Zunehmende Willkür - Im Zweifel gegen den Fussballfan

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von K-Town-Supporter, 30 Oktober 2006.

  1. K-Town-Supporter

    K-Town-Supporter Mentalität Lautern

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    Im Zweifel gegen den Fußballfan
    Thomas Wark zum "Mode-Thema" Gewalt im Stadion


    Das Thema ist dabei, Mode zu werden: "Gewalt kehrt in die Fußballstadien zurück", glaubt beispielsweise die "Welt am Sonntag" und schafft dafür gar Platz auf Seite eins. Keine neuen Enthüllungen aus Afghanistan, keine internationale Empörung über neue Skandal-Photos - stattdessen Krawalle in Berlin und Augsburg.

    von Thomas Wark, 30.10.2006
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    Die ARD eröffnet ihre Sportschau mit Bildern aus Berlin, wo das Regionalligaspiel von Herthas Amateuren gegen Dresden von derart heftigen Auseinandersetzungen begleitet wurde, dass Beobachter nun von den schlimmsten Zuständen seit Jahren sprechen. Erste Phrasen aus der Politik lassen nicht lange auf sich warten: CSU-Generalsekretär Markus Söder fordert in der "Mittelbayrischen Zeitung", "sich mit Hochdruck der wachsenden Gewalt in den Stadien zu widmen."

    Willkürliche Stadionverbote
    Ein Aufschrei geht durchs Land, ähnlich hysterisch wie nach den Vorkommnissen an der Rütli-Schule in Berlin-Neukölln, als Politiker tagelang vor Betroffenheit trieften und Journalisten ein Jahresthema gefunden zu haben glaubten. Die Rütli-Problematik wollte vorher keiner gekannt haben - ähnlich verhält es sich mit der Gewalt in den Fußballstadien. Und nächsten Monat, spätestens, wenn der Nikolaus kommt, wird die Wellenbewegung des populären Themas abgeebbt sein.

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    ZDF-Bundesliga-TippVorher aber könnte man ja mal nachdenken, über die Willkürlichkeit von Stadionverboten etwa. Die Münchner Arena steht außerhalb jeglichen Verdachts, ein Hort organisierter Fan-Kriminalität zu sein. Und doch fallen seit einigen Monaten breite Spruchbänder auf, in denen zu Solidarität mit den "Ausgesperrten" aufgerufen wird. Münchens "Schickeria", eine Ultragruppierung alternativer Orientierung, blieb dem Pokalfinale 2006 in Berlin fern, weil zuvor 59 Mitglieder in juristisch zweifelhaften Verfahren mit Stadionverboten belegt worden waren.

    Kriminalisierung der Fans
    Landesweit beklagten Fanclubs eine "Kriminalisierung" ihrer Mitglieder. Es waren die Tage vor der Weltmeisterschaft und im Land ging die große Angst vor Hooligans um. So gab es auch in Frankfurter Fankreisen Überlegungen, dem Finale in Berlin aus Protest fernzubleiben. Doch die überwältigende Resonanz auf die Choreographie beim Halbfinale gegen Bielefeld ließ die Eintracht-Anhänger noch einmal über die vielen willkürlichen Stadionverbote hinweg sehen.

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    Schießen Sie auf die Torwand!Doch auch hier ist Ernüchterung eingetreten. Die meisten Transparente in der Frankfurter Arena hängen seit einigen Wochen aus Protest kopfüber an den Tribünen, die Fronten verhärten sich und der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen reagiert mit Nichtbeachtung, obwohl gerade er die Situation entschärfen könnte. Mir liegen Fälle vor, die keiner juristischen Prüfung standhalten würden, doch in keinem ist ein Stadionverbot zurückgenommen worden. Sturheit des Vereins gegen Verbitterung seiner Fans - Konfliktpotential!

    Die üblichen Erklärungsmuster
    Um Missverständnissen vorzubeugen: diese Beispiele aus der Fanszene sollen keine Erklärungen für zunehmende Gewalt in den Stadien liefern, zumal ohnehin noch zu beweisen wäre, ob diese tatsächlich zunimmt. Vielmehr werden jetzt alte Erklärungsmuster wieder an die Oberfläche gespült: die sozialen Verschlechterungen in Zeiten von Hartz IV, daraus resultierendes Abreagieren von Frustrationen, die Zunahme rechter Gewalttaten im Umfeld des Fußballs und das Ansteigen rassistischer Tendenzen. Argumente, die schon in der 70er Jahren herangezogen wurden, sieht man von der besonderen Problematik in den neuen Bundesländern ab.

    Was also tun? Politikern folgen, denen in ersten Stellungnahmen nichts anderes einfällt, als die Forderung nach weiteren Stadionverboten? Vielleicht sind Fachleute wie Konrad Freiberg von der Gewerkschaft der Polizei eine bessere Anlaufstelle, auch ein Dialog mit den Chefs der "Ultras" kann Informationsdefizite abbauen helfen.


    Quelle: heute.de - Im Zweifel gegen den Fußballfan
     
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  3. most wanted

    most wanted Guest

    Wie mich das Thema ankotzt.
     
  4. koenigs_olaf

    koenigs_olaf Passion OFC

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    Na sauber Herr Wark. Und konträr dazu läuft in den 19 Uhr Nachrichten wieder so ne Betrachtung von einem der keine Ahnung hat was Hooligans sind, machen und nicht machen...:gruebel:
     
  5. K-Town-Supporter

    K-Town-Supporter Mentalität Lautern

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    Aber trotzdem Respekt das der Wark sich der Sache annimmt...auch wenn es mehr oder weniger untergeht, unter den Berichten über böse Ausschreitungen in Pforzheim und anderen Oberliga Stadien:motz:

    Hätte ich ihm nicht gegeben, das Thema halbwegs objektiv zu bewerten...könnte mir vorstellen das er sich für diesen Beitrag so einiges an Kritik von seinen ach so tollen und allwissenden Kollegen anhören musste
     
  6. Wodkabenni

    Wodkabenni unbekannt verzogen

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    Mittelbayrische Zeitung

    Es hätte mich auch schwer gewundert...
     
  7. K-Town-Supporter

    K-Town-Supporter Mentalität Lautern

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    Was war denn los?
     
  8. Wodkabenni

    Wodkabenni unbekannt verzogen

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    Im einem Shuttle-Bus ging ne Scheibe kaputt. Und was macht man da? Natürlich der Versicherrung den Schaden melden und gut. Ach ne wir sind ja beim Fussball. Dann wird eben der ganze Bus weggesperrt.

     
  9. André

    André Foren-Capo Administrator

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    :lachweg: Da verhafte ich einfach mal nen ganzen Bus und halte 65 unschuldige Leute fest, achso waren nur 4 Stunden, na dann gehts ja! :lachweg: :frown:
     
  10. Ilai

    Ilai Well-Known Member

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    Naja, ich wäre da allerdings erst mal etwas vorsichtig...

    Natürlich muss man erst mal davon ausgehen, dass die Informationen aus de Bericht korrekt sind, und kann nur auf dieser Basis überhaupt etwas dazu sagen.

    Demnach ist es nicht korrekt, dass der ganze Bus wegen einer kaputten Scheibe verhaftet und 4h lang fest gehalten wurde. Sollten wirklich zwei Busse vorsätzlich beschädigt worden sein, halte ich eine Verharlosung und ein Herunterspielen der Vorkommnisse auch nicht gerade für angebracht.

    Ein interessanter Punkt wäre jedoch, ob ein Vater, der für den Rädelsführer gehalten wird - bei Randaleaktionen im Beisein seiner minderjährigen Tochter - nicht ggf. sogar ein Fall für's Jugendamt ist...

    Vandalismus kann ich persönlich auch nicht ausstehen, und kann schon verstehen, dass dort eingeschritten wird.
    Nach dem der erste Bus nicht mehr weiter fuhr, hätten die Passagiere ja nur einfach mal ein paar Minuten die Luft anhalten brauchen, dann wären sie - trotz vorsätzlich verursachter Beschädigungen am Fahrzeug - unbeschadet im Stadion gelandet.
    Sie haben's mit dem zweiten Fahrzeug drauf angelegt, und haben's dabei einfach übertrieben. Punkt.
    Natürlich hat das sicher auch einige Unschuldige getroffen, das ist bei einem pöbelnden und randalierenden Mob einfach nicht auszuschliessen.

    Im zweiten Fahrzeug waren sicherlich auch Ordnungskräfte gleich vor Ort, so dass es schon einer gehörigen Portion Dummheit bedurft haben musste, vor den Augen der Polizei erneut zu randalieren und Scheiben zu zerstören. Das allerdings ist reine Spekulation meinerseits.

    Ob die Personen aus dem Bus gemäss der Vorschriften der Polizei korrekt behandelt wurden oder nicht, darüber kann ich natürlich nichts sagen. Aber dass es nicht ohen Konsequenzen bleibt, wenn man vorsätzlich Dinge beschädigt, müsste jedem mündigen Bürger klar sein. Sollten es nur ein paar Einzelpersonen gewesen sein, so hätte es für die übrigen Passagiere ja kein Problem darstellen dürfen, diese entweder davon abzuhalten, oder sich wenigstens selber korrekt zu benehmen. Das wäre dann auch von Zeugen, die es garantiert auch ausserhalb der Fahrzeuge gegeben hat, belegbar

    So sehe ich aber eigentlich eher den Fall, dass jemand selber keine Kontrolle über sich selber hatte, über die Stränge schlug, dabei auf die Fresse geflogen ist, und jetzt heulend zu Mama rennt, um zu petzen...


    PS: noch in keine Bus, in dem ich je mit gefahren bin, hat sich eine Türe während der Fahrt von alleine nach aussen gebogen, oder sind Fensterscheiben aus den Rahmen gefallen...
     
  11. Wodkabenni

    Wodkabenni unbekannt verzogen

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    Sorry Ilai, aber du schreibst einen Mist.

    Ist man wirklich ein schlechter Vater, einer der fürs Jugendamt interessant wird, weil man vielleicht wegen Emotionen am Fussballplatz zeitweilig Dampf ablässt?



    Kollateralschaden ist also o.k.? Wegen ner Scheibe für paar hundert Euro die auch von einer Versicherung bezahlt werden könnte tritt man die Würde der restlichen Mitfahrer mit Füssen. Aber was waren sie auch im Bus dabei? Echt toll. Ach ne du schreibst ja noch was von korrekt verhalten. Hier ging es zu nem Fussballspiel und es war kein Ausflug eines Klosters. Das soll nicht ein mögliches mutwilliges Zerstören rechtfertigen, aber da passiert manchmal im Überfluss der Emotionen und Aufgedrehtheit was, was man vielleicht gar nicht so will.

    Ich gehe mal nach deinem Posting davon aus, dass du, wenn du zum Fussball gehst, ein Spiel von einem gut sichtbaren Sitzplatz bevorzugst und dir der Gedanke an den Fanblock Pickel ins Gesicht sprießen läßt.
     
  12. Ilai

    Ilai Well-Known Member

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    Du weißt gar nicht, wie weit entfernt deine Meinung von der Realität ist.

    Aber meiner Ansicht nach entbindet die Eigenschaft Fussballfan zu sein weder von den geltenden Gesetzen, noch vom gesunden Menschenverstand.
    Du versuchst lediglich weiterhin, die Fakten herunter zu spielen und zu verharmlosen.
    Damit tust du den Fusballfans generell keinen Gefallen, denn du rückst sie in ein Licht, unter dem es für alle Fans anscheinend normal und legal ist, Gesetze zu missachten, ein Gewaltpotential auf der offenen Strasse auszuleben und öffentliches so wie privates Eigentum einfach zu zerstören oder zu beschädigen.

    Texte in Rot in den Quotings sind Kommentare meinerseits, der Rest ist normales Quoting.
     
  13. Wodkabenni

    Wodkabenni unbekannt verzogen

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    Jo, ich glaub aber nicht alles was einem die Presse anbietet, da ich auch sehr viele Berichte von Leuten gelesen hab die vor Ort waren. Und die meisten davon sind glaubwürdiger als jede Zeitung. Und zwischen Bericht und Augenzeugenangaben liegen doch diverse Unterschiede.


    Und wenn man sich den Threadtitel ansieht wird man auch sehen warum ich den Artikel gepostet hab.

    Ansonsten weiss ich nicht wer von und beiden weiter von der Realität entfernt ist...
     
  14. koenigs_olaf

    koenigs_olaf Passion OFC

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    Hey Ilai, es ist wirklich nicht böse gemeint, aber manchmal merkt man halt wirklich, dass Du kein Fußballfan bist. Erinnert mich an meinen Chef, der letztes die These aufstellte: "Ja die mit den Stadionverboten werden auch alle Dreck am Stecken haben".

    Wenn Du Deine Gedanken konsequent weiterverfolgst, gäbe es kaum noch Gästefans bei Fußballspielen. Die traurige Wahrheit ist leider, daß bei nahezu allen Fußballspielen die Anreise von Fans zu Vandlaismusschäden führt. Meistens findet man sie in Zügen. Dann müsste man aus Deiner Sicht grundsätzlich das gesamte Auswärtsfahrer-Zug-Kollektiv wegsperren. Dazu langen aber z.B. die Arrestzellen inder neu gebauten Allianz Arena bei weitem nicht aus, da passen nur 70 Leute rein...:zwinker:

    Diese Sache nervt völlig zu Recht jeden Nicht- Fußballfan, der den Schaden letztlich durch Steruern mittragen muß. Leider ist dem allerdings nicht mehr wirklich Herr zu werden. :weißnich:

    Aber das Erschreckende am Münchener Auftritt in Augsburg ist eigentlich die Sache, daß wegen 50 "Krawallmachern" (bei uns haben Gästefans in den 80ern und 90ern fast grundsätzlich die Fluchttore zum Spielfeld aufgerüttelt) die Polizei den gesamten Block stürmt und dabei über 1.000 Menschen mit Pfefferspray "behandelt" und es ihnen dabei wurst ist ob die die es abbekommen 7 oder 70 sind. :motz:

    Ich stelle mal die These in den Raum, daß durch übermässigen Polizeieinsatz weit mehr Menschen in den vergangenen 20 Jahren zu Schaden gekommen sind als durch Hooligans (die sich ja in der Regel untereinander boxen) oder alles was in die Rubrik "Krawalle" fällt.

    Und wenn Du mal hinter die Pressemeldungen schaust, oder die Bilder die in den Zeitungen stehen wird Dir eines auffallen: Text- Bild bzw. Text- Text Scheren.

    Exemplarisch dabei sind Medienberichte vom letztjährigen Dynamo- Auftritt in München, bei dem auf der Heimreise eine Tankstelle "dem Erdboden gleich gemacht" worden sein soll. Der Pächter sprach von 500 Euro Sachschaden..

    Merkst Du was ???

    Wenn jetzt Bilder von angeblichen Krawallen im TV laufen sieht man grundsätzlich was ??? Richtig- knüppelde Bullen. Egal ob in der Slowakei oder jetzt in Berlin.

    Dabei werden auch munter Begriffe wie "Hooligans". "Rassismus", "Randale", "Rechtsradikal" wild durch die Gegend geworfen, die in den meisten Fällen miteinander nichts zu tun haben.

    Auf RTL haben sie diese Woche Bilder von russischen Hooligans gezeigt und impliziert, daß sich genau das in Berlin zugetragen hätte.

    Also mir wird bei sowas schlecht !!!

    Traditionell übrigens ist es die bayerische Medienlandschaft, die extrem durch Ahnungslosikeit hervorsticht und fast 1:1 jeden Polizeibericht völlig unkritisch rezitiert.
     
  15. vonderlahn

    vonderlahn Sprachkrümelsucher

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    Hm, darf man das jetzt so verstehen, dass Hooligans keine Menschen sind, weil die Schäden bis hin zu Totalschäden (Tote) die sie sich gegenseitig zufügen, nicht zählen?

    :gruebel:
     
  16. koenigs_olaf

    koenigs_olaf Passion OFC

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    Ich verstehe zwar nicht ganz worauf Du hinauswillst, aber ich werde mal versuchen zu antworten.

    Ich wollte eher darauf hinaus, dass durch Hooligans meistens keine Gefahr für Dritte besteht, weil sie sich selbst die Köpfe einhauen.

    Also die Fälle in denen sie sich die Köpfe eingehauen haben rausgerechnet, ist die Anzahl der Opfer durch überzogene oder schlecht durchgeführte Polizeieinsätze bei Fußballspielen größer, als der Schaden den sich Fans untereinander zugefügt haben, die nicht in die Kategorie "Hooligans" fallen und derer die als Unbeteiligte durch Hooligans Schaden genommen haben. :zwinker:
     
  17. koenigs_olaf

    koenigs_olaf Passion OFC

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    Oder mathematisch ausgedrückt:

    x= Schäden durch Polizeieinsatz
    y= Schäden von Fans gegen Fans (ausgenommen Hools untereinander)

    These: x > y :zwinker: :lachweg:
     
  18. Wodkabenni

    Wodkabenni unbekannt verzogen

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    :hail: :hail: Genau das mein ich. Danke Olaf :top:
     
  19. koenigs_olaf

    koenigs_olaf Passion OFC

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    Jetzt mal ohne Wertung ein Augenzeugenbericht Rund um das Thema: "Mike Polley", der bis heute übrigens nicht aufgeklärt wurde, weil es sich in diesen Tagen jährt.

    Wer heute von "Welle der Gewalt" in Fußballstadien spricht hat keine Ahnung !!!

    Augenzeugenbericht zu den Vorfällen am 03.11.1990 in Leipzig

    Wir trafen uns um ca. 9.00 Uhr, um mit etwa 100 anderen Fans in PKWs nach Leipzig zu fahren. Als Treffpunkt wurde die Raststätte Michendorf ausgemacht. Dort wurde vereinbart, die Autos in Dehlitzsch stehen zu lassen, um mit dem Nahverkehrszug weiterzufahren. Das klappte dann aber nicht, weil aufgrund von Gleisbauarbeiten der Zug sich verspätete und wir wahrscheinlich zu spät zum Spiel gekommen wären. Wir haben dann eine Nachricht für Nachzügler hinterlassen, daß wir direkt nach Leipzig fahren würden. In Leipzig haben wir die Autos am Stadtrand abgestellt und sind mit Straßen- und S-Bahn zum Stadion gefahren. Inzwischen waren wir etwa 200 Personen.

    Auf dem Weg zum Stadion erfuhren wir, daß man ca. 100 Leute, die mit dem Zug aus Berlin angereist waren, verhaftet hätte. Die Fans hatten gute Laune und freuten sich auf die "Sachsen"-Fans. Abgesprochen war, friedlich zu bleiben und keine Randale zu provozieren. Auf dem Weg zum Stadion wurden von Umstehenden Eintrittskarten verkauft. Vor dem Stadion waren ca. 50 Polizisten aufgezogen - mit Helmen, Schildern und Hunden. 3-4 Leuchtkugeln wurden in die Luft gefeuert. Und es gab die üblichen Sprechchöre und Gesänge. Die Stimmung war gut. Die übergroße Mehrheit verhielt sich friedlich. Nur einige wenige liebäugelten mit einem Konflikt mit der Polizei. Eine verbale Auseinandersetzung unter den Fans schloß sich an. Tenor: Was solle man weiter tun?

    Plötzlich und völlig überraschend warfen Polizisten 6 Gasgranaten in Richtung Fans. 2 Leuchtraketen waren die Antwort. Eine davon traf ein Polizeiauto. Den davonrennenden Fans schoß die Polizei weitere Gasgranaten hinterher. Aus einem vorbeifahrenden Polizeifahrzeug flogen - ohne daß es von Fans attackiert worden wäre - 2 weitere Gasgranaten. Fortan wurde die Stimmung aggressiver und ein wachsender Teil der Scene wollte gegen die Polizei vorgehen. Währenddessen kamen einzelne Fans aus dem Stadion und berichteten, daß die Berliner im Stadion von der Polizei attackiert und von Sachsen- wie Lok-Fans eingekreist worden wären.

    Nach kurzer Diskussion gab es den Versuch, friedlich, mit erhobenen Händen und dem Sprechgesang "Keine Gewalt" ins Stadion zu gelangen. Der Zugang blieb jedoch verwehrt. Auf die an Polizisten gerichtete Frage, weshalb man sie nicht ins Stadion lassen würde, erscholl über Megaphon die Antwort: "Berliner haben heute keinen Zutritt". Daraufhin machte sich lauter Protest bemerkbar. Und die Fans wiesen darauf bin, daß sie Eintrittskarten besäßen und aus Berlin angereist wären, um Fußball zu sehen. Die Polizei ging darauf mit Knüppeln und Hunden gegen die Fans vor. Mehr als 10 Gasgranaten flogen den flüchtenden Fans in Kopfhöhe hinterher. Einige der Anhänger schossen mit Leuchtkugeln zurück.

    Auf der Hauptstraße griffen Fans zu Holzlatten und Steinen. Die Polizei blieb derweil am Stadion zurück. Plötzlich tauchte jedoch ein vollbesetzter Mannschaftswagen auf, der den Fans direkt entgegenfuhr. Er wurde angegriffen, mit Steinen beworfen und mit Leuchtspurmunition beschossen. Der Fahrer legte fluchtartig den Rückwärtsgang ein und fuhr ca. 250 Meter zurück. Die Fans hinterher. Einige warfen dabei die Scheiben umstehender PKWs ein. In einer Kurve blieb der Transporter stecken. Die Polizisten sprangen ab und rannten davon. Der größte Teil der etwa 200 Mann starken Gruppe wandte sich dem Bahnhof Leutzsch zu. Der andere Teil wollte den Wagen starten und zum Stadion fahren.

    Das gelang aber nicht. Ebenso scheiterte der Versuch, ihn umzuwerfen. Dann kam die Idee, ihn anzuzünden. Auch das klappte zunächst nicht. Ein Trabbi wurde schließlich zu Hilfe genommen. Währenddessen kam noch ein russischer Militärlaster die Straße entlang. Es saßen zwei Personen und ein Kind im Führerhaus. Einige Fans stoppten ihn, zwei sprangen auf die Trittbretter, um eine Attacke auf den Wagen zu verhindern. Weiterfahren war unmöglich. Der Fahrer mußte wenden. Unbehelligt fuhr das Fahrzeug nach kurzem Stopp wieder davon. Die Fans setzten ihren Weg Richtung S-Bahnhof fort, um von dort in die Innenstadt zu fahren. Zur gleichen Zeit kamen ein Lada-Funkwagen mit zwei Insassen, ein Kleinbus mit vier Personen und ein vollbesetzter Mannschaftsbus die Straße entlang.

    Einige Polizisten stiegen aus und beschossen die Fans mit Gasgranaten. Steine flogen zurück. Der Funkwagen, in dem noch jemand saß, wurde mit Holzlatten angegriffen. Seitwarts näherten sich weitere Fans. Man hatte sie kurz vorher aus dem Stadion getrieben und nun wollten sie zur Gruppe dazustoßen. Aus ihren Reihen wurde mit Leuchtspurmunition auf die Polizisten geschossen. Plötzlich hielt ein Polizist eine Pistole in der Hand. Ein Fan rief ihm entgegen: "Schieß doch, Bulle". Wenig später wurde geschossen. Dem ersten Schuß konnte der Fan ausweichen, der zweite traf ihn aus etwa 5 Metern Entfernung in den Bauch. Viele der zumeist noch weiter zurück stehenden Fans bekamen das gar nicht so richtig mit.

    Ca. 15 Minuten lang wurde der Verletzte aufgrund fehlender medizinischer Versorgung ziellos herumgetragen. Als dann kurz darauf ein weiterer Polizist gut sichtbar eine Pistole in die Luft streckte, wichen die Fans auf die Gleisanlagen des S-Bahnhofs aus. Sie suchten dort einerseits Schutz, andererseits Schottersteine, die sie als Wurfgeschosse verwandten. Nunmehr zog die Polizei sich im Schutz des zurückrollenden Transporters zurück, feuerte aber weiterhin Gaskartuschen ab. Einzelne Gasgranaten wurden von den Fans zurückgeworfen. Der Abstand zwischen Fans und Polizei wurde immer größer; zudies trennte ein ca. eineinhalb Meter hoher Zaun die Straße vom Gleisgelände.

    Das Fahrzeug der Polizei setzte bis zu einem weiteren inzwischen eingetroffenen Transporter zurück. Polizisten sprangen heraus und es sammelten sich. Plötzlich wurde von ihnen gezielt auf die Fans, die sich alle auf dem Bahnkörper befanden, geschossen. Der Abstand zwischen den zuvorderst stehenden Fans betrug im Moment der Schußabgabe ca. 40 bis 50 Meter. Die Schüsse erfolgten in schneller Abfolge. Man sah Bodeneinschläge, hörte Kugeln um die Ohren pfeifen und Querschläger von den Masten der Oberleitung. Leute schrien, Getroffene knickten zusammen. Trotzdem glaubten die meisten immer noch an Gummigeschosse. und es flogen auch (deshalb) weiter Steine in Richtung der Polizisten.

    Mike P. hatte zum Zeitpunkt, als ihn die Schüsse trafen, einen Abstand von etwa 100 Metern zu den Schützen. Erst nachdem aufgehört wurde zu schießen, kam den Fans richtig zu Bewußtsein, daß scharf geschossen worden war. Es lagen mehrere Verletzte am Boden. Eine unbeteiligte Frau auf dem Bahnsteig hatte aus etwa 150 bis 200 Metern Entfernung einen Beindurchschuß erlitten. Mehrere Personen gingen unbewaffnet und mit erhobenen Händen auf die Polizisten zu und riefen: "Wir haben einen Toten und mehrere Verletzte, wir brauchen einen Notarzt und einen Krankenwagen". Zur Antwort erhielten sie von einem Polizisten mit gezückter Waffe: "Noch einen Schritt und ich schieße!" (Zeugenaussage).

    Es herrschte ein heilloses Durcheinander. Über den Lokführer eines haltenden Zuges und im Bahnhof selber wurde versucht, einen Notarzt herbeizurufen. Im Zug wurde nach einem Arzt gefragt. Eine Frau leistete Erste Hilfe. Der Fahrer eines Feuerwehrfahrzeuges konnte nur unter schweren Androungen dazu bewegt werden, einen Schwerverletzten ins Krankenhaus zu fahren. Die meisten Fans, auch Verletzte mit Bein- und Streifschüssen fuhren mit der Straßenbahn in die Innenstadt. Nur wenige blieben bei den Verletzten zurück. Etliche hatten Angst vor Festnahmen und weiteren Schüssen. In der Leipziger Innenstadt kam es dann zu schweren Zerstörungen. Steine flogen in Schaufenster, Autos und Imbißwagen wurde umgekippt - Randale total. Auch Plünderungen fanden statt. Beteiligt daran waren Fans, aber ebenso normale Passanten. Polizei war während dieser Geschehnisse keine zu sehen.

    (Quelle: Kategorie Blau-Weiss)
     
  20. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Kannst Du den Begriff "meistens" definieren? Dann kann man vielleicht auch näher auf diese Aussage eingehen.
     
  21. koenigs_olaf

    koenigs_olaf Passion OFC

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    Hier einmal ein anderer Eindruck von früher:

    16. Oktober 1982, ein durchwachsener Herbsttag in der norddeutschen Tiefebene. In den Vormittagsstunden dieses Tages machen sich einige hundert Bremer Fans auf den Weg ins 120 Kilometer entfernte Hamburg. HSV gegen Bremen - Nordderby. Es geht um viel, sehr viel. Wesentlich mehr als sonst, denn der wiedererstarkte SV Werder hat sich zum ernsthaften Kontrahenten des amtierenden deutschen Meisters Hamburger SV gemausert.

    Zur gleichen Zeit in Hamburg: Mitglieder des HSV-Fanclubs "Die Löwen" saufen sich in Stimmung, es geht schließlich gegen die stinkenden Fischköppe. Den werden wir mal zeigen, wer Chef im Norden ist.

    Die Tabellenkonstellation, der Derby-Charakter, der Alkohol - Zutaten zu einem Mord, mit dem die Bundesliga ein großes Stück Unbekümmertheit verlor und der das Tischtuch zwischen den Fans der Nordclubs SV Werder Bremen und Hamburger SV nachhaltig zerschnitt...

    Die Beziehung zwischen den Fans des SVW und denen des HSV war, man wird es kaum für möglich halten, gar nicht so schlecht. Die Vahraonen drücken es auf ihrer sehenswerten Homepage so aus: "von einem ursprünglich fast freundschaftlichen Verhältnis in ein Najaaa-Verhältnis". Was im Herbst 1982 kommen sollte, machte alles kaputt.

    Fragt man Willi Lemke nach dem traurigsten Moment seiner nunmehr über zwei Jahrzehnte dauernden Tätigkeit beim SV Werder, erhält man folgende Antwort: "Der Tag an dem Adrian Maleika starb. Ein netter Junge, ich kannte ihn gut. Er wohnte sogar bei uns in der Nachbarschaft." (Interview im Weserkurier aus 03/2003).

    Adrian Maleika, 16 Jahre alt, Glaserlehrling aus Bremen, seineszeichens Mitglied im Werder-Fanclub "Die Treuen", Kuttenträger, grün-weiß durch und durch, war einer der Bremer, die sich auf die Reise an die Elbe machten. Das ganze Leben noch vor sich, in freudiger Erwartung eines packenden Derbys und eines gepflegten Wochenendes mit allem, was dazu gehört.Kutte über - und los !

    Wer die Gegend um die heutige Volksparkstadion kennt, weiß, was Phase ist. Auf der einen Seite die Stadtteile Lurup und Osdorf, Problemgegenden Hamburgs, Trabantensiedlungen mit hohem sozialem Konfliktpotential. Im Norden Industriegebiet. Das Stadion schmiegt sich zum Osten an den Volkspark an. Endmoränenlandschaft, d.h. hügelig und relativ dicht bewaldet mit fiesen Stellen, an denen man anderen Menschen auflauern kann. Geht man vom Parkplatz BRAUN als Auswärtsfan zum Stadion, wird man sehr schnell ein mulmiges Gefühl bekommen. Das Gebiet eignet sich hervorragend für Aktionen hinterhältigster Art, zumal auch die Polizei nicht überall präsent sein kann.

    auch der Weg vom S-Bahnhof Stellingen zum Stadion gestaltet sich nicht gerade vertrauenserweckend. Düstere Unterführungen, Böschungen, das ganze Gedeck. Kurzum: man ist froh, später wieder im Auto auf der A1 zu sitzen.

    So oder so ähnlich muss es auch den Bremer Anhängern gegangen sein, als sie am besagten 16. Oktober 1982 sich aufmachten, den Platz in der Ostkurve des Volksparkstadions einzunehmen. Für 150 Bremer Fans, unter ihnen Adrian Maleika, wie gesagt 16 Jahre alt und somit mindestens 70 Jahre zu jung, um sterben zu müssen, gibt es ein unerwartetes Hindernis: gewaltbereite sogenannte "Fans" des Hamburger SV, die nach polizeilichen Ermittlungen fast ausnahmslos der just in dieser zeit in Mode gekommenen rechten Skinheadszene zuzuordnen waren, griffen an. Und zwar mit allem, was an gefährlichen Sachen aufzählbar ist. Leuchtspurmunition, Gaspistolen, Steine etc. gegen 150 Bremer, die zwar durchaus die Courage zur Verteidigung haben und unter denen sicherlich der ein oder andere auch kein Kind von Traurigkeit ist. Mit einer solchen, bis dato beispiellosen Brutalität, wie sie Sportveranstaltungen auf deutschem Boden bislang nicht gekannt hatten, konnte jedoch keiner der Bremer rechnen. Ein feiger, gegen jeglichen Kodex verstoßender Angriff.

    Adrian Maleika bekommt einen Stein an den Kopf, der ihn zu Boden sinken lässt. Die völlig enthemmten Hamburger treten auf den hilflos am Boden liegenden Jungen aus Bremen ein, ohne Unterlass. Die behandelnden Ärzte versuchen im Krankenhaus, Adrian zu retten, doch er verstirbt am 17. Oktober 1982 an den Folgen eines Schädelbasisbruchs und schweren Gehirnblutungen.

    Adrian Maleika wird in der darauf folgenden Woche zur letzten Ruhe gebettet, in seiner Kutte. Eine kurze Zeit ereifert sich das Land (vor allem die Bild-Zeitung) an dem Ereignis, dann kehrt wieder Ruhe ein. Adrian Maleika ist tot, das Leben geht weiter. Im Dezember 1983 kommt es zur Verhandlung vor dem Landgericht Hamburg. Acht Mitglieder verschiedener HSV-Fanclubs, darunter der berüchtigten "Löwen", werden wegen Mordes angeklagt. Nur einer der Täter wird zu zwei Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Man kann ihm einen Steinwurf nachweisen. Ein weiterer Angeklagter erhält zwölf Monate auf Bewährung. Den weiteren sechs Angeklagten ist eine direkte Beteiligung an der Tat nicht nachzuweisen. Akte zu, Ende der Veranstaltung.

    Der Werder-Fanclub "Die Treuen" verhängt umgehend einen Aufnahmestopp. Das ehemals Najaaa-Verhältnis zum HSV verkehrt sich zu offenem Hass gegenüber den Hamburgern, eine tiefe Abneigung, die auch heute noch nahezu unüberwindbar scheint.

    Statt aufzuwachen und festzustellen, dass die Anhänger im Begriff sind, sich durch Gewalt ihre Lieblingssportart zu zerstören, war der Tod von Adrian Maleika in dieser wie auch in jeglicher anderen Hinsicht völlig umsonst. Der Polizist Nivel (auch unter anderem von einem stadtteilbekannten Luruper Hool niedergeknüppelt), 39 Tote im Brüsseler Heysel-Stadion und viele weitere Gewaltopfer belehren uns leider eines Besseren.

    Adrian Maleika wäre heute 37 Jahre alt. Vielleicht würde er mit seinem kleinen Jungen neben uns im Oberrang der Ostkurve sitzen, sich mit uns freuen, ärgern, bei Toren mit uns in den Armen liegen, wahrscheinlich würde er das. Wahrscheinlich wäre er aber auch unheimlich sauer, wenn er Leute ausrasten sieht, die andere Menschen verprügeln, nur weil sie mit sich und dem Leben nicht klar kommen.

    Immer wenn wir in Rage sind, durch Sprüche und Gesänge gegnerischer Fans uns provoziert fühlen und vielleicht in einem schwachen Moment am liebsten den ganzen Haufen verprügeln wollten, sollten wir daran denken, warum Adrian Maleika gestorben ist.

    FORGIVEN, NOT FORGOTTEN !

    P.S.: Gern hätten wir ein Bild von Adrian Maleika gezeigt, die Suche gestaltete sich jedoch hoffnungslos.

    Quelle: Adrian Maleika | fanszene-bremen.net
     
  22. koenigs_olaf

    koenigs_olaf Passion OFC

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    Wenn Runde 200 Idioten aus Deutschland und der Schweiz anlässlich des Spiels Kickers Offenbach - Waldhof Mannheim Rudimente einer Tribüne in Form von morschen Holzbohlen auf nichterlebnisorientierte Fans von Kickers Offenbach werfen ist das sicherlich eine Ausnahme.

    Für gewöhnlich gibt es den Kodex diesen "Sport" nur unter gleichgesinnten auszuüben.
     
  23. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Gut, aber das Hooligans sich ausschliesslich mit Ihresgleichen prügeln ist genauso eine Mär.

    Über diesen Kodex kann ich nur lachen. Kennen tut ihn jeder, aber eingehalten wird er maximal von einer Handvoll überzeugter Hools.


    Im übrigen, woher stützt sich Deine These, das

    Ich meine, sind das Deine Vermutungen, sind das Tatsachen mit fundierten Quellen oder ist das schlicht Propaganda?
     
  24. koenigs_olaf

    koenigs_olaf Passion OFC

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    Hast Du jetzt ne wissenschaftliche Abhandlung verlangt ??? :lachweg: :lachweg: :lachweg:

    Woher nimmst Du denn Deine Überzeugung, dass es der Kodex nicht gelebt wird ???

    Ich habe in über 20 Jahren auf und um Fußballplätzen kein einziges Mal Hools auf Unbeteiligte einknüppeln sehen, wohl aber mehr als genug Polizisten. :zwinker:

    Und die waren in den wenigsten Momenten in der Situation wie bei den Riots bei denen Mike P. umkam...:zwinker:
     
  25. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Du meinst, Du hast erkannt, das die, die sich im Stadion (oder davor/danach) geprügelt haben, stets Beteiligte waren? Meinen Respekt, da muss ich in meinem Alter dann noch ne Menge lernen. Bitte gib mir doch ein paar Tips, wie ich Beteiligte, von Unbeteiligten unterscheide. Dann komme ich evtl. hinter Dein Geheimnis. Im übrigen, ich habe in knappen 20 Jahren Fussball genau das Gegenteil erlebt. :zwinker:


    Scheisse ich bin schon wieder mitten dabei. Dabei wollte ich diese Diskussionen doch gar nicht mehr.:gruebel:
     
  26. vonderlahn

    vonderlahn Sprachkrümelsucher

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    Wo bleibt eigentlich der oberste Drin-Isser Gewaltapologet.

    Dieser Thread ist doch wie gemalt für ihn...

    :top:
     
  27. koenigs_olaf

    koenigs_olaf Passion OFC

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    Im Stadion gabs früher die Blockstürme. Also bei uns haben sich die Jungs, die es drauf angelegt haben, immer genau dorthin gestellt wo Besuch zu erwarten war. Und außerhalb des Stadions sind die Fetzen geflogen, aber das waren Beteiligte...:zwinker: Im übrigen schon lange her...:zwinker:

    Und bei Euch in Berlin gabs immer Haue für alle ??? :zahnluec:
     
  28. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Ach und pro Block waren demzufolge die Gewaltwilligen interniert, damit man ja die richtigen trifft. Klasse Organisation. :respekt:

    Es erfüllt mich mit Stolz, daß ich diese Zeiten dann doch nicht erlebt habe. Ich gehe nach wie vor zum Fussball, um Fussball zu schauen. Ich finde das unheimlich spannend, wenn zwei Teams dem Ball hinterherjagen und dabei Tore erzielen. Weniger schön ist es dabei, wenn jemand stört (ich könnte jetzt meine Frau nennen, ich versuche es aber mal vorsichtig mit ---> Bekloppte die sich einfach in die Fresse hauen wollen). Da wird man dann immer so abgelenkt. Wieso sich jene, die sich hauen wollen und zudem auch noch jenem "Ehrenkodex" unterliegen, sich nicht Woche für Woche vor dem Spiel (alternativ könnte es auch danach sein) irgendwo vor der Stadt treffen, sich so lange boxen, bis der dortige Schirie sagt es ist Schluss, wird wohl ewig ein Geheimnis bleiben. Im Übrigen würde ich denen, die sich dann dort boxen, auch die Behandlungskosten selbst tragen lassen. Wieso sollte die Allgemeinheit für soetwas aufkommen? Obwohl, je mehr ich darüber nachdenke :gruebel: wieso baut man dort kein Stadium drumherum, schon kann man hier ein neues Unterforum einbauen, man könnte neue Wettspiele organisieren ... :gruebel:
     
  29. koenigs_olaf

    koenigs_olaf Passion OFC

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    Du willst es nicht raffen, oder ??? :vogel: Schlage einfach mal unter "Blocksturm" in Deiner Anti- Hooligan Lektüre nach oder und informiere Dich über die Beschaffenheit der Eingänge auf der Waldemar Klein Tribüne am Bieberer Berg. :lachweg: Klar haben da nur Leute auf die Mütze bekommen, die dies wollten...
     
  30. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Oha, ich wusste nicht, das es um den Blocksturm auf dem Bieberer Berg ging. Das war für mich bisher nicht ersichtlich. In diesem konkrten Fall kann ich natürlich nichts sagen, da ich weder den Bieberer Berg kenne, noch jene Szene. Bisher war ich der Meinung, dies um den Grundsatz als solchen ging. Im übrigen interessiert mich keine Anti-Hooligan Lektüre. Ich arbeite mir gerade Migrationslektüre durch. Interessant, kann man nur empfehlen. :top:
     
  31. koenigs_olaf

    koenigs_olaf Passion OFC

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    Du Held. :huhu: Ich bin auch immer stolz auf mich, dass ich nicht während der Französischen Revolution, oder 1522 oder 2057 geboren wurde...:lachweg: :lachweg: :lachweg: Das konnte ich ja beeinflussen. :lachweg:

    Du hast noch keine einzige Begebenheit geschildert in der Du involviert warst. Da kommen Statements von Dir a la "Kodex gibts nicht", dabei kannst Du sie nicht im entferntesten Widerlegen.

    OK- jetzt weiß ich wenigstens, dass ich mich mit nem komplett Ahnunglosen unterhalte, der eigentlich gar nicht weiß wovon er redet. :top: :top: :top:
    Genau das passiert doch. Oder warum redet man in diesem Zusammenhang auch von Wald, Feld und Wiesen-Sport ???

    Kleiner Tipp von mir an dieser Stelle. Löse Deine Blockade im Kopf. :zwinker:

    Meine Intention war es nicht Hooliganismus zu glorifizieren, ich für meinen Teil gehe lieber mit Gästefans nach dem Spiel einen Heben und schwätze über Fußball. Aber das Phänomen "Gewalt beim Fußball" ist so alt wie der Fußball selbst. Man kann auch über Hooliganismus denken was man will, aber es hat der Gewalt zum Teil eben eine Struktur verliehen, die es vorher nicht gab. Ich bedaure auch nicht, daß Hooliganismus in Deutschland nicht mehr die Bedeutung hat wie noch in den 80ern und 90ern. Aber eine halbwegs reflektierte Auseinandersetzung mit der Sache erfordert eben mehr als nur eine oberflächliche Betrachtung, wie Du sie hier abgibst...:zwinker: