Unwort des Jahres 2008 - Notleidende Banken

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von André, 8 Oktober 2008.

  1. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Und hier das offizielle Unwort des Jahres: Notleidende Banken


    "Der Begriff «Notleidende Banken» stelle das Verhältnis von Ursachen und Folgen der Weltwirtschaftskrise rundweg auf den Kopf, erklärte Schlosser zur Begründung."
    NETZEITUNG DEUTSCHLAND NACHRICHTEN: «Notleidende Banken» ist Unwort des Jahres

    Platz 2: Auf Platz zwei setzte die Jury den Begriff «Rentnerdemokratie». Damit habe der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog das Schreckbild eines Staates gemalt, in der «die Alten die Jungen ausplündern».

    Platz 3: Auf dem dritten Platz landete der Begriff «Karlsruhe-Touristen». Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft Rainer Wendt habe Bürger diffamiert, die wegen Zweifeln an der Verfassungsmäßigkeit von Gesetzen vor das Bundesverfassungsgericht gegangen waren und dies beim neuen BKA-Gesetz noch einmal tun könnten. Dies sei ein bedenkliches Verständnis der Grundrechte, sagte der Jury-Sprecher.
     
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  3. Oldschool

    Oldschool Spielgestalter Moderator

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    "Notleidende Banken" wurde zum Unwort des Jahres gekürt. Ehrlich gesagt, weiss ich nicht, von wem dieses Wort stammt. Aber richtig ist, dass dieses Wort die wahren Verhältnisse auf den Kopf stellt. :vogel:
    Ist auch in dem Spiegel Artikel sehr treffend beschrieben.
     
  4. Itchy

    Itchy Vertrauter

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    Platz 2 in Verbindung mit dem Autor der Worte ist auch extra sexy.
     
  5. Simtek

    Simtek Well-Known Member

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    Aber noch perverser find ich "intelligente Wirksysteme" :suspekt:
     
  6. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Stimmt. Der Zynismus der Banker und Finanzexperten wird nur noch von dem der Militärs und Waffenhersteller überboten.

    Für mich bleibt das 10 Jahre alte "Kollateralschäden" jedenfalls weiterhin das schlimmste Unwort, seit mit dieser "Auszeichnung" 1991 bergonnen wurde.

    Hier übrigens eine Übersicht über alle bisherigen Unwörter.
     
  7. Oldschool

    Oldschool Spielgestalter Moderator

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    Deshalb gehört es auch mMn in -> diesen thread
    Das Dumme ist nur, dass André als Themenstarter das Unwort "Finanzkrise" als sein eigenes auserkoren hat. Allerdings wurde "Finanzkrise" zum Wort des Jahres benannt, es gibt eine Auflistung über die Worte und Unworte des Jahres seit 1991 in -> diesem Artikel
     
  8. Mister-X

    Mister-X Active Member

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    Für manche hier passt es doch. Die armen Banken wurden von den raffgierigen Omas und Opas sytematisch ausgesaugt und nun leiden sie Not und müssen unter Rettungsschirme.:lachweg:
     
  9. Oldschool

    Oldschool Spielgestalter Moderator

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    Eigentlich müsste der thread umbenannt werden, der thread Titel stellt nur die Meinung von André dar und verwirrt nur. Weil nämlich "Finanzkrise" genau anders herum "das Wort des Jahres" ist.
     
  10. Simtek

    Simtek Well-Known Member

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    Tja, das war auch so eine "feine" Sache :kotzer:
     
  11. Gaudloth

    Gaudloth Bratze

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    Achja MRSA, ich als Zivi immer unwissend, ohne Schutzkleidung da reingelatscht in die Zimmer, bis mir irgendwann gesagt wurde dass man da Schutz anziehen muss und ich als Zivi da gar nicht reindarf. Klasse Aufklärung. :rotwerd:
     
  12. DeWollä

    DeWollä Real Life Junkie

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    selten so gelacht....:lachweg:

    Wer von Bankern und Dealern von Finanzprodukten Bescheidenheit fordert, der weiß wirklich nicht Bescheid !





    1994 Peanuts abschätziger Bankerjargonismus; Hilmar Kopper


    genau das hätten sie von mir zu fressen bekommen, statt neue Milliarden....ich weiß nicht wieviele Mittelständler ruiniert wurden durch Banker, die Kredite herausgezögert haben, ich weiß nicht wieviele sich erhängt haben, nachdem sie alles an Finanzjongleure verloren hatten......es gibt nur eine Möglichkeit sie loszuwerden. Kreditfrei leben. Und genau das wird einem so schwer gemacht wie möglich.....
     
    Zuletzt bearbeitet: 7 September 2009
  13. Raffelhüschen

    Raffelhüschen Forennutzer

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    du lebst ja nicht kreditfrei, denn Geld fußt auf Kredit
     
  14. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Da musste dir nur mal konsequent durchdenken, wieviele Sparer, Anleger, Kreditnehmer, Kleinbetriebe und andere mit deiner Art der Krisenbewältigung draufgegangen wären.

    Und was an der Forderung der Merkel so daneben sein soll, verstehe ich auch nicht.
     
  15. Itchy

    Itchy Vertrauter

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    Mal daran gedacht, daß alle angedachten "Lösungen" immer auf den bestehenden Regularien fußen, die die Krise in der Form erst ermöglichen?

    In meinen Augen verschleppen all diese Lösungen den GAU aber erst, genauso wie die Abwrackprämie die Probleme der Automobilindustrie nur verschleppt haben.
    M.E. ist der Pott eh ca. vier Wochen vor dem seitens der Initiatoren geplanten Termin geleert worden. Die sind wahrscheinlich froh, daß Afghanistan passiert ist, da die öffentliche Diskussion sich jetzt auf eine Einzelperson konzentrieren kann und nicht das Kollektivversagen einer ganzen Regierung diskutiert wird. Wobei auch die Afghanistandiskussion den Dreh nehmen kann.
     
  16. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Jep. habe ich (auch) dran gedacht.

    Zur Abwrackprämie sach ich mal lieber nix. Ausser dass ich feststelle, dass sie offenbar gut angenommen wurde vom blöden Volk. Denen ist nämlich ihr Hemd auch näher als die Hose. Insofern stellen sich da "Schuldfragen" eigentlich nicht. Das ist - wenn schon - gedankliches Kollektivversagen eines ganzen Volkes. Und weils "alle" anderen auch machen, eines ganzen Systems. Und nicht nur der Regierung oder den Autoproduzenten.

    Hier gings aber um die Schieflage einer Bank. Oder mehrerer. Und einem akuten Problem. Und da existiert ein Ziel, welches nahezu alle eint. Die Sparer wollen nix verlieren. Die Kreditnehmer wollen weiter frisches Geld, der Aktionär will seine Beteiligung behalten, die Manager ihr Einkommen und ihre Boni, die Großgläubiger wollen ihre Forderungen beglichen haben, der Staat will nur dann was tun, wenn es sich systemisch lohnt und wenn Aussicht darauf besteht, dass man das Geld wiedersieht. Sowas in dieser Größenordnung nennen die Politiker dann "systemrelevant".

    Was wäre denn passiert, wenn man die betroffenen Banken nicht (so) gestützt hätte?

    Entweder wäre uns allen der Laden um die Ohren geflogen, begonnen bei Verlust der Einlage, über noch erheblich größere Restriktionen bei der Kreditvergabe, bis hin zu noch größerem Misstrauen der Kreditwirtschaft untereinander. Von dem Anwachsen der schon bestehenden sozialen Verwerfungen ganz zu schweigen.

    Oder aber der Fiskus hätte (nur) den Ausgleich der Forderungen übernommen und die bank dann abgewickelt, dann hätten alle Gläubiger ihr Geld erhalten, der Staat jedoch ohne Aussicht auf einen Wiedererhalt Mittel reingepulvert.

    So hat er jetzt zwar die Forderungen übernommen, jedoch das Eigentum an der Bank erhalten, welches sich (irgendwann mal) wieder zu Geld machen lässt. Ist halt - wenn man es streng sieht - eine Investition.

    Den Banken seinerzeit nur den Spiegel vorzuhalten, ist moralisch vielleicht nachvollziehbar, wäre aber nicht praktikabel gewesen und hätte nix zur Lösung der akuten Lage beigetragen. Davon bin ich überzeugt.

    Unabhängig davon sehe ich schon, dass ein System, welches im Wesentlichen auf Eigentum basiert, irgendwann nicht mehr funktioniert. Die Frage ist nur, ob man Änderungen daran übers Knie bricht, bzw. ob man Änderungen daran ad hoc durchführt, wenn die Kacke gerade mal am Dampfen ist, oder ob es sinnvoll ist, diese notwendigen Änderungen Schritt für Schritt durchführt.

    Letztlich ist jedes System, ob nun Politsysteme oder Wirtschaftssysteme, auf Erhalt dieser Systematik ausgerichtet. Zumindest in den wesentlichen Grundzügen. Und diesem Erhaltungsstreben steht es entgegen, dass man in Krisensituationen zusieht, wenn einem der Laden um die Ohren fliegt. Schon wenn da nur ansatzweise Gefahren zu erkennen sind, wird ein Gegensteuern versucht. Mitunter sogar erfolgreich.

    Man kann das auch "Hinauszögern" nennen. Aber für die Masse der Bewohner eines solchen Systems ist ein schleichender Wandel - wenn er überhaupt kommt - mit Sicherheit erträglicher als ein quasi revolutionärer Umbruch. Denn letzterer ist immer mit einer Phase massiver Unsicherheit verbunden.

    Und Sicherheit ist komischerweise ein ziemlich hohes Gut des Menschen.
     
  17. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Trotzdem ist es natürlich lächerlich, wenn die Bundeskanzlerin "die Banken" um mehr Bescheidenheit bittet.
     
  18. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Ich habe was von "Branche" und von "Bankern" gelesen. Und nix von "bitten", sondern von "fordern". Und an der Forderung an sich kann ich nix "Lächerliches" finden. Bestenfalls davon, dass diese ausgerechnet von Merkel kommt. Aber das meintset du sicherlich. Nicht so jedoch der Zitierer.
     
  19. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Nicht lächerlich? Stimmt, das ist hilflos bzw. nicht willens zu ändern.

    Eine Bitte halte ich für unangebracht, nachdem ein System fast kollabiert ist und nur aufgrund massiver Einbußen von Millionen anderer wieder halbwegs auf die Spur gebracht werden konnte.

    Da braucht's Forderungen und Anweisungen, keine Bitten.
     
  20. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    äh, also ich meine, dass es lächerlich ist, wenn die Staatsexekutive etwas fordert statt es einfach durchzusetzen. Dafür ist sie ja da. Nur etwas zu fordern (oder drum zu bitten) ist entweder Arbeitsverweigerung oder das Eingestaändnis, es gar nicht wirklich zu wollen (aber mal populistisch hinauszuposaunen, weil ja Wahlkampf ist), oder gar das Eingeständnis der Kapitulation der Politk vor dem Kapital.

    Wählen sie jetzt!
    a) Arbeitsverweigerung
    b) Verschleierung/Lüge
    c) Kapitulation
     
  21. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Also zum einen setzt die Executive nur das duch, wofür es Regelungen gibt. Und die macht die Legislative.

    Zum anderen stellst du da gerade die Systemfrage. Denn die Beschneidung von Einkommen, und um das geht es ja, oder der Zwang zur Kreditvergabe, das Vorgeben von Maximalmargen bzw. Kreditvergaberegelungen ist m.E. schon sehr grundrechtslastig.

    Nicht das das nicht ginge. Aber die Beschneidung der Privatautonomie in dieser Hinsicht wäre schon enorm.

    Unabhängig davon würde das womöglich de Probleme nur für die Zukunft lösen. Den Dreck von gestern musste trotzdem noch wegräumen.
     
  22. DeWollä

    DeWollä Real Life Junkie

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    Ich wußte doch, daß Du ein Versteher bist....Du bist Dir sogar sicher was der eine gemeint haben könnte und der andere nicht....lese einfach meine wortwörtlichen Zitate


    und voila, da steht genau drin was ich meinte...man könnte es sogar in anderen Sätzen ausdrücken...ungefähr so




    und weil es lächerlich ist habe ich geschrieben








    mach Dir keine Sorgen, der Dreck von heute und gestern wird von Dir, von mir und unseren Kindern und Kindeskindern weggeräumt werden, denn wir sind die

    Bürgen

    wir bürgen für den Mist, wir bürgen für die Missetaten der Ausnutzer und Parasiten im Finanzsystem.

    Aber wenn Du die Problem nicht für die Zukunft löst und zwar zeitig, kommt immer mehr Dreck zusammen bis es zuviel wurde und dann steht hier kein Stein mehr auf dem anderen, hatten wir alles schon einmal....aber vielleicht ist das der Lauf der Dinge, der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht...mußte sogar ein Feudalsystem erkennen, mußte die Aristrokratie erkennen und wird auch der politische Lobbyismus und seine gekauften "Volksverdreher" erkennen, irgendwann einmal.....aber vorher machen wir erst nochmal so richtig Krieg gegen den Süden....
     
    Zuletzt bearbeitet: 8 September 2009
  23. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Und da hat die Merkel ja die Mehrheit, kann sie also alles regeln. Also braucht sie nix fordern, sondern sie muss einfach mal machen. Kannst das auch Problemem lösen und wegräumen nennen. Macht sie aber nicht. Sie bittet nur (fordert). Ein Witz.


    Oder die Zukunft der Politik? Keine Gesetze mehr, nur noch fordern/bitten?

    "Ich fordere alle Steuerhinterzieher auf, alle ausstehenden Steuern bis Ende des nächsten Quartals einzuzahlen. gez. Die BuKa'in" :D
     
  24. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Was wird denn nun das Unwort 2009? Abrwrackprämie? Oder AD? :gruebel:

    Aber vielleicht steuert die Bundestagswahl auch noch die eine oder andere Kreation bei...
     
  25. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    Mein "Unwort" (eigentlich sind es vier, also eher ein Unsatz) des Jahres steht bereits fest:

    "Michael Jackson ist tot."

    Grund: Abartiger Affenaufstand, Geschäftemacherei, Heuchelei und Krokodilstränen ohne Ende.
     
  26. DeWollä

    DeWollä Real Life Junkie

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    Sand in die Augen streuen kann sie gut, perfekte Besetzung die Frau Merkel.....

    gestern auf die Frage nach den 400 € Jobs, die seit 20 Jahren nicht erhöht wurden obwohl gerade auch Anfahrtskosten für den Job extrem teurer wurden, sagte sie

    gute Frage.....

    darüber haben siw noch garnicht so genau...nachgedacht...denn es hat ja auch Gefahren, daß der 400€ noch mehr ausgenutzt wird um versicherungspflichtige Einkommen zu vernichten....aha.....man weiß also, es geschieht so....also, meint man, wenn der Betrag gering bleibt, würden die Leute es weniger nutzen.....was für eine Heuchelei....


    ahahahahaha.....klar, sie denken darüber nach, wie sie dem Volk Milliarden verkaufen können, die ihre Lobby kassiert und ihnen so wieder Spenden zukommen für den nächsten Wahlsieg...aber garantiert nicht an den kleinen Mann....an den denkt man nur mit Angst und reagiert sofort mit Bundeswehr im Innern usw.
     
  27. Itchy

    Itchy Vertrauter

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    Ja, aber was ist der Sinn von Politik? Im Ursprung doch, Probleme für die Zukunft zu lösen. Wir aber verwalten permanent ein Ist, die Pfründe derer, die schon haben, zu mehren. Und der Rest? Räumt den Dreck von gestern weg, wird dabei zum wegzuräumenden Dreck.
    Schau Dir doch die Politik der vergangenen Jahrzehnte an. Da wurden die Menschen, die als erstes durch das Raster gefallen sind, gleich mal pauschal als Sozialschmarotzer behandelt.

    Das Problem ist doch, daß ein Mittel zum Zweck, das Geld, zum Zweck geworden ist, dem alles untergeordnet wird. Aktien, Börsen wurde alles erfunden, um Produktion und Handel zu ermöglichen, mittlerweile dienen sie dazu, Geld um seiner selbst willen zu generieren, ohne Rücksicht darauf, wie Handel und Produktion mittel- oder langfristig funktionieren.

    Das stimmt nicht mehr, das muß geändert werden. Das heißt aber, das Wirtschaftssystem an sich in Zweifel zu stellen, was noch nicht ansatzweise geschieht.
     
  28. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Nicht nur. Die Lenkungs- und Leitungsebene ist mittlerweile so eng mit der Gesellschaft an sich verzahnt, dass auch eine Be- und Abarbeitung von aktuellen Problemen Aufgabe von Politik ist.

    Im übrigen, wenn man es so sehen will, hat auch in der Bankenkrise die Politik mit der Übernahme der einen oder anderen Bank Probleme für die Zukunft heute gelöst. Nur eben ein kurzfristigeres.

    Nur reicht das m.E. nicht aus. Wir brauchen nicht nur Lösungen, die die Krankheit von heute heilen, sondern auch Lösungen, wie man einer nächsten Krankheit vorbeugt. Ist halt eine Frage des Zeithorizonts.

    Jep, das ist in der Tat ein Problem. Aber zunächst eins in den Köpfen der Massen. Einzelne, die das erkennen und gerne geändert haben würden, reichen da nicht, um es zu ändern. Diese können das zunächst für sich ändern. Aber es braucht signifikant viele, die das auch so sehen, damit sich da gesellschaftspolitisch die Einstellung wandelt. Und dann auch die Maßnahmen.

    Eben. Das kann zum einen dann passieren, wenn es mal wieder kriselt. Bzw. wenn es eine handfeste Krise gibt. Da ist dann die Frage, ob das ein idealer bw. richtiger Zeitpunkt ist. Und dann wäre die nächste Frage, ob man die Krise nutzt, um in Zukunft was anderes zu machen, also Lehren für die Zukunft zu ziehen, oder ob man sie nutzt, um jetzt ad hoc schon beim Aufräumen der Schäden.

    Oder das kann passieren, wenn man eine Krise überstanden hat und dann "durchatmen" kann, und Zeit für gründliche Analysen und Änderungsstrategien hat.

    Ein, zugegebenermaße weit hergeholter, Vergleich lässt sich da mit einem harmlosen grippalen Infekt, wer es etwas drastischer will, mit einer schweren Krankheit ziehen: Die Heilung der Krankheit ist das eine und benötigt andere Mittel als die Vorbeugung vor dieser Krankheit bzw. die Vorbeugung einer Wiederholung dieser Krankheit.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8 September 2009
  29. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Ja, war heftig, aber als Satz fehlt etwas die Originalität... ;)

    Je mehr ich drüber nachdenke, kommt für mich nur "AD-Kunde" in Frage - alt und doof, Bankerjargon für potentielle Käufer von Wertpapieren, mit denen wenig Probleme erwartet werden.

    Alt und doof - bei soviel Ehrlichkeit kommt der Zynismus dieser Kreise aber sowas von glaskar ans Licht... :hammer2:
     
  30. DeWollä

    DeWollä Real Life Junkie

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    was meinst Du wie es bei den Versicherungen zugeht....überall wo Produkte angeboten werden, die ihre Qualität erst dann beweisen können, wenn sie fällig oder nötig werden, sind ein Segen für die Provisionsgeilen Verkäufer ( die sich bei Banken "Berater" nennen...übrigens ist Datenschutz bei denen ganz groß geschrieben.....wenn Versicherungsagenturen direkten Zugriff auf Deine Kontodaten haben und niemanden juckts, keiner beschwert sich, es ist normal...Kundenfreundlichkeit eben )
     
  31. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Ich zieh den Thread mal hoch, weil ich heute las, dass die US-Banken eine Rekordausschüttung an Boni auszahlen werden: 140 Mrd. Dollar oder 94 Mrd. Euro. Soviel gab's noch nie.
    2007 gab's 130 Mrd. Dollar, 2008 dann wohl eher wenig und jetzt sindse schon im nächsten Hoch.
    Goldman Sachs is the place to be: Über 700.000 Dollar bekommt da jeder Bänker im Durchschnitt ausgezahlt - aber zumindest erhielten die keine direkten Hilfen.
    Die Citigroup und die Bank of Amerika schütten auch kräftig aus und das obwohl sie kräftigst gestützt wurden aber anscheinend sind die Staatskredite schon wieder teilweise zurückgezahlt.

    Vermittelbar ist was anderes: Schnell in die Krise geschlittert bzw. sie verursacht, maximale Hilfe anderer bekommen, schnell rausgekommen und schnell beim nächsten Rekord am Geld einstecken, während andere Firmen, etliche Staaten und viele Menschen dadurch nun am Ende sind bzw. ganz massive Einschnitte verspüren.

    Scheint nicht so zu sein, dass wir aus dem Fast-Kollaps Lehren ziehen und Massnahmen umsetzen würden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15 Oktober 2009