdings fehlte ihm alleine die nötige Durchschlagskraft gegen die Abwehr der Belgier. Lüttichs Rechtsverteidiger Collins Fai stand oftmals gut gegen Linksaußen Filip Kostic, sodass die Gäste über weite Strecken sehr kompakt verteidigen konnten. „Wenn wir mal die Möglichkeit hatten, nach Balleroberungen nach vorne zu spielen, haben wir sehr einfache Fehler gemacht“, so Hinteregger. 

Besserung gab es dann in der zweiten Halbzeit, als Kamada als zweite Spitze Gas geben konnte und Gacinovic zentral auf der Zehn blieb. Vor allem Paciencia kam besser ins Spiel und kam endlich zu ersten Abschlüssen. „Uns liegt die Doppelspitze besser, das merkt man. Deshalb haben wir in der zweiten Hälfte umgestellt, da schaute es dann wieder etwas besser aus. Trotzdem müssen wir variabel sein“, so Hinteregger weiter. Mit Kapitän David Abraham und Hinteregger haben zwei Verteidiger für den Sieg gesorgt – beide Male nach Standards. „Es ist sehr wichtig für alle Spieler, wenn man sieht, dass wir auch mal Standardtore erzielen können, die Spiele entscheiden. Wie schon gegen Hoffenheim oder in Guimaraes. Wir sind auch mal da, wenn es darauf ankommt“, sagt der österreichische Nationalspieler, dessen Kopfball mit dem reinen Willen im Tor gelandet ist: „Ich habe gesehen, dass vorne ein kleiner Spieler stand, was untypisch ist, da habe ich meine Chance gesehen. Zwar sind die Laufwege schon vorgegeben, das Tor ist aber eher aus einer Improvisation heraus entstanden. Manchmal laufe ich so, manchmal so.“

Hinteregger ist mit seinen nunmehr 25 Toren als Profi schon daran gewöhnt, für Abraham hingegen ist es ein völlig neues Gefühl. Das letzte Tor markierte er am 20. September 2016 beim 2:0 gegen Ingolstadt. „Ich habe David in dieser Woche noch gefragt, wann er das letzte Tor geschossen hat. Da hat er geantwortet: 2016. Ich habe ihm gesagt, dass es mal wieder Zeit wird… Dass er das gleich umsetzt, ist natürlich überragend. Das Tor ist wichtig für ihn. Wenn man so lange kein Tor schießt, ist das auch als Verteidiger nicht schön“, so Hinteregger mit einem Grinsen im Gesicht und einer weiteren Motivation im Gepäck: „Ich habe mir ein Ziel gesetzt, wie viele Tore ich diese Saison machen will. Das dauert aber noch ein bisschen.“ Bisher hat er drei Treffer markiert. Am 1. Spieltag gegen Hoffenheim, für die Nationalmannschaft gegen Israel und nun gegen Lüttich. 

Hinteregger weiter im Aufwind

Die Vorbereitung verpasste er aufgrund eines Rippenbruchs noch zu großen Teilen und dann gab es auch noch die Unstimmigkeiten bezüglich seines Wechsels von Augsburg zu den Frankfurtern. Dennoch ist er von Woche zu Woche immer besser in Form gekommen. „Ich hatte keine optimale Vorbereitung, es ging gleich im Wettkampfmodus los. Jetzt merke ich, dass ich von Spiel zu Spiel stärker und fitter werde. Umso fitter man körperlich ist, umso wacher ist man auch im Kopf. Aktuell bin ich richtig gut drauf“, so der 27-Jährige, der sich auch nicht vor den englischen Wochen mit 6 Spielen binnen 18 Tagen scheut: „Ich bin nicht böse, wenn ich auch mal eine Pause bekomme, aber ich bin fit und bereit, auch sechs Spiele zu machen, wenn es sein muss.“

Eine Pause müssen hingegen wohl die Fans der Hessen machen, denn nach den Ausschreitungen beim Europa-League-Spiel in Guimaraes wurde von der UEFA die Bewährungsstrafe aus der vergangenen Saison aufgehoben, sodass man eigentlich in den Auswärtsspielen gegen Lüttich und London ohne eigene Fans auskommen müsste. Zumindest für die Partie gegen Arsenal haben die Hessen noch die Hoffnung, die Strafe abzuwenden, zumindest wenn man den Worten von Vorstand Axel Hellmann Glauben schenkt: „Ja, das werden wir machen. Aber das Timing wird die entscheidende Frage sein. Wir haben keine genaue Vorstellung, wann das entschieden sein wird.“ 

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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