Woran wir uns gewöhnt haben?

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von Holgy, 30 Juni 2007.

  1. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Ein interessanter Artikel von Manni Breukmann auf 11freunde online. Nicht alles neu, aber mal gut zusammengefasst. Ist ein langer Artikel, es werden verschiedenen themen angesprochen, hier mal zum anfixen ein längeres

    Zitat:
    Der professionelle Fußballsport ist Opfer der Ökonomisierung aller Lebensbereiche geworden. Er wurde von den Vermarktungsstrategen zu einem Produkt erklärt, das verkauft wird. Kein kulturelles Ereignis mehr, dem sich der Fan mit Leidenschaft und Hingabe verschreibt, sondern ein Verkaufsobjekt wie Autos, Müsli-Riegel oder Bier. Und das hat Konsequenzen. Wer den Fußball verkauft wie ein Autohändler seine neuen Modelle, der benimmt sich auch so: indem er es zum Beispiel nicht duldet, dass sein Produkt schlecht geredet wird; Selbstkritik ist nicht vorgesehen, die Bundesliga und die Nationalmannschaft sind hochklassig, modern, spannend, komfortabel – sie sind einfach super. Es ist das Zeitalter der Schönredner, viele Bundesligatrainer sind nicht mehr in der Lage, ein schlechtes Spiel ihrer Mannschaft auch schlecht zu nennen. Der Lärm-Terrorismus in den Stadien vor den Spielen erinnert auch mehr an eine Rheumadecken-Verkaufs-Show als an ein Fußballspiel. Ganz zu schweigen von dem unsäglichen Gequatsche des Nationalmannschafts-Stadion-Mikrofon-Kaspers: »Unsere Jungs liegen zur Pause zwar 0:3 hinten, aber sie haben sich toll verkauft, trotz der zwei Platzverweise. Das ist doch wohl einen donnernden Applaus wert. Hallo, Fans auf der Westtribüne!«

    Da wird eine naive, kommerz-orientierte Harmlosigkeit gefordert und gefördert, die sich als positives Denken im Gegensatz zur so genannten Miesmacherei tarnt (»Warum müssen die Deutschen nur alles so negativ sehen?«); die Fans sind nicht mehr als anfeuernde und manchmal auch kritisierende Fachleute gefragt, sondern als fröhliche Rasselbande, die putzmunter Lärm und schöne Choreografien produziert und fleißig Fanartikel kauft. Sperrige, störrische Fußballanhänger sind in dieser schönen, bunten Welt der Fanklubs powered by Coca Cola oder Warsteiner oder Easy Credit oder sonst einem Gedöns nicht vorgesehen.

    Wer glaubt, die Entwicklung sei noch aufzuhalten, der irrt. Selbstverständlich ist der ganze Kommerzunfug ein einziger großer Sachzwang, selbstverständlich ginge unser Fußball ohne Werbung und Sponsoring bis zur Schmerzgrenze vor die Hunde. Die Entwicklung zurückdrehen? Das geht nur mit Macht, und die basiert auf Geld. Beides fehlt den Fans, die befürchten, dass der Fußball seine Bodenhaftung und die Wurzeln verliert. Über Fanproteste lachen die Bosse, Fans sollen Stimmung machen und ansonsten die Schnauze halten.

    Die Veränderung ist noch nicht abgeschlossen, die Stadien sind immer noch weit mehr als eine modische Rahmenkulisse für stimmungsvolle Events und die Pflege von Geschäftskontakten. Doch die Richtung ist vorgegeben, und in vielen Schöner-Wohnen-Wohnzimmern wird schon heute die Frage gestellt: Gehen wir ins Musical oder auf Schalke? Dass diese Konsumenten nach dem zweiten Fehlpass pfeifen oder gleich nach Hause gehen, nehmen die Regisseure des Fußball-Show-Business' in Kauf. Ihre Kalkulation: Die nachlassende emotionale Bindung an die Vereine wird durch den aufgemotzten Event-Charakter der Spiele ausgeglichen.

    11 FREUNDE - - Woran wir uns gewöhnt haben

    Auch interessant in diesem Zusammenhang:
    Die Fans wollen den Kommerz

    Und:
    Die Identifikation ist dahin Erste Seite unten und dann die folgende.

    Frohes Diskutieren oder allgemeine Zustimmung?
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 10 September 2013
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  3. wupperbayer

    wupperbayer *Meister 20xx*

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    Zu dem fett Markierten mal was: Das ist genau der Punkt, der mich bei Ultras so stört: Immer muss Bewegung oder Stimmung im Block sein. Dass man bei einem grausigen Spiel lieber mal kurz schweigt, um dann wieder lauter anzufeuern statt einschläfernde Dauergesänge zu singen, kommt leider kaum vor.
    Durch dieses Verhalten wird auch noch das verstärkt, was angeblich so kritisiert wird: Im Block ist immer Remmidemmi, also unterstützt man auch noch den Event-Charakter des Spiels, inklusive Dauergesang aus dem Block.

    Ich weiß, passt hier nicht ganz hin, aber fiel mir bei deinem fettmarkierten gerade auf.
     
  4. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Doch, das passt sehr gut, ich sehe das ähnlich. Ich bin auch der Meinung, dass Ultras dazu beitragen, dass Fußball diesen Eventcharakter annimmt.
     
  5. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Der Artikel behandelt zwar sehr viel mehr Aspekte, aber da es fettgedruckt wurde und schon drauf eingegangen wurde, kann man es natürlich auch auf eine Blöde-Ultra-Diskussion reduzieren. Hatten wir ja auch schon lange nicht mehr. :D

    Und mal wieder heißt es pauschal "die Ultras". :suspekt: Das sind vielleicht eure, in Leverkusen und Bremen. Nicht meine. Was bei dir, wb, leider kaum vorkommt, soll es anderswo nämlich durchaus geben. Also bitte etwas differenzieren, auch wenn es bei dem Thema schwerfällt.

    Oder bleibenlassen. Die Diskussion meine ich. Der Artikel ist durchaus diskussionswürdig.
     
  6. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Reduziert werden soll hier auf keinen Fall, aber auch kein Aspekt ausgelassen werden. Die Aussage ist zu den Ultras ist übrigens differenziert, da ja genau gesagt wurde, welche Art des Supports hier (von wuppy und mir) kritisiert wurde. da scheint mir eher, dass du, HT, etwas wenig differenzierst, sondern stattdessen pawlowartig reagierst.

    Würde mich freuen, wenn du andere Aspekte des Artikels aufgreifst, wenn du das Ultrathema für unergibigt hälst.

    Wenn das fettgedruckte so irritiert, mach ich es mal lieber wieder weg.

    and btw.: Die Werder-Ultras (die es natürlich nicht gibt, da gibt es nämlich solche und solche, das muss eben immer dazusagen, sonst kommt einer und sagt, das ist zu undifferenziert) sind mir eher zu kritisch (im Sinne von: Was die manchmal kritisieren, dass ist echt Kindergarten.) als zu Eventmachend. Tendenziell sind sie es aber, denn man muss einfach mal sagen: Je besser und professioneller die Choreos, desto mehr trage sie zum Eventcharakter bei. Also: lang leben die kleinen, schwachen, amateurhaften Ultras mir lustigen Supportideen!
     
  7. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Was heißt aufgreifen. Diskutieren muss man das eigentlich nicht, es ist die Meinung des Herrn Breuckmann. Die kann man teilen, oder nicht. Der eine Aspekt spricht mich mehr an, der andere weniger. Mehr z.B. "Ein klein wenig genervt war ich allerdings von diesen frisch akquirierten Neu-Fans mit dem überirdischen Glanz in den Augen und der Deutschland-Flagge an der Vespa. Die bis Anfang Juni noch geglaubt hatten, der Ball springt, weil da ein Frosch drinsitzt." Oder: "Ich habe den Fanmeilen-Besuchern ihren Spaß gegönnt, ehrlich, aber eine für vier Wochen aufflackernde Party-Seligkeit, dazu starke Schübe nationaler Besoffenheit, muss ich doch wohl nicht unbedingt mit Fußball-Begeisterung verwechseln, oder?"

    Richtig interessant wird es aber gegen Ende: "Viele, auch durchaus intelligente Hauptdarsteller im Fußball-Theater, wissen nichts über das Selbstverständnis von Journalisten. Kritische Distanz zum Objekt der Berichterstattung? Im Fußball nicht vorgesehen. Alle sitzen in einem Boot und reden, schreiben oder schreien sich die Begeisterung aus dem Leib (...) Besonders schlimm war die Verluderung des Gewerbes während der WM: Da musste alles nur noch gut und geil sein, jeder Ansatz von Kritik war so etwas wie journalistische Fahnenflucht. Patriotisch angefixte Berichterstatter im hysterischen WM-Rausch! Mir haben die lieben Freunde von »Bild« auf Seite 1 (ich bin immer noch stolz drauf) empfohlen, doch lieber zu Hause zu bleiben, als ich mich öffentlich weigerte, die Weltmeisterschaft als patriotische Veranstaltung zu sehen."

    Genauso stolz, wie ich darauf bin, dass auch mir (aus genau den gleichen Gründen, Unpatriotismus oder so ähnlich kann man es nennen) ein Fernbleiben nahegelegt wurde. Du wirst ahnen, von wem. :lachweg:

    Achja, zum Charakter des Seins der Ultras als Teil des Events: Ich weiß ja nicht, wieviele Choreos in Bremen so gemacht werden (interessiert mich auch nicht). Bei uns gab es letzte Saison glaube ich 3. Das ist ja nun nicht wirklich eventmäßig. Aber die sahen wenigstens nach was aus. :top:
     
  8. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Das finde ich auch einen sehr interessanten und bedenkenswerten Aspekt, denn man trifft ja auch immer wieder Fans (real und virtuell) die dann sehr schnell und sehr gerne von Schmierfinken u.ä. sprechen, wenn der eigene Verein mal kritisch beäugt wird. Finde ich auch schlimm bzw. zeugt das geradewegs von einem noch tiefer liegendem seltsamen Verständnis von demokratischen Grundwerten. Was aber nicht heißen soll, dass man nicht auch Aussagen von Journalisten kritisieren darf. Aber eben inhaltlich!

    Zu diskutieren wäre meiner Meinung nach, ob die Tendenzen der Kommerzialisierung und Eventisierung, die Breukmann ja annimmt, noch aufzuhalten sind (wohl nicht) und ob das überhaupt von einer großen Mehrheit der fans gewollt wird (das Aufhalten jetzt).
    Oder ist es nicht vielmehr so, dass die meisten Fans (auch in den Kurven) Komerzialisierung und Event geil finden und gar nix anderes wollen.

    Was für mich persönlich dann wieder die frage aufwerfen würde: Wie lange halte ich es noch aus im Stadien, wann muss ich mir einen kleinen Verein suchen, der in einer unteren Liga spielt, wo es nicht so kommerziell/eventig zugeht wie in Liga 1. 2 jahre? 5 Jahre?? 15 Jahre???

    Und sollten wir dann langsam nicht so ehrlich sein und nicht mehr von einem Sport, einem sportlichen Wettkampf, sondern von einer Show zu sprechen. Ähnlich wie Wrestling oder Zirkus?
    ______-

    zum Charakter des Seins der Ultras als Teil des Events: solange sie nur 3 hinkriegen ist das eventmäßig gesehen ja noch im rahmen. wie gesagt, dass ist für mich eine frage des umfangs (häufigkeit und "qualität"), wann das übermäßigen eventcharakter bekommt. deshalb nochmals mein Wahlspruch: lang leben die kleinen, schwachen, amateurhaften Ultras mir lustigen Supportideen! 3 große Choreos, die alle von den Socken hauen sind genug!
     
  9. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    In dem Zusammenhang fällt mir ein Artikel ein, ich weiß nicht wo ich den vor ein paar Tagen gelesen habe: Da ging es drum, dass die Meisterkürungsfeierlichkeiten immer gleich aussehen. Gleiche Bühne, Gleiche Musik, gleiche Konfettikanonade und die Stadien sehen auch alle gleich aus.
    Deshalb heißt es ja auch zeitgemäß Arena und nicht mehr Stadion.
     
  10. SaintWorm

    SaintWorm Bolminator Moderator

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    Arnd Zeigler in ''11 Freunde''.
     
  11. Schröder

    Schröder Problembär

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    Was soll das? :suspekt:
    Was will der Breuckmann eigentlich? :gruebel:

    Er beschwert sich, das die Medien unseren Fußball nicht genug kritisieren (können). Der ist ihm ja wohl zu schlecht geworden. Vielleicht sollte er mal seine Ansprüche überdenken. :warn: Die Nationalmannschaft hat doch nun wirklich eine gute WM gespielt. Und in der EM-Quali haben wir die beste Bilanz von allen Teams. Außerdem wurde sie nach schlechten Spielen sehr wohl kritisiert, was wurde nicht nach dem Debakel in Italien letztes Jahr in einem Testspiel alles über die Spieler an Häme ausgeschüttet.

    Was die neuen Stadien angeht: Also ich bin ganz froh, das ich mir in Hamburg nicht mehr bei strömenden Regen den Arsch abfrieren muss, durch Laufbahn und Kurve 50 Meter vom Spielfeld entfernt, so das die Spieler nicht viel mehr als kleine laufende Punkte und kaum auseinander zu halten waren. Und wenn zur Finanzierung des Umbaus der Stadionname verkauft werden musste, mein Gott, das ändert doch am Spiel nix. Mir doch wurscht, was da oben auf `m Dach dran steht.

    Einerseits ist für ihn die Bundesliga nicht mehr als Durchschnitt (was Unsinn ist, immerhin sind wir immer noch 5. in der UEFA-Wertung), andererseits sind ihm Werbung und Kommerz zur Finanzierung besserer Spieler aber auch ein Greuel. Da ihm aber auch die Eintrittspreise zu hoch sind (gut, die Steigerung ist schon extrem geworden in den letzten Jahren) möchte ich mal wissen, wie er denn bessere Spieler mit geringerem Vereinsetat für die Bundesliga halten will.

    "Event"-Publikum will er auch nicht. Also mir bringt Fußball heute in einem vollen Stadion mehr Spass als früher, wo sich vielleicht mal 17.000 Leute in unserer alten Betonschüssel verlaufen hatten. Dieses ganze Brimborium drum rum bräuchte ich allerdings auch nicht. Aber wem die Stadionshow nicht gefällt, der braucht sie sich ja nicht anzugucken und kann sich am Imbisstand verköstigen oder sich anderweitig beschäftigen.

    Profifußball kostet nun mal Geld. Und irgendwo müssen die Vereine dieses Geld wieder reinholen, wenn der Herr Breuckmann auch in Zukunft noch die Diegos und van der Vaarts in der Buli sehen will. Alternativ schlage ich ihm sonst den Besuch des nächstgelegenen Kreisligisten vor. Da findet er sie noch, die "echten" Fans. Soll sich bloß nicht wundern, wenn selbst da Werbebanden rumstehen.
     
  12. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Der Ausdruck "Starke Schübe nationaler Besoffenheit" gefällt mir :grins: und der trifft auch ganz gut das Erlebnis "Fan-sein-für-4-Wochen"
     
  13. wupperbayer

    wupperbayer *Meister 20xx*

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    @HT: Um noch mal kurz auf das Ultra-Thema zurückzukommen: Holgy hat das schon ganz richtig gesagt: Ich kritisiere einzig und allein die 15-Minuten-Einschlaf-Dauergesänge, die einem tatsächlich das Bild der immer singenden Eventgemeinschaft geben können. Mehr nicht.
    Die Ideen für Choreos und die vielen abwechslungsreichen Gesänge finde ich ja auch gut, auch wenn ich bei vielen erstmal zuhören muss, bis ich mitsingen kann. Gegen den Einsatz vieler Ultras gegen die weiter fortschreitende "Eventisierung" des Fußballs ist ja auch nix zu sagen. Und mit den meisten Ultras (zumindest denen, die ich kenne) kann man auch ganz offen darüber reden, auch der Capo in Lev hat angekündigt, das mal zu überdenken. Auf den Vorwurf des Vorantreibens dessen, was eigentlich verhindert werden soll, reagiert man nämlich meist schnell :zwinker: Dass Ultras böse sind, wirst du von mir nicht hören, da haste dir irgendwie den Falschen rausgesucht...
     
  14. drunkenbruno

    drunkenbruno Keyser Söze

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    Tja...der Manni spricht genau das an, was ich schon seit ca 10-15 Jahren sehr arg kritisiere! Ich hasse es für ein Fussballspiel mehr auszugeben als z.B. für eine Kiste Bier! Es gibt kaum noch Stehplätze in den Stadien und die Leute, die da stehen, sind vollkommen mit sich selbst beschäftigt. Ein Eventzuschauer leidet halt nicht. Und die Ärsche auf der Tribüne wollen eh nur "dabei" sein......

    Ich hoffe, dass die Entwicklung des Fussballs sich in eine andere Richtung bewegt, wo die Fans wieder auch Fans sein können und nicht zur puren Gelddruckmaschine verkommen.....
     
  15. Schröder

    Schröder Problembär

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    Mit den Eintrittspreisen haste Recht. Aber wer hindert denn die Fans am Fan-sein bzw. bzw an welchen deiner Fan-Aktivitäten bist du gehindert worden?
     
  16. powerhead

    powerhead gesperrt

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    Stehplatzfans sind bei vielen Vereinen nur noch lästiges Beiwerk , die Vermietung einer Vip-Lounge bringt ja teilweise mehr Einnahmen als 1.000 Fans die stehen wollen. Die Situation in England zeigt wo der Hase langläuft , dort laufen die normalen Fans Sturm , die Preise haben sich in wenigen Jahren teilweise verdreifacht .
     
  17. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    Ich hab den Artikel inner Zeitschrift gelesen, kann mich aber nicht mehr an den genauen Inhalt erinnern.

    Was den "modernen Event-Fussball" angeht: Ich würde das neue Volksparkstadion nie und nimmer gegen den alten Klotz eintauschen. Der Regen usw. haben mich weniger gestört, und die Eintrittspreise waren verglichen mit heute ja geradezu paradisisch (und teilweise auch nur 1/4 so hoch). Was ich absolut nicht brauche sind Quasselkasper an Marionettenfäden wie den armen NDR2-Stadionsprecher Ponik, den wir in Hamburg vor Jahren mal hatten. Egal wie scheisse die Truppe spielt, zur Halbzeit 0:3 zurück... "Das schaffen wir in der zweiten Halbzeit noch, da bin ich mir sicher..."

    Lotto und Marek dürfen zwar auch nicht immer so wie sie wahrscheinlich wollen, aber bei denen kann man bei Grottenkicks schonmal mit Sarkasmus rechnen.

    Ganz schlimm find ich ja die teiweise ohrenbetäubende Lautstärke der Stadionshow. Man kann sich auf den Stehplätzen vor´m Kick oder inner Pause kaum noch miteinander unterhalten ohne zu schreien, weil irgendeine grottenschlechte Ballermannpisstechnochkackwurstgruppe einem ihr vom Sonderpostenmarkt der Musikverbrechen geklaute "Bumm Bumm"-Scheisse per Playback um die Ohren bläst.

    Zurück zu den Stadien: Den Bökelberg würde ich jederzeit gegen den Borussia-Park eintauschen, einfach weil die olle Bruchbude etwas ganz besonderes war. Ich mag die neue Hütte, wahrscheinlich weil sie nicht so überkandidelt aufgepumpt ist wie die Bude in Gelsenkirchen und immer noch einen gewissen Charme des Unperfekten hat, aber den ollen Bökelberg ersetzen kann sie nicht.

    Event-Publikum... Sicher, mir gehen die Typen auch auf´n Sack, die nach fünfzehn Minuten die ersten Pfiffe raushauen weil man gegen den Tabellenführer noch nicht mit 3:0 vorn liegt. Ebenso gern würde ich auf die dämlichen "Vorsinger" auf den stehplätzen verzichten, die einem mit ihrem Megafon die ganze Zeit die Ohren vollquäken ohne dass man was versteht. Richtig entsetzt war ich am letzten Spieltag der Saison 2005 - 2006 in Mönchengladbach, wo ich mir nur dachte: Bin ich hier beim Fussball oder auf Malle? Schön find ich hingegen die Choreos vor den Spielen, die es früher in der Grösse kaum gab. Auf den ganzen Werbegeschenks-Schnickschnack von irgendwelchen Sponsoren (Papierfähnchen ect.) könnte ich aber sehr gut verzichten.

    Gruss
    Dilbert
     
  18. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    der war in der printausgabe der 11freunde abgedruckt.
     
  19. jung

    jung Well-Known Member

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    hab den artikel nicht gelesen.
    aber was es letztens im basketball gab, war der forderungskatalog der bbl hinsichtlich einer potentiellen meisterfeier der artland dragons, deren halle überhaupt nicht für so nen schnick-schnack ausgerüstet war. hätte die in arge bedrängnis gebracht aber letztendlich hat man verloren...


    zum thema:
    ich weiß auch nicht, was man dagegen tun kann bzw. was es bringt.
    wenn ich mir noch überlege, dass früher auswärtsfahrten sowieso aber auch heimspiele zum ausleben des freiheitsdranges genutzt wurden und inzwischen fast alles reglementiert ist (bis aufs wasserlassen aber das ist auch nur ne frage der zeit ;-)) wird mir schlecht.
    aber irgendwie scheint es den jüngeren zu gefallen und die älteren haben sich wohl oder übel damit abgefunden und somit wird's auch so bleiben.

    allerdings sind die absoluten zahlen nach wie vor der hammer. früher hat man sich nur bei topspielen vorher karten geholt und das auch nur, um nicht die teuereren nehmen zu müssen. inzwischen wirds in der nächsten saison auch in liga zwei knapp.

    was mich am meisten stört (und da blase ich mal ins selbe horn wie der düsseldoofe schmierfink ;-)) ist das seit der wm leute ins stadion strömen, die seit zwei monden fuppes gucken, selber nie gegen nen ball getreten haben und denken, die bewegungen aufm grün bewerten und einschätzen können.
    führt dann dazu, dass die nach abpfiff auf den zäunen hängen und den max machen, das supporten gerade dann aufhören, wenns am meisten sinn macht
    usw.usw.

    würde mir da ein wenig mehr fussballsachverstand wünschen.
    auf der anderen seite würde fussballsachverstand eigentlich nicht dazu führen, sich schon wieder ne dauerkarte für nen mittelmäßigen zweiligaclubs zu kaufen und bei jedem spieltag ein kleines vermögen zu versaufen, vornehmlich aus frust.

    so long.
     
  20. Detti04

    Detti04 The Count

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    Weil Manni hier alles irgendwie zu einer Suppe zusammenruehrt, obwohl's doch eigentlich unterschiedliche Themen sind, geb ich meine Meinung in Form von Thesen dazu:

    1. Modern ist gut
    2. Mehr Fussballsachverstand (danke, Jung) ist allerorten wuenschenswert
    3. Kommerz ist nicht zwingend schlecht
    4. Jeder Fan ist seines Glueckes Schmied

    Wenn ich Lust hab, schreibe ich auch etwas dazu. (Vermutlich tu ich's.) Wird dann aber laenger, befuerchte ich.
     
  21. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Ich fänd's gut! :top:
     
  22. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    Ich weiss, welche Zeitung es war (sowas schmeiss ich nicht weg... leider... meine Bude ist einfach zu klein...), nur hab ich nicht mehr die gesammelten Werke des Herrn Breuckman im Schädel. Wahrscheinlich, weil viel doofes Geschwafel drin war, daran erinner ich mich noch. :zwinker:

    Gruss
    Dilbert
     
  23. Robespierre

    Robespierre Pokerstar

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    Habe mich daran gewöhnt, dass die Stadionwurst eine immer schlechter werdende Qualität aufweist, sie aber im Preis dennoch steigt.