Vorhang auf...

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von Dilbert, 16 November 2006.

  1. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    Mahlzeit!

    Die "alte Bande" (von mir aus gesehen) kennt den Kram schon, aber wer schon vor unserem "Einmarsch" hier war hat ja vielleicht Spass dran:

    Wilhelm Tell
    -------------

    (ein Theaterstück in einem halben Akt/ frei nach Schiller)

    Die Darsteller:
    -ein zweitklassiger Rummelschütze (Tell)
    -ein Dösbaddel (Walter)
    -ein Fiesling (Gessler)
    -ein Verwundeter (Soldat Schulz)
    -ein Wettsüchtiger (Soldat Klinck)
    -eine olle Zippe (Olle Zippe)
    -ein Sprecher (für die Klammerbemerkungen)
    -ein totes Eichhörnchen (das tote Eichhörnchen)
    -kein Fachkritiker oder Kunstliebhaber, sowie kein Deutschlehrer


    VORHANG

    (Hurra, hurra, der Lenz ist da! Das will Familie Tell natürlich gleich ausnutzen, um mal wieder zünftig zu grillen. Dazu sind Wilhelm Tell und sein Sohnemann Walter losgezogen, um für die Familie etwas zu spachteln zu schießen. Der Tag ist noch lang, und deshalb lässt Tell seinem Sohn beim Jagen den Vortritt, weil dessen Schiesskünste doch ein wenig zu wünschen übrig lassen. Das war nicht unbedingt klug, denn man hätte sich damit nicht nur einen Haufen Terz erspart, sondern villeicht sogar was zu futtern mit nach Hause bringen können...)

    TELL: Siehe dort, mein Sohn, ein flotter Hirsch! Vielleicht lohnt sich ja jetzt die Pirsch! Drum schiesse in den Kopf den Pfeil, zu Hause kommt er unter`s Beil!

    WALTER: Ich sehe ihn, das freut mich sehr!

    TELL: Hoffentlich gibt`s jetzt kein Malheur...

    WALTER: So, du Hirsch, jetzt geht das los! Wo hab ich meine Pfeile blos... Hier sind sie und jetzt folgt der Schuss...

    >ZWÄNG!<

    TELL: Du Walter, dieser Schuss war Stuss!

    >Aus dem Gebüsch, wohin der Pfeil sich verabschiedet hat kommt ein lauter Schrei.<

    SOLDAT SCHULZ: AUUUAAAA!!!

    TELL: Mein Sohnemann, mein Sohnemann, das fängt ja wieder traurig an!

    >Schulz kommt aus dem Gebüsch, und reibt sich den Hintern.<

    TELL: Guten Tag, mein Herr, was ist ihr Begehr?

    SCHULZ: Was seid ihr denn für `ne Chaoten? Cowboy und Indianer spielt man mit stumpfen Pfeilen!

    WALTER: Upsala, verzeiht mir Herr, mein Pfeil flog wohl ein wenig quer. Das tut mir wirklich furchtbar leid, beim nächsten Mal weiss ich Bescheid.

    SCHULZ: Sagt mal, wo habt ihr denn sprechen gelernt? Könnt ihr euch nichts merken, was sich nicht reimt? Klingt ja grauenvoll! Ausserdem solltest du üben!

    WALTER: Was meinen sie, was ich hier tu? Ich jage hier, und Paps schaut zu!

    SCHULZ: Ich werde euch lieber eine Weile begleiten, damit ihr nicht noch mehr Dummheiten anstellt. Ausserdem bekommt ihr zur Strafe für mein beschädigtes Heck von mir ein Reimverbot aufgebrummt! Und wehe, ihr haltet euch nicht daran...

    TELL: Na gut, so soll es denn wohl sein...

    WALTER: ...wir sprechen jetzt nicht mehr im Reim.

    SCHULZ: Grr...

    (Der gute Schulz hat sich gerade wieder erholt. Walter "jagt" weiter, und trifft immerhin ein Wildschwein in den Ar... Das blöde ist, daß er eigentlich einen Waschbären aus einem 20 Meter hohen Baum schiessen wollte. Der gute Schulz lacht sich tot, wärend Tell eher dem Weinen nahe ist, weil das Wildschwein auch noch entkommen konnte. Etwas später, Schulz ist kurz davor wieder zu verschwinden, kommen sie an dem Hut auf der Stange vorbei. Schulz macht gehorsam seinen Buckel, aber Tell und Walter latschen einfach weiter...)

    SCHULZ: He, HAAALT!!

    >Soldat Klinck kommt aufgeschreckt angelaufen.<

    KLINCK: Was soll der Lärm? Ich hatte gerade Mittach gemacht!

    SCHULZ: Halte die beiden auf, die haben den Hut nicht gegrüsst!

    >Klinck stellt sich in den Weg.<

    TELL: Gehen sie aus dem Weg, mein Herr, sie behindern den Verkehr!

    KLINCK: Nix da. Erstmal werdet ihr beiden euch vor dem Hut verneigen!

    WALTER: Was soll das denn? Solln ma vielleicht ooch noch Lijestütz moken, oda watt?!

    TELL: Walter...

    WALTER: Ja?

    TELL: Kopp dicht!

    SCHULZ: Nun aber hopp da!

    KLINCK: Da habt ihr Deppen ja wat schönes angerichtet! Da hinten kümmp de Chef!

    >Gessler kommt mit einem Picknickkorb bewaffnet angelaufen.<

    GESSLER: Was´s das für`n Terz hier. Ich will da hinten friedlich `n Picknick abhalten, und hier is `n Krawall, das meine Olle wieder aufgewacht ist!

    WALTER: Ihrem Hosenschlitz nach zu urteilen war die schon wach...

    TELL: Oh, Walter, halt die Klappe...

    GESSLER: Gemeinheit! Was soll der Lärm überhaupt?!

    WALTER: Das war`n die beiden Nachtwächter da, die...

    TELL: Halt`s Maul!

    GESSLER: Soldaten! Meldung!

    KLINCK: Soldat Klinck, Hutbegrüssungsüberwachung! Die beiden da wollen keinen Diener vor ihrem Hut machen!

    SCHULZ: Soldat Schulz, einfache Waldüberwachung. Die beiden reimen, dass es jenseits des guten Geschmacks liegt!

    GESSLER: So so, das klingt nicht gut für euch...

    SCHULZ: Ausserdem haben sie mich angeschossen!

    >Er zeigt auf die Wunde am ...<

    GESSLER: Aha, zusätzlich noch Beschädigung von Staatseigentum. Ohauerha! Moment mal, den Bengel kenn ich doch! So so, Wilhelm Tell, der Meisterschütze!

    WALTER: Den Soldaten habe ich angescho...

    TELL: WALTER!!!

    GESSLER: Hmm,... normalerweise sollte ich euch aufhängen, aber ich habe da noch eine viel bessere Idee! Du, Tell, sollst mir mal zeigen, wie gut du wirklich bist! Du wirst deinem Sohn etwas vom Kopf schießen...

    TELL: Ähm, und wenn ich nicht mitspiele?

    GESSLER: Dann spielt ihr demnächst Hundefutter in mein Wauzis Fressnapf!

    TELL: Hast gewonnen!

    GESSLER: Nu pass mal auf, also dein Sohn wird sich an einen Baum stellen, und du wirst ihm das hier vom Kopfe schiessen!

    >Gessler holt etwas aus dem Picknickkorb.<

    TELL: Das wird nichts.

    GESSLER: Wieso, willst du Hundefutter werden?!

    TELL: Nein, aber ich glaube nicht, daß er eine Banane auf dem Kopf balancieren kann!

    SCHULZ: Prust, feix...

    GESSLER: Schnauze, Schulz! War `n kleiner Fehlgriff, äh... >wühl< ... also diesen wunderschönen...

    WALTER: ...Kürbis trifft mein Vater mit verbundenen Augen!

    SOLDATEN: Gröhl!

    GESSLER: Ruhe! Mist, immer diese unübersichtlichen Picknickkörbe... Was hat die olle Zippe denn da für´n Mist gekauft!

    >Von weiter weg erklingt eine schrullige Stimme<

    OLLE ZIPPE: Das habe ich gehört!

    (Ein paar Gemüsesorten weiter...)

    WALTER: Bis jetzt waren der Kürbis und die Melone am besten!

    SOLDATEN: HUAHUAHUA....

    GESSLER: Schnauze! Jetzt hab ich ihn! Also, Tell, diesen wunderschönen Apfel schiesst du ihm vom Kopf!

    WALTER: Der`s aber ganz schön mickrig.

    GESSLER: Quatsch, das ist Normalgrösse! Bioanbau ohne Kunstdünger!

    TELL: Deshalb ist der so klein...

    GESSLER: Ruhe! Der Baum wächst direkt neben unserem Abort.

    SCHULZ: Dann will ich nicht wissen, wo die Melonen wachsen...

    GESSLER: Schnauze, Schulz!

    WALTER: Könnten wir nicht doch lieber den Kürbis...

    GESSLER: Nein!

    TELL: Keine Panik, mein Sohn, ich schaffe das schon! Die Armbrust hab ich selbst gebaut, damit wird nie ein Schuss versaut!

    WALTER: Aber wieso nimmst du die denn sonst nicht, wenn wir zusammen losziehen?

    TELL: Weil, die ist erst gestern fertig geworden...

    WALTER: Was?!

    TELL: Ja, jetzt kommt die Premiere!

    WALTER: Äh, Herr Gessler, könnten wir nicht warten, bis Robin Hood hier eventuell mal vorbeischaut, der könnte mir dann doch...

    GESSLER: Nix da!

    TELL: Nur keine Angst, ich bin der MacGyver des Armbrustbaus!

    WALTER: Wieso habe ich dich dann vorher nie an einer Armbrust bauen sehen?

    TELL: Weil es die vor 5 Jahren mal im Dreierpack beim Sonderpostenmarkt gab. Die haben gut gehalten.

    WALTER: Das ist also deine erste selbstgebaute?

    TELL: Ja, aber dafür sieht das Ding doch gar nicht so schlecht aus...

    WALTER: Du, Paps, willst du nicht lieber meine Armbrust haben, die ich mir aus dem "Yps"- Comic geholt habe, die ist garantiert...

    TELL: Nein, das hier ist Qualitätsarbeit aus einem "Hobbythek"- Buch! Die ist kinderleicht zu bedienen! Mann spannt den Pfeil so ein, und...

    >ZWÄNG!<

    SCHULZ: AUUUUAAAAA!

    WALTER: ...trifft einen Dussel in den Arsch.

    TELL: Ups, das tut mir aber...

    SCHULZ: Ich bring ihn um!

    TELL: Da ist die Spannvorrichtung kaputtgegangen. Das habe ich sofort repariet!

    >Zack- tüdelüt!<

    TELL: Fertig!

    GESSLER: Meine Fresse, können wir bald mal anfangen?!

    TELL: Nö!

    GESSLER: Und warum nicht, zur Hölle nochmal?!

    TELL: Äh,... weil der da meinen Pfeil noch hat...

    SCHULZ: Der ist tot, den mach ich kalt!

    GESSLER: Schnauze, Schulz! So, nun stellt der Bengel sich,... öööö, tütütü,... da, der Baum ist hübsch. Da stellt der Knirps sich hin, und du, Tell, stellst dich 25 Schritt davor! Los jetzt, meine Olle wartet!

    TELL: Das dürfte keine Schwierigkeiten geben, ich war gerade erst beim Augenarzt.

    WALTER: Du, Paps, das ist etwa 7 Jahre her, und den Arzt hast du damals bestochen, weil du doch den Führerschein für ein Pferdedoppelgespann machen wolltest.

    SCHULZ: Den Lappen kannst du dann gleich mal hergeben! Oller Betrüger! Hähähähähähä!

    TELL: Du bist ein selten dämliches Rindvieh! Grr... los, setzt ihm den Appel auf`n Kopp! Oder stopft ihm den in`s Maul!

    WALTER: Nö!

    (Endlich ist es soweit! Der Apfel ist auf Walters Kopf, worüber der ziemlich erleichtert ist, Gessler grinst ungeduldig, die Soldaten haben um einen Hunnie gewettet, und Tell hat sich, nachdem er wutentbrannt den Führerschein abgegeben hat, wieder etwas beruhigt und zielt!)

    TELL: Hmm,... so Pi mal Daumen durch Windrichtung plus Windstärke zum Quadrat... Perfekt!
    Feuer!

    >ZOING!<

    TELL: Ohauerha!

    GESSLER: Unglaublich, wie grausam...

    SCHULZ: Igitt, das ganze Blut!

    KLINCK: Bläh, wie fies, genau durchs Auge!

    GESSLER: Also, wenn ich gewußt hätte, dass das so ausgeht, dann...

    SCHULZ: Mir wird schlecht!

    TELL: Aber immerhin getroffen!

    WALTER: Was heult ihr denn rum, ich bin doch völlig in Ordnung?

    TELL: Du ja, aber ich habe ausser dem Apfel auch noch das arme Eichhörnchen am Baum festgenagelt. Das mickrige Ding ist ja sogar für den Grill zu klein.

    >Wieder die schrullige Stimme aus der Entfernung<

    OLLE ZIPPE: Du Drecksack, lässt mich hier sitzen! Ich geh nach Hause und schwing das Nudelholz warm! Wenn du nach Hause kommst...

    GESSLER: Grr, na fabelhaft habt ihr das hinbekommen!

    SCHULZ: Genau, das ist alles deren Schuld!

    >reibt sich den Hintern<

    KLINCK: Und Mittach is nu auch vorbei! Ich könnte euch beide...

    TELL: Walter...

    WALTER: Ja?

    TELL: So mache dich zum Spurt bereit, ich denke, es wird höchste Zeit!

    WALTER: Okay, Vater, das mache ich! Doch wieso denn eigentlich?

    SOLDATEN: Grr...

    TELL: Mein Sohn, jetzt tu doch nicht so dumm, die drehn uns gleich die Gurgel um!

    GESSLER: Hört ihr nicht bald zu reimen auf, nimmt euer Schicksal seien Lauf!

    SOLDATEN: Raaaah, jetzt fängt der auch noch an!

    GESSLER: Oh, oh,... Tell und Walter, glaubet mir, ich räche mich, aber nicht hier. Nun nehmen wir erstmal reissaus, die ziehn uns sonst die Zunge raus! Und das ist wohl nicht angenehm, drum lasset uns jetzt lieber gehn!

    SOLDATEN: HNNNNNNNG!

    WALTER: Was gucken die denn so verdrieslich, normalerweise folgt doch schließlich, nach Schiller hier ein Happy End. Das weiss, wer die Lektüre kennt!

    SOLDATEN: Töten, töten!

    TELL: Nun wolln wir mal nicht übertreiben, das Buch muss er doch erst noch schreiben! Darum ist hier kein Happy End. Walter, Gessler kommt und rennt!

    SOLDATEN: Jetzt reimt´s, äh, reicht`s, hinterher!

    >Tell, Walter und Gessler rennen los.<

    TELL, WALTER, GESSLER: Wir drei müssen jetzt ganz schnell fliehn, bevor die uns `nen
    Scheitel ziehn!

    SOLDATEN: Wenn diese Welt zu Grunde geht, die drei ham sicher dran gedreht!


    VORHANG

    ENDE

    Ich danke: Walter Moers, Clever und Smart, Brösel und allen, bei denen ich mir die Ideen und Inspirationen geklaut habe.

    Gruss
    Dilbert
     
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  3. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Also Du überaschst mich immer wieder aufs neue, Du solltest echt mit dem Schreiben Dein Geld verdienen! :top: :hail:
     
  4. lumba

    lumba Zwerg

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    Macht er auch vielleicht?!
     
  5. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    Ähm... das Ding ist inzwischen zehn Jahre alt. Und das Talent, das ich mal hatte, liegt jetzt irgendwo bei Knappis Imbiss vor´m Stammtisch, bzw wurde es als Leergut wieder abgegeben.

    Zum Wohl! :prost:
    Dilbert
     
  6. Shali

    Shali Latina

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    :top:
     
  7. Fussballgott

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    Endlich kam ich mal dazu, mir das durchzulesen ... [​IMG][​IMG][​IMG] Mehr fällt mir dazu spontan nich ein. Einfach zu geil [​IMG]

    Gruß FG
     
  8. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    ROTKÄPPCHEN (und noch ´n paar andere)

    Man braucht:

    Einen Sprecher (für die Klammerbemerkungen mit "")
    Eine Mutter (Mutter)
    Eine schwerhörige alte Schachtel (Oma)
    Ein etwas dusseliges Mädchen mit Sprachfehler (Gisela bzw. Rotkäppchen)
    Einen Saufbold in grünen Klamotten (Förster Gerd)
    Eine mittelprächtige Konditorin fortgeschrittenen Alters (Hexe)
    Einen Nebendarsteller (Hänsel)
    Eine Nebendarstellerin (Gretel)
    Ein biologisches Wunder aus dem Versuchslabor (Sprechender Wolf mit einem Magen, in den vier Menschen und sechs Viecher Platz finden)
    Ein paar Geisslein (Geisslein)
    Einen wirklich guten Tierarzt (sicher ist sicher...)

    Und natürlich um Himmels willen keinerlei Fachkritiker!!!!


    ("Es war einmal eine Frau mit Namen Sigrid Kohlbach, die lebte mit ihrer Tochter Gisela in einem Haus am Waldrand. Die Tochter war leider nicht gerade schlau, was auch damit zusammenhing, dass Sigrid darauf bestand im Stehen zu gebären, und dass die Hebamme im wirklich dusseligsten Moment eine Raucherpause machte. So durfte die Behauptung, das Kind sei nicht auf den Kopf gefallen, schon bei der Geburt eingetütet werden.... Damit die oft unachtsame Gisela nicht sofort von einem Auto überfahren wurde, wenn sie über die Strasse sollte, musste sie immer ein rotes Tuch um den Kopf binden wenn sie ausser Haus ging. Daher der bescheuerte Name dieser Story. Zudem hatte Rotkäppchen noch einen kleinen Sprachfehler.
    Die Mutter von Sigrid wohnte allein im Wald, weil sie die Natur liebte und so ausserdem ihre Schwerhörigkeit am besten verbergen konnte. Sigrid hatte es also familiär gesehen alles andere als leicht, zumal ihr Mann kurz nach der Geburt des Kindes einen Job als Eiswürfelverkäufer am Südpol angenommen hatte, jedenfalls behauptete er das, und schwupps war er weg. Viele Jahre ging das gut, bis...")


    MUTTER: Gisela, du musst zur Oma laufen.

    ROTK. Fieso?

    MUTTER: Die ist beim Gardinenbügeln von der Leiter gefallen und hat sich den Rücken verknackst, ausserdem plagt sie ein gepflegter Durchfall, so dass der Arzt ihr Bettruhe verschrieben hat. Nun liegt sie flach und hat nix zu essen und fürchterliche Schmerzen.

    ROTK.: Farum ruft sie dann nicht beim Pizzadienst an?

    MUTTER: Du weisst doch, dass die nicht in den Wald liefern. Ich pack Oma ´nen Korb fertig, den musst du dann hinbringen. Du kennst den Weg?

    ROTK.: Klar, erst links, dann rechts...

    MUTTER: Hä?!

    ROTK.: Dann bin ich schonmal an unserer Fohnungstür.... Fie´s danach feitergeht... öhm...

    MUTTER: Pass auf! Über die Strasse, in den Wald, und dann immer auf´m Weg bleiben. Erstmal immer geradeaus, und dann rechts, und dann wieder rechts, und schon bist du da. Kannst du dir das merken?

    ROTK.:Ich feiss nicht... far das nicht der Feg zum Schnapsladen?

    MUTTER: Nein, der ist auf der anderen Seite der Stadt. Alles begriffen?

    ROTK.: Klar, hast du je an mir gezfeifelt?

    MUTTER: Dazu sag ich lieber nix... Und immer auf´m Weg bleiben, nicht trampen und nur an den Weggabelungen abbiegen.

    ROTK.: Jaja, schon gut. Fo ist denn mein Falkman...

    MUTTER: Wenn das mal gutgeht...

    ("Gisela läuft also mit einem gut bestückten Korb in den Wald und hört nebenbei ihre Biene Maja- Kassetten. Leider geriet sie bei dem Lauschen der Ameisentruppe -"Links zwo drei vier..."- dann ziemlich mit der Wegbeschreibung durcheinander, was im späteren Verlauf zu einigem Chaos führen soll... "
    Aber erstmal brauchen wir ja einen Bösewicht,, deshalb schleife man jetzt bitte den Wolf auf die Bühne!)

    WOLF: Hallo, mein Kleines, was machst du denn hier ganz alleine?

    ROTK.: Ich füsste nicht, fas sie das angeht!

    WOLF: Aber Liebchen, ich bin doch nur ein friedlicher Geselle, der auf seinen Streifzügen durch den Wald etwas Gesellschaft braucht. Mir würde nie im Leben einfallen dich zu fressen... an dir ist ja auch nix dran...

    ROTK.: Na, fenn das so ist... Ich bin auf dem Feg zu meiner Grossmutter. Der ist beim Gardinenbügeln die Leiter unter ihrem Geficht zusammengebrochen, und nun liegt sie hilflos im Bett.

    WOLF: Klingt, als könnte da was dran sein....

    ROTK.: Fas?

    WOLF: Nix, ich hab nur laut gedacht, dass deine Grossmutter arm dran sein muss.

    ROTK.: Ach so.

    WOLF: Hör mal, Kleines, vielleicht könnte ich schon vorrauslaufen und deiner lieben Omma Bescheid sagen dass du kommst. Anschliessend komme ich zurück und helfe dir den Korb zu tragen. Was ist da eigentlich drin?

    ROTK.: Vier Dosen Ravioli, ein Büchsenöffner, ein halbes Schwein auf Toast und drei Flaschen Sternmarke gegen die Schmerzen.

    WOLF: Klingt gut... schöner Nachtisch... äääh, wo muss ich denn jetzt lang?

    ROTK.: Erstmal immer geradeaus, und dann links, und dann fieder links zfo drei vier...

    WOLF: Danke! Bis nachher zum Essen! Äh- Essen tragen!

    (Und nach erstmal immer geradeaus, und dann links, und dann wieder links....)

    WOLF: Komische Hütte hat die Omma. Und warum stinkt´s hier so nach Zimtplätzchen? Egal, das Ding sieht nicht sehr stabil aus, also stürme ich die Tür!

    >RUMMS KNIRSCH!<

    WOLF: Nanu, die liegt ja gar nicht im Bett?

    HEXE: Wohl beknackt?!

    WOLF: Und dick ist die auch nicht...

    HEXE: Wen wundert´s ich hab seit zwei Wochen nur Wasser und meine Dachziegel auf´m Tisch gehabt, und die Ziegel waren schon ziemlich zäh!

    WOLF: Ja, aber...

    HEXE: Und jetzt machst du Rindvieh mir auch noch meine Tür kaputt! Weisst du, wie lange es dauert sich ´ne neue zu backen?

    WOLF: Jetzt versteh ich gar nix mehr... Sie sollten doch im Bett...

    HEXE: Raus hier, du Idiot! Ich hab mir für nachher zwei Kinder zum Essen eingeladen, und wenn die dich sehen, bekommen sie Angst. Und was die Tür angeht: Ich hoffe, ich kriege die mit Zuckerguss wieder hin, ansonsten kann ich für dich nur hoffen, dass du ´nen guten Anwalt hast. Ich weiss, was zu tun ist. Wenn man hier ein paar Jahrzehnte allein wohnt kennt man alle Matlock- Folgen auswendig.

    WOLF: Das mit der Tür tut mir aber wirklich...

    HEXE: RAUS!!! (Schnappt sich ´nen Lebkuchenziegel vom Tisch)

    >Schmeiss- DONK!<

    WOLF: Aua! Wenn sie alle so behandeln wundert´s mich nicht, dass sie keiner besuchen kommt. Die armen Kinder können einem leid tun.

    HEXE: Biste noch nicht weg?! Wenn Du mir mein Mittag vertreibst... (Langt zum Tisch)

    WOLF: Ich hau schon ab...

    (Der Wolf hat sich gerade ein paar hundert Meter vom Haus entfernt als der Auftritt der Gaststars folgt. Hänsel und Gretel bitte!)

    WOLF: Verdammt, jetzt hab ich aber Kohldampf, diese blöde Göre hat mich reingelegt! Oder sie war zu doof... He, wer seid ihr denn?

    HÄNSEL: Ich bin Hänsel, das da ist Gretel. Unsere Eltern haben uns ausgesetzt, und da wir Hunger haben wollten wir jetzt da hinten zu der Hütte, wir haben da im Wald so einen Werbeprospekt gefunden, da würde eine Dame wohnen, die Kinder sehr gern hätte...

    WOLF: Irgendwie ist mir das ja alles sowas von egal... Mahlzeit!

    GRETEL: Mahlzeit!

    WOLF: Schlampf!

    GRETEL (steht plötzlich ohne Bruder da): He, so war das aber nicht gemumpf..

    WOLF: RÜLPS! Für den Anfang nicht schlecht, aber die fette Grossmutter passt trotzdem noch rein. Ich nehm mal den anderen Weg...

    (Die Hexe hat gerade ihre Tür frisch gekittet und will sie wieder einsetzen als Gisela angeirrt kommt)

    ROTK.: Oh toll, Oma hat neu dekoriert! Ich klopf lieber erstmal an um sie nicht zu erschrecken.

    HEXE: Was?! Och nöööö...

    >Knock Knock... KRACH!<

    ROTK: Ups, das tut mir aber leid... (trampelt auf die Trümmer der Tür, unter denen die Hexe begraben liegt) Oma?! Ups, falsches Haus! Naja, far ja zum Glück keiner da, sonst hätte es noch Schaden geben können. Ich mach mich lieber aus dem Staub... (verschwindet)

    HEXE: Grlgrrrmmmpf... sonst hätte es noch Schaden geben können?! Ich hasse meinen Job!!!! Wird wohl doch Zeit, sich zur Ruhe zu setzen..... Autsch, mein Rücken...

    ("Schenken wir der guten Frau nun eine Erholungspause (bis zum nächsten Märchen, falls sie da noch nicht verhungert sein sollte...) und begeben wir uns zum Haus der Grossmutter, das der Wolf inzwischen erreicht hat... nach einem unfreiwilligen Umweg, der ihm als zweites Frühstück auch noch sechs Geisslein bescherte. Manchmal hat man eben Glück... aber als Wolf im Märchen ist das höchst selten...")

    WOLF: Hmmm... ich versuch´s einfach mal.. HALLO OMA, Ich bin´s!

    OMA: Gisela, bist du´s?

    WOLF: Das geht ja leichter als ich dachte... Ja, ich bin es! Ich hab Dir ganz viel zu essen mitgebracht!

    OMA: Du hast gegessen, bis die Schwarte kracht? Mädchen, du wirst zu dick!

    WOLF: Nein, ich hab dir was mitgebracht!

    OMA: Wer hat dich ausgelacht? Etwa deine Mutter? Pöh, die war als Kind noch viel blöder...

    WOLF: Nein, ich habe von Mutti einen Korb gekriegt!

    OMA: Das wundert mich gar nicht, so schlecht wie die kocht. Die wird noch viele Körbe kriegen!

    WOLF: Verdammt, jetzt reicht´s mir aber. Die Alte hört ja so gut wie gar nix!

    OMA: Nein, ich kann nicht mit zum Picknick, ich muss doch im Bett bleiben.

    WOLF: Ich komm jetzt rein!

    OMA: Oh, wie fein!

    WOLF: Hmm, die Tür scheint abgeschlossen.. (geht ein paar Schritte zurück) Und jetzt mit ANLAUF!!!

    OMA: Was, es gibt Auflauf?

    >RUMMS!<

    WOLF: Glglgl...

    OMA: Was sagst du, ich, ich versteh dich so schlecht?!

    WOLF: Autsch, mit Gewalt ist da nix zu machen...

    OMA: Was sagtest du, war das für ein Krachen?

    WOLF: Wenn die nicht gleich die Klappe hält, geh ich die Wände rauf!

    OMA: Ja, die Tür geht schwer auf. Die wollte der Oberförster schon seit Ewigkeiten mal ölen. Aber nun komm doch endlich rein.

    WOLF: Es ist abgeschlossen.

    OMA: Was hast du ausgegossen?

    WOLF: Ruuuuuuuhig, Erwin, denk an deinen Blutdruck.... Ach, ich Dussel! Ich bin ein Wolf, und der hat doch bekanntlich Krallen. Also werde ich damit das Schloss öffnen, und dann gibt´s endlich was zu futtern.

    OMA: Stimmt, die Tür braucht ein paar neue Muttern.

    WOLF: Grrrrr... langsam....... laaaaaangsaaaaaaam....... nicht aufregen.......

    >Zack Tüddelüt... Knirsch!<

    WOLF: Autsch, das war die erste Kralle...

    (Drei Krallen später)

    WOLF: Aua, meine arme Pfote, und ich war gestern erst zur Maniküre...

    OMA: Was ist mit meiner Türe? Passt der Schlüssel unter der Fussmatte nicht mehr?

    WOLF: Gleich dreh ich durch, das kann doch nicht sein!!!

    OMA: Ja, komm rein!

    WOLF: Ich werde dies Tür jetzt aufschliessen, dann zehn Meter Anlauf nehmen und mich mit einem begnadeten Hechtsprung auf die alte Schachtel stürzen.

    OMA: Was ist mit meinen Gewürzen?

    >Klickklack.. schnapp... quiiiietsch...<

    WOLF: Haha, Wolf im Anflug! (Spring)

    OMA: Vorsicht, Durchzug!!!

    >RUMMS!<

    WOLF: NEEEEEEEEEEIIIIIIIIIN!

    >CRASH!<

    WOLF: Glglgl...

    OMA. Klemm dir nicht die Finger, hier zieht´s gewaltig, da muss man mit den Türen aufpassen, sonst passiert noch was!

    WOLF (verständlicherweise mit den Nerven am Ende): Sonst passiert noch was?! SONST PASSIERT NOCH WAS????!!!!! Jetzt passiert was, du verdammte alte Krampfader! Verdammt, mein halbes Gebiss ist gerade flöten gegangen! Jetzt muss ich das fette Teil auch noch an einem Stück herunterwürgen!

    OMA: Ja, stimmt, gestern musste ich ganz schlimm würgen. Diese Magen-Darm Geschichte...

    WOLF (hat dummerweise nicht zugehört und kommt lieber auf normalem Wege in´s Haus): Hallo, hier bin ich!

    OMA: Mahlzeit!

    WOLF: Du sagts es!

    OMA: Verdammt, Gisela, du musst Dir wirklich mal die Beine rasieren, und das schon in deinem Alter...

    WOLF: Schnauze jetzt! MAMPF!

    OMA: Hilfe, hier ist es ja ganz dunkel! Mach sofort das Licht wieder an! Und ausserdem...

    WOLF: Halt die Klappe!

    OMA: Wo ist denn hier das Klo? Mein Durchfall..

    HÄNSEL: Alte, mach jetzt bloss keinen Scheiss!

    WOLF: Blärgs, jetzt ist mir fast schlecht. Ich hau mich lieber ein bisschen hin.

    (*Der Wolf hat gerade ein Nickerchen hinter sich, während Grossmutter in seinem Bauch die A...backen zusamenkneift um nicht in die Hose zu machen. Hänsel und Gretel versuchen unterdessen zu verhindern, dass ihnen die Geisslein die Haare vom Schädel lutschen. Da kommt Gisela nach einigen Verirrtheiten über den Umweg sieben Berge - sieben Zwerge hereinspaziert.*)

    ROTK.: Hallo Oma, hier bin ich!

    WOLF: Ach du Sch..., die hatte ich ja ganz vergessen....

    ROTK.. Oma, alles in Ordnung?

    WOLF: Aber ja, schön dass du da bist.

    ROTK.: Aber Grossmutter, farum hast du denn so grosse Ohren?

    WOLF: Och, bitte nicht die doofe Szene!

    ROTK.: Doch, das muss sein!

    WOLF: Na gut...

    ROTK.: Also, Grossmutter, farum hast du so grosse Ohren?

    WOLF: Das kommt von den neuen Hörgeräten!

    (In dem Moment gibt der Schliessmusskel von Oma nach >sprraatsch!<, und dem Wolf wird furchtbar schlecht...)

    ROTK.: Aber Grossmutter, farum hast Du denn so grosse Augen?

    WOLF: Blärg, das willst du gar nicht wissen, glaube mir!

    ROTK.: Aber Grossmutter, farum hast du denn so fenig Zähne?

    WOLF: Frag den Deppen, der das Drehbuch schreibt!

    ROTK.: Aber Grossmutter, farum hast denn so eine komische Stimme?

    WOLF: Damit ich dich besser fressen kann!

    ROTK.: Aber Grossmutter, das macht doch irgendfie gar keinen Sinn?!

    WOLF: Na und? MAMPF!

    ROTK.: Hilfe, lass mich raus!

    HÄNSEL: Langsam wird´s hier wirklich eng...

    GEISSLEIN: Bäääääääh....

    >FARZ!<

    OMA: Verzeihung.

    ALLE ANDEREN: Mir wird schlecht!!!!

    WOLF: Verdammt ist mir übel! Ich werde mir erstmal ´nen Schnaps aus Ommas Fressalienkorb genehmigen und mich dann hinlegen, jetzt kommt wohl keiner mehr.

    (*Gesagt - getan. Allerdings hat er sich verkalkuliert, denn ausgerechnet am heutigen Tag kommt Förster Gerd des Weges, weil er die Tür von Ommas Bude ölen möchte. Da er die Hütte auch als Vermieter betreibt, und ausserdem mit der alten Dame seit längerem befreundet ist, findet er den Schlüssel schnell, den Gisela vorher in einem Anfall von Intelligenz wieder unter der Fussmatte platziert hatte.*)

    GERD: Ach, die schläft, dann werde ich nur kurz die Tür ölen, und dann.... He, was ist das denn? Eine angebrochene Pulle Sternmarke? Naja, da könnte man ja eigentlich.... so ´nen kleinen.... Finde ich echt nett von ihr, dass sie mir die Buddel hingestellt hat.

    >Lunk>

    GERD: Na eigentlich... auf einem Bein kann man nicht stehen.....

    (*...und auf einer Flasche schon gar nicht.... und so, ca. neunzig Minuten später...*)

    GERD: SCHNAAAAAARCH

    WOLF: Gähn, was soll denn der Lärm? Oh, Scheisse, der Förster! Ich seh lieber, dass ich wegkomme!

    (Der Wolf öffnet die Tür)

    >QUIIIIIIIIETSCH!!!!<

    GERD: Hä, was, wie, wasisnhierlossch?!

    WOLF: Verdammt!

    OMA: Oh oh, die Bewegung...

    >PRAAAPS!<

    HÄNSEL, GRETEL, ROTK.: IIIIIIEH!

    GERD: Hahahaaaaaalt, stehenbleiben! Oha, ich musch ja estma selbssst stehen... ohauerhauerha..

    WOLF: Ich kann nicht mehr, mir wird so schlecht!

    >KOTZ!<

    GERD: Dahahabicheuch abber ganz knabb gereddet...

    ROTK.: Bläh, ich brauch ´ne Dusche!

    HÄNSEL: Komm, Gretel, wir verziehen uns lieber. Vielleicht können wir uns bei der netten alten Dame waschen, wo wir vorhin eigentlich hinwollten.

    GRETEL: Hier hält´s mich nicht mehr.

    (Abgang)

    ROTK.: Fieso haben sie uns gerettet?

    GERD: Hätte ich die Tür vorher geölt, hätte ichsas Qietschn nich jehört getan, und denn häddädä Wolf auch nich so schhhnell das Weitee gesucht, und Ommas Darm wäre ruich geblieben.

    ROTK.: Das erscheint mir aber feit herheholt. Ich glaube, fir sollten einen firklich guten Tierarzt für den Folf anrufen, der sieht aus, als könnte er einen gebrauchen.

    OMA: Ich muss erstmal auf´s Klo... >SCHARTZ!< Mist, zu spät!

    ROTK.: Vielleicht sollten fir uns aber auch einfach aus dem Staub machen....

    GERD: Du bleibsch hier, du Wolf, du, wenn ich erstma wieder geradeauslaufn kann, dann sollste mal sehn du...

    WOLF: Das könnte dir so passen, ich stürz mich lieber gleich in den Brunnen, bevor auch noch die Mutter der Geisslein auftaucht. Die kleinen Viecher petzen garantiert, und ich hab wirklich nicht mehr die Kraft zum Weglaufen. Und Tschüss!

    >DONK!<

    WOLF: Verdammt, das Ding ist trocken!!!!

    ENDE

    Gruss
    Dilbert
     
  9. Markus0711

    Markus0711 Well-Known Member

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    Sach mal Dilbert, das ist einfach nur GENIAL!!!
    Dass du ein klasse Tour-Bericht-Autor bist, ist uns allen bekannt. Aber das haut einen ja voll komplett aus den Latschen... :hail:
     
  10. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    Moin!

    Sterntaler

    Die Mannschaftsaufstellung:

    -eine dämliche (Petra)
    -eine hungrige (Hexe)
    -ein hungriger (Hänsel)
    -eine schuhlose (Gretel)
    -ein geflitzter (Mehmet)
    -ein jagender (Polizist)
    -eine leichtbekleidete (Nutte)
    -ein zerfetzter (Pilot)
    -eine Selbstmörderin (Mutter)


    <Es war einmal ein Mädchen, welches Petra hiess. Sie hatte ein grosses Problem, denn die hatte den unbändigen Drang, unbedingt allen helfen zu wollen. Daher kam es ab und zu vor, dass sie ihr Hab und Gut verschenkte, was der Haushaltskasse nicht gerade erfreuliche Bestände bescherte. Deshalb fasste ihre von Krediten fast in den Ruin getriebene Mutter eines Tages im Herbst den Entschluss, dass das Mädel jetzt für sich selbst sorgen sollte. Deshalb fuhr sie mit Petra in den Wald, wo sie sie einfach aussetzte, nur mit den Klamotten am Leib und ein paar Klappstullen ausgerüstet. Sie hoffte, dass die junge Dame auf diese Weise endlich lernen würde, dass man nicht immer alles verschenken kann.
    Als erstes traf Petra bei ihren Wanderungen auf eine uns wohlbekannte alte Frau, die gerade Holz für ihren Ofen sammelte.....>

    HEXE: Autsch, mein Rheuma! Verdammte Hacke, diese Lebkuchenfertighäuser aus Schweden sind wirklich nix für eine alte Frau wie mich. Wenn man bei Ikea kauft fehlt eben immer eine Schraube.... alles viel zu zugig.

    PETRA: Och, sie arme alte Frau, was ist denn mit ihnen?

    HEXE: Werde du erstmal 156 Jahre alt, dann bekommst du´s auch im Rücken.

    PETRA: 156 Jahre?! He, sie sind Hera Lind!

    HEXE: Ich wünschte ich könnte meinen Hunger lindern....

    PETRA: Kann ich ihnen helfen?

    HEXE: Du mir..?! Öh, klar, trag mir doch bitte das Holz nach Hause, damit ich nicht immer frieren muss.

    PETRA: Nee, meine Mama sagt immer, ich soll nicht mit fremden Leuten mitgehen.

    HEXE: Aber Kindchen, was soll ich altes Weib dir denn tun? Komm mit mir nach Hause, dann heize ich den Ofen ordentlich an, du gehst rein... äh, in meine Bude, und ich mache einen leckeren Braten. Ich habe einen Bärenhunger!

    PETRA: Ja, wenn das so ist...

    HEXE: Ja, ja... (WasserimMundzusammenlauf)?!

    PETRA: Dann gebe ich ihnen meine Jacke und ´ne Klappstulle von meinem Proviant! Bitte schön!

    HEXE: Ja, aber...

    PETRA: Nix zu danken, ich muss weiter!

    <So knapp dem Tod entronnen, machte Petra alsbald die Bekanntschaft eines halbwegs berühmten Geschwisterpärchens...>

    GRETEL: Hänsel, mir ist kalt!

    HÄNSEL: Ja, mir auch....

    GRETEL: Ich hab Hunger!

    PETRA: Hallo, ihr beiden, wo drückt denn der Schuh?

    GRETEL: Sehr witzig!

    PETRA: Ups, das wusste ich nicht!

    GRETEL: Meine Schuhe haben wir unterwegs liegengelassen, um uns den Weg nach Hause zu weisen. Unsere Brotkrumen sind uns ausgegangen.

    PETRA: Mann, seid ihr däm....

    GRETEL: (fäusteschwingend): Ja, WAS?!

    PETRA: Ääääh, in einer dämlichen Situation.

    HÄNSEL: Aha, klug erkannt.

    PETRA: Ihr habt sicher Hunger.

    GRETEL: Jo!

    PETRA: Passt auf, ich geb dir meine Schuhe, und ausserdem bekommt ihr jeder noch ein Wurstbrot von mir.

    GRETEL: Danke, aber... deine Füsse?!

    PETRA: Mach dir um die keine Sorgen. Ich bin schon einmal fast nackt bei Minus 6 Grad durch Berlin gelaufen. Ich kam gerade vom Bahnhof Zoo, und die ganzen netten Leute da hatten alle kein Geld für ihre Medikamente. In Berlin müssen wirklich viele Leute krank sein, so viele Spritzen wie da rumliegen. Also nimm, und dann ist gut! Ich muss weiter.

    HÄNSEL: Mann, ist die dämlich!

    <Petra ging weiter, und so langsam wurde es dunkel. Da kam ihr ein gehetzt wirkender Typ entgegen, der gestreifte Klamotten trug...>

    PETRA: Nanu, seit wann sind denn blau- weisse Streifen wieder in?

    TYP: Eh Alte, ist voll krass hier. Halt blos die Schnauze, sonst finden die Wärter mich noch!

    PETRA: Wieso?

    TYP: Sachma, bistu dumm oda was? Die sammeln so gestreifte Klamotten! Kaum haust ´ner blöden Omma was vor de Fresse, zockst ein paar Pissern das Handy und das Portemonaie und klaust fünf Autos, schon jagen die dir.

    PETRA: Das ist doch nicht fair, wenn die dir die Sachen wegnehmen, dann frierst du doch!

    TYP: Ey Tussi, sach nicht sowas!

    PETRA: Dann nimm meinen Pulli und meinen Rock, ich komme auch so klar.

    TYP: Ist ja voll top, der Pullover ey, aber deinen Rockfetzen kannst behalten. Bin doch keine blöde Schwuchtel, oda was?!

    PETRA: Na gut... sach mal, wie heisst du eigentlich.

    TYP: Eh, voll krass ey, die nennen mich alle nur Mehmet. Finde ich krass spitze von dir, zum Dank krisst auch mein geiles gestreiftes Hemd!

    PETRA: Oh, wie nett. Auf Wiedersehen!

    MEHMET: Boa, hoffentlich nicht! Die ist krass dämlich, Mann!

    <Eine viertel Stunde später...>

    POLIZIST: Aha, wir haben ihn!!!

    PETRA: Hä?! Was soll denn diese taschenlampenmässige Festbeleuchtung? Das blendet!!

    POLIZIST: Was soll das denn, Wer bist denn du?!

    PETRA: Ich bin Petra Bollberg. Was ist denn los?

    POLIZIST: Wie zur Hölle kommst du in dieses Hemd?!

    PETRA: Ach, ihr seid die Blödmanner, die dem netten jungen Mann die Klamotten klauen wollen. Wenn ihr gestreifte Sachen sammelt, die gibt´s ganz billig bei Kik.

    POLIZIST: Das Hemd ist uns egal, wir suchen den Typen der da dringesteckt hat. Der ist uns mal wieder aus der Haftanstalt geflitzt! Den können wir abschieben so viel wir wollen, der kommt immer wieder zurück.

    PETRA: Na, denn will ich euch mal helfen.

    POLIZIST: Weisst Du, wo der ist?

    PETRA: Nein, aber ich gebe euch das Hemd für die Suchhunde. Und wenn ihr ihn zu fassen bekommt, dann sagt ihm, dass ich meinen roten Pullover wiederhaben will.

    POLIZIST: Danke schön.

    PETRA: Tschüss!

    POLIZIST. Mann, ist die dämlich!

    <Es wurde stockfinster, und Petra hatte nur noch Unterhemd und Rock an. Die Unterhose und die Socken mussten wegen eines akuten Klopapiermangels leider geopfert werden.... Sie hatte den Wald inzwischen verlassen, und latschte nun an einer Strasse nahe der tschechischen Grenze vor sich hin, wo einige leichtbekleidete Damen nach Kundschaft Ausschau hielten.>

    PERTA: Warum zieht ihr euch nicht mehr an, es ist doch schweinekalt!

    NUTTE: Was willst Du denn hier, mir mein Geschäft versauen? Kinderstrich ist weiter vorn hinter´m Parkplatz!

    PETRA: Wenn du ein Geschäft zu erledigen hast, dann tu das gefälligst da drüben im Wald. So etwas macht man nicht auf offener Strasse!

    NUTTE: Was glaubst du denn, wo ich vor etwa 20 Minuten noch war?

    PETRA: Oh Mist, hast du Durchfall?

    NUTTE: Willst du mich verar... Ach so, du denkst, dass mein Geschäft... HAHAHAHA!

    PETRA: Nun nimm erstmal meinen Rock, bevor du dich erkältest. Mein Hemd ist lang genug.

    NUTTE: Ja, aber, was soll ich denn....

    PETRA: Nein, nichts zu danken. Tschüss!

    NUTTE: Mann, ist die dämlich!!!

    <Nun hatte Petra nur noch ihr letztes Hemd. Sie kehrte in den Wald zurück und kam schliesslich auf eine Lichtung, wo ihr plötzlich ein Mann in völlig zerzauster Kleidung entgegengerannt kam.>

    PETRA: Was haben sie denn gemacht? Sie sehen ja schrecklich aus!

    MANN: Ich bin im Baum gelandet, und jetzt die Birne runter und seh zu dass du wegkommst!

    PETRA: Aber sie müssen doch frieren, hier, nehmen sie mein Hemd.

    MANN: Danke, ich....

    BA-RENZ!!!!!!!!!!!!

    PETRA: Es regnet Gold! Ich wusste doch, dass Barmherzigkeit sich auszahlt! Ausserdem fällt jede Menge Kleidung vom Himmel! Ich bin reich!!!!

    -So hätte es enden können... aber doch nicht bei mir!-

    <Zeitungsmeldungen am übernächsten Tag:
    "Flugzeug wegen Triebwerksschadens explodiert!
    Wegen eines Treibwerksschadens ist in der vorigen Nacht ein russisches Transportflugzeug nahe der Grenze zu Tschechien explodiert. Der Pilot konnte sich vor dem Absturz mit dem Fallschirm retten. Die Fracht bestand aus alten Staatsschätzen, die von einer Ausstellung zurück nach Moskau geflogen werden sollten, sowie aus mehreren hundert Altkleidersäcken vom Roten Kreuz für die frierende Bevölkerung Russlands. Wert der Fracht: ca. 1,5 Millionen Euro. Die ehrliche Finderin, die keinen Finderlohn haben wollte, hat bis auf die Kleidungsstücke alles zurückgegeben. Ihre Mutter soll sich nach unbestätigten Angaben mit Betonklötzen an den Füssen in einen See gestürzt haben. Ihre letzten Worte waren angeblich: "Mann, ist die dämlich!" Dem schliessen wir uns an. Wegen der verschwundenen Kleidungsstücke werden Ermittlungen gegen eine berühmte, irische Popgruppe aufgenommen, die in der Nähe ein Konzert gab und unter dringendem Tatverdacht steht."

    "Mehmet wieder geflüchtet!
    Ist unsere Justiz so doof? Der jugendliche Serienstraftäter Mehmet ist wiederholt aus der Haft entkommen. Die Polizisten konnten bei einer hilfsbereiten Bürgerin nur das Anstaltshemd des Flüchtigen finden. Die Hunde nahmen zwar die Witterung auf, man fand aber nichts weiter als einen roten Pullover in der Nähe des Hauses einer alten Dame, die zugab, Mehmet zum Essen eingeladen zu haben. "Ich wusste ja nicht wer das war. Aber ein Essen bei mir wirkt oft Wunder, sie werden sehen, der stellt nichts mehr an.", so ihr Kommentar.">

    ENDE



    P.S.: Das Original entstand im Jahr 1996. Damals flüchtete aus aktuellem Anlass noch Peter Graf...
     
  11. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    JESUS: Die Geburt
    ----------------------------

    WARNUNG: Wer meint, daß die Kirche irgendeinen Sinn hat, der sollte lieber die Bibel lesen, denn folgendes ist NICHT für ihn / sie geeignet!

    Erforderlich sind:
    -ein Baby (Jesus)
    -eine geldgeile Schrulle (Maria)
    -ein betrogener Schreiner (Josef)
    -ein paar "Red Bull"- abhängige (Engel Ferdinand, Helmut, Karl Heinz)
    -drei Möchtegern- Monarchen (Könige Paul, Ewald, Bertram)
    -zwei Heinis mit Schlapphut und Hirtenstab (Schäfer Klaus, Roland)
    -eine Schnapsdrossel (Schäfer Fred)
    -ein Mistkerl (Soldat Grobus)
    -ein paar Dussel (Soldaten)
    -eine sehr gute Sylvesterrakete (Stern)
    -ein allmächtiger (Gott)
    -ein bissiger Hirtenhund (Wastl)
    -ein Haufen stinkender, blökender Schafe

    (So begab es sich zu der Zeit, als der Kalender gerade erfunden wurde, daß der Staatschef anordnete, den neuen König der Juden möglichst schnell aus dem Weg zu räumen, am besten gleich nach der Geburt, weil eine Opposition sich in seiner eh schon kränkelnden Staatskasse nicht sehr gut machen würde, die könnten ja bezahlten Urlaub oder ähnliches verlangen. So schickte er seine Soldaten los, um diesen neuen König zu finden und schnellstens zu verbuddeln. Das war aber keine leichte Angelegenheit, weil der neue König ja nicht gleich mit Krone geboren wurde. So beginnen wir nun auf der Weide, wo die Schäfer Fred, Klaus und Roland vor sich hin frieren, und zum Überfluß auch noch auf die stinkenden, blökenden Wollspender aufpassen müssen. Das macht jeder auf seine eigene Weise...)

    FRED: Meine Güte, was leuchten die Sterne heute hell... hick!

    KLAUS: Meine Fresse, wie oft sollen wir dir noch sagen, daß du die Hände von deinem selbstgebrannten Fusel lassen sollst!

    ROLAND: Außerdem haben wir Vollmond.

    FRED: Ich glaube, jemand hat die Luft aus dem Mond gelassen. Kiek mal wie der da fliegt!

    ROLAND: Naja, der Mond ist das nicht, aber ulkig sieht das Ding da schon aus.

    <die Engel segeln herunter>

    HELMUT: VOOOOOOORSICHT! <KLATSCH!> Aua!

    FRED: Wer is´n er?

    HELMUT: Autsch! Mann, ich nehme nie wieder einen Auftrag auf der Erde an. Diese verdammte Schwerkraft bei der Landung kriege ich nie in den Griff!

    ROLAND: Seid ihr bescheuert?! Was soll denn die Vorstellung!

    FERDINAND: Ich bin der Engel Ferdinand, un der da ist Engel Karl Heinz. Der abgestürzte ist der Engel Helmut.

    ROLAND: Was zur Hölle sind denn Engel?

    FERDINAND: Wir kommen ncht aus der Hölle, sondern vom Himmel. Wir sind die Botschafter Gottes...

    HELMUT: ...die zu den Leuten kommen, um ihnen die Nachricht des Herrn zu überbringen, und bei der Bruchlandung in einen Haufen Schafskacke zu klatschen! BLÄH!

    KLAUS: Des Herrn?! Was soll das denn, seid ihr etwa Steuereintreiber?

    HELMUT: Nein, der Herr ist unser Gott, der dafür sorgt, daß AUA!

    KLAUS: Was ist, Flügel verstaucht?

    HELMUT: Auuu, nein, Hirtenhund am Bein! Autsch!

    ROLAND: Wastl, aus!

    HELMUT: Danke, au, ach zum Teufel, heute geht auch alles schief!

    <vom Himmel her>: GRUMMEL!

    FRED: Ich glaub, jetzt gibt´s Gewitter...

    HELMUT: Verzeihet mir, oh Herr!

    <die Wolken verziehen sich>

    FRED: Mit wem sabbelst du da eigentlich?

    HELMUT: Ich spreche zu Gott, dem Schöpfer!

    FRED: Schöpfer? Ist da ´ne neue Kneipe?!

    KARL HEINZ: Nein, der Schöpfer ist der, der das alles hier geschaffen hat.

    ROLAND: Was?! Der Typ, der hier diese gammelige Weide hat im Sommer vertrocknen lassen, so daß ich die Hälfte meiner Herde habe notschlachten müssen?! Wo ist die Sau, den mach ich kalt!

    KARL HEINZ: Gott ist überall.

    ROLAND: Wieso, gibt´s davon noch mehr?

    HELMUT: Nein, ihr werdet es schon noch verstehen. Aber nun zu unserem Auftrag. Wir sind gekommen, um euch die Geburt von Gottes Sohn zu verkünden.

    FRED: Wat geit mi der Rotzlümmel an?!

    FERDINAND: Ihr sollt dabei sein, schließlich wird der neue Messias geboren!

    ROLAND: Der neue Messias? Wer ist denn der alte?

    FRED: Messias ist aber ´n doofer Name. Ich hätte den Bengel Harald oder so getauft!

    HELMUT: Grrr, nein, mit Messias meinen wir euren Retter und Erlöser.

    ROLAND: Was soll das denn, pisst der meine Felder wieder grün? Ist wohl ´n Witz!

    FERDINAND: Nein, er wird Kranke heilen, euch Mut geben, und am Ende wird er für eure Sünden geradestehen!

    KLAUS: Nu hör mal, du Suppenkasper, bei meinen Sünden stand meiner bis jetzt immer von allein gerade! Ich kann alleine in´s Bordell, da braucht keiner für mich geradezustehen! Am Ende soll ich für den geilen Bock auch noch bezahlen?!

    KARL HEINZ:: Wenn ich nicht im Dienst wäre...

    HELMUT: Beruhige dich, sonst gibt´s vom Chef was auf die Rübe!

    FERDINAND: Mit "geradestehen" meinten wir, daß er eure Buße übernehmen wird.

    FRED: Pah, hicks, ich habe eh keinen Führerschein, also auch keine Bußgeldbescheide.

    HELMUT: Wieder falsch, ich versuch´s mal so: Er wird für euch leiden.

    KLAUS: Das is ja auch ´n ganz perverser!

    HELMUT: Ach scheiß drauf, wenn ihr hingeht gibt´s Freibier!

    FRED: Das is`n Wort!

    HELMUT: Klasse, also folgt immer diesem Stern mit dem lange Schweif!

    KLAUS: Moment, wer passt dann auf unsere Schafe auf?

    HELMUT: Die Viecher stinken zu Himmel...

    FERDINAND: ...deshalb wird Gott über sie wachen..

    KLAUS: Wenn da nachher auch nur eines fehlt, dann gibt´s Terz! Der Typ kriegt ´ne Rechnung!

    ROLAND: Ist das weit zum Geburtsort? Meine Schuhe sind total durchgelatscht!

    HELMUT: Folgt nur dem Stern!

    FRED: Wenn ihr uns verarscht habt, dann... He, geht ihr nicht mit?!

    KARL HEINZ: Red Bull verleiht Flüüügel!

    FRED: Dann hättet ihr uns ruhig auch ein paar Eimer von dem Zeug mitbringen können!

    HELMUT: Geht leider nicht, das wurde vom Dopingmittelgesetz verboten und darf nur noch für Sonderaufträge wie diesen hier an Außendienstler des Herrn gegeben werden. Außerdem müssen wir noch ein paar anderen Bescheid sagen!

    FRED: Los, Leute, ich kriege Durst!

    (Und so zogen sie los, dem Sterne nach, vom Durst getrieben und von einem Wespenschwarm, dessen Nest Roland versehentlich mit seinem Hirtenstab vom Baum gekloppt hatte...
    Nun kommen wir zum Stall, wo Maria in den Wehen liegt.)

    JOSEF: Ich verstehe das nicht.

    MARIA: Wass soll´s, es ist nun mal passiert!

    JOSEF: Aber wie, ich meine, wir haben doch immer aufgepasst daß nichts passiert?!

    MARIA: Ach, das geht so schnell...

    JOSEF: Ich mache mir aber Vorwürfe, ich meine, diese Schmerzen!

    MARIA: Meine Güte! Ich habe einmal nicht aufgepasst, und nun ist es passiert. Mir ist die Keimölpulle umgefallen, dein Vater ist auf der Pfütze ausgerutscht und hat sich den Arm geprellt.

    JOSEF: Ach so, jetzt ist alles klar.

    MARIA: Au, Josef, es ist bald soweit!

    JOSEF: Soll ich Wasser holen?

    MARIA: Quatsch, gleich fängt Lindenstraße an!

    JOSEF: Und du meinst, daß du die noch mitbekommst?

    MARIA: Hol Wasser, du Blödmann!

    JOSEF: Bin schon weg!

    < Josef rennt raus, und kommt mit den drei Schäfern wieder rein>

    KLAUS: Ich glaube, hier sind wir richtig!

    JOSEF: Was wollen sie denn von uns?!

    FRED: Wo ist das Freibier?!

    MARIA: Freibier?! Was soll denn der Gammel, und wieso seht ihr aus wie Windpockenopfer?

    ROLAND: Öhm,...

    KLAUS: Grrr....

    FRED: Wir sind hier, um bei der Geburt von Gottes Sohn dabei zu sein, und die drei Heinis mit den Flügeln haben Freibier angekündigt!

    JOSEF: Gottes Sohn? Ist der etwa nicht von mir?

    MARIA: Jetzt habt ihr Trottel mich in eine schöne Scheiße geritten!

    JOSEF: Gott, wo ist der Penner, den mach ich kalt!

    KLAUS: Nicht doch, es ist ein Sohn Gottes! Wer auch immer das sein mag...

    JOSEF: Das ist mir Wurst, wer das ist!

    FRED: Ich hab Durst. Die ollen Penner mit den Flügeln haben uns angeschissen!

    KLAUS: Fred, nun bleib doch mal ruhig...

    JOSEF: Wer zum Teufel ist Gott?

    ROLAND: Gott ist der Schöpfer!

    JOSEF: Den falte ich zu ´ner Schöpfkelle zusammen, wenn ich ihn erwische! Zur Hölle wird er fahren!

    <aus der Tiefe des Raumes kommt eine Stimme>

    GOTT: Hier bin ich, ungläubiger Narr!

    JOSEF: Wo bist du? Zeig dich, Feigling!

    GOTT: Nu mach mal halblang, ich schuf dich, und ich kann dich auch wieder vernichten!

    JOSEF: Das werden wir ja sehen, wer hier wen halblang macht! Komm raus! Du hast mich nicht erschaffen, mein Vater hieß Knut und war Grundschullehrer für Sozialkunde und Nadelarbeit!

    GOTT: Ach ja?!

    JOSEF: Ja, oder hast du meine Ma etwa auch gevögelt?

    GOTT: Jetzt reicht´s!

    <ein Blitz zuckt, es knallt, und Josef reibt sich den Hintern>

    JOSEF: Aua, das gilt nicht!

    GOTT: Hähä, glaubst du mir jetzt?

    JOSEF: Na gut, Feigling!

    FRED: Und wann gibt´s endlich Freibier?

    GOTT: Freibier?! Wer hat denn diesen Dummfug verzapft?

    FRED: Einer von den Kaspern mit den Flügeln!

    GOTT: Ich sollte mir Gedanken über die Methoden meiner Außendienstmitarbeiter machen...

    FRED: Moment, kein Freibier?!

    GOTT: Nö!

    FRED: Kommt, Jungs, lasset uns abhauen. Drei Straßen weiter ist ´ne Kneipe!

    GOTT: Nix da, ihr bleibt hier! Wenn meine Engel euch hergelotst haben, dann bleibt ihr auch hier!

    ROLAND: Und wieso?

    GOTT: Weil das später mal in die Bibel kommt!

    FRED: Na, und?!

    GOTT: Und weil ich sonst deinen Arsch verbrennen, deine Felder verdorren und dich heiraten lassen werde!

    FRED: HEIRATEN?! Hast gewonnen!

    <jetzt kommen auch die drei Könige anmarschiert>

    EWALD: Mahlzeit!

    MARIA: Macht die Schotten dicht, das wird kalt hier!

    JOSEF: Was wollt ihr denn hier?!

    EWALD: Sind wir hier richtig?

    FRED: Habt ihr Bier mitgebracht?

    EWALD: Bier?! Nööö...

    FRED: Dann seid ihr falsch!

    PAUL: Wir wollten der Geburt von Gottes Sohn beiwohnen.

    BERTRAM: Und außerdem sollte es hier Freibier geben.

    ROLAND: Ihr seid auch den Pennern mit den Flügeln auf den Leim gegangen.

    MARIA: He, ist das hier ´ne Peepshow?! Raus mit euch, ihr Spanner!

    BERTRAM: Wir haben auch Geschenke mitgebracht...

    MARIA: Geschenke?! Herzlich willkommen!

    JOSEF: Nutte...

    KLAUS: Wieso bringt ihr denn Geschenke mit?

    EWALD: Weil Weihnachten ist.

    ROLAND: Ach so...

    MARIA: AUUUUU, er kommt!

    FRED: Knight Rider?

    MARIA: Idiot! Gottes Sohn kommt!

    JOSEF: Grrr...

    MARIA: He, Gott, das tut ganz schön weh! So große Schmerzen waren nicht abgemacht!

    GOTT: Was hast du denn gedacht?

    MARIA: Ich dachte an schnell verdiente hundertfuffzich Piepen!

    GOTT: Nu ´s zu spät!

    JOSEF: Nutte...

    FRED: Was habt ihr eigentlich als Geschenke mitgebracht?

    PAUL: Eine Holzeisenbahn, zwanzig Schafe, ein paar Windeln und ´ne Dauerkarte für den 1. FC Betlehem.

    ROLAND: Moment mal, wo habt ihr die Schafe her?

    EWALD: Och, die standen da auf ´ner Weide rum, und daneben hat ein Hirtenhund gelegen und geschlafen.

    ROLAND: Das Schaf da kommt von mir, ich erkenne es an der Markierung am Ohr. GOTT!

    GOTT: Was?

    ROLAND: Die drei Penner mit den Flügeln haben uns gesagt, daß du auf die Herde aufpasst!

    GOTT: Ich kann doch nicht auf alles achten...

    ROLAND: Grrr...

    MARIA: AUA AUUUUU AAAAA!

    JOSEF: Pressen, pressen...!

    MARIA: Ach, halt die Klappe! Wenn du mit zur Schwangerschaftsgymnastik gekommen wärst, dann würden wir wahrscheinlich schon lange damit durch sein, und du wüsstest, was du zu tun hast!

    JOSEF: Aber ich konnte doch nicht, das weißt du doch!

    MARIA: War das wirklich so wichtig? War es das?!

    JOSEF: Aber es ging doch um die Kneipentippkick- Stadtmeisterschaft, da kommt man nicht immer bis in´s Finale!

    MARIA: Du Mistkerl, du solltest dich AUUUU!

    JOSEF: Weiter so, ich kann den Kopf sehen!

    MARIA: AAAAAARGH!

    <PLOPP!>

    JOSEF: Da ist er!

    FRED: Falsch!

    JOSEF: Hä?!

    FRED: Da ist sie!

    MARIA: WAS?!

    GOTT: Ups!

    MARIA: He, wir hatten uns auf einen Sohn geeinigt! Ich kann doch kein Mädchen Jesus nennen!

    GOTT: Das haben wir gleich!

    <BLITZ!>

    GOTT: Perfekt!

    JESUS: BÄÄÄÄÄH!

    PAUL: Nun ist es ein Junge!

    GOTT: Ab und zu muß man nachhelfen!

    JOSEF: Er sieht gar nicht aus wie ich! Schnüff...

    ROLAND: Schnauze, es kommt jemand!

    <es klopft an der Tür>: Knock knock!

    JOSEF: Laßt mich das regeln... Ja, bitte?!

    GROBUS: Aufmachen!

    JOSEF: Wir kaufen nichts, wir ham schon alles!

    GROBUS: AUFMACHEN! Im Namen des Gesetzes!

    <Josef öffnet, und Patrollienführer Grobus kommt mit ein paar Soldaten herein>

    GROBUS: Sind sie der Vater von Gottes Sohn?

    JOSEF: Wie soll ich das denn anstellen?

    GROBUS: Wir suchen den neuen König der Juden, er soll hier in der Nähe geboren worden sein!

    JOSEF: Da sind sie hier leider falsch. Gehen sie zum Stadtzentrum und hinter dem Reiterdenkmal die dritte Straße links. Dort ist die Touristenzentrale. Wenn ein König in der Stadt ist, dann wissen die es doch als erstes, denn sowas ist ja eine Attraktion und kurbelt den Fremdenverkehr an. In den nächsten zwei Tagen ist da allerdings niemand.

    GROBUS: Und warum nicht?

    JOSEF: Weil Weihnachten ist, Mann! Da haben doch alle frei. Ich schlage vor, sie kehren im "betrunkenen Judas" ein. Das ist zwei Blocks neben der Touristenzentrale. Dort gibt es gutes Essen, gemütliche Betten, Altbier vom Fass und drei Tipp- Kick- Tische. Die haben auch an Feiertagen geöffnet.

    GROBUS: Besten Dank! Los, Männer, wir verschwinden wieder!

    <die Soldaten verkrümeln sich>

    JOSEF: Sie sind weg, du kannst ihm die Socke wieder aus dem Mund nehmen!

    MARIA: Mach ich!

    JESUS: HUST KEUCH BÄÄÄÄÄÄH!

    GOTT: Das war spitzenklasse! Wie hast du es geschafft, die Trottel so gut abzuwimmeln?

    JOSEF: Ich habe einen alten Reiseführer in der Mülltonne gefunden, außerdem kenne ich den "betrunkenen Judas" von der Tipp- Kick- Meisterschaft.

    FRED: He, Gott, wir sehen hier alle ziemlich durstig aus! Und jetzt haben wir doch wirklich einen Grund zum feiern!

    GOTT: Das sehe ich auch so. Party on!

    KLAUS: Aber womit?

    GOTT: Das haben wir gleich! Sehet dort, die Pferdetränke!

    ALLE: Ja?

    <BLITZ!>

    FRED: Endlich!

    GOTT: Freibier für alle!

    <Und so feierten sie bis in den Morgen hinein...>

    AMEN!
     
  12. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    JESUS: Die Kreuzigung
    -----------------------------------

    WARNUNG: Wer an GOTT glaubt, an ihn denkt oder sogar schon Kontakt mit ihm gehabt hat, der sollte das hier lieber NICHT lesen, sonst pisst der Papst ihm in die Einfahrt.

    Man nehme:
    -einen Sadomaso (Jesus)
    -einen Stasi- Agenten (Judas)
    -einen Schluckspecht (Jünger Kruzifix)
    -drei Kasperköppe (Jünger Hein, Gottfried, Fridolin)
    -einen allmächtigen (Gott)
    -einen Hühnerdieb (Romullus)
    -einen Schlaukopf (Remus)
    -einen Volltrottel (Kloppus)
    -einen dämlichen Schreiner (Josef)
    -eine geldgeile Schrulle (Maria)
    -einen ganz gemeinen Kerl (Grabschus)
    -ein paar Dussel (Soldaten)
    -ein paar Glatzköppe (Hare Krishna- Fans)
    -einen gegrillten, übergewichtigen Adler

    (Jesus ist mit seinen treuesten Jüngern im Gasthaus "zum langen Nagel" eingekehrt, um sich von einer vierstündigen Predigt zu erholen. Jesus ist gerade Brot holen gegangen, und die anderen sind fröhlich am schlemmen. Sie versuchen es zumindest...)

    FRIDOLIN: So, Judas, das reicht jetzt!

    JUDAS: Das bestimme immernoch ich!

    GOTTFRIED: Fridolin hat Recht, du übertreibst es.

    JUDAS: Pöh!

    KRUZIFIX: Allsooo, ich finns lusssich!

    FRIDOLIN: Siehste, jetzt ist der total breit!

    JUDAS: Na gut, also weiter.

    GOTTFRIED: Laßt uns lieber aufhören.

    KRUZIFIX: Oooooch nöööö....hicks!

    JUDAS: Schade, ich spiele gerne "Stop- Essen."

    GOTTFRIED: Wir doch auch, aber du hättest nicht "stop" sagen sollen als Kruzifix die Weinbuddel angesetzt hat. Die ist nun leer, und Kruzifix in anderen Dimensionen.

    HEIN: Genau, die nächste Pulle bezahlst du!

    JUDAS: Öhm...

    KRUZIFIX: He, Leudde, is hier aufff´m Tisch noch Platz für drei Scheiben Wurstbrot, einen halben Truthahn und zwei Buddeln Wein?

    HEIN: Klar, wenn du bezahlst!

    KRUZIFIX: HUUUURRRRG!

    FRIDOLIN: Judas, das ist alles deine Schuld! Ich werde dich...

    <Jesus kommt rein>

    JESUS: Haaalt! Was soll das hier? Wir legen doch keinen Wert auf Gewalt! Was sollen meine Fans denken? Ich predige Gewaltfreiheit, und meine Jünger hauen sich die Rübe ein!

    FRIDOLIN: Na schön.

    JESUS: So, alles wieder in Ordnung. Will noch jemand Brot?

    KRUZIFIX: RÖHR; GÖBEL!

    JESUS: Ich will nämlich keines mehr...

    HEIN: Das ist alles Judas seine Schuld!

    JUDAS: Hey, was soll das, schließlich bin ich hier der Verräter!

    FRIDOLIN: Was?!

    JESUS: AHA!

    JUDAS: Äh, ich meine, öh...

    JESUS: Ich wußte es, als du gestern als erster von dem Brot genommen hast! Das kam mir gleich so verdächtig vor!

    JUDAS: Mümpf...

    KRUZIFIX: Hahahahaut ihn um, den Mistkerl!

    GOTTFRIED: Genau. auf ihn!

    JUDAS: Och nööö!

    JESUS: In diesem Fall sehe ich...

    JUDAS <schwitz>: Ja, ja ?!

    JESUS: ...von der Gewaltfreiheit ab! Atacke!

    <die vier wollen gerade auf Judas losgehen, als von oben eine Stimme ertönt>

    GOTT: JESUS! Was fällt dir ein!

    JESUS: Ach Vater, immer mußt du dich einmischen!

    GOTT: Dafür bin ich doch da!

    JESUS: Ich hasse autoritäre Eltern!

    GOTT: Hier wird niemand geprügelt!

    JESUS: Pah, und was ist, wenn ich mich nicht daran halte?!

    GOTT: Wage nicht einmal daran zu denken!

    JESUS: Ach, und was machst du dann?

    GOTT: Das!

    <von oben kommt eine Steinplatte geflogen>

    <DONK!>

    JESUS: Aua! Voll auf die Birne.. die zehn Gebote. Sehr witzig, Vater!

    GOTT: Hä hä hä!

    JESUS: Von wegen Gewaltfreiheit...

    <während Jesus und sein Vater diskutiert haben, haben sich die anderen Judas geschnappt, und versuchen ihn zu vermöbeln, als es an der Tür klopft>

    <KNOCK KNOCK!>

    JUDAS: Puh, das wurde Zeit!

    FRIDOLIN: Wer´s´n das?!

    JUDAS: Dreimal darftst du raten.

    KRUZIFIX: Hick, laß mal überlegen... Franz Beckenbauer? Vater Abraham? Harald Juhnke?

    GRABSCHUS: Aufmachen! Im Namen des Königs!

    JESUS: JUDAS, DU ARSCH!

    GRABSCHUS: Los, Tür eintreten!

    JUDAS: Gebt Gas, Leute, die hauen mir die Melone weich!

    <die Tür wird zu Kleinholz gemacht>

    GRABSCHUS: Wer von euch ist Jesus? Er wird wegen Verrat und Volksverhetzung gesucht!

    JESUS: Ich bin´s nicht!

    <wieder eine Steinplatte>

    JESUS: Aua! Du sollst nicht lügen... DANKE; VATER!

    GOTT: So bin ich eben!

    GRABSCHUS: Aha, du bist also Jesus!

    JESUS: Ja, ich bin Jesus, aber der Verräter ist der da, dieser Mistkerl!

    JUDAS: Och...

    GRABSCHUS: Das ist mir egal!

    JESUS: Und was nun?

    KRUZIFIX: Jetzt tringn wir erstmaaal einen! Hick!

    GARBSCHUS: Jesus wird verhaftet! Festnehmen!

    JESUS: Warte mal, ich muß noch die Rechnung bezahlen! Sonst fliegt mir noch ´ne Gebotstafel auf die Rübe!

    FRIDOLIN: Die bezahlt schon ein anderer! Nicht wahr, Judas?!

    JUDAS: Äääh, kein Problem!

    HEIN: Ach was, wir hauen den Soldaten jetzt was auf die Zwiebel, und dann hauen wir ab!

    JESUS: Das war ein Fehler!

    HEIN: Wieso?

    <Steinplatte...>

    HEIN: Autsch!

    GOTT: Lernt ihr´s denn nie...

    (Und so kommt es, daß Jesus abgeführt und in einem Blitzverfahren zum Tode durch Kreuzigung verurteilt wird. Wir kommen nun zur Kreuzigung, wo auch Maria und Josef auftauchen, dazu noch seine Jünger und einige Hare Krishna Anhänger, die den Tod des Religionsfeindes feiern wollen. Zusammen mit Jesus werden noch Romullus und Remus gekreuzigt, die werden aber nur angebunden, weil das Staatssäckerl leer ist, und Nägel nur für Prominente verwendet werden. Kloppus, der Henker, holt gerade seine selbstgeschmiedeten Nägel aus der Tasche. Romullus und Remus sind schon aufgestellt.)

    JESUS: Vater, ich halte das nicht unbedingt für ´ne gute Idee!

    GOTT: Wieso nicht?

    JESUS: Du bist doch Gott, du hast die Fähigkeit die Leute mit den zehn Geboten zu bewerfen, warum tust du nichts, um mich zu retten?

    GOTT: Das kann ich der Menschheit nicht antun. Du bist mein Sohn, und du mußt für ihre Sünden leiden.

    JESUS: Warum hast du denn keine anderen Söhne zu diesem Zweck gezeugt?

    GOTT: Ich bin doch nur ´n alter Mann, mein Willi will auch nicht mehr so wie früher, außerdem lassen sich die Jungfrauen nicht gerne mit unsichtbaren Männern ein.

    JUDAS: Das hat mir die liebe Giesela vom Bordell in Jerusalem aber anders geschildert.

    <Steinplatte...>

    JUDAS: Aua!

    JESUS: Hi hi hi!

    JUDAS: Och Menno, das war doch nur ´n Witz!

    JESUS: He, was soll das?! Aua! Nimm sofort diese dämliche Dornenkrone da weg!

    KLOPPUS: Befehl ist Befehl!

    KRISHNA- FANS: Hare hare hare...

    JESUS: Wenn ich nicht gefesselt wäre...

    KRUZIFIX: Soll ich sie für dich umnieten? Ein Wort von dir, und...

    JESUS: Vorsicht!

    <Steinplatte...>

    GOTT: He, Regenschirme sind unfair!

    KRUZIFIX: Ätsch!

    GOTTFRIED: Na Klasse, jetzt hat das Ding einen Krishna- Heini getroffen. Das gibt hier noch ´nen heiligen Krieg!

    GOTT: Ach was, der lebt ja noch!

    KRISHNA- FANS: Hare hare hare...

    KRUZIFIX: Die merken anscheinend eh nichts mehr...

    JESUS: Moment mal, was soll das denn?!

    HEIN: Was denn?

    JESUS: Na, was hier auf dem Kreuz steht: "Josef & Co. Made in Nazareth!" SCHREINERVATER!

    JOSEF: Äh, tütütüüü...

    MARIA: Verzeih uns, mein Sohn, wir brauchten das Geld.

    JESUS: Grrr...

    MARIA: Was glaubst du wohl, warum du Gottes Sohn bist? Wenn wir damals nicht blank gewesen wären, dann hätte ich Josef nicht für hundertfuffzich mit dem da oben betrogen.

    JESUS: VAAAAAAAATEEEEEEEER!

    GOTT: Nobody is perfect...

    JOSEF: Das Geld von dem Kreuz haben wir für eine Luxusgruft ausgegeben. Es sollte eine Überraschung für dich sein.

    JESUS: Wie rührend... schnief!

    GOTT: Schnief...

    JUDAS: Oh nein, Gott weint!

    KRUZIFIX: Na und?

    JUDAS: Gleich fängt´s an zu regnen!

    KLOPPUS: So, jetzt wird der Bengel angenagelt!

    JESUS: GOTT IST EIN ARSCHLOCH; GOTT IST EIN ARSCHLOCH!

    HEIN: Was soll das denn?!

    JESUS: Wart´s ab.

    <Steinplattenhagel...>

    JESUS: Glglgl...

    JUDAS: Er ist bewusstlos, jetzt spürt er die Schmerzen nicht.

    <Jesus wird angenagelt>

    ROMULLUS: Das ist gemein, ich will auch Nägel haben!

    REMUS: Bist du bescheuert?!

    ROMULLUS: Pscht! Nee, aber dann müßten die mich nochmal abnehmen, und ich könnte versuchen zu flitzen!

    REMUS: Und wenn die dich festnageln, bevor die dich losbinden?

    ROMULLUS: Oh, äh, ich will die Seile behalten!

    KLOPPUS: Für so einen Hühnerdieb wie dich mach ich eh keine neuen Nägel!

    ROMULLUS: Ich hätte einen umbringen sollen...

    <Steinplatte...>

    ROMULLUS: Aua!

    JUDAS: Der ist einfach zu dämlich!

    FRIDOLIN: Jesus wacht auf!

    KRUZIFIX: Wie geht´s dir?

    JESUS: Mir dröhnt die Birne, und die Flossen tun mir weh!

    KRISHNA- FANS: Hare hare hare...

    GOTT: Jetzt reicht´s mir aber!

    <Steinplattenhagel...>

    KRISHNA- FANS: Glglgl...

    JUDAS: Was steht denn da drauf? Du sollst keine anderen Götter haben neben mir...

    GOTT: Ich nenne das gesunden Konkurrenzkampf!

    KRISHNA- FANS: Glgl...

    JUDAS: So gesund sehen die aber nicht mehr aus.

    KLOPPUS: So, jetzt stellen wir den Typen mal hin. Na, Gottes Sohn, wer hilft dir jetzt noch? Gott, pah!

    <BLITZ!>

    KLOPPUS: Bzzzzt, ich gebe auf,... bzzt bzzt!

    <Jesus wird aufgestellt>

    REMUS: He, Leute!

    KLOPPUS: Was ist?! Bzzzt...

    REMUS: Ich muß mal!

    KLOPPUS: Bzzt.. Okay, ich nehme dich kurz ab!

    REMUS: Aber nicht gucken!

    KLOPPUS: Na gut, ich drehe mich kurz um. Aber sag, wenn du fertig bist!

    REMUS: Mach ich!

    <etwa zwei Sekunden später ist von Remus nur noch eine Staubwolke zu sehen>

    KRUZIFIX: Wie kann man nur so dämlich sein...

    KLOPPUS: Wieso, hat der Kerl sich in die Hose gep... He, wo ist der hin?!

    KRUZIFIX: Ich glaube, der kann sich bald selber annageln...

    JESUS: Schreinervater, was machst du da?

    JOSEF: Ich fange dein Blut auf.

    JESUS: Wieso das denn?

    JOSEF: Na für die Blutbank und die Indiana- Jones- Filme.

    JESUS: Und was ist da für ein Zettel an meinem Zeh?

    JOSEF: Äh, öh...

    JESUS: Moment mal!

    FRIDOLIN: Was ist denn?

    JESUS: Ich soll doch noch auferstehen, und mein Vater befestigt einen Organspendeausweis an mir!

    KRUZIFIX: Na und, du kommst doch eh als Geist wieder.

    JESUS: Ja, aber auch Geister rennen nicht gern in Stückchen rum. SCHREINERVATER!

    JOSEF: Nicht mal eine klitzekleine Niere?

    JESUS: NEIN!

    JOSEF: Na gut...

    (Die Zeit vergeht. Josef hat den Organspendeausweis abgenommen, die Hare Krishna- Freaks sind wieder auf´m Dampfer, und Maria hat eine Steinplatte abbekommen, als sich das Gerücht verbreitete, Gott sei eine Niete im Bett.)

    KRUZIFIX: Langsam wird´s langweilig!

    JESUS: Ich glaube, es geht zu Ende mit mir... ich fühle mich ganz schwach.

    KRISHNA- FANS: Hare hare hare...

    JESUS: Haltet die KLAPPE! Hust, kröch, ARG!

    KRISHNA- FANS: Hare hare hare...

    FRIDOLIN: Er sieht aus wie tot...

    JOSEF: Er ist tot! Schnief...

    KRISHNA- FANS: Hare hare hare... PROST!

    GOTT: Was habe ich zugelassen? Mein eigener Sohn...

    KRISHNA- FANS: Hare hare...

    GOTT: SCHNAUZE JETZT!!!

    <Steinplattenhagel...>

    KRISHNA- FANS: Glglgl..,

    FRIDOLIN: Bei denen sind erstmal die Lichter aus.

    GOTT: Mein armer Junge,... Und du hast die Schuld!

    <BLITZ!>

    GOTT: Mist!

    JUDAS: Ätsch, danaben, daneben!

    HEIN: DECKUNG!

    <RUMMS!>

    JUDAS: Glglgl...

    KRUZIFIX: Der Blitz nat einen ziemlich übergewichtigen Adler getroffen.

    HEIN: Und der ist Judas auf die Birne geknallt!

    GOTT: Mir reicht´s jetzt, ich mach zappenduster!

    (Und die in der Bibel beschriebene, totale Finsternis tritt ein...)


    AMEN!