Ypsilanti in Hessen gescheitert

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von André, 3 November 2008.

  1. Mister-X

    Mister-X Active Member

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    ja selber schuld, wenn man sich zu weit vom Herd entfernt hat.
     
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    um diese Anzeige auszublenden!.
  3. Bomber 44

    Bomber 44 New Member

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    Die ganze SPD ist doch ein Kasperltheater!

    Gruß Bomber 44
     
  4. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Jetzt also Neuwahlen mit/ohne Ypsilanti. Ich schätze mal, die SPD wird gerade so die 20%-Marke knacken, alles, was darüber liegt, kann als Erfolg gewertet werden.

    Interessant wie in der Presse an Legenden gestrickt wird, bzw. wer sich da von wem informieren lässt. In den einen sind die 4 Gegenstimmler die guten (haben schon vorher immer was gesagt, sind von Y aber nicht gehört worden etc. pp.) in anderen die bösen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14 November 2008
  5. AlexK

    AlexK Schachspieler

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    :D

    Ach, übrigens, wer einen Politiker (egal welcher Partei) glaubwürdig nennt:
    hat den Kontakt zur Realität völlig verloren. :auslach::D

    Vor allem einen Politiker hier zu nennen, der jeden Neonazi in Fremdenfeindlichkeit bei seiner Kanzlerkandidatur 1990 geschlagen hat..... Na ja, Politik ist ein Kreis: Sozialisten und Nationalsozialisten sind am unteren Ende des Kreises zusammen..... Wer heute Linke wählt, ist morgen potenzieller NPD-Wähler.

    Fröhliches Diskutieren noch............ :lachweg:
     
  6. Itchy

    Itchy Vertrauter

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    Armselig, die Kritik, jeden Neonazi geschlagen zu haben, liegt keine zwei Jahre zurück. Da ging es um Fremdarbeiter.

    1990 war Lafontaine unpopulär, weil er die Meinung vertrat, die Wiedervereinigung zu verschieben und seitens der BRD erst einmal in der damaligen DDR eine adäquate Infrainstruktur aufzubauen. Mittelstand bilden und so. Im damaligen Hype unbeliebt, aber nicht rechtspopulär.

    Komischerweise hatte er damit recht.

    Davon ab, der einzige heute noch glaubwürdige Politiker heißt Heiner Geißler. Und das gerade auch aus Widersprüchen wie CDU- und ATTAC-Mitglied.
     
  7. Mister-X

    Mister-X Active Member

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    Zudem wollte Lafontaine 1998 als Wirtschaftsminister /Finanzminister eine dem Modell der TOBIN-Steuer angenäherte Steuer einführen um das Spekulieren auf den Finanzmärkten zu drosseln. Der Aufschrei in der Bankenwelt war groß, man hat eine Hetzkampagne in allen Finanzzeitungen gegen Lafonatine losgetreten, und die großen Tiere der Wirtschaft haben bei Schröder den Kopf Lafontaines eingefordert. Auch dies führte teils zum Rücktritt Lafontaines aus der Regierung. Schröder hat sich voll hinter die Banken gestellt.

    Heute 10 Jahre später haben wir den Zusammenbruch der Finanzmärkt genau aus diesen Gründen, die Lafontaine damals genannt. Interessiert heute auch keinen mehr, dass es Lafontaine war, der wieder richtig lag. Stattdessen gehen heute genau die Gesichter in den politischen Talkshows ein und aus und erteilen kluge Ratschläge, die damals dem ungezähmten Kapitalismus das Wort geredet haben. Und einen Lafontaine kanzelt man dann in der Runde mal schnell ab mit den Worten" Ja, Sie müssen ganz ruhig sein. Sie haben sich aus der Verantwortung gestohlen". Ein billiges Schauspiel.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14 November 2008
  8. Itchy

    Itchy Vertrauter

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    Muß ich meinem Vorredner recht geben.
    Welche Beweggründe der Rücktritt Lafontaines seinerzeit auch gehabt haben mag. Inhaltliche oder machtpolitische. Er hat den Schritt getan und sich nicht des bloßen Positionserhaltes verkauft. Kann man eigentlich nicht genügend respektieren. Und wohin Schröder seine Partei und auch die Wähler geführt hat, kann man vielen Statistiken entnehmen. Die linke ist nur eine ganz logische Konsequenz.
     
  9. Mister-X

    Mister-X Active Member

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    Zu den Beweggründen von damals: Lafontaine stand an der Wand. Die Wirtschaft hatte Schröder massiv unter Druck gesetzt. Es kam tatsächlich zu einem Treffen der Wirtschaft (Schickedanz & Co.)
    mit Schröder, wo die Wirtschaft den Kopf von Lafontaine unmißverständlich gefordert hat, ansonsten werde die Gefolgschaft verweigert. Solche Erpressungversuche in dieser klaren Form gab es wohl bis dahin noch nie und danach auch nicht mehr. Aber Lafontaine war als Superminister (?) wild enschlossen zu handeln und seine Konzepte durchzusetzen.

    Im Grunde sind wir aber jetzt da wo wie 1998 waren. Lafontaine ist Parteivorsitzender der SPD (de facto zumindest).
     
  10. Itchy

    Itchy Vertrauter

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    Irgendwie ja.

    Klar waren Lafontaines Vorstellungen seinerzeit - geb den Arbeitnehmern Geld zum konsumieren, stärke somit Binnenmarkt und damit Wirtschaft- im Widerspruch zum exportorientierten Wirtschaftsgeist. Das ist eigentlich auch der demokratischste aller Gedanken in unserem System - Wohlstand für alle.

    Aber Oscar ist auch ein Machtmensch, dessen eigenes Handeln zu oft im Widerspruch zu den von ihm vertretenen Ideen stehen. Daher bin ich für seine Politik, weniger für ihn.
     
  11. Mister-X

    Mister-X Active Member

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    Genau richtig. Solange er die Politik, die er vertritt umsetzt, muss das genügen. Der Oscar ist euch nicht mein persönliches Vorbild, auch wenn mir gefällt wenn er in den Talkrunden mal so richtig frech wird. Ich mag seine Frau nicht, mir gefällt sein Haus nicht usw. aber das ist zweitrangig. Klar, solange ein Politiker in exponierter Stellung sagt, dass die Bevökerung hier und dort, den Gürtel enger schnallen muß, passt das nie mit den persönlichen Verhältinissen des Politiker zusammen, dennoch ist es legitim es von der Bevölkerung einzufordern.
    Zumal die Gehälter der Politiker zum deutschen Durchschnittsverdiener immer noch moderat sind , wenn man das Verhältnis eines Vorstandvorsitzenden eines Konzern zum normalen Angestellten in diesem Konzern sieht. Da kann es einem richtig übel werden.

    Auch wenn ich die Pensionen von Politikern als zu hoch sehe, sind wir wieder in anderen Dimensionen wenn man sich die Ruhergehälter von Vorstandsvorsitzenden ansieht. Ich habe da schon Verträge gesehen, wo ganze Familienstämme des Betroffenen bis zum Lebensende weiterversorgt werden. Da findet man keine Worte mehr.
     
  12. Itchy

    Itchy Vertrauter

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    Wobei ich wirklich finde, bei einem Politiker, der in Entscheiderposition ist, kann das Salär nicht hoch genug sein. Wenn er (oder sie) anderseits den Entscheidungen verantwortungstechnisch wirklich Tribut zollen muß.
    Extrem ausgedrückt, im Sinne der gewählten griechischen Tyrannen, seinem Wirken wirklich verantwortlich sein, bis hin zu Tod oder Verbannung (wobei zweiteres mittlerweile fast Segen sein kann).

    Daran krankt es unserewm System aber insegesamt. Sogenannte Entscheidungsträger, die aufgrund vermeintlicher Verantwortung überpropentional entlohnt sind, sind selbiger und den Folgen entzogen. Sie tragen kein Risiko und sind den eigenen Entscheidungen in seltensten Falle unterworfen.
     
  13. HESSENZEBRA66

    HESSENZEBRA66 Kinzigtaler

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    Die SPD wird im Januar gnadenlos scheitern...
     
  14. Mister-X

    Mister-X Active Member

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    Ja zumal man aus der Verbannung ja oftmals ein mehrfaches Comeback starten konnte!
    Ansonsten ist dieses System auf kleine Räume beschränkt. Attika war sogroß wie Luxemburg.