Weltweiter Anti-Banken-Protest

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von huelin, 15 Oktober 2011.

  1. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Parallel zu der Piraten-Bewegung ist in den letzten Wochen und Monaten eine weltweite Bewegung junger Leute entstanden, die einfach die Nase voll haben von den Machenschaften der Banken, die in den letzten Jahren das Risiko für ihre Finanzspekulationen gnadenlos auf die Steuerzahler aller Länder abgewälzt haben. Dabei hatten die Demonstrationen in Spanien sicher Vorreiterfunktion, denn das war die erste Bewegung dieser Art, die eine landesweite Verbreitung erreichte.

    Dann kam "Occupy Wall Street", und nach deren Vorbild hat sich in Deutschland die Gruppe "Occupy Frankfurt" gebildet, wobei damit zunächst die Europäische Zentralbank gemeint ist. Einen Vertreter von denen hab ich letztens in einer Talkshow gesehen, und mir gefiel seine besonnene, aber entschlossene Art. Es ist eine betont friedliche Bewegung, die von sich beansprucht, dass 99% der Bevölkerung das genauso sehen, weil sie den Banken genauso machtlos gegenüberstehen.

    Hier die Webseite: startseite [Occupy:Frankfurt]

    Für Heute haben diese Bewegungen auf der ganzen Welt zu Demonstrationen aufgerufen:

    Aufstand gegen Finanzindustrie: Aktivisten starten weltweiten Anti-Banken-Protest - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft

    Es wird nämlich immer deutlicher, dass das Zins- und Zineszins-System weltweit in eine Sackgasse führt. Wo soll das Geld für die vielen Zinsen herkommen, an denen sich die Banken dumm und dämlich verdienen? Es ist zuviel virtuelles Geld im Umlauf, es muss wieder mehr Geld für Arbeitsplätze und Leistungen des Staates wie Bildung zur Verfügung stehen. Aber wegen der maßlosen Verschuldung der Staaten nach der letzten Krise wird überall nur gespart und geknappt - für wen? :suspekt:

    Ich hoffe sehr, dass diese Bewegung jetzt überall immer stärker wird. Im Grunde ist ihr Anliegen ähnlich wie das der Piraten, denn es geht ebenfalls sehr viel um Transparenz und Demokratie. Daher fände ich es gut und sinnvoll, wenn sich die Piraten in finanzpolitischen Themen (wo sie sich ja nach eigenem Bekunden noch keine Meinung gebildet haben) an dieser Bewegung orientieren, wenn nicht gar mit ihr zusammenarbeiten. Dann wären sie für mich endgültig wählbar.
     
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  3. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Was mich eigentlich freut ist, dass die Bewegung direkt in New York begonnen hat und bisher allen staatlichen Schkanen getrotzt hat. Sie sind mehr geworden und scheinen sich nicht abbringen zu lassen. Warten wir es mal ab, ich sympathisiere mit denen auf jeden Fall.
    Ich glaube in Spanien hatte die Bewegung zweitweise an Kraft verloren.
     
  4. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Es wurde eine Zeitlang weniger demonstriert, auch weil Sommer war. Aus den Demos ist aber eine Organisation entstanden, die weiterhin sehr lebendig und gerade heute ebenfalls sehr aktiv ist.
     
  5. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Ich kann nur hoffen, dass sich diese in der Summe ausbreiten und organisieren, dann wird das sehr interessant werden.
     
  6. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Auch Attac ist in die Bewegung eingebunden:

    Europaweiter Aktionstag  - Attac Gruppe - Eurokrise

    In dem Text wird auch die pionierhafte Bedeutung der spanischen Bewegung hervorgehoben.
    Europäisch betrachtet, denn die Inspiration kam natürlich aus den arabischen Ländern.

    Die Bewegung nennt sich inzwischen "Democracia Real Ya" und ist auch in Deutschland unter dem Namen Echte Demokratie Jetzt aktiv. Zunächst war sie hauptsächlich als "15-M" (am 15. Mai begannen die Demos) bezeichnet worden.
     
  7. Detti04

    Detti04 The Count

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    Verzichtest Du dann ab jetzt auch auf Guthabenzinsen?
     
  8. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    Also ich verzichte da schon seit Jahren drauf, einfach weils ja kaum noch welche gibt......
     
  9. diamond

    diamond Well-Known Member

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    Nur noch mit *** sind gute Zinsen drin. 4,5 %. *= Depotwechsel * = nur 12 Monate
    https://www.cortalconsors.de/Produkte-und-Beratung/Konten/Depotwechsel
     
  10. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Klar, sowas hab ich eh noch nie bekommen, wofür auch? ;)

    Nee aber im Ernst, es geht doch nicht um mich persönlich, es geht um die Funktionsfähigkeit des Systems...

    Dirk Müller - Weltwirtschaftskrise - Auf den Punkt gebracht - YouTube
     
  11. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    ich wittere ein revolutions-lüftchen! :top:
     
  12. Detti04

    Detti04 The Count

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    Dass ein System missbraucht wird bedeutet ja nicht, dass es per se schlecht ist. Das gilt natuerlich ebenso fuer die Zinsen: Welchen Grund sollte sonst jemand haben, einem anderen Geld zu leihen? Und wie wollte z.B. Otto Normalbuerger ein Haus bauen, ohne sich Geld zu leihen? Soll er etwa erst 30 Jahre arbeiten und sparen, damit er im reifen Alter von 50 Jahren ein Haus cash auf Kralle zahlen kann? Mal ganz davon abgesehen, dass 30 Jahre langes Sparen vermutlich nicht mal reicht, wenn man nebenher die ganze Zeit Miete zahlen muss.

    Zineszinsen, also Zinsen auf Zinsen, sind im Uebrigen selbstverstaendlich. Wie soll man auf einem Konto, welches Ein- und Ausgaenge aufweist und Zinsen verdient, denn bitteschoen per Zinsen verdientes Geld von anderem Geld unterscheiden?
     
  13. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Naja. Zunächst ist der Zins ja nix anderes als das Leihentgelt für die Entleihe eines Wirtschaftsgutes. Die Idee, die dahinter steht, ist ja eigentlich die, dass man, wenn man sich ein Wirtschaftsgut ausleiht, um es für eigene Zwecke zu nutzen, einen höheren Nutzen haben sollte, als man an Leihgebühr abdrücken muss. Wobei - gesellschaftsgemäß - damit gemeint ist, dass man aus der Nutzung des entliehenen Gutes mehr Geld rausholt als man an den Entleiher an Gebühr bezahlt.

    Dass also derjenige, der einem anderen etwas ausleiht, am wirtschaftlichen Nutzen des Entleihers teilhaben will, kann ich gut nachvollziehen. Und nix anderes ist bzw. amcht der Zins.

    Blöde wirds dann, wenn man mit dem geliehenen Gut keinen Zusatznutzen generieren kann, sondern gar draufzahlt. Dann fängt nämlich, wenn das nicht nur einen, sondern Massen betrifft, das Leihsystem an mit wackeln. Und genau das tut es im Moment.

    Angefangen bei den Immobilien aus den USA, die Leute finanziert haben, die das hätten nie tun dürfen. Bis hin zu den Staaten, die jeweils eben aus den geliehenen Mitteln viel weniger Ertrag generieren konnten, als ihre Verpflichtungen betrugen.

    Die Frage, die sich dabei immer stellt, ist die der Vorwerfbarkeit. Wem kann man das zur Last legen. Und da meine ich, ist es schwierig, einem Häuslebauer vorzuwerfen, man hätte einen gewissen Preisverfall am Häusermarkt vorhersehen müssen. Oder eine erheblich größere Unsicherheit, was die zuküpnftigen Einkünfte aus der Arbeit anbelangt. Das sind beides Punkte, die von denen am Geschäft Beteiligten bedacht und antizipiert werden müssen, die vom Kapitalmarkt Ahnung haben.

    Und die haben schlicht gepennt bzw. das System solange ausgereizt, wie es ging. Gier halt. Und deswegen trifft sie auch der Protest zurecht.

    Auf Seiten des Staates liegt natürlich auch diesbezüglich Verantwortung. Denn der kann sich solche Experten ebenso locker beschäftigen, die den Markt abgrasen und Marktentwicklungen vorhersehen können. Ich glaube, Volkswirtschaftler nennt man die.
     
  14. Detti04

    Detti04 The Count

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    In den USA werden die wenigsten "Hausbesitzer" ihr Haus selbst gebaut haben, nehme ich mal an. Vermutlich laeuft das dort so aehnlich wie hier in NZ: Mein "kauft" ein Haus, am besten ohne jegliche Anzahlung, und bedient anschliessend nur die Hypothek, ohne das Ziel zu haben, diese je abzuzahlen. Stattdessen plant der "Hausbesitzer", selbiges nach einer gewissen Zeit, sagenwamal etwa 5-10 Jahren, mit Gewinn weiterzuverkaufen, denn schliesslich ist es ja quasi Naturgesetz, dass Immobilienpreise steigen. Mit dem so erloesten Gewinn kauft man dann ein groesseres Haus (oder gleich zwei gleichgrosse), mit welchen man nach dem gleichen Schema verfaehrt... Bloed nur, wenn die Preise mal nicht steigen oder gar fallen, denn dann ist das Geschrei gross.

    Kurz und gut: Ein Grossteil dieser "Hausbesitzer", die bei den fallenden Preisen in Probleme gekommen sind, haben nichts anderes getan als zu spekulieren. Oder anders: Sie waren ebenso gierig, wie man das Wall Street u.ae. immer vorwirft.
     
  15. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    gabriel will die banken zerschlagen!<ins style="display:inline-table;border:none;height:250px;margin:0;padding:0;position:relative;visibility:visible;width:300px"><ins id="aswift_0_anchor" style="display:block;border:none;height:250px;margin:0;padding:0;position:relative;visibility:visible;width:300px"></ins></ins>
    Finanzen: SPD-Chef Gabriel will Banken zerschlagen - Politik - DerWesten
     
    Zuletzt bearbeitet: 16 Oktober 2011
  16. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Nuja....ob ich nun kaufe oder baue macht in der Finanzierung keinen Unterschied. Insofern trifft das, was ich geschrieben habe, meiner Meinung nach auch und vielleicht gerade auf die Haus"käufer" zu. Inwieweit man denen vorwerfen kann, damit spekuliert zu haben, kann ich natürlich nicht seriös beurteilen. Für mich jedoch haben gerade diese - wenn überhaupt - nur eine Minderschuld. Die haben nämlich schlicht ihren Maklern und Finanzierungsberatern vertraut. Also den Informationen, die sie erhalten haben.

    Und wenn man sich das mal konsequent durchdenkt, dann bleibt einem gar nix anderes übrig. Schliesslich isses nahezu unöglich, jeder Information zu misstrauen bzw. diese auf Richtigkeit zu überprüfen. An irgendeiner Stelle wird man es einfach glauben "müssen".
     
  17. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Das Problem ist: es wird inzwischen systematisch und massiv missbraucht. Also muss die Politik da einen Riegel vorschieben und die Missbrauchsmöglichkeiten einschränken. Leider ist das auf weltweiter Ebene sehr schwierig, es nützt ja nichts, wenn ein einzelner Staat strengere Regeln einführt, dann weichen die Spekulanten eben einfach aus.

    Ich sehe nicht ein, wieso Finanzspekulationen steuerfrei sind, während für Investitionen in der Realwirtschaft, die Arbeitsplätze schaffen, hohe Steuern anfallen. Also: runter mit der Besteuerung von Arbeit, rauf mit der Besteuerung von Spekulation!
     
  18. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    ...und wenn ein system sich regelmäßig und systematisch missbrauchen lässt, ist es eben doch schlecht!
     
  19. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Ein System, dass auf permanentem Wachstum beruht muss untergehen.

    Am Brandenburger Tor protestierten heute noch einige und auf den Lindern näherte sich bereits die nächste Demo: Kopten machten auf die Situation ihrer Glaubensbrüder in Ägypten aufmerksam. Immer was los in Berlin.

    Ach ja, ganz vergessen: Leute aus Jemen waren auch vor Ort um auf die Situation und Tötung von Oppositionellen im Jemen aufmerksam zu machen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16 Oktober 2011
  20. Gaudloth

    Gaudloth Bratze

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  21. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Schöne Überschrift hat sich die faz da ausgedacht, das suggeriert ja, dass die SPD zu ihren Wurzeln zurückgehrt sei :D

    Schuldenkrise: Gabriel will Banken zerschlagen - Wirtschaft - FAZ

    und schön wäre es ja auch, aber ganz so ist ja doch nicht:

    Richtig wäre eine Trennung von Investmentbanking und Geschäftsbanken, damit Mittelständler keine Kreditschwierigkeiten bekämen, wenn eine Bank pleitezugehen drohe, &#8222;weil sie sich im Investmentbanking verzockt hat&#8220;, sagte er dem &#8222;Spiegel&#8220;.

    Er verbiete niemandem, ins Casino zu gehen, sagte Gabriel weiter. Aber: &#8222;Ich möchte, dass beim Geschäftsfeld des Investmentbankings ein ganz großes Schild an der Tür steht mit der Aufschrift: Hier endet die Staatshaftung.&#8220; Wenn &#8222;die Zockerei&#8220; schiefgehe, sollten die Spekulanten mit ihrem Geld haften. Derzeit gebe es einen &#8222;Verlustsozialismus&#8220;. Was schiefgehe, trage die Allgemeinheit, was gut gehe, werde privatisiert.

    Zitat aus obiger Quelle.
     
  22. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    ein protest gegen die banken?
    der staatsapparat schlägt zurück!
     
  23. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Kennt man ja von Fukushima: die Politiker reden dem Volk mal wieder nach dem Mund. Dabei waren sie es doch, die die ganze Deregulierung jahrelang gutgeheißen, wenn nicht sogar selbst beschlossen haben. :suspekt:
     
  24. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Vor allem hamse noch vor Wochen eine Zerschlagung oder Zwangsverstaatlichung als kommunistisches Gedankengut, getrieben vom Hass auf das System und als völlig wirkungslos bzw. ohne fundierte Begründung gegeißelt...
     
  25. Itchy

    Itchy Vertrauter

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    Bestätigt meine These, daß Geld in seiner jetzigen Form nicht mehr zeitgemäß ist. Müsste durch eine Währung ersetzt werden, die wieder mehr produktgebunden ist. Geld ist mittlerweile doch Selbstzweck geworden, längst nicht mehr Mittel zum Zweck.
    Dabei hilft es aber nicht, nur den Finger in Richtung Banken auszustrecken, sondern auch die Mehrzahl der sogenannten kleinen Leute müsste das eigene Tun wieder mehr überprüfen. In der Masse haben sie die Banken massiv bei ihrem Tun unterstützt durch ihre Einstellung, die man nüchtern betrachtet auch nur als Gier bezeichnen kann. Mit der Rechtfertigung, daß der Einzelne eh nix ändern kann, dann aber wenigstens auch sein Teilchen abhaben.
    Und Geld horten ist nunmal einfach, bei den potentiellen Gegenwerten wird es da schon schwerer.
     
  26. Detti04

    Detti04 The Count

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    Das verstehe ich nicht, Itchy. Kannst Du das mal erlaeutern?
     
  27. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Ist das nicht Silvio Gesell und Konsorten? Ist aber auch schon über 100 Jahre alt. Ein Zinsverbot gibt es schon in der Bibel. Das Übel ist also schon länger bekannt. ;)
     
  28. Schröder

    Schröder Problembär

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    Was ich den Banken vorwerfe ist in 1. Linie, das sie sich ihr Ausfallrisiko durch höhere Zinsen vergelten lassen, aber wenn dann der Schuldner in Zahlungsschwierigkeiten kommt, dieses Risiko auf die Allgemeinheit abwälzen wollen.

    Der Rest ist ein Fehler im Staatssystem. Schulden durch immer neuere Schulden zu begleichen, funktioniert halt auf Dauer nicht. Ich würde derzeit keiner Bank mehr raten, Geld an Spanien, Italien oder Griechenland zu verleihen. Sollen die halt wirklich mal einsparen und ihren Haushalt ausgleichen. Das da drastische Maßnahmen nötig sind, dürfte doch inzwischen klar sein.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17 Oktober 2011
  29. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    Falsch Schröder, nach bestem Wissen und Gewissen und Anbetracht der aktuellen Lage würde ich den Banken raten niemanden mehr Geld zu leihen. Wobei wir beim Problem wären: Wenn die Banken kein Geld mehr verleihen, dann sind sie alle weg vom Fenster, eben aus den Gründen die Itchy angeführt hat. Geld ist im Finanzmarkt zum reinen Selbstzweck verkommen, hier gehts nicht mehr darum langfristig ein für beide Seiten gewinnbringendes Geschäft durchzuführen, sondern einzig und allein um die Kapitalvermehrung.

    Wobei ich mal anmerken möchte, das gerade im Bankingbereich ja eh keine reellen Werte vorhanden sind, das ist alles etwas künstlich Geschaffenes. Gehen sämtlich Banken dieser Welt zur Grunde, mögen wir ein bis zwei Jahre Probleme bekommen, das ändert aber nichts daran, im Gegensatz zur anderen wirklich wichtigen Dingen, das die Welt sich weiter dreht.
     
  30. Schröder

    Schröder Problembär

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    Na dann bau doch mal ein System komplett ohne Banken auf. Wenn Banken kein Geld mehr verleihen dürften, könnten sie auch ihre Mitarbeiter nicht mehr bezahlen. Denn genau davon "leben" sie. Ich hätt zwar prinzipiell kein Problem damit, mein Geld wieder in der Lohntüte zu bekommen. Allerdings stell ich es mir für meinen Arbeitgeber schwierig vor, sein Geld jedesmal persönlich bar beim Kunden abholen zu müssen, damit er mich auszahlen kann. Selbiges gilt für unsere Kunden, die auch dann zum vereinbarten Termin das Geld von ihren Kunden eintreiben müssten, um meinen Arbeitgeber auszuzahlen. Die Wirtschaft geht zu Grunde, wenn keine Überweisungen etc. mehr möglich sind. Also brauchen wir Banken.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17 Oktober 2011
  31. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    es ging nicht darum , das ich das System abbaue, es ging darum das sich das System selbst abschafft ;)

    Früher lebten die Banken zum größten Teil davon, dass sie sich Geld von Kunden (Guthaben aus der Kundensicht) liehen. Und heute? Da ist es selbstverständlich, dass jeder nen Konto hat, Anreize das Geld wirklich den Banken zu leihen in Form von Zinsen sind garnicht bis kaum vorhanden. Der größte Teil des Geschäfts der Banken läuft eh untereinander, der kleine Mann, so wie du, dein Chef und ich, wir sind doch eher nen störender Faktor. Und solange die banken weiterhin ausserhalb des normalen Wirtschaftsleben in einer selbst erschaffenen Welt leben (und handeln), solange gibt es aus meiner Sicht keine Rettung mehr für das System. Warum also weiterhin ein Wirtschaftssystem stützen, das Volkswirtschaftlich so relevant ist wie nen geplatzter Sack Reis in China?

    Warum sind einige Banken denn so groß? Doch nicht weil sie mit ihren Kunden so gute Geschäfte abgeschlossen haben.
    Und dann , um es mal vereinfacht zu sagen: Wenn jemand riesige Gewinne macht, müssen andere andere halt riesige Verluste machen. Ein Bärenfell bleibt ein Bärenfell, das kannste nicht fünfmal aufteilen. Ausser du bist ne Bank. Dann handelst damit fünfmal, oder zehnmal... Die meisten Vermögenswerte die Banken angehäuft haben sind nur fiktive Zahlen die in den Bilanzen existieren. Würde ich mit Derivaten, Optionen und anderen Kokolores meine Bilanz aufhübschen, säße ich schon lange im Knast, wegen Bilanzfälschung (und wenn ich damit nen Kredit bekommen habe, wohl auch wegen Betruges...)

    Für die Spitzfindigen: Ich hab mal die Gelddruckschiene bei dem Beispiel ausser acht gelassen.