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Thema: Warum Schüler unsinnig büffeln müssen – Brief eines Vaters an seine Tochter ...

  1. #1
    Traditionsgegner Avatar von faceman
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    Warum Schüler unsinnig büffeln müssen – Brief eines Vaters an seine Tochter ...

    Diesen ergreifenden Brief hat Henning Sußebach an seine Tochter geschrieben und auf Zeit Online veröffentlicht. Ich möchte ihn hier ungekürzt wiedergeben, zeigt er doch, woran so vieles auch in der Ausbildung krankt:
    Warum Schüler unsinnig büffeln müssen – Brief eines Vaters an seine Tochter zur Erklärung « Der Mensch – das faszinierende Wesen

    Ohje, wie wahr, es gibt so viele gute Ansätze in diesem Brief, dass man gar nicht weiss, wo man eigentlich anfangen sollte. Man kann nur hoffen, dass dies an den richtigen Stellen ankommt und auch ernst genommen wird. Alleine daran mangelt mir wiederum der Glaube. Von den Oberen dürfte kaum jemand Zeit haben, sich dies durchzulesen, geschweige denn darüber nachzudenken, zu verstehen und Veränderungen herbeizuführen. Ich werde diesen Brief meiner Tochter zeigen, ich hoffe bzw. bin fest davon überzeugt, dass sie versteht.


  2. #2
    The Count Avatar von Detti04
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    Ich hab zwar Zeit, den Artikel durchzulesen, aber nach Lektuere von etwa einem Fuenftel keinen Bock mehr. Dafuer hab ich aber womoeglich eine Antwort auf die Frage, warum Schueler unsinnig bueffeln muessen: Womoweglich ist das schlichtweg ein Zeichen dafuer, dass der Schueler auf einer Schulform ist, auf die er nicht gehoert. Meistens ist dieser Schueler auf dieser Schulform, weil die Eltern nicht damit leben koennen, dass der grossartige Nachwuchs bei genauer Betrachtung vielleicht doch kein Material fuer das Gymnasium ist.

    Ich selber hab uebrigens nicht bueffeln muessen, hatte aber trotzdem vermutlich weniger Freizeit als die meisten Schueler es heutzutage haben. Der Grund dafuer ist einfach: Ich bin auf dem Land aufgewachsen, und wir hatten (ein bisschen) Landwirtschaft.

    Summa summarum: Ich halte die Klage fuer weinerlich. Ausserdem scheint der Autor einem Ideal von gluecklicher Kindheit anzuhaengen, welches es ausserhalb von Astrid Lindgren-Buechern und -Filmen nie gegeben hat.
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  3. #3
    Traditionsgegner Avatar von faceman
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    Zitat Zitat von Detti04 Beitrag anzeigen
    Womoweglich ist das schlichtweg ein Zeichen dafuer, dass der Schueler auf einer Schulform ist, auf die er nicht gehoert. Meistens ist dieser Schueler auf dieser Schulform, weil die Eltern nicht damit leben koennen, dass der grossartige Nachwuchs bei genauer Betrachtung vielleicht doch kein Material fuer das Gymnasium ist.
    ... und in den Sekundarschule ist das heutzutage anders? Mehr Schulformen gibt es ja gar nicht mehr, zumindest nicht hier in Berlin. Und wenn ich sehe, wie die strukturiert sind und was getan wird um Jugendlichen Informationen einzuhämmern (Stichwort: Kurzzeitgedächtnis - auswendig lernen), dann muss ich mich über viele Symptome bei Jugendlichen gar nicht wundern. Das Lernen erlernen hat man zumindest mir früher noch in der Schule beigebracht. Heute höre ich in Schule nur noch, dass "die Jugendlichen der Informationsweitergabe folgen müssen, sonst bleiben sie eben liegen" (O-Ton).
    Und dennoch hätten die Schüler keine Zeit mehr, wie Du früher arbeiten zu gehen, gerade nicht jene, die etwas mehr tun müssten. Und nein, ich halte die Klage nicht für weinerlich, sondern durchaus als Punkt, über den so mancher mal nachdenken sollte.
    Aber ok, Du schriebst ja "Meistens". Das ist ja relativ.

  4. #4
    weiß-blaue Ratte
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    Zitat Zitat von Detti04 Beitrag anzeigen
    Ich hab zwar Zeit, den Artikel durchzulesen, aber nach Lektuere von etwa einem Fuenftel keinen Bock mehr. (...)
    Ging mir schon nach dem ersten Absatz so, wo ich mir dachte "Weia, wann kommt der jetzt wohl zum Punkt, wenn er so anfängt?" und da scrollte ich dann runter und sah, dass der Brief ja gefühlte 20 Seiten lang ist. Hab's dann gelassen weiterzulesen.

  5. #5
    Stolz auf die Jungs Avatar von huelin
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    Detti: Ich weiß tatsächlich nicht, ob ich als Kind glücklicher war als z.B. mein Sohn jetzt. Aber eines weiß ich sicher: er muss mindestens dreimal soviel für die Schule arbeiten wie ich damals. Das hier trifft es in meinem Falle jedenfalls schon ganz gut:

    "Dass ich nachmittags allenfalls vor dem Abitur so viel gelernt habe wie Du jetzt in der fünften Klasse, und niemals auf dem Weg ins Kino."

    Hab den Artikel aber auch nicht zu Ende gelesen.

  6. #6
    SF-Dschungelkönigin 2011 Avatar von kleinehexe
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    Der Brief ist sehr lang, das stimmt, aber ich finde er macht so manche Unterschiede von früher (meine Schulzeit) und jetzt deutlich. Ich kann mich erinnern, dass in meiner Grundschulzeit noch Zeit war, dass die Schüler die langsamer waren eben mehr Zeit bekommen haben, auch wenn sich dann die Schüler die schneller lernten stellenweise gelangweilt haben. Heute ist es eher so, dass die langsamen Schüler einfach auf der Strecke bleiben im Unterricht weil der Stoff so dicht ist, dass die Lehrerin eben nicht einfach mal eine Stunde Zeit für die schwächeren Schüler hat.
    Die kleinehexe füttert keine Trolle.

  7. #7
    Bratze
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    Zitat Zitat von huelin Beitrag anzeigen
    Detti: Ich weiß tatsächlich nicht, ob ich als Kind glücklicher war als z.B. mein Sohn jetzt. Aber eines weiß ich sicher: er muss mindestens dreimal soviel für die Schule arbeiten wie ich damals. Das hier trifft es in meinem Falle jedenfalls schon ganz gut:

    "Dass ich nachmittags allenfalls vor dem Abitur so viel gelernt habe wie Du jetzt in der fünften Klasse, und niemals auf dem Weg ins Kino."

    Hab den Artikel aber auch nicht zu Ende gelesen.
    Meine Schulzeit ist ja jetzt noch nicht solange her, aber in meinem Freundeskreis, war das Lernen am Nachmittag auch nicht besonders verbreitet und wenn dann nur von den Eltern forciert. Ich und auch der Großteil meiner Freunde sind trotzdem gut durchs Abi gekommen.
    Insofern müsste ich Detti eigentlich recht geben, aber ich bin der Meinung, dass die Schule viel zu zeitig beginnt (Tageszeit ist gemeint) und dass der Notendruck nicht förderlich ist.
    I went on a diet, swore off drinking and heavy eating, and in fourteen days I lost two weeks.

    Whenever someone asks me if I want water with my Scotch, I say I'm thirsty, not dirty. -Joe E. Lewis-

  8. #8
    weiß-blaue Ratte
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    Ich seh's so:
    - G8 einführen ohne das 9 Jahres Programm zu entschlaken ist natürlich mal grandioser Mist.
    - Nachwievor ein Schulsystem zu haben, wo das Klassenziel der Normalverteilung folgt und keinem Lernziel ist zwar effizient aber fördert eben nicht.
    - Seine Kinder auf Teufel komm raus auf's Gymnasium bringen zu wollen, macht die Kinder fertig und auch die Gymnasien.
    - Das Abitursystem passt nicht mehr zum Bachelor-/Mastersystem - ausser der Tatsache, dass es eben jetzt 1 Jahr kürzer ist.

  9. #9
    The Count Avatar von Detti04
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    Zitat Zitat von huelin Beitrag anzeigen
    Detti: Ich weiß tatsächlich nicht, ob ich als Kind glücklicher war als z.B. mein Sohn jetzt. Aber eines weiß ich sicher: er muss mindestens dreimal soviel für die Schule arbeiten wie ich damals. Das hier trifft es in meinem Falle jedenfalls schon ganz gut:

    "Dass ich nachmittags allenfalls vor dem Abitur so viel gelernt habe wie Du jetzt in der fünften Klasse, und niemals auf dem Weg ins Kino."

    Hab den Artikel aber auch nicht zu Ende gelesen.
    Kino? Da geht's ja schon los. In meiner ganzen Schulzeit war ich bestenfalls fuenfmal im Kino - wie gesagt, ich komme vom Land. Aber das ist ja nicht der Punkt, zugegeben.

    Sicher laeuft in der Schule Einiges falsch, aber das ist ja nichts Neues. Neu oder zumindest relativ neu dagegen ist, dass alle Welt (und damit jeder Vater und jede Mutter) meint, dass jeder Schueler Abitur machen oder zumindest aufs Gymnasium gehen muss. Man muss sich nur mal die Abiturientenquoten ansehen, d.h. den Anteil der Abiturienten pro Jahrgang:

    1972: 15%
    1985: 28%
    1992: 31%
    2002: 38%
    2008: 45%

    Glaubt doch keiner, dass es normal sein kann, dass fast die Haelfte aller Schueler den hoechstmoeglichen Schulabschluss erreichen kann. Das geht nur, wenn a) die Anforderungen an diesen Abschluss sinken (was sie vermutlich tun) und b) auch noch der letzte, auch nur halbwegs geeignete Schueler zu diesem Abschluss gepaukt wird. Kein Wunder, wenn dann viele, naemlich die schwaechere Haelfte oder das schwaechere Drittel dieser 45%, sich durch die Schule ueberfordert fuehlen bzw. schulbezogene Probleme haben.
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  10. #10
    Glubbsau
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    Es geht doch bei dem Brief nur um Entwicklungen im Bildungssystem, speziell die flächendeckende Einführung des G8, die letztlich nur zwei Gründe hatte, einen vorgeschobenen, die "Wettbewerbsfähigkeit", und einen realen, das Sparpotential.

    Bei beidem könnt ich kotzen!
    "Wettbewerbsfähigkeit" ist mittlerweile immer dann gegeben, wenn der Einzelne für den unternehmerischen Erfolg zurück bleibt, daher auch die Anführungsstriche. Wettbewerbsfähigkeit im Bildungssystem dadurch erreichen zu wollen, dass ich den Stoff, den ich seit jeher in 9 Jahren vermittele, jetzt in 8 vermitteln soll, ohne dass der auch nur annähernd ernsthaft entrümpelt wurde, ist und bleibt für mich der blanke Hohn, lässt sich aber nicht zurückdrehen. In Zwischentönen wird auch angesprochen, dass der Leistungsdruck für Lehrer u.a. darin besteht, ja nicht zu gute Ergebnisse in Klassenarbeiten zu haben, der Leher wird also nciht in seiner Arbeit bewertet, sondern darin, ob er ausreichend das Aussieben befördert. ich könnte mich da jetzt länger auskotzen, will aber nicht noch einen Brief schreiben . Schließlich bin ich ja auch noch nicht Vater.

    Das Sparpotential treibt mir dann aber noch mehr die Zornesröte ins Gesicht: wie oft darf man Politiker-Geschwafel von der Bildung als höchstem Gut hören. Klingt besonders dann glaubwürdig, wenn einer der größten Umverteilungsprozesse vom Staat zum Einzelnen, und hier vor allem zu sozial Schwächeren, die ihren Kindern dennoch eine Chance geben wollen, mit Einführung des G8 gestartet wurde. Während noch vor 10-15 Jahren Nachhilfe so nebenher lief, in erster Linie von älteren Mitschülern oder gar Lehrern privat angeboten wurde, ist da heute ein neuer, florierender Wirtschaftszweig entstanden. Während früher wirklich nur die Schwächeren in einer KLasse, oder diejenigen mit Schwächen in einem bestimmten Segment, Nachhilfe bedurften, liegt die Quote heute nach verschiedenen Angaben bei einem Drittel bis zur Hälfte einer durchschnittlichen Gymnasialklasse. Das kann man jetzt überheblich den Eltern vorwerfen, ich persönlich glaube aber nicht, dass sich die Eltern vor 10 oder 20 Jahren so stark von den jetzigen unterscheiden.

    An dem Brief ist verdammt viel Wahres dran, sicherlich das ein oder andere auch überspitzt, aber vieles gut auf den Punkt gebracht.

  11. #11
    The Count Avatar von Detti04
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    Zitat Zitat von faceman Beitrag anzeigen
    Und wenn ich sehe, wie die strukturiert sind und was getan wird um Jugendlichen Informationen einzuhämmern (Stichwort: Kurzzeitgedächtnis - auswendig lernen), dann muss ich mich über viele Symptome bei Jugendlichen gar nicht wundern.
    Es gibt nunmal Sachen, die kann man nur Lernen, weil es da nix zu verstehen gibt, z.B. Vokabeln. Das Kurzzeitgedaechtnis hilft dabei aber natuerlich nur bedingt bzw. ist dabei nur die erste Stufe. Fuer mich war eine Busfahrt (10 Minuten) uebrigens lang genug fuer eine Lateinlektion (30 Vokabeln), wenn ich mir diese am Tag vorher auch schon mal angesehen hatte (ohne vorheriges Anschauen ging nur eine halbe Lektion). Das war natuerlich alles nur Kurzzeitgedaechtnis, deshalb war ich in Vokabeltests immer richtig gut, in echten Arbeiten, welche einen laengeren Zeitraum abdeckten, aber nur so lala. Soll heissen: Informationen, die man nur im Kurzzeitgedaechtnis abspeichert, sind nicht wirklich gelernt; ohnehin sind Konzepte und deren Verstaendis natuerlich wichtiger als nackte Daten. (Weil ich das schon immer so sah, war ich auch in Geschichte nicht sonderlich gut: Daten auswendig lernen? Ich? Soweit kommt's noch!)
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  12. #12
    undichte Stelle
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    Zitat Zitat von Detti04 Beitrag anzeigen
    (Weil ich das schon immer so sah, war ich auch in Geschichte nicht sonderlich gut: Daten auswendig lernen? Ich? Soweit kommt's noch!)
    Ich habe bis heute nie richtig gebüffelt, war mir immer zu blöd. Deshalb schwankten meine Noten von Physik, Mathe und Philosophie bis zu Französisch und Latein natürlich gewaltig... In Geschichte hat unser Lehrer immer zwei Teile gemacht: einen Daten-Teil (da musste man tatsächlich Daten gebüffelt haben, was ich natürlich nie gemacht habe), und einen Verständnis-Teil. Da konnte man ein schönes Essay schreiben. So war ich in Geschichte trotzdem immer gut...
    Meum est propositum in taberna mori.

  13. #13
    Glubbsau
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    Zitat Zitat von Detti04 Beitrag anzeigen
    2002: 38%
    2008: 45%
    Ich bin überrascht von dem immer noch relativ großen Unterschied zwischen 2002 und 2008, frühere Jahre mit jetzt zu vergleichen ist m.E: Äpfel mit Birnen vergleichen. Dennoch wär ich interessiert an ner Quelle, weil ich jetzt mal unterstelle, dass dieser Anstieg in erster Linie durch die Fachabiturientenquote bedingt ist.

    Edit: Wiki, gell? da wirds leider nicht klar, bzw. sind es Studienberechtigtenquoten, also mit Fachabitur. Was mir gerade auch noch aufgefallen ist: in einigen Ländern gab es 2008 noch keine G8-Abitur-Jahrgänge.
    Geändert von andon (15.12.2011 um 16:17 Uhr)

  14. #14
    weiß-blaue Ratte
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    Beispiel Geschichte - ich hab Geschichte echt gern gehabt:

    In dem Augenblick, wo man natürlich nur Kapitel 3 "Der französische Absolutismus" zweimal in der Woche aufschlägt, wird's härter, denn dann bleibt einem ja fast nix anderes übrig als die paar Seiten dann zu lesen und versuchen sich die Eckdaten ins Hirn zu schaufeln.

    Befasst man sich mit dem Louis dagegen in einem größeren Zusammenhang: Wo kam der her? Wie kam's dazu? Wohin führte das? Was machten denn andere Nationen? Dann wird's einfacher und v.a. auch spannender - ein Interesse daran vorausgesetzt natürlich

    Kein Interesse --> immer Büffelei ums irgendwie zu packen, egal welches Fach.

  15. #15
    weiß-blaue Ratte
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    Zitat Zitat von andon Beitrag anzeigen
    (...)
    Edit: Wiki, gell? da wirds leider nicht klar, bzw. sind es Studienberechtigtenquoten, also mit Fachabitur. (...)
    Korrekt, das ist der Prozentsatz der Studienberechtigten. --> Wiki

    Die Zahl der Absolventen mit der "allgemeinen Hochschulreife" liegt um ca. 15% drunter und rat mal, wo sie mit Abstand am Geringsten ist?
    Geändert von Rupert (15.12.2011 um 16:23 Uhr)

  16. #16
    Glubbsau
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    Zitat Zitat von Rupert Beitrag anzeigen
    Kein Interesse --> immer Büffelei ums irgendwie zu packen, egal welches Fach.
    Das bestreitet ja auch niemand, aber wenn für Zusammenhänge, die ein Interesse wecken könnten, heute keine Zeit mehr ist, muss selbiges erstmal entstehen.

  17. #17
    weiß-blaue Ratte
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    Wenn ich mal ganz ätzend darf:

    Wäre ich jetzt in der sog. "Führungsschicht" dieses Ländchens, dann habe ich doch gar kein Interesse daran, dass es ein förderndes und sozial abgestimmtes Bildungssystem gibt für das ich selbst auch noch zur Kasse gebeten werde und das es meinem Nachwuchs nur schwerer macht sich zu differenzieren.
    Ich kriege ja meine Spößlinge dahin, dass sie ein Abitur erreichen aufgrund meines finanziellen Riesenvorteils gegenüber den anderen.
    andon gefällt das.

  18. #18
    Klassenerhalter 2011/2012 Avatar von Keule
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    Zitat Zitat von Detti04 Beitrag anzeigen
    Summa summarum: Ich halte die Klage fuer weinerlich. Ausserdem scheint der Autor einem Ideal von gluecklicher Kindheit anzuhaengen, welches es ausserhalb von Astrid Lindgren-Buechern und -Filmen nie gegeben hat.
    So, werd' ich als noch Betroffener des Schulsystems auch mal. Ich hab mich etwa 6 Absätze durch das Zeug gequält um dann auch nach dem scrollen zu merken: Nein, ich hab zwar Zeit, aber ich wollt schon vor 11 im Bett sein.
    Aber da sind wir auch schon beim Punkt, ich habe Zeit. Sicher ist es sehr nervig und manchmal auch ansträngend morgens im Dunkeln raus zu gehen um im selben Umweltzustand wieder zu Hause an zu kommen nach dem man 11 Stunden außer Haus war, aber danach mach ich ungefähr nichts. In Ausnahmefällen, wie zum lernen eines Gedichtes oder einer besonders langen Lektion an Vokabeln muss ich dann auch mal 2 Stündchen opfern, aber das was der Vater in diesem Text beschreibt war bei mir nie der Fall und lässt nur den Schluss von Detti zu eine andere Schule zu wählen, wenn auch die Regionalschule, wie sie bei uns heißt, nicht hilft gibt es auch noch genug alternative Schulsysteme um auf die Frage von Face zu antworten.
    Dennoch hat der Vater in diesem Brief teilweise den Nagel auf den Kopf getroffen, deshalb ist es meiner Meinung nach eben kein weinerliches Klagen, sondern gesammelte Erfahrungen. Besonders die Abschaffung der 13. Klasse ist relativ belastend, ich habe hier ja die Umstellung mitgemacht, war auch im letzten Jahrgang der bereits in der 5. Klasse auf das Gymnasium durfte, nun ist das erst nach der 6. der Fall, also ich bin eine Art Versuchskaninchen des Bildungsministeriums. Während man bis zur 7. Klasse - das Jahr des letzten Dreizehnerjahrgangs - noch entspannt irgend wo mit Freunden hin gehen konnte nach der Schule ist das danach kaum noch möglich gewesen, weil viele eben nicht das Glück haben auch ohne wirkliches Lernen durch die Schule zu kommen. Viele sind über die Jahre auf der Strecke geblieben, nach Aussagen einiger meiner Lehrer deutlich mehr als vor der Umstellung. Natürlich ist es auch für die Lehrer eine noch stärkere Beanspruchung, denn der Tag eines Lehrers endet nun mal auch nicht mit dem Klingeln.
    Hinzu kommt ein wirklich massives Problem des Schulwesens in Deutschland, die Kinder werden einfach mit Wissen voll gestopft! Bisher hat mir noch kein Lehrer Fragen nach dem Sinn so einiger Fächer beantworten können. Mir war schon seit Jahren klar, dass ich entweder Informatik oder Politik anstrebe, musste aber dennoch meine Zeit mit Biologie vergeuden, durch das mangelnde Interesse an diesem Fach wäre ich auch 2 mal beinahe sitzen geblieben (8. und 10. Klasse). Ich habe besonders im letzten Jahr keinen Sinn darin gesehen, etwas für ein Fach zu lernen was ich kurz darauf abwähle. Genauso wird es wohl auch angehenden Ärzten gehen, die sich mit Kunst quälen oder an Französisch verzweifeln. Es wird uns Schülern über Jahre aufgezwungen uns Wissen an zu eignen was wir nie wieder brauchen und dann auch noch tatsächlich auf eine Art und Weise, dass man es bereits kurz nach dem Test vergessen hat. Man könnte jetzt bemängeln, dass wir Schüler dann auf eine falsche Art lernen, aber nur so ist es möglich in den kurzen Zeiträumen die für ein Stoffgebiet veranschlagt sind auf Ergebnisse zu kommen, ein ausführliches Überdenken ist an 2 Nachmittagen kaum möglich, außerdem ist Schule sowieso zu bloßem Ergebnissport geworden. In der Grundschule entscheiden die Ergebnisse über die weitere Schullaufbahn, im Gymnasium über den Studienplatz und die Ergebnisse an der Uni sollen mir dann einen möglichst guten Job ermöglichen. Gelernt habe ich während dessen wenig bis nichts, wobei das nach meinem Empfinden in der Oberstufe etwas besser geworden ist. Es ist die traurige Realität, dass ich trotz 10 Punkten im in wenigen Tagen endenden ersten Semester in Mathematik nicht im Stande bin Achtklässlern bei den Hausaufgaben zu helfen und damit bin ich absolut keine Ausnahme.


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  19. #19
    Klassenerhalter 2011/2012 Avatar von Keule
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    Zitat Zitat von Rupert Beitrag anzeigen
    Korrekt, das ist der Prozentsatz der Studienberechtigten. --> Wiki

    Die Zahl der Absolventen mit der "allgemeinen Hochschulreife" liegt um ca. 15% drunter und rat mal, wo sie mit Abstand am Geringsten ist?
    97% der Finnen und 91% der Iren sind Studienberechtigt..?


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  20. #20
    PTL-Meister 2011/12 Avatar von Holgy
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    Zitat Zitat von Keule Beitrag anzeigen
    97% der Finnen und 91% der Iren sind Studienberechtigt..?
    Deren Schulsystem hat auch nicht den Sinn auszusieben, wie es in Deutschland der Fall ist, sondern den Menschen etwas beizubringen. Und das gelingt eben in 91% bis 97% der Fälle, wenn man es nur will und entsprechend umsetzt.

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