Warum Schüler unsinnig büffeln müssen – Brief eines Vaters an seine Tochter ...

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von faceman, 15 Dezember 2011.

  1. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Ich sagte ja dass der Wert nicht repräsentativ ist und auf seinen Jahrgang bzw. seine Kommilitonen bezogen ist. Das schließt ja auch nicht aus dass es in anderen Schichten nicht ähnlich ist.
    Wenn ich an meine Berufsschulzeit denke, da war auch der große Teil der Leute zu nichts zu gebrauchen. Bei meiner Fortbildung zum Handelsfachwirt hingegen war es völlig anders obwohl da ein großer Teil Akademiker zu meinen Kommilitonen zählte. Da waren vielleicht 10% nicht zu gebrauchen, der Rest war ganz große Klasse und es hat richtig Spaß gemacht mit den Jungs und Mädels.

    Da wird wohl auch niemand eine aussagende Statistik haben können.

    70% meiner Berufsschulklasse haben ja vermutlich auch über mich gesagt dass ich zu nichts zu gebrauchen bin, liegt halt immer im Auge des Betrachters.

    Was ich persönlich aber schlimm finde, ist wenn hochintelligente Leute nur und ausschließlich durch Ihr Fachwissen glänzen können. Das sind dann schon teilweise Tragödien und die Menschen tun mir auch leid. Liegt aber vielleicht auch dran, dass einige Eltern einen zu großen Willen haben dass aus Ihren Kids mal was wird (werden muss).
     
    Zuletzt bearbeitet: 20 Dezember 2011
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  3. hansi1987

    hansi1987 New Member

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    Den Brief finde ich super. Der sagt genau aus, wie es heutzutage ist.
    Aber mal ganz ehrlich: Wir alle haben uns doch NACHDEM wir mit der Schule fertig waren gedacht: Hätte ich mal mehr für die Schule getan!
     
  4. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Ganz ehrlich: Nö, der Gedanke kam und kommt mir noch heute nicht.

    Ich hab' ausserdem mal ein paar Eltern gefragt, die ich kenne und deren Sprößlinge zwischen 5 und 19 sind. Keiner schilderte mir das so krass wie der Herr da in dem Brief.
    Liegt aber vielleicht auch daran, dass die ihre Kinder nicht auf Biegen und Brechen durch's Abi boxen wollen.
     
  5. Gaudloth

    Gaudloth Bratze

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    Ok, sollte es sein, da bin ich dabei. Dass es nicht so ist, liegt unter anderem auch daran, dass viel zuviele Kinder mit allen Möglichkeiten durchs Abi geboxt werden. Die Fähigkeit in Zusammenhängen zu denken ist aber für die meisten Studienfächer schon wichtig und viele können das auch, die andrn schaffens halt nicht. Gibt aber auch Studienfächer wo das nicht von Nöten ist.

    Ich finde das System auch nicht gut, ganz und gar nicht gut, aber das liegt ganz sicher nicht daran, dass das Gymnasium zu schwer ist, für meine Begriffe ist es eigentlich zu leicht. Sieht man ja, jeder Depp kann mittlerweile studieren und das wirkt sich auch merklich auf die Qualität der Studierenden aus, das kann man ja mehrfach von Proffessoren lesen, die die Entwicklung über Jahrzehnte mitverfolgen konnten.
    Und es liegt auch nicht daran, dass zum Teil Inhalte vermittelt werden die über das Allgemeinwissen hinaus gehen.

    Das Abi soll ja eine Leistung sein und soll man nicht geschenkt bekommen.
     
  6. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Wegen "Lernen lernen" in der Schule:

    Sehe ich ganz pragmatisch, wenn ich mich an meine Studienzeit zurückentsinne: Das lernt man v.a. durch die pure Verzweiflung vor dem zu bewältigenden Stoff und dem eigenen Ansporn, dass man nicht zu den 70% gehören will, die's hinschmeissen.

    Meine Schulerfahrungen waren in der Sicht nur begrenzt hilfreich.
     
  7. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Wahnsinn! diese Eltern: Kampfplatz Schule: Lehrer verzweifeln an Eltern
     
  8. Keule

    Keule Geile Oma aus deiner Nähe

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    So angesichts meiner Prüfungszeit noch mal kurz was von mir dazu.

    Man muss nicht unsinnig büffeln. Ich habe in den letzten 2 Jahren nicht ein einziges mal intensiv und fleißig gelernt und dennoch war die einzige Hürde zur Prüfung zugelassen zu werden das Auffinden der Zeugnisse der letzten 4 Semester. Zur gestrigen Prüfung in Deutsch, mit Abstand die, wo ich mir am meisten Sorgen gemacht habe, habe ich am selben Morgen um 1 Uhr angefangen zu lernen und das ganze deutlich besser überstanden, als ich dachte. Für die Leistungskurs-Prüfung am Montag in Englisch lerne ich nichts. Und mit dieser Einstellung bin ich einer von 2/3 meines Jahrgangs.
    Klar muss man sich sehr lange unnötiges Zeug anhören, aber lernen? Nein.
     
  9. JayJay

    JayJay Well-Known Member

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    Deckt sich mit meinen Erfahrungen aus der Abiturzeit (2006) ... Bei uns gab es jene, die viel gelernt haben, die dann entweder Defizite ausgeglichen haben oder eben tatsächlich in Richtung 1er-Bereich gingen - und aber auch jene, wie ich, die schlichtweg fast nie gelernt haben und dennoch gut zurecht kamen. (Abitur 2,6)

    Klar: Mit Fleiß erreicht man immer das meiste aber ich glaube, dieses wird oftmals von der Gesellschaft erzwungen. Inzwischen definiert sich viel zu viel über blanke Zahlen und Kinder kriegen vermittelt, dass sie in allererster Linie einfach zu den klügsten gehören müssen! Selbst seinen Weg finden und vielleicht notenmäßig direkt hinter den besten zu landen, dafür aber seine eigene Persönlichkeit auszubilden und somit in der Welt besser zurechtkommen - das wird scheinbar kaum noch angesehen.
     
    pauli09 und diamond gefällt das.