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Dortmund: Favre braucht Götze

Lucien Favre muss sich in diesen Tagen schon wieder einige Fragen zu den Spielzeiten von Mario Götze stellen lassen, dessen Zukunft weiterhin noch nicht geklärt ist. „Wir brauchen alle Spieler“, so der Schweizer Trainer. Das gilt natürlich auch für den Weltmeister von 2014, der gegen Frankfurt seinen Wert erneut andeuten konnte. 

Am vergangenen Freitag wurde Favre etwas provokant gefragt, warum Götze im Moment nich viel spielt. Etwas erstaunt reagierte der Schweizer wie gewohnt sehr abgeklärt. „Nein, ich habe absolut nichts gegen Mario – er weiß das“, so Favre, der sichtlich verwirrt war, obwohl er die Fragen zu Götze eigentlich schon längst gewöhnt sein müsste. Vor allem im letzten Herbst doch seither hat sich eigentlich nicht viel geändert, denn seit der WM 2014 wollen die Gespräche und Gerüchte rund um den Weltmeister einfach nicht abreißen. 

Die Parallelen zur letzten Saison lassen sich allerdings nicht von der Hand weisen, denn auch hier kam Götze in den ersten 6 Ligaspielen nicht wirklich zum Einsatz. Lediglich im Pokal und in der Champions League durfte der Offensiv-Allrounder antreten, allerdings ohne sich nachhaltig empfehlen zu können. Auch in dieser Saison konnte er sich noch kaum zeigen. 11 Minuten im Pokal gegen Uerdingen und gleichermaßen kurze Auftritte gegen Augsburg und Frankfurt sprechen eine klare Sprache. In allen anderen Spielen saß er bisher über die volle Distanz auf der Bank. 

Das dürfte sich nun in den letzten Monaten des Jahres aber wieder ändern, denn Favre sagte schon, dass er im Rahmen der anstehenden Dreifachbelastung auf viele Reservisten bauen muss und will. „Wir brauchen alle Spieler im Kader. Das werden wir ziemlich schnell sehen“, so der 61-Jährige, der mit all den englischen Wochen noch ein straffes Programm mit seiner Mannschaft zu bewältigen hat, bevor es in die verdiente Winterpause geht: „Woche für Woche entscheide ich mit dem Trainerteam neu, wer auf welcher Position am besten spielen kann und wer auf welcher Position der Richtige ist.“

Bisher hat auf Götze Position im Angriff meist Paco Alcacer den Vortritt bekommen, der nicht nur in der letzten Saison, sondern auch in dieser schon wieder sehr treffsicher ist. Fakt ist aber auch, dass der Angreifer immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hat. In seinen bisherigen 8 Pflichtspielen in dieser Saison erzielte Alcacer stolze 7 Tore und auch für die spanische Nationalmannschaft war er in 2 Auftritten schon dreifach erfolgreich. Gegen seine alten Kollegen aus Barcelona hatte er dann aber mit nur 30 Ballkontakten mal wieder einen schlechteren Auftritt. Alcacer ist einfach kein Spieler, der sich groß beteiligt. Zuweilen erscheint er sogar unsichtbar, bis er dann irgendwann doch an den Ball kommt und trifft. 

Götze interpretiert die Rolle des Stürmers etwas anders, bewegt sich mehr, arbeitet mehr für die Mannschaft und lässt sich öfter fallen. Das ganze geht aber auch zu Lasten seiner eigenen Torquote. In der letzten Saison markierte er im Schnitt alle 239 Minuten einen Treffer, während Alcacer dafür nur 67 Minuten brauchte. Gegen Frankfurt zeigte Götze nach seiner Einwechslung hingegen direkt, dass er noch wichtig werden kann. „Vor einem Jahr war es genauso“, so Favre, “aber Mario hat dann Stück für Stück gespielt, und am Ende hat er viel gespielt.“ Bleibt abzuwarten, ob es in dieser Saison ähnlich laufen wird und wie es dann über den Sommer 2020 hinaus weitergehen wird. 

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