Was haltet ihr von Investoren im Fußball

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von Adriankuhn91, 7 Januar 2010.

  1. DavidG

    DavidG Guest

    Wüsste nicht das ich dabei nur von ManU geredet habe. ManU benutzte ich lediglich als Beispiel dafür das sich diverse Fangruppen vom "Kommerzverein ManU" abspalten und sich einen eigenen Verein gründen.
     
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  3. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Das Fallbeispiel von Ricardo bezog sich aber auf Manchester United, deswegen führte ich es einfach mal fort und bei Liverpool, City und Chelsea läuft's ja auch. Deswegen stelle ich mir halt die Frage, wo sich das Unglück des Investors in der Premiere League im Augenblick gerade so manifestiert, dass die Insulaner alle aus dem Stadion fliehen.

    Ausserdem geht's mir da ähnlich wie vielen, wenn sie lesen "Kommerzverein" und dann feststellen, dass das anscheinend nur für die PL, Madrid und Barca gelten soll, während Bayern, Schalke, HSV, usw. keine Kommerzvereine sein sollen: Es ist unglaubwürdig und zu kurz gedacht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8 Januar 2010
  4. Ricardo-L

    Ricardo-L Member

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    DavidG hat leichte Verständnisprobleme, schon weil er die Situation kaum kennt und einschätzen kann.

    Manutd. ("Manu" wird als Beleidigung empfunden, deswegen sollte man von dieser Bezeichnung absehen) hat heute eine ebenso treue und fantastische Fan-Szene wie vor dem Kauf durch die Glazers. Dass sich ein paar wenige Hanseln davon abgespalten haben (der angegebene Link), ändert daran gar nichts.

    So oder ähnlich würde es überall passieren. Besonders bei denjenigen, die behaupten, bei ihnen käme das nicht in Frage.

    Ich verstehe ja die "Investoren-nein"-Religion emotionell perfekt. Nur soll man dabei den Kopf nicht abschalten.

    Wer hätte denn Borussia Dortmund um ein Haar komplett vor die Wand gefahren und zum Verschwinden verdammt? Ein böser Investor? Oder doch ein unfähiger Präsident mit seinem Team?

    Wer hat den Schalke in den Ruin getrieben? Ein Scheich? Oder doch das Management vom sauerländischen Gebirgsverein, das da jahrelang nach Belieben und nach Unvermögen werkeln durfte?

    Einigen kann ich nur empfehlen, den Sauerbraten aus dem Bauch zu beurteilen, Themen wie diese aber mit dem Kopf und ohne irgendeine Bibel in der Hand.
     
  5. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Geht mir genauso.
    Ich bin auch nicht begeistert von der Vorstellung, dass ein Alleinherrscher alles übernimmt aber das dann als das "Kommerz" zu geisseln, würde mir jetzt nicht einfallen.
    Da schaue ich ich einfach gute zehn Kilometer über die Stadt zum FC Bayern und stelle fest: Die sind mindestens so kommerziell wie der FC Chelsea.

    Und um jetzt gleich den Bogen zu Schalke weiterzuspannen: Die Schechtermillionen waren höchst willkommen und die wurden aber nicht vom Schechter binnen weniger Jahre ohne Mehrwert verbruzzelt. Allerdings war das schon kein reiner Kommerz mehr, da hat der DavidG recht, sondern komplette Unfähigkeit eines Herrscherpaares ;)
     
    Zuletzt bearbeitet: 8 Januar 2010
  6. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Rupert und Ricardo, ich bin da genauso gespalten wie ihr, deshalb habe ich auch bisher nichts zu dem Thema gesagt. Wir leben nun mal im Kapitalismus - warum sollte es also im Fußball anders sein als in der Rockmusik bzw. im Showgeschäft allgemein? Deshalb lass ich mir die Freude an guter Musik ja auch nicht verderben.
     
  7. Diego

    Diego Well-Known Member

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    Ein Investor will nur eins und zwar Geld verdienen.
    Von dem so viel wie möglich und so schnell wie möglich.
    Wenn ein Verein der Meinung, dass das gut ist soll er das.
    Sollte der 1. FC Kaiserslautern, das mal gut finden, wird man mich auf dem Berg nicht mehr so oft finden.
    Sollte ein Verein sich hin die Hände von einem Investor begeben und der dann nach x Jahren sagt sorry keinen Lust mehr und der Verein dadurch vor die Hunde geht, hat er es nicht anders verdient.

    Im Moment möchte das Ganze in Deutschland ja nur der Präsident von Hannover.
    Ich hoffe die Fans (Mitglieder) von Hannover lehnen so etwas ab.
     
  8. Detti04

    Detti04 The Count

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    Vor allem zeigen diese Beispiele, dass auch die aktuellen Regelungen vor Abhaengigkeiten nicht schuetzen. (Selbst Parmalat hielt beim AC Parma lt. wikipedia nur 45%.) Ich wollte damit sagen, dass weder nach einer Aufhebung der 50+1-Regel der Fussball sofort vor die Hunde geht, noch bei Beibehaltung dieser Regelung alle Vereine von einzelnen Sponsoren/Personen unabhaengig bleiben. So oder so ist entscheidend, was ein Verein im Rahmen der Moeglichkeiten macht und nicht, wie dieser Rahmen der Moeglichkeiten aussieht.
     
  9. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Seriöse Investoren schaden dem Fußball nicht mehr oder weniger als seriöse Mäzene, seriöse Sponsoren, oder sonstige seriöse Geldgeber, wie auch immer man sie nennen mag. Siehe Addidas und Audi beim FCB, Bayer bei Leverkusen, usw. usf. Kein Verein bis runter zur letzten Liga kommt ohne Geldgeber aus.
    Unseriöse dagegen schon, aber auch da ist es schnurz, ob es sich um Investoren, Mäzene, Sponsoren oder weas auch immer handelt. Beispiele wurden hier ja schon genannt.

    Diese Diskussionen um Investitoren ja oder nein ist deshalb völlig unsinnig. Die beibehaltung der 50+1 Regel ist ein schlechter Scherz, aber natürlich verständlich, da sich damit vor allem die Chefetagenleute in den Fußballfirmen der Bundesliga (ehemalsFußballvereine) natürlich ihre Posten sichern. Die Argumentation, dass das gut für den Fußball sei, ist natürlich auch ein schlechter Witz. Sieht man ja am Missmanagement bei diversen Vereinen, hier sei nur mal der BVB als prominetestes beispiel genannt, wie man einen CL-gewinner in eine Fastpleite führen kann.

    Eine künstliche Kappung bei den Einnahmemöglichkeiten einzuführen, aber gleichzeitig immer mehr Fernsehgelder zu fordern, ist doch ein schlechter Scherz. Außerdem bekommt der FCB für seine verkauften 20% Anteil mehr Geld als Hannover für eine 100%ige Überhame bekommen würde. Ist also alles eine völlig scheinheilige Diskussion.
     
  10. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Am Beispiel FCK könnte man auch zu dem Schluß kommen: Hätte da ein Profi investiert und darauf bestanden, dass auch Profis den Laden führen, weil sonst sein Geld nicht nur keinen Gewinn abwirft sondern sonst teilweise oder ganz weg ist, dann wäre der FCK nicht so runtergewirtschaftet worden.
     
  11. DavidG

    DavidG Guest

    Was wäre wenn.

    :floet:
     
  12. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Was willst'n mir jetzt damit sagen?
    Deine Anti-Investor-Arie basiert ja ausschliesslich auf "wenn" :)

    Und das "war" beim FCK ohne "wenn" ist ja eher desaströs - ganz ohne Investor.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9 Januar 2010
  13. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Sind das die geforderten tollen inhaltlichen Beiträge?
     
  14. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Sehe ich auch so. Inverstoren, die ihr Geld einbringen, werden es nicht einfach von unfähigen Vereinsführungen verbrennen lassen. Also investieren sie nur, wenn sie das auch kontrollieren, das heißt: mitbestimmen können. Ohne 50+1 Regel geht das aber eben nur bis zu einem bestimmten Grad. Und das finde ich scheinheilig bzw. weltfremd, auf der einen Seite immer mehr Geld zu fordern, aber auf der anderen Seite das oben genannte zu verleugnen. Das könnte man fast schon als Eingeständnis der Unprofessionalität der meisten Vereinsführungen ansehen...
     
  15. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Und das ist wohl genau der Punkt.

    Denn eine Investor, der eine mitbestimmende Mehrheit einer Fussballgesellschaft erwirbt, ist eben eigentlich keiner, der so mir nichts-dir nichts- den Laden krachen gehen lässt. Schon deswegen nicht, weil seine eigenen Anteile dann massiv an Wert verlireren, um es mal vorsichtig auszudrücken.

    Im Gegenteil. Er wird ziemlich lange versuchen, darauf Einfluss zu nehmen, dass seine Anteile mehr wert werden als sie momentan sind.

    Wenn er sich dann zurückziehen will, dann lässt der den Laden i.d.R. eben nicht hochgehen, sondern wird die Anteile veräußern (wollen). Was aber auf die internen Abläufe zunächst gar keinen Einfluss mehr haben dürfte.

    Problematisch wirds allerdings an zwei Fronten. Zum einen dann, wenn dem einen beherrschenden Anteilseigner auch noch ein zweiter Laden im gleichen Wettbewerb gehört und wenn er neben seiner Gesellschafterstellung auch noch als Darlehensgeber in Größenordnungen auftritt.
     
  16. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Zum Thema Missmanagement in Vereinen: Link
     
  17. MiSp

    MiSp Achtelfinalist <3

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    meiner meinung nach is das bis zu einer bestimmten grenze ok. aber wenn einzelne investoren ganze vereine mit geld vollpumpen und diese vereine dann die besten spieler der liga kaufen is das einfach eine große sch*****. solange die investoren z.b. trditionsmannschaften vor dem abrutsch ins nichts bewahren finde ich das aber noch ok .
     
  18. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Verstehe ich das richtig? Bei Gladbach wäre es ok, wenn ein Scheich einsteigt und beim SSV Ulm ein Verbrechen?
     
  19. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Grundsätzlich: Beim eigenen Verein isses ok, bei anderen mehr oder weniger generell nicht. Und schon gar nicht bei der direkten Konkurrenz aus der Region oder Liga.
     
  20. Ricardo-L

    Ricardo-L Member

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    Touristen sind immer nur die anderen.
    Wir sind Reisende.

    Schlimm ist nur der Scheich, dessen Geld ich nicht bekomme.
    Alle Investoren, deren Kohle bei meinem Verein landet, sind völlig in Ordnung.
     
  21. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Und warum soll ich mir einen Investor ins Haus holen, wenn der (verständlicherweise) hinterher mit mehr rausgehen will als er reinkam und ich dafür als Gegenleistung nix mehr zu sagen habe?
    Das mache ich doch nur, wenn ich mit dem Rücken zur Wand stehe. Wie der KSC damals mit Herrn Kölmel. Ohne dessen Geld wäre der Verein pleite gewesen. Trotzdem will ihn hier jeder so schnell wie möglich wieder los werden. Fast egal zu welchen Bedingungen.

    Ich bin auch dagegen, die Geldschraube immer weiter zu drehen. Sieht man ja wohin das führt: Größerer sportlicher Erfolg ist mitnichten garantiert. Man hat nur dafür mehr Verbindlichkeiten, muss die Zuschauerstruktur verändern (mehr Sitzplätze, mehr Logen). Aber hat man dadurch besseren Fussball? Ich finde nicht. Und ich gehe lieber für nen 10er ins Stadion. Sonst schenk ich mir es nämlich.
     
  22. julian

    julian Member

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    So befremdlich dieser neue Trend auch erscheinen mag, und mir persönlich wäre eine andere Lösung auch lieber, es wird in Zukunft eine unausweichliche Entwicklung sein, dass fremde externe Investoren zum finanziellen Fortbestand des Fußballclubs benötigt werden. Primärer Auslöser sind die wahnsinnigen Kosten der Profispieler, hier ist also die Schuld zu suchen.
     
  23. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Nu die Schuld liegt hier aber eher beim Verbraucher. Grundsätzlich reguliert sich der Markt ja von alleine, nur wenn das Nachfrage eben hoch ist, dann steigen ben auch die Preise. Ist eigentlich nichts Neues. Ergo, solange wir alle hier im Forum und alle die sich Fussballfans nennen pausenlos unser Geld dorthin schleppen, solange wird sich nichts ändern.