Weltkrieg 2012? Oder 2013?

Dieses Thema im Forum "Powertalkez" wurde erstellt von DeWollä, 26 August 2012.

  1. Rupert

    Rupert Je suis soleil

    Beiträge:
    36.166
    Likes:
    3.174
    Um die geht's auch nicht, zumindest sehe ich nicht, wer die baut (am ehesten noch die Fraktion "USA = imperialistische Weltpolizei").
    Es geht in diesen Tagen darum, dass ein Kim Jong Un zuerst Nuklearwaffentests abhält, jetzt militärische Drohungen, vornehmlich gegen Südkorea und deren Verbündete, schickt und die USA und Südkorea ein Manöver im Meer vor Korea abhalten.
     
  2. Anzeige für Gäste


    um diese Anzeige auszublenden!.
  3. Schröder

    Schröder Problembär

    Beiträge:
    10.889
    Likes:
    971
    Richtig. Und es geht darum, ob und wieso jetzt welches Verhalten besonders verwerflich ist. Ich stell mir da erstmal die Frage, was genau jetzt Nordkorea vorzuwerfen ist, was nicht auch deren Gegner schon fabriziert haben. Wie würde die USA auf ein Flottenmanöver Nordkoreas vor ihrer Küste reagieren? Warum dürfen die USA, Frankreich, Russland, China, Pakistan etc. Atomwaffen besitzen, ohne das sich da die Weltgemeinschaft dran stört, und Nordkorea nicht? Gerade auch angesichts der Tatsache, das die USA diese auch schon gegen Zivilisten eingesetzt haben?

    Es stößt mir halt sauer auf, wenn anderen Regeln mit Gewalt auferlegt werden sollen, die man dann selbst nicht einhält. Würde also die restliche Weltgemeinschaft ihre Atomwaffen verschrotten (die USA und Russland hätten jeder für sich auch genug konventionelle Waffen, um die Erde 3x in Schutt und Asche zu legen), wäre der Aufschrei aller gegen Nordkorea berechtigt. So sehe ich eine ziemliche Doppelmoral. Und nur mit "sie haben sie halt schon" bzw. "das sind Demokratien" (China.. was ein Witz. Mal abgesehen davon, das auch Demokratien nicht vor Angriffskriegen schützen) ist das in meinen Augen nicht zu rechtfertigen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2 April 2013
  4. Rupert

    Rupert Je suis soleil

    Beiträge:
    36.166
    Likes:
    3.174
    Die Frage "...was genau jetzt Nordkorea vorzuwerfen ist, was nicht auch deren Gegner schon fabriziert haben?" stelle ich mir nicht, denn das ist ein nettes Gedankenspiel, mehr nicht, weil:


    • Die genannten Länder, einschliesslich Nordkorea, haben nun mal Nuklearwaffen, unumstößliche Tatsache, nicht umkehrbar. Ergo geht's darum wie geht man mit der Situation nun um? Wilde Drohungen, aufbauend auf der Tatsache, dass man Nuklearwaffen hat, auszustoßen, wie im Kim Jong Un Fall führt nun mal dazu, dass eine massivere Reaktion derart kommt: Schau her, was Dir blühen könnte. War im kalten Krieg auch schon so.
    • Jeder kann vor der US-Küste ein Manöver abhalten wollen, ist ja ein freies Gewässer; die Frage ist nur die, wie schlau es ist das zu tun und v.a. ob man überhaupt die Mittel dazu hat der mit Abstand größten Flotte vor die Haustür zu schippern. Insofern ist Deine Frage "Wie würde die USA auf ein Flottenmanöver Nordkoreas vor ihrer Küste reagieren?" sowas von theoretisch, dass ich echt nicht näher darauf eingehe.
    • Der Tatsache, dass die USA schon mal Nuklearwaffen eingesetzt haben, und immer noch welche besitzen, entgegne ich ähnlich polemisch: Deutschland hat auch schon zweimal die Welt konventionell angezündet, eine Armee, Luftwaffe und Flotte haben wir auch wieder und bringen sie auch zum Einsatz. Sprich, auch die Frage "Warum "dürfen" die USA das?" ist für mich ein No-Brainer. Sie haben sie, keiner kann sie ihnen wegnehmen, genauso wenig wie F, UK, Russland, China, Pakistan, etc. Man muss mit ihnen leben und das tut sich leichter, wenn die Führungsriege eines solchen Staates nicht damit daher kommt: Wir werfen sie Euch auf'n Kopf. Sollte eigentlich einleuchtend sein, zumindest mir ist es das.
    • Desweiteren berechtigt die Entwicklung und der Besitz von Nuklearwaffen auch dann zum "Aufschrei", wenn auch andere Staaten die haben, denn die Welt wird nicht sicherer, wenn immer mehr Länder nuklear aufrüsten. Ich habe Dir das schon mal bei der Diskussion betreffend des Irans geschrieben: Ein nuklearer Sprengkopf ist und bleibt nichts anderes als eine massive Bedrohung für die Nachbarstaaten und trägt null dazu bei, dass das besitzende Land in irgendeiner Weise sicherer ist. Das siehste ja wunderbar daran, dass nun Kim Jong Un vorgeführt wird, zu was die andere Seite militärisch fähig ist. Desweiteren haben diese Waffen die unangenehme Eigenschaft einen Flächenbrand auslösen zu können, deswegen stößt sich die Welt auch daran. Für mich auch einleuchtend.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2 April 2013
    Holgy gefällt das.
  5. Schröder

    Schröder Problembär

    Beiträge:
    10.889
    Likes:
    971
    Wenn jede "Tatsache" so unumstößlich gehandhabt worden wäre, wäre die Erde wohl immer noch eine Scheibe und die Hexenverbrennung immer noch geltendes Recht. Dabei ist nix einfacher zu ändern, als die von dir als unumstößlich titulierte Tatsache: Die betreffenden Länder müssten die Nuklearwaffen einfach nur vernichten.

    Wobei selbst die Hexenverbrennung damals die Welt wohl nicht unsicherer gemacht hat, als der von den Amis vorgesehene Mord per Joystick über jedes geltende Recht und ohne Gerichtsurteil über Tausende Kilometer hinweg. Ein Grund für diesen Staatsmord lässt sich schnell "er"finden, hat man ja beim Irak gesehen. Warum geht das? Weil sie es eben können. Eine unumstößliche Tatsache, aber deswegen weniger verachtenswert? Für mich nicht.

    Der Vergleich mit Deutschland verbietet sich mir aus 2erlei Gründen:
    1. Deutschland war damals eine Diktatur, hat sich aber inzwischen in eine Demokratie gewandelt und besitzt zwar Luftwaffe, Marine und Heer, aber keinerlei Massenvernichtungswaffen mehr, die meist rein zur Vernichtung der Zivilbevölkerung dienen. Die USA hingegen haben ihre Staatsform seit dem Einsatz der Atombombe nicht geändert und wären mithin immer noch bereit, diese auch einzusetzen. Wobei damals wie auch heute wohl in 1. Linie die Zivilbevölkerung betroffenen wäre. Vor allem, wenn der Feind Schlitzaugen hat, wurde auf Zivilisten eher weniger Rücksicht genommen, was sich aus dem Einsatz anderer Massenvernichtungswaffen wie Napalm und Agent Orange gegen Bauerndörfer während der Vietnam- und Koreakrieges auch nach dem 2. Weltkrieg wie ein roter Faden durch die amerikanische Kriegsgeschichte zieht.

    Zum letzten Punkt: Scheinheiliger geht's wohl nicht mehr. Wenn es rein um die Weltsicherheit geht, die von JEDER Atomwaffe bedroht wird, wäre es doch wohl das einfachste, erstmal die eigenen zu vernichten. Solange man selbst eine solche Bedrohung darstellt, sollte man mit Vorwürfen anderen Staaten gegenüber zurückhaltend sein. Aber anscheinend ist es Okay, die Welt vernichten zu können, wenn man es nur selbst machen kann.
     
    Zuletzt bearbeitet: 3 April 2013
  6. Rupert

    Rupert Je suis soleil

    Beiträge:
    36.166
    Likes:
    3.174
    Mei, Schröder, wenn es so einfach ist, wie Du schreibst: Warum machen's dann nicht alle in trauter Einheit?

    Auf Deine, zugegeben wieder sehr erheiternden, Beispiele, liest man sie mit etwas Abstand, erwartest Du jetzt aber nicht, dass ich näher eingehe, oder?
     
    Zuletzt bearbeitet: 3 April 2013
  7. klopp <3

    klopp <3 Active Member

    Beiträge:
    541
    Likes:
    116
    Sagte Schröder, während er mit einer heissen Tasse Tee vor seinem Highttech-Gerät mit Highspeed-Internetanschluss in seinem angenehm geheizten Wohnzimmer saß.
     
    diamond gefällt das.
  8. diamond

    diamond Well-Known Member

    Beiträge:
    5.673
    Likes:
    384
    Man sollte sich auch mal überlegen, wie Europa und die Welt heute aussehen würden, wenn sich 1776 eine Einwandernation nicht für unabhängig erklärt hätte und sich von Europa losgesagt hätten und mehr als 1,5 Jahrhunderte später den 2. Weltkrieg beendet und Hitler gestoppt hätte.
    Das ganze ist lächerliche 50 Jahre her.
     
    klopp <3 gefällt das.
  9. Rupert

    Rupert Je suis soleil

    Beiträge:
    36.166
    Likes:
    3.174
    Oh, oh,... sowas wird hier nicht gerne von jedermann gelesen, weisste...also so ein Beispiel.

    Da wirste Dir jetzt gleich anhören können, dass das a) aus wirtschaftlichen Interessen, b) zur Ausdehnung des eigenen Machtbereichs und wahrscheinlich c) mit völlig unverhältnismäßigen Mitteln gemacht wurde

    Zwar wird sich zwei, drei Beiträge weiter oben bitter beschwert, dass man auf Schwarz-Weiß-Malerei keine Lust habe aber einen Beitrag weiter fällt man sofort wieder darauf zurück, dass der westliche Ursupator die Wurzel allen Übels ist. :D
     
  10. Schröder

    Schröder Problembär

    Beiträge:
    10.889
    Likes:
    971
    Tja, warum? Mein letzter Satz ist da sehr aufschlussreich. Wie beim Furzen: die eigenen Waffen sind OK. ;)
    Auf was du da eingehst, bleibt natürlich dir überlassen. Bis dahin warte ich weiterhin auf irgendeine Erklärung, mit welchem Recht die Amis etc. Massenvernichtungswaffen haben dürfen und andere Staaten nicht. Also 'ne andere Begründung als: "Sie haben's halt." Damit könnte man auch den Einsatz von Zyklon B der Nazis begründen. Die hatten's halt auch, und diese Tatsache ist ebenfalls unumstößlich.
     
  11. Schröder

    Schröder Problembär

    Beiträge:
    10.889
    Likes:
    971
    Es ist fast 70 Jahre her, aber darum geht's nicht. So gerechtfertigt und natürlich dankenswert der Krieg der USA gegen Hitlerdeutschland war, rechtfertigt er für mich halt nicht den Besitz und Einsatz von Atomwaffen.
     
  12. Rupert

    Rupert Je suis soleil

    Beiträge:
    36.166
    Likes:
    3.174
    Lustigerweise, ja, ich finde das jetzt echt schon lustig, weil ich es schon mindestens dreimal in diesen Diskussionen geschrieben habe, und davon wahrscheinlich Dir persönlich schon zweimal, wiederhole ich mich hier gerne:

    Es gibt kein Recht auf Nuklearwaffen und es es völlig müßig es dauernd einzufordern, denn es löst das Problem nicht: Diese Waffen sind da, man muß mit ihnen leben - solange bis sie, aus welchem Grund auch immer, den ich nicht benennen kann, verschwunden sind.

    Und eines in aller Deutlichkeit: Spar Dir mal Deine verunglückten Holocaust Beispiele. Dass Du die Thematik nicht so wirklich einordnen kannst, haben wir nahezu alle schon verstanden und Du manövrierst Dich da selbst in eine ganz, ganz üble Ecke.
     
  13. diamond

    diamond Well-Known Member

    Beiträge:
    5.673
    Likes:
    384
    Ja, diese Lektion habe ich hier auch schon gelernt. Schön finde ich immer, wenn unsere brave Bundesrepublik als leuchtendes Beispiel für Demokratie aufs Schild gehoben wird und dabei vergessen wird, dass uns die Demokratie als Geschenk gebracht wurde, während England und die USA sich diese erstritten haben.
     
  14. diamond

    diamond Well-Known Member

    Beiträge:
    5.673
    Likes:
    384
    Wenn die Waffen keiner mehr besitzt, wie verhinderst du dann, dass Diktatoren/ Monster , die du heute noch namentlich nicht kennst, wieder anfangen werden, welche zu produzieren, die Formel ist schliesslich in der Welt. Verhindert das dann eine Ethikkommission, die von der UNO oder wem auch immer eingesetzt wird ?
     
  15. klopp <3

    klopp <3 Active Member

    Beiträge:
    541
    Likes:
    116
    Dein "Denkfehler" liegt jetzt aber darin, dass einschlägig ideologisch geprägte Personen doch felsenfest davon überzeugt sind, dass die USA überhaupt keine Demokratie besitzt... ;)
     
  16. diamond

    diamond Well-Known Member

    Beiträge:
    5.673
    Likes:
    384
    Ja, der Antiamerikanismus ist unserer Gesellschaft stärker verankert als das Demokratieverständnis, das hat seine Gründe.

    Ich bin der Überzeugung, dass die amerikanische Bevölkerung viel stärker in der Demokratie verwurzelt ist, als die deutsche. Bei uns gibt gibt es einen braunen Bodensatz, eine indifferente manipulierbare Masse, und die sogenannten Oberdemokraten, denen man , wenn es drauf ankommt, am wenigstens trauen kann
     
  17. Raffelhüschen

    Raffelhüschen Forennutzer

    Beiträge:
    7.375
    Likes:
    436
    Ist nunmal die Frage, welche Anforderungsriterien man an eine Demokratie stellt. Eigentlich ist der Iran ja auch eine, oder wer würde das bestreiten? ;)
     
    Zuletzt bearbeitet: 3 April 2013
  18. Raffelhüschen

    Raffelhüschen Forennutzer

    Beiträge:
    7.375
    Likes:
    436
    Und das alles gibt es in anderen Ländern nicht? Interessant. Selbst in Frankreich gibt es das. Ich würde soweit gehen, dass das in allen größeren Ländern so ist.
     
    Zuletzt bearbeitet: 3 April 2013
  19. Rupert

    Rupert Je suis soleil

    Beiträge:
    36.166
    Likes:
    3.174
    Irgendwie muss man sich halt auf gängige Definitionen einigen oder jeder bringt seine Definition vor aber dann findet man halt meistens keinen Konsens zum Weiterdiskutieren.

    In einer Demokratie hat eben die Bevölkerung ein maßgebliches Mitbestimmungsrecht und es kommen noch die Aspekte wie Wahrung der Grundrechte, Gewaltenteilung, damit verbunden eine unabhängige Justiz und Meinungs- und Pressefreiheit mit dazu.

    Dazu kommt, dass sich Demokratien über die Jahrhunderte entwickelt haben; die Demokratie im antiken Griechenland war was anderes als die Demokratie geprägt durch die amerikanische Unabhängigkeit; desweiteren kann die Form der Mitbestimmung des Volks unterschiedlich ausgeprägt sein; es gibt repräsentative Demokratien und direkte; usw.
     
  20. Gaudloth

    Gaudloth Bratze

    Beiträge:
    6.855
    Likes:
    221
    Muss man ja auch nicht gut finden.
     
    pauli09 gefällt das.
  21. Gaudloth

    Gaudloth Bratze

    Beiträge:
    6.855
    Likes:
    221
    Was denkst du denn, wie es aussehen würde?
     
  22. Rupert

    Rupert Je suis soleil

    Beiträge:
    36.166
    Likes:
    3.174
    Europa? Entweder kackbraun oder tiefrot.
     
  23. Schröder

    Schröder Problembär

    Beiträge:
    10.889
    Likes:
    971
    Und? Inwieweit geht das bei dir mit Foltergefängnissen wie Guantanamo konform, die ja von Staats wegen extra außerhalb des amerikanischen Hoheitsgebiets gelegt wurden, um die eigene Gerichtsbarkeit zu umgehen? Die Häftlinge dort haben überhaupt keine Rechte. Es braucht ja nicht mal eines Beweises, um dort als Unschuldiger zu landen. Die Aussage eines Nachbarn, der sich die 50 Dollar Kopfgeld (in Afghanistan ´n Haufen Kohle) verdienen will, reicht völlig aus. Wenn sie dann noch ´ne Waffe (hat wohl jeder 2. dort) in deinem Haus finden, sitzt du praktisch schon auf dem elektrischen Stuhl oder hast irgendwelche Nadeln in den Eiern stecken. Der Obama hat doch den Wärtern da jetzt schon ´n Freibrief für jede Art von Folter ausgestellt, als er jedem Straffreiheit zugesichert hat, selbst wenn sich später die Unschuld der Gefangenen herausstellt oder falls die Methoden dort vielleicht doch nicht so ganz mit den Grundrechten übereinstimmen.

    Aber die USA sind ja so ein toller Rechtsstaat, die mit ihrer Macht ja dermaßen verantwortungsvoll umgehen...

    Es gibt nur eine Art, verantwortungsvoll mit Atombomben und anderen Massenvernichtungswaffen umzugehen: Verschrotten! Und zwar Alle!
     
    pauli09 gefällt das.
  24. Gaudloth

    Gaudloth Bratze

    Beiträge:
    6.855
    Likes:
    221
    Perfektion erwartet ja keiner. Aber sowas is nunmal weit weit weg von Perfektion. Da machst du dir deine Argumentation ein bisschen zu leicht.
     
    pauli09 gefällt das.
  25. Schröder

    Schröder Problembär

    Beiträge:
    10.889
    Likes:
    971
    @ Holgy: Der Unterschied zu anderen rechtstaatlichen Demokratien (wobei ich den USA den Status der Demokratie ja nie abgesprochen habe) ist halt, das dort Folter und andere dermaßen schwerwiegende Rechtsverstöße nicht auch noch staatlich angeordnet werden, sondern von einzelnen Behörden oder Beamten mal mehr, mal weniger absichtlich begangen werden. Und das dann eine Aufarbeitung mit Konsequenzen für die Verantwortlichen erfolgt, oder zumindest erfolgen sollte. In den USA wurde die Folter vom Staat angeordnet und abgesegnet. Und das seit mittlerweile mehr als 10 Jahren! Anklagen und entsprechende Bestrafung gegen die Verantwortlichen gab´s meines Wissens nicht, auch wenn vielleicht der ein oder andere Gefangene eine Entschädigung bekommen hat.

    Außerdem könntest du damit aufhören, mir gebetsmühlenartig zu unterstellen, ich würde die USA, Belgien (was haben die damit zu tun?) usw. mit Nordkorea, Syrien und Iran gleichsetzen, oder den Unterschied nicht erkennen (wollen). Wird auch dadurch nicht richtiger.

    Gleich setze ich nur eins: Es sollte kein Recht auf den Besitz von Massenvernichtungswaffen wie z. B. der Atombombe geben. Und zwar für alle, nicht die einen ein bißchen mehr und die anderen ein bißchen weniger. Weil man halt auch nie weiß, was für´n Idiot eines Tages mal den Schalter in die Hand bekommt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 3 April 2013
  26. Rupert

    Rupert Je suis soleil

    Beiträge:
    36.166
    Likes:
    3.174
    Und solange das nicht passiert ist, bauen andere die Waffen nach. Das ist dann der richtige Weg? Verstehe ich Dich da richtig?
     
  27. Schröder

    Schröder Problembär

    Beiträge:
    10.889
    Likes:
    971
    Wo du schon so gerne auf Wiki verweist... hier mal der Link:
    Gefangenenlager der Guantanamo Bay Naval Base

    Soll sich jeder sein Urteil selbst bilden, ob das auch nur in irgendeiner Weise mit Rechtsstaat zu tun hat.
    Die Liste der durchgeführten Folterungen:


    • Drohung von Vernehmungsbeamten gegenüber einem Häftling, seine Familie zu verfolgen,
    • Verkleben des Mundes eines Häftlings mit Klebeband wegen des Zitierens von Koranversen,
    • Verschmieren von Flüssigkeit im Gesicht eines Häftlings unter Angabe, es handle sich um Menstruationsblut,
    • Anketten von Häftlingen in fetaler Position,
    • Koran-Schändungen,
    • Schlafentzug,
    • sensorische Deprivation.
    • der Gefangene habe 160 Tage lang nur Kontakt zu Personen gehabt, die ihn verhörten,
    • er wurde an 48 von 54 aufeinanderfolgenden Tagen 18 bis 20 Stunden lang verhört,
    • er wurde gezwungen, nackt vor einer Frau zu stehen, die zum Ermittlerteam gehörte,
    • er musste Beleidigungen über seine Mutter und seine Schwester erdulden,
    • er wurde mit einem Militärhund bedroht,
    • er musste Büstenhalter anziehen, einen Stringtanga aufsetzen und wurde mit einem Lederband, das an seinen Ketten befestigt war, wie ein Hund durch den Raum geführt, wo er Kunststücke wie ein Hund aufführen musste
    • Schläge auf die Hoden,
    • unterirdische Haft in totaler Dunkelheit über einen Zeitraum von drei Wochen mit Nahrungs- und Schlafentzug,
    • Bedrohung &#8230; durch Injektionen von Zysten des Hundebandwurms,
    • Beschmieren von Gefangenen mit Exkrementen,
    • Waterboarding.
    • &#8222;IRF-Teams schlagen Gefangene brutal zusammen, zwängen ihre Köpfe in Kloschüsseln, brechen ihnen die Knochen, attackieren ihre Augen bis hin zur Blendung, pressen ihre Hoden, urinieren auf ihre Köpfe, schlagen ihre Köpfe gegen den Betonboden und fesseln sie an Händen und Füßen – manchmal lassen sie Gefangene stundenlang in qualvollen Positionen gefesselt zurück.&#8220;

    Alles mit staatlicher Absegnung von höchster Stelle... und das seit mittlerweile über 10 Jahren!

    Und was hat sich seit der Wahl Obamas geändert?
    Zitat:
    "Der Guantánamo-Anwalt, Ahmed Ghappour, sagte, seine Klienten hätten von einer &#8222;Steigerung des Missbrauchs&#8220; seit der Wahl Obamas zum US-Präsidenten berichtet, einschließlich &#8222;Schlägen, dem Verrenken von Gliedmaßen, dem Einleiten von Pfefferspray in geschlossene Zellen, dem Besprühen von Klopapier mit Pfefferspray und der übermäßig gewaltsamen Zwangsernährung von Gefangenen, die sich im Hungerstreik befinden"
    Amerikanisches Rechtsverständnis in Reinkultur! :kotzer:Es lebe die amerikanische Demokratie! :ironie:


    Wichtig für mich u. a. auch diese Passage:

    Zitat:
    "Eine Untersuchung der Pentagondokumente ergab, dass 55 % der nach Guantanamo verbrachten Gefangene keiner feindseligen Handlung gegen die USA beschuldigt werden. Nur 8 % werden beschuldigt, für eine terroristische Gruppierung gekämpft zu haben. 86 % wurden von der Nordallianz oder pakistanischen Behörden gefangengenommen und an die US-Streitkräfte übergeben, als diese hohe Kopfgelder für die Gefangennahme von vermutlichen Terroristen zahlten"

    Auf gut Deutsch: Mehr als die 1/2 der Inhaftierten, die diese Folter über sich ergehen lassen mussten, ist/war unschuldig! Ja, es gab gegen sie nichtmal einen Anklagegrund.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 10 September 2013
    pauli09 gefällt das.
  28. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

    Beiträge:
    14.238
    Likes:
    1.901
    aha, der zensor hat gesprochen!
    sehr demokratisch.
     
  29. Rupert

    Rupert Je suis soleil

    Beiträge:
    36.166
    Likes:
    3.174
    Fassen wir's halt mal zusammen:

    • Es gibt die Fraktion, die die USA für keinen Rechtsstaat hält womit ihr damit natürlich eine Säule der Demokratie fehlt.
    • Es gibt eine Fraktion, die den USA sehr wohl zubilligt ein Rechtsstaat zu sein und sie auch als eine Demokratie ansieht.

    Da aber diese Standpunkte nicht miteinander vereinbar sind, können wir jetzt schon sagen, dass diese Diskussion uns zu nichts mehr führt, zumal ja so gut wie alle Argumente schon ausgetauscht sind und wir sie auch einfach stoppen können.

    Der Threadtitel beschäftigt sich ja auch mit einer anderen Frage, wie ich gerade beim Nachschauen feststellte, nämlich inwieweit die Gefahr besteht, dass die Welt wieder in einen größeren Krieg gerät bei den unterschiedlichen, möglichen Brandherden die es gibt und das sind ja nicht nur die Konflikte der politischen Systeme sondern eben auch Fragen der Ungleichverteilung der finanziellen Mittel, der Nahrung, der Rohstoffe, etc.
     
  30. Schröder

    Schröder Problembär

    Beiträge:
    10.889
    Likes:
    971
    Wa fehlt denn deiner Meinung nach? Etwa das hier?
    "Laut der spanischen Untersuchungskommission haben bis zu 15 Personen versucht, sich infolge der Misshandlungen durch IRF-Beamte in Camp Delta das Leben zu nehmen. Scott Horton, einer der führenden Experten für US-Militär- und Verfassungsrecht, sagt, dass diese Teams geschaffen wurden, &#8222;um den Gefangenen jeden Gedanken aus dem Kopf zu schlagen, dass sie in US-Gewahrsam frei von physischen Attacken seien&#8220; und dass sie &#8222;von den höchsten Ebenen der Regierung Bush gebilligt wurden, einschließlich des Verteidigungsministers und bei externer Beratung durch das Justizministerium&#8220;. "

    Oder das hier vielleicht?
    "Gefangenen in Guantánamo wurden über Jahre hinweg unter Zwang ohne medizinische Notwendigkeit hohe Medikamentendosen verabreicht. Es gibt Hinweise darauf, dass die Lagerinsassen für Tests von neuentwickelten Arzneien missbraucht wurden....
    Aussagen von Betroffenen und Dokumente des Pentagon ausgewertet haben, vermuten zudem, dass Medikamente auch gezielt in extremer Überdosierung verabreicht wurden, um bewusst Nebenwirkungen wie Albträume, Psychosen, Angstzustände und Panikattacken auszulösen und damit den Widerstand der Gefangenen zu brechen. Der ehemalige Guantánamo-Häftling Murat Kurnaz gab an, bei manchen Medikamenten habe er nichts gespürt, andere haben unerträgliche Kopfschmerzen zur Folge gehabt und wieder andere haben zu Schweißausbrüchen, Angstzuständen und Atemnot geführt. Auch habe er Gefangene gesehen, deren Gliedmaßen und Köpfe infolge der Verabreichung von Medikamenten wie Ballons angeschwollen waren."

    Klingt eher nach Mengele, als nach Rechtsstaat, findest du nicht?
     
    pauli09 gefällt das.
  31. Verdandi

    Verdandi Männerversteherin

    Beiträge:
    1.944
    Likes:
    194
    Könnt ihr das bitte im Thread zum aktuellen Spieltag besprechen?

    Da passt es thematisch ähnlich gut!
     
    Rupert und Raul Marcelo gefällt das.