Deloitte Annual Review of Football Finance 2009 Price: £600 per copy Nicht schlecht, der Preis, macht aber ja auch eine Menge Arbeit, die zahlen zusammenzutragen. So muss man sich die zahlen mühsam aus der Presse zusammensuchen. Wer ergänzendes findet, immer her damit.
Bundesliga: Einen beachtlichen Gewinn von 172 Millionen Euro erwirtschafteten die Clubs in der Saison 2008/2009. Der Umsatz lag bei 1,575 Milliarden Euro. Die Umsatzrendite der Bundesliga lag bei 10,9 Prozent.
Aber: lediglich 11 der 18 Bundesliga-Clubs konnten in der Saison 08/09 einen operativen Gewinn erwirtschaften.
Grund für die starke Position der Bundesliga sind unter anderem der hohe Anteil an Sponsoreneinnahmen und der Zuschauerzuspruch. 2008/2009 kamen im Schnitt 41 900 Fans in die Stadien.
Besonders ersters freut mich (Sponsoreneinnahmen), da dies mMn ein gutes Argument gegen eine Verringerung von Sendezeiten in Free-TV ist. Pay-TV ist eben doch nicht alles!
Premier League 2,326 Milliarden Euro zwar erneut Umsatzkrösus vor der Bundesliga, der Gewinn vor Steuern und Abschreibungen sank jedoch im Vergleich von 141 Millionen (2007/2008) auf 93 Millionen Euro. Dies entsprach einer Umsatzrendite von 4 Prozent.
spanischen Primera Division Umsatz: 1,501 Milliarden, keine positive Rendite
Serie A in Italien Umsatz 1,494, keine positive Rendite
Ligue 1 in Frankreich Umsatz: 1,05, keine positive Rendite
Die Primera Division, die Serie A und die Ligue 1 blieben indes trotz Einnahmesteigerungen in der Verlustzone, d.h. keine positive Rendite.
Verhältnis der Gehaltskosten zum Umsatz
Das beträgt in der deutschen Elite-Liga 50 Prozent. In Italien fließen 73 Prozent der Einnahmen an das kickende Personal, Trainer und Betreuer. In England, Frankreich und Spanien sieht es nicht viel anders aus: Dort liegt der Anteil auch bei über 60 Prozent.
Die Schere innerhalb der Ligen
Die größte Differenz innerhalb der nationalen Ligen zeigt sich in der Primera Division: Der umsatzstärkste Club, Real Madrid, nahm 25- mal mehr ein als der umsatzschwächste Liga-Konkurrent.
In der Bundesliga liegt der Faktor bei 9. Und das trotz fehlender Eigenvermarktung!
Die Premier League und die Ligue 1 sind am ausgeglichensten. Hier beträgt der Unterschied zwischen dem umsatzstärksten und dem -schwächsten Verein lediglich das 6fache.
In der Serie A beträgt der Faktor 8.
Quellen: Rendite: Die Bundesliga ist Europameister! - GELD kompakt
Studie: Bundesliga ist Rendite-Europameister - Service - sueddeutsche.de
Auffallend, weil entgegen der langläufigen Wahrnehmung
Die Buli ist finanziell keineswegs von den anderen Ligen abgehängt, lediglich die PL macht deutlich mehr Umsatz als die anderen Ligen. BuLi, Seria A, prima Devision und League 1 liegen etwa gleich auf. UH heißgeliebtes Argument fällt also endlich mal weg und diese Saison hat ja auch gezeigt: Wenn man mal in Spieler investiert und in einen richtigen Trainer, dann kann man auch ins CL-Finale kommen.
Personalkosten Da Frage ich mich vor allem: Was machen die Bundesligaclubs eigentlich mit den anderen 50%, die nicht in die Personalkosten fließen?
Und noch interessanter die Scheren innerhallb der Ligen! Besonders: Trotz Zentralvermarktung ist die Schere in der BuLi recht hoch. Höher als in Italien, England und Frankreich. Ich befürchte, das wird auch weiterhin zunehmen, da auch in der BuLi die reichen immer reicher und die armen immer ärmer werden. Denn diese Schere verfestigt ja die ungleichen Chancen an die fetten Fleischtöpfe der internationalen Wettbewerbe zu kommen. (und wird ergo die Meisterschaften weiterhin immer langweiliger machen…)
Ergänzugen ausdrücklich erwünscht!


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