Was der Verbraucher so könnte...

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von Itchy, 5 September 2011.

  1. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    oder wech vom raubtier-kapitalismus hin zur sozialen marktwirtschaft, wie sie ludwig erhard eingeführt hat.
     
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  3. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Nee, nix "oder". Denn beides, was ich oben schrob, ist ja genau das. Verzicht auf Gewinne zugunsten der Belegschaft UND/ODER staatliche Eingriffe. Hier in Form von Höchstpreisen.
     
  4. Raffelhüschen

    Raffelhüschen Forennutzer

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    Soziale Marktwirtschaft aber dann bitte nicht nur auf dem Etikett, sondern auch innen drinnen. Hatte nicht jemand gemeint, die freie Marktwirtschaft wäre die sozialste Marktwirtschaft. Marktwirtschaft ja, wenn Marktversagen korrigiert wird oder werden kann und Menschen, die aus verschiedensten Gründen in ihren Marktchancen benachteiligt sind, auch entsprechend gefördert werden. Weiteres schrieb schon BoardUser.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6 September 2011
  5. Itchy

    Itchy Vertrauter

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    Wir haben hier jetzt aber interessante Argumentationsketten:

    Es gibt einen Niedriglohnsektor - dieser ist darauf angewiesen, beim Discounter zu kaufen - dies berechtigt die Existenz von Discountern - das wiederum berechtigt den Kauf von jedermann da. Klasse.

    Es wird bei der Herstellung von Bio- oder höherwertigen Produkten beschissen - das berechtigt uns, alle zu verteufeln.

    Davon ab, es gibt nach wie vor das Problem, daß Lebensmittel produziert werden, damit jedermann die Option hat, alles, was er wünscht zu jeder Zeit einkaufen zu können. Das impliziert, daß ein großer, m.E. der überwiegende Teil davon weggeschmissen oder zur artgerechten Futtermittelherstellung verwendet werden. Diesen Müll bezahlt der Konsument aber mit. Mir kann doch keiner allen Ernstes erzählen, es wäre nicht günstiger, weniger, aber gezielter zu produzieren. Sprich, man bestellt bspw. sein Fleisch beim Metzger vor. Auch Gemüse und Obst ließe sich nach natürlicher Erntezeit einkaufen. Wäre angenehmer für die Produzenten, wäre angenehmer fürs Vieh.
    Unterm Strich lässt sich Wasser nämlich auch einfach trinken.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6 September 2011
  6. diamond

    diamond Well-Known Member

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    Völlig richtig. M.E. ist die Ersparnis sogar noch viel grösser,weil nach meiner Erfahrung ein Grosseinkauf die Woche gar nicht reicht. Ich würde mal vorausgesetzt man kauft 2 x die Woche ein, von einer monatlichen Ersparnis von 300-350 Euro ausgeben. Bei einer Familie mit 2-3 Kindern und nur einem Verdiener, der vielleicht gerade so auf 2000 Netto im Monat kommt, ist das ein " existentieller Unterschied".

    Aldi bietet sehr gutes Obst und Gemüse zu sehr günstigen Preisen an. Gehe ich hier auf den Wochenmarkt zahle ich locker das doppelte für die gleiche Qualität. 90 % der Stände auf dem Markt, sind Händler, die ihr Zeugs auf dem Grossmarkt kaufen. Ich habe schon bei Tengelmann die gleichen Obstkisten gesehen wie auf dem Markt. Bauern gibt es doch kaum noch auf dem Markt. Da wird nur die Illuison von Frische verkauft. Da rennen dann die Doppelverdiener mit ihren Weidenkörbchen rum und wollen gesehen werden. Erlebnis Markt!
     
    Zuletzt bearbeitet: 6 September 2011
  7. Raffelhüschen

    Raffelhüschen Forennutzer

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    bloß, wie viel vom Preis erhalten die Händler, wie viel vom Preis erhalten die Produzenten. Wie sind die Arbeitsbedingungen?
     
  8. MiSp

    MiSp Achtelfinalist <3

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    Ich denke eine Familie wie im Beitrag von diamond hat andere Probleme als sich um sowas Gedanken machen zu können....
     
  9. Raffelhüschen

    Raffelhüschen Forennutzer

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    Kann ich nicht einschätzen. Tue mich da auch schwer zu verallgemeinern und das nur vom Nettoeinkommen des Haushalts abhängig zu machen. Da spielen noch andere Faktoren mit rein, nämlich in welcher Region du wohnst. Prinzipiell sage ich ja. Aber sobald es einen selbst betrifft, kann derjenige es wieder anders sehen.

    Weiters stelle ich mir die Frage, woher das Gemüse und Obst kommt. Ist es regional oder hat es einen langen Transportweg hinter sich. Kommt es aus dem Umland oder aus Argentinien.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7 September 2011
  10. diamond

    diamond Well-Known Member

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    @ raffelhüschen: Das weiß ich nicht. Ich sehe es einfach nicht ein diese reinen Händler auf dem Wochenmarkt zu finanzieren, die verkürzt gesagt nichts anderes machen, als morgens mit ihrem Luxusmobil auf den Grossmarkt zu fahren, Waren einzuladen und um 13 Uhr nach Hause fahren und dir erzählen, wie oft sie in den Urlaub fahren.

    Zur Autodiskussion: Rupert verkürzt hier die Dinge, wie sie ihm in den Kram passen.
    1.) Wer kauft den ein Auto für 30-40 T Euro? Realistisch würde ich mal Gebrauchtwagenpreise von 7.000-8000 ansetzen. Ich kenne da fast niemanden. Die ganzen dicken Schlitten, die rumfahren gehören doch zur Leasingflotte von Unternehmen. Und wenn einer meint 40.000 Euro in ein Auto zu stecken, dann ist das Privatvergnügen. Aus dem Netto des Einkommen kann das in den wenigsten Fällen gespeist werden.
    Einen Wertverlust kann ich auch haben, wenn ich mir die hochgelobte Immobilie anschaffe, da haben schon mehr Leute ihr Grab geschaufelt, als mit einem Auto.

    2. Für viele ist ein Auto unabdingbar zur Arbeit zu kommen, weil die Nahverkehrsbedingungen auf dem Papier gut sind, sich aber in der Praxis als " Tortur" erweisen. Ich bin z.B. ein Jahr von Mainz nach Frankfurt zur Arbeit gefahren. Weg von Wohnung zum Bus: 10 Minuten. Busfahrt zum Bahnhof 15 Minuten. Fahrt nach Frankfurt mit der DB 45 Minuten. So weit so gut. Dann ging die Tortur los. Vom Bahnhof in die U -Bahn x , Fahrt 12 Minuten, dann umsteigen in die U-Bahn Y , Fahrt 25 Minuten. Dann Fußweg zur Arbeit 20 Minuten.
    Wenn man dann länger arbeitet und z.B . erst um 21 Uhr das Büro verlässt, dann geht es erst richtig los mit Wartezeiten auf dem Bahnhof Frankfurt, weil die Züge dann nicht mehr regelmäßig fahren.

    Kurzum: nach einem Jahr war ich fix und fertig, vom Lungern auf Bahnhöfen und in U-Bahnschächten. Ich bin mit der Bahn gefahren, weil meine Frau das Auto brauchte, um die Kinder in die Kindergärten zu bringen, die eben auch nicht immer um die Ecke sind, und um Einkäufe zu erledigen.

    Wir haben uns dann ein zweites billiges Auto zugelegt für die City und ich bin mit dem Auto zur Arbeit gefahren in 40 Minuten!
    Theroretisch hört sich das alles gut an. Faktisch sind viele Haushalte auf zwei Autos angewiesen. Gerade im Winter ist es doch fast unzumutbar für Frauen, mit irgendwelchen Fahrradanhängern ( die kosten Geld!) durch die Landschaft zu gurken, sich kaputt zu schwitzen und wertvolle Zeit zu verlieren. Ich weiss, solche Frauen gibt es auch, die sind dann meist schnell grau.:)

    Wenn alles passt ist die Bahn natürlich eine Alternative: Wohnung und Arbeitsplatz in Nähe Bahnhof und geregelte Arbeitszeiten!

    In Paris die ganzen Pendler, die sind zum grossen Teil physisch und psychisch total am Ende. Die leben die Hälfte ihres Lebens in der Metro.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7 September 2011
  11. Raffelhüschen

    Raffelhüschen Forennutzer

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    Das weiß ich nicht. Ich gehe i.d.R. nicht auf den Wochenmarkt und habe auch nur bedingt die Möglichkeit dazu.
     
  12. diamond

    diamond Well-Known Member

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    Bei ALDI ist es so, dass das Gemüse und Obst (also das,was auch in Deutschland wachsen kann) so gut wie immer aus Deutschland kommt. ( Karotten, Lauch, Sellerie, Schlangengurken, Äpfeln, Kartoffeln, Zwiebeln...) Rote Paprika kommt aus Niederlande, was besser ist als aus Spanien wegen der Pestizide.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7 September 2011
  13. Markus

    Markus Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.

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    So krass bin ich fei nicht.
    Wenn ich Fleisch sage, meine ich Fleisch+Wurst. Vom Veganer bin ich weit entfernt,
    Ich mag halt auch gerne Süß- und Mehlspeisen sowie Pasta und Brot + Milch+Käseprodukte.
    Ich meine es gibt einige Möglichkeiten weniger Fleisch zu essen.

    Fisch ist leider teilweise auch problematisch wegen der Überfischung. Und Forellen sind nicht jedermanns Sache.

    Als ich 2006 für ein Praktikum in Los Angeles war, hatte ich einen WG-Partner, der sich wirklich jeden Abend gefrorene Hähnchenteile in einen Brater (so Art Waffeleisen) geschmissen hat, das Fett ist rausgelaufen und hat gestunken, aber er war sichtlich zufrieden mit seinem gebratenen Hähnchen.

    Naja, muss jeder selbst wissen.
    Bezüglich Ressourcen - mir ist das ganze eigentlich eh wurscht. Andere mampfen jeden Tag Fleisch oder Fisch, ich werde irgendwann in den nächsten Jahren wir einen Round-the-World-Flug mit mehreren Zwischenlandungen genehmigen.
    Die Erde ist wenn wir Menschen (und ich beziehe die Ostasiaten ausdrücklich mit ein) in spätestens 50 Jahren eh im Arsch.
    Also machen wir noch das Beste daraus.

    :n8:(Keine Ironie).
     
    Zuletzt bearbeitet: 7 September 2011
  14. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Natürlich nicht. Also, ich meine, das kann wirklich keiner im ernst erzählen. Die Frage ist doch, wie man das letztlich machen will. Und da kommen wir wieder auf die Schiene des Umdenkens beim Einzelnen. Ich kann dann eben nicht erwarten, dass zu jeder Zeit beim Supermarkt die Theken voll liegen.

    Unterm Strich sind wir da, wo wir auch bei Fernsehformaten und Einschaltquoten sind. Letztlich bestimmt der Verbraucher (in der Masse), was angeboten wird. Lenken kann er aber nur, wenn er - falls ihm das Angebot nicht zusagt - lieber komplett verzichtet als auf ein anderes, ebenso schlechtes Angebot auszuweichen.
     
  15. Raffelhüschen

    Raffelhüschen Forennutzer

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    Nun, bei den Produkten mit Tiermilchbestandteilen gibt es mittlerweile fast bei allen auch preiswerte Alternativen, bei denen man einen Geschmacksunterschied nicht schmeckt. Und Pasta sind von Natur aus aus 100prozentigem Hartweizengrieß, Brot aus Wasser. Bei Käseprodukten ist es hingegen tatsächlich manchmal schwierig, wobei für Vegetarier manche Käsesorten auch nicht in Frage kommen. Aber mir persönlich reicht es, einmal in der Woche auf Käse zurückzugreifen.


    Eher früher. Bloß wir Menschen und viele andere Lebewesen gleich mit, es sei denn wir bauen auf technische Innovation.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7 September 2011
  16. Monti479

    Monti479 Annemie ich kann nit mih

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    Weißte, ich bin in einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen und könnte quasi aus dem Nähkästchen plaudern, was Preispolitik und Gepflogenheiten der Lebensmittelindustrie angeht. Dein Vergleich hinkt, ich finde ihn sogar ziemlich dumm.
     
  17. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Ach, daher die Affinität zu Kartoffelkäfern :undwech:
     
  18. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    Nicht wirklich, in einer freien Marktwirtschaft bereinigen sich nicht nur die Preise sondern auch der Markt von selbst. Eine freie Marktwirtschaft sieht anders aus als unsere, wo sich die Unternehmen auf Kosten des Staates , der Arbeiter und Angestellten und der Bürger die Taschen voll machen während Verluste oder auch Insolvenzen durch "betteln" beim Staat verhindert werden. In einer echten freien Marktwirtschaft wären 90 % der heute existierenden Großunternehmen schon längst nicht mehr, nicht nur im Bankensektor. Von daher ist eine freie Preisfindung mitnichten gegeben. (Stichwort too big to fail, da kann ich doch wirtschaften wie ich will, werde eh immer gerettet.)
     
    Zuletzt bearbeitet: 7 September 2011
  19. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Das stimmt natürlich. Also mildere ich ab: "Im wesentlichen" freie Preisbildung. Auf jeden Fall und in diesem Sektor, in welchem wir diskutieren, deutlicher auf der Seite der totalen Freiheit als der totalen Beschränktheit.
     
  20. Simtek

    Simtek Well-Known Member

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    Nöö, mach doch mal.
    Wenn Du meinst das Beschäftigte von "Personalleasing" Firmen finanziell super dastehen, dann ist Dir die Meinung gegönnt.
    Hmm, irgendwie kling für mich dieser Begriff schon nach Sklavenhadel: "Biete 3 Mauerer zum Preis von 2 inkl. 24 Monate Garatie".
     
  21. Itchy

    Itchy Vertrauter

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    Gefällt mir. Hier sind jetzt die Probleme Ernährung, Verkehr, Umweltbelastung, Wirtschaft und Soziales. Wenn jetzt noch der Bereich Bildung kommt, dann sind wir ganz nahe an der Betrachtungsweise, daß alles miteinander verwoben ist und sich ein Problem nicht selektiv lösen lässt, sondern man umfassend vieles anders machen muß. Gefällt mir, wirklich.
     
  22. Simtek

    Simtek Well-Known Member

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    Vielleicht sollten wir es mal Sozialismus probieren.
    Auferstanden aus Ruinen, oder so.
     
  23. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Bildung? Das krieg ich hier auch unter.

    Provo-These als Startpunkt? Hätte den Vorteil, dass darauf angesprungen wird und es ins Rollen kommt - allerdings dauert's dann wieder ein bisschen bis wir uns dann wieder auf eine halbwegs sachliche Ebene geeinigt haben.

    Oder mehr Systemkritik?
     
  24. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Den Bogen kann man leicht spannen: Wenn man erreichen wollen würde, dass massenhaft selbst reflektiert wird, was dann günstigerweise ins Umdenken und dann auch ins Umhandeln führt, muss man schauen, dass man die Leute schlauer macht und ihnen andere Werte zum Leben gibt. Und das geht nur tättttäääää....mit Bildung. Also der richtigen Bildung, meine ich.

    Einschränken muss man da natürlich, dass die Lenkung auf andere Denk- und Lebensweisen letztlich zwar inhaltlich, nicht aber methodisch was anderes ist, als was heute gemacht wird.

    Deswegen wäre am allerallerbesten eine Bildung, eine Erziehung zur Selbsterkenntnis, und zwar zur konsequenten. Aber da hab ich noch keine Ahnung, ob das überhaupt massenhaft funktioniert. Weil der Preis dafür ziemlich hoch sein kann.
     
  25. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    - Wofür kein Geld mehr da ist;
    - ausserdem nur noch Spezialistenwissen in wirtschaftlich lohneden Gebieten gefragt ist
    - und ein nicht zu verachtender Anteil der Bevölkerung mittlerweile jedes Bildungsinteresse verloren bzw. niemals anerzogen bekommen hat.

    Danke, BU, für den Aufhänger so kam ich doch noch zu ein paar Thesen.
     
  26. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Gerne geschehen. Der Bestandsanalyse kann man dann noch - qualsi als fortschreitende Erkenntnis aus den vorherigen Erkenntnissen - hinzufügen:

    - das echte Interesse (auch des Staates oder der bisherigen Bildungselite) am massenhaften Schlauwerden ist gar nicht vorhanden.
    - Das, was jetzt noch vermittelt wird, dient nicht zur Bildung zur Selbsterkenntnis, Selbstbeherrschung, Selbstentwicklung und Eigenverantwortung.
    - Diejenigen, die es nötig hätten, sich bilden zu lassen, sind gedanklich nicht anders drauf als diejenigen, es eigentlich wissen müssten (Punkt 1): Ihnen fehlt der Antrieb, sie gucken lieber, dass sie sich so ein bischen durchwurschteln.

    Alles natürlich und bitte nicht auf einen Einzelfall beschränken, sondern als Massenphänomen betrachten.
     
  27. Itchy

    Itchy Vertrauter

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    Womit wir beim Bildungsbegriff der alten Griechen wären. Da galt als gebildet nicht der, der am meisten wusste, sondern der, der in der Lage war, ein eigenes Denken zu entwickeln und Zusammenhänge zu erkennen. Das ist der Weg, den unser Bildungssystem einschlagen sollte, man könnte es auch als Allgemeinbildung oder Menschenbildung im Sinne von -formung verstehen. Sicherlich ist Wissen eine wichtige Grundlage dafür, aber vieles von dem, was einem heute als spezifisches Wissen verkauft wird, behindert in zu vollen Zügen (nein, keine Eisenbahn) genossen, das Denken.

    Was das alles mit Ernährung zu tun hat? Ganz viel.
     
  28. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    ich ernähre mich seit 30 jahren gesund und ökologisch und ich kann dir versichern: es hat sich an den problemen, die mit der produktion von nahrungsmitteln (usw.) zu tun haben, nichts geändert (siehe auch #106).
     
    Zuletzt bearbeitet: 8 September 2011
  29. Itchy

    Itchy Vertrauter

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    In Verbindung mit #106 lese ich heraus, daß Du Dich ökologisch vorbildhaft verhältst, das aber irrelevant ist, da es die meisten nicht tun, was sie auch gefälligst lassen sollten, da sie Dir die Umsetzung dieser ökologischen Vorbildfunktion erschweren würden. Gute Message.


    Wie vorher schonmal gesagt, es ist beides notwendig. Eine Regulierung von staatlicher Seite und die breite Einsicht, daß der Raubbau, den wir mit der Welt betreiben nicht nur moralisch verwerflich, sondern mittelfristig ihr Ruin ist.
    In einer freiheitlichen Gesellschaft geht nichts ohne Einsicht und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Da isses mit dem Fingerzeig auf andere und der Einleitung "Die müssen..." nicht getan.
     
  30. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Das wäre u.U. auch gefährlich für den Staat.

    Bei der Gelegenheit fällt mir ein Spruch ein, den ich dazu treffend finde:

    Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen zusammen, um Holz zu sammeln,Aufgaben zu verteilen und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem großen, weiten Meer. (Antoine de Saint-Exupéry)
     
  31. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    ... und hier kommt die freiheitliche Gesellschaft aus meiner Sicht eben an ihre Grenzen. Aufgrund der Individualität jedes Einzelnen, der Möglichkeit unterschiedliche Sichtweisen darzulegen und in Entscheidungsprozessen mit einzubinden werden Einsicht, Bereitschaft und Verantwortung spätestens an Egoismen scheitern.