Tibet, China und Olympia Boykott in Peking

Dieses Thema im Forum "Powertalkez" wurde erstellt von André, 17 März 2008.

  1. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Dann sach ma wo sich noch andere Regionen aus welchen Gründen "befreien" wollen und dann sag ich dir die Unterschiede.
     
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  3. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    nordirland.
     
  4. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Es geht gar nicht um "befreien wollen", sondern umd die Betrachtung des Status Quo. Und besetzte, annektierte, einverleibte und anderweitig kontrollierte Gebiete, deren Kontrolle (auch) auf dem Kriegswege erreicht wurde, finden sich zuhauf in der Welt. Und dies auch in der zivilisierten westlichen Welt.

    Und klar ist mir auch, dass sich - solange keiner aufbegehrt - kein Schwanz um den Status Quo kümmert, dies einfach nicht betrachtet oder in Erwägung zieht.

    Mir kommt es darauf an, zu betrachten, was denn gemacht werden würde, wenn das Aufbegehren einsetzen würde. Nur dann kann man nämlich die Argumentation der "anderen" Seite, der Seite, über die jetzt der Stab gebrochen wird, neutral und staatsrechtsdogmatisch mit anderen Situationen vergleichen.
     
  5. Markus

    Markus Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.

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    Aha, inwiefern?

    Selten so einen Blödsinn gelesen.
    Welche Unabhängigkeitsstrebungen unterdrückt die Bundesregierung in Deutschland?

    Würde Deutschland genauso machen?
    Aha, nur mal so am Rande. Deutschland bestand aus Staaten, die sich zu einem Bund zusammengeschlossen haben. Und im Gegensatz zu Österreich (z.B.), gab es in Deutschland diese Staaten vor der Föderation.

    Der Bund (Bundesregierung + Bundestag) hat keinerlei verfassungsrechtliche Befugnisse irgendwelche Änderungen in der bundesstaatlichen Ordnung durchzuführen. Nicht einmal mit einer 2/3-Mehrheit im Bundestag und Bundesrat. Die bundesstaatliche Ordnung ist durch die Ewigkeitsklausel geschützt. Somit sind Änderungen in/zwischen Bundesländer ausschließlich Angelegenheit der Bundesländer.




    Ad absurdum?

    Vielleicht solltest Du doch mal etwas genauer die tibetisch-chinesische Geschichte nachlesen.
     
  6. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Nur ist das reine Spekulatiuon, denn wenn du sagst, jeder Staat würde das genauso machen wie China, dann mag das ja deine Meinung sein, ist aber noch lange keine Tatsache. Gibt ja auch genug beispiele, ich sach nur mal: Saarland, die konnten Abstimmen ob sie zu Frankreich oder zu Deutschland wollen. Und sind die Franzosen einmaschiert und haben die Saarländer wie die Tibeter behandelt?
     
  7. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Da halte ich mal dagegen, das das Saarland nie wirklich zu Frankreich gehört hat, die Franzosen keinen verfassungsmäßigen Anspruch drauf hatten und dies zur zeitigen Nachkriegsordung zählte.

    Und dass sie es so machen wie China, das habe ich nicht geschrieben und auch nicht gemeint. Ich habe geschrieben und gemeint, dass diese Bestrebungen - wenn es sie denn gibt - nicht geduldet werden, wie auch immer das aussieht.

    Und klar ist das eine Tatsache. Guck dir einfach die Verfassung und das Strafrecht von beispielsweise Deutschland an. Da gibt es ganz konkrete Bestimmungen und Sanktionen dazu. Man kann also davon ausgehen, dass diese auch angewendet werden. Und in anderen Ländern siehts mit Sicherheit ähnlich aus.

    Dadurch das das Thema Tibet/China so aktuell ist, wird es nicht anders als z.B. ähnliche Konstellationen, die an anderer Stelle passierten und schon 5, 10, 30 oder 200 Jahre alt sind. Darauf will ich hinaus. Jedes Land sanktioniert antistaatliche und auch anti-territoriale Bestrebungen. Die einen mittels Geheimdienst, Verfassungs- und Strafrecht, die anderen mittels Polizeieinsätzen oder Militärpräsenz. Die Wahl der Mittel ist unterschiedlich, der "Grund" des jeweiligen Mitteleinsatz zumindest subjektiv, in weiten Teilen auch objektiv der gleiche.

    @Markus: Ich denke, ich habe meine Überlegungen reichlich deutlich dargestellt. Selbstverständlich unterdrückt Deutschland im Moment keine Unabhängigkeitsbestrebungen, bzw. weiss ich darüber nichts, weil es diese zur Zeit nicht gibt, bzw. nicht bekannt sind.

    Und du hast recht, dass keiner an der bundesstaatlichen Bindung rütteln darf, weil das gegen die verfassungsmäßige Ordnung verstoßen würde. Und genau diese verfassungsmäßige Ordnung (man beachte ggf. hierzu die Länderverfassungen) schreibt zumindest sinngemäß nicht nur den Bestand der Bundesrepublik fest, sondern auch den (territorialen) Bestand der einzelnen Länder.

    Und jetzt kommt die hypothetische Frage: Was würde passieren, wenn eine "Minderheit" (z.B. die Sorben, meinetwegen auch andere Gruppen, vielleicht die Dänen in Schleswig-Holstein oder die Saarländer) sich von Brandenburg, Schleswig Holstein bzw. der Bundesrepublik wollten. Und genau hier beginnt mein Vergleich. Es würde zuerst versteckt, aber dann immer offener staatlicherseits und im Einklang mit den Gesetzen gegen diese Bestrebungen gearbeitet werden. Geheimdienste, Ermittlungen, Überwachungen, Festnahmen, Anklagen wegen Hochverrat u.a. würde es gegen die Initiatoren geben. Und der Rest der Republik, die Politik, die Justiz, der Großteil des Volkes, die Verbündeten, der internationale Gerichtshof, die NATO, die EU und die UNO würde das völlig normal und in Ordnung finden.

    Und wenn dies alles nix hilft, und es deswegen zu Unruhen kommt? Zu ungenehmigten Demonstrationen Tausender? Zu Bestrebungen, wie sie die politischen Ziele der RAF beinhalteten (Keine Diskussion über die Wahl der Mittel bitte), oder der DKP. Zu Massenbewegungen wie der APO? Dann würde dies auch hier, und das gab es schon, massiv mit "Gegen"gewalt bekämpft werden, selbstverständlich der Demokratie willen, aber genauer gesagt eigentlich, des Staatswesens und des Bestandes der Republik bzw. des Zusammenhaltens der Länder bzw. Gebiete in der Republik willen.

    Zu den Presseereignissen. Ich führte schon aus, das ich auch das andere deutsche System kennengelernt habe, und ich habe seinerzeit mit Wonne Sendungen wie "Alltag im Westen", "Der schwarze Kanal", "Kennzeichen D" und andere gesehen. Ich habe beide Systeme mit ihren Urteilen über andere erlebt und muss tatsächlich sagen, dass sich wirklich jede Seite glaubhaft und auch glaubwürdig anhört. Und nun guck dir mal ohne dem Vorurteil der Kampagne oder unfreien Berichterstattung die Meldungen der Chinesen an. Und vergleiche diese mit der hypothetischen Gefährdungslage im demokratischen Staat, wie z.B. Deutschland. Würden hier die Meldungen dann nicht ähnlich aussehen? Und dann aber anders interpretiert oder verteidigt werden.

    Die Chinesen behaupten nun, Meldungen, Filme und Bilder seien von westlichen Medien manipuliert worden. Kannst du dir vorstellen, es kommt raus, dass dies stimmt? Was würde dann mit der westlichen Berichterstattung passieren. Würde diese grundsätzlich an Glaubwürdigkeit gewinnen oder verlieren?

    Das sind die Gedanken, die ich habe, wenn ich Meldungen und Gegenmeldungen höre bzw. lese. Jede Seite für sich klingt glaubwürdig und die jeweils eigene Haltung hierzu nachvollziehbar und gerechtfertigt. Und dies auch unter westlichen staatsrechtsdogmatischen Gesichtspunkten.

    Also sollte man nicht etwa das Ziel der Beendigung der Auseinandersetzungen seitens China bekämpfen, indem man die grundsätzliche Haltung zu Tibet missbilligt, sondern sollte darum kämpfen und argumentieren, dass die Wahl der Mittel (nach westlichen Maßstäben) verhältnismäßig ist, und dass man den Tibetern ihre Kultur lässt. Aber selbst diese Stoßrichtung der Argumentation ist in sich sehr strittig, denn sie setzt voraus, dass die westliche Welt ihr Modell des Zusammenlebens exportiert, und das auch ohne Willen des Importeurs. Und ob dies so sinnig, oder nicht vielleicht anmaßend und herabwürdigend für andere Völker und Kulturen ist kann man auch diskutieren.

    Und nochmal: Ich will bei weitem nicht das Vorgehen rechtfertigen. Und ich will auch nicht die Humanität abschaffen, die Idee der Demokratie in Frage stellen oder mich schützend vor ein Regime stellen. Ich will eigentlich nur, dass man bei sich und anderen gleiche Denkmodelle zu Ereignissen, gleiche Burteilungsmaßstäbe, gleiche Schlussfolgerungen und gleiche Handlungsempfehlungen ansetzt. Und das kann ich aus westlicher Sicht zur Problematik China/Tibet eben nicht erkennen, und das ohne dass ich eine Lösung oder einen Gegenvorschlag hierzu habe.
     
  8. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Dein Problem ist die juristische Sichtweise. Es ist völlig schnuppe, was in irgendwelchen Gesetzen steht. Oder meinste die Auflösung der DDR - jetzt mal Beispiel - stand in irgendwelchen Gesetzen oder es würde sie noch geben, wenn es ein Gesetzt gegeben hätte, das ein Anschluss an die BRD verboten ist? Wenn sich so ein Staat erst mal seine Legitimation verloren hat, dann schert sich keiner mehr darum, was in irgendwelchen Gesetzen steht. Während sich andererseits irgendwelche undemokratischen Regime einen Schnurz darum kümmern, was in ihren gesetzen steht. Die ziehen das so oder so durch, siehe China.

    Und das die Bestrebungen grundsätzlich nicht geduldet werden, ist ebenso eine reine Spekulation, eigentlich sogar weniger, denn es sind ja seit den 80er jahren eine mende neuer Staaten entstanden, allein die ganzen ehemaligen Sowjetrepubliken: Lettland, Litauen, etc pp. Alles ganz glatt über die Bühne gegangen.

    Tibet hat auch nie zu China gehört hat, die Chinesen haben keinen verfassungsmäßigen Anspruch drauf. So what? Das ist doch völlig schnuppe. Ich maschiere da ein und schon isses mein! Oder um das beispiel mit dem Saarland mal umzudrehen: Wenn die Saarländer für Frankreich gestimmt hätten, dann wäre die BRD da einmaschiert? Das glaube ich nicht! Aber lass mal, ist einfach ein nicht ganz passendes Beispiel.
     
  9. Schröder

    Schröder Problembär

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    Also zunächst mal lass bitte die Verallgemeinerung von China / Chinesen. Ich denk mal schon, das die meisten dort sich gerne unseren "westlichen" Moralvorstellungen und Denkmodellen anschließen würden, zumindest was Freiheit und Demokratie angeht. Dummerweise werden sie genauso unterdrückt (vorsichtig vormuliert) wie die Tibeter.

    Desweiteren: Wer hat denn die Verfolgung von franz. Widerstandskämpfern im 2. Weltkrieg legitimiert? Müsste man dann doch auch machen: Frankreich (zumindest ein großer Teil davon) und viele andere Staaten wurden von Deutschland "anektiert" Somit wäre die Verfolgung von Freiheitskämpfern in den besetzen Gebieten quasi eine innerstaatliche Angelegenheit Deutschlands gewesen, nachdem diese kapituliert hatten.

    Haben die Alliierten auch nicht so einfach hingenommen wie jetzt das Vorgehen der Chinesen in Tibet.
     
  10. eckham

    eckham Mit Herzblut zurück

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    Nach dem Krieg ist vor dem Krieg. Mal so als Tipp.
     
  11. BoardUser

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    Ganz glatt, ohne Auseinandersetzungen mit der Zentralgewalt, soso...interessant.
     
  12. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Jibt det in China bzw. Tibet deswegen einen Kriegszustand oder haben nicht die Großmächte bzw. die Vereinten Nationen den Status Quo und somit den territorialen Anspruch Chinas gegenüber Tibet akzeptiert? Mir war so.
     
  13. Schröder

    Schröder Problembär

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    Für Tibet interessiert sich ja auch sonst keiner. Bloß keinen Ärger mit den Chinesen riskieren.

    Bei der Anerkennung der Unabhängigkeit der einzelnen Staaten Ex-Jugoslawiens waren die "westlichen" Länder jedenfalls ziemlich schnell, obwohl Jugoslawien als Staat auch international anerkannt war. Aber als dort die Unabhängigkeitsbewegung durch Völkermord seitens der Serben niedergeschlagen wurde (jedenfalls haben sie es versucht) war die "Weltpolizei" ziemlich schnell zur Stelle, hat sogar serbisches Territorium bombardiert.

    Beim Kosovo hat die Anerkennung nicht mal `ne Woche gedauert...

    Warum sind die nicht jetzt auch in Tibet und verhindern dort den Völkermord an den Tibetern?
     
  14. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Also das die "Weltpolizei" schnell in Serbien war, wage ich mal zu bezweifeln. Im Gegenteil, ich meine mich sogar zu erinnern, das die damals mangels politischem, startegischen oder sonstigen Interessen extremst zögerlich waren. ;)
     
  15. Schröder

    Schröder Problembär

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    Also für diesen Schnarchverein waren sie schon schnell. Normalerweise wandert sowas ja durch -zig Instanzen, bis dann endlich mal zumindest der politische Zeigefinger erhoben (also eine offizielle Protestnote, natürlich ohne Konsequenzen) wird. Um militärisch noch was zu erreichen, ist`s ja meistens dann zu spät und man erkennt lieber den Ist-Zustand an. Zumindest, wenn es in den Gebieten der Opfer nix zu holen gibt.
     
  16. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Gute Frage. Vielleicht fehlt ein internationales Mandat. Hatten die das damals in Serbien / Kroatien / Bosnien?
     
  17. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Die sind ja auch in der Überzahl! :D
     
  18. Markus

    Markus Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.

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    Danke für deine lange Antwort.

    Ehrlich gesagt, bezüglich des Vergleichs bin ich überhaupt nicht deiner Meinung. Wenn sich Saarland oder Schleswig-Holstein gegen die Bundesrepublik entscheiden würden, hätten die beiden Staaten Unterstützung aus Frankreich bzw. Dänemark aus alter Verbundenheit. Insofern würde sich dann auch mit Sicherheit auch die EU und NATO raushalten. Aus Deutschland käme Unterstützung zumindest aus Bayern, denen der heutige Förderalismus in Deutschland sowieso nicht weit genug geht.
    Mit anderen Worten, die GG sagt zwar, dass die Bundesrepublik unauflöslich ist, aber da die Bundesrepublik sich als demokratisch definiert und auf freiwilliger Basis (mehr oder weniger) zu Stande kam, gehe ich davon aus, dass es zu keinen Repressionen gegen echte seperatistische Bestrebungen kommen würde.

    Wie sich das in Brandenburg mit den Sorben verhält, mag ich nicht zu sagen. Ist die brandenburgische Verfassung so repressiv?
    Den Franken in Bayern wird durch die bayerische Verfassung (eine der basisdemokratischen Verfassungen überhaupt) jedenfalls die Chance eingeräumt sich von Bayern zu trennen.


    Insgesamt finde ich den Vergleich Deutschland/Bundesland - China/Tibet ohnehin total verfehlt.
    Deutschland ist ein frewilliger Bund. Tibet war de facto (Tibet hat damals den Fehler gemacht, nicht dem Völkerbund beizutreten) unabhängig und wurde besetzt und annektiert. Die Mehrheit der Tibeter war damit nie einverstanden. Es besteht eine Exilregierung mit dem letzten amatierendem Staatsoberhaupt an der Spitze. Insofern ist die Tibetkonflikt eine Befreiungsbewegung und keine klassische Seperationsbewegung wie z.B. das Baskenland.
    Die Tibeter könnten sogar wahrscheinlich mit einer chinesischen Oberherrschaft leben, wenn sie ihre Kultur behalten können. NUR betreibt eine systematische Vernichtung der tibetischen Kultur!

    Für Tibet besteht, meiner Meinung nach, heuer im Olympiajahr die letzte Chance mehr Autonomie und Kultur/Religionsfreiheit auf mehr oder weniger friedlichem Weg zu reichen.
    Nach den Olympischen Spielen hat China nichts mehr zu verlieren. Dann müssen sie keine Zugeständnisse mehr machen. Und Tibet? Die werden wohl einen gewaltsamen Weg gehen müssen - wie die Basken, Iren oder Palästinenser. Anscheinend gibt es schon die ersten Anzeichen dafür, dass die junge tibetische Generation diesen Weg einschlangen wird/könnte.
    Wann gibt es die ersten Bombenanschläge in Peking oder Shanghai?
     
  19. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Sher schön geschrieben. Und nun machen wir mal das, was wir in der Uni "Debattierclub" nennen. Stelle dich auf die Seite des chinesischen Staates und versuche mal in derem Sinne zu argumentieren. Wetten, du findest eine Menge Floskeln, Argumente, vergleichbare Situationen in anderen Ländern, kannst eine Menge unbewiesener und unbeweisbarer Behauptungen raushauen, Propagandavorwürfe gegen den Andersdenkenhden, so dass sich das ganze schlüssig und wahr anhört?

    Bestimmt gelingt das. Und wenn du das dann fertig hast, dann wieder die westliche Sicht.

    Und vielleicht kommst du dann drauf, dass es immer die Sicht der Dinge ist, die einem die Argumente geben. Glaubwürdeig ist demzufolge eher nix davon, Wahr(haftig) maximal etwas dazwischen.
     
  20. Schröder

    Schröder Problembär

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    Das internationale Mandat für Tibet wird es nicht geben, solange das Verbrecherregime Chinas in der UNO auch noch ein VETO-Recht hat.
     
  21. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Gut, ne?
    Und was heisst das nun konkret? Alle mit VETO-Recht können machen was sie wollen. Haben ja nix zu befürchten.

    Und dies wird ja auch von allen Seiten (!) reichlich ausgenutzt.
     
  22. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Erstens war das ja auch nur ein Beispiel. Zweitens sagt eben die Verfassung und das Strafrecht was ganz anderes und gibt somit der Staatsgewalt, also auch dem Bund selbst entsprechende Instrumente in die Hand. Warum sollten die nicht eingesetzt werden? Drittens entscheidet ja sowas nicht ein Land, sondern die Menschen in einem Land. Und diese brauchen hierfür treibende Kräfte. Und diese sind i.d.R. auch Menschen, die sich damit bewusst und aktiv gegen das Grundgesetz und ggf. gegen die Landesverfassung stellen. Dies ist jedoch ein schwerer Straftatbestand, der entsprechend verfolgt und geahndet wird. Und glaube mir, die treibenden Kräfte kommen gar nicht soweit, dass sie die Bevölkerung entscheiden lassen können. Die werden vorher abgefischt.

    Ich habe allerdings immernoch den Eindruck, du verstehst nicht, worauf ich aus bin. Es geht mir nicht um Tibet, Kroatien, das Baskenland, die drei komischen Inseln in Afrika, Irland, die Buschvölker in Afrika oder Brasilien oder die Indianer. Es geht mir darum, zu diskutieren, ob uns als westliche Welt zusteht, die Lanze über andere Völker zu brechen und deren Vorgehen moralisch zu bewerten. Und dies mit zwei Hintergründen: Erstens, beurteilen wir (allesamt, im Sinne von allen westlichen Staaten) gleiche Sachverhalte weltweit gleich? Zweitens: Ist es moralisch legitim, eigene Weltanschauungen (ich meine damit nicht Religionen), Demokratieverständnisse, Moralvorstellungen und andere westlich gewachsene Ansichten über die Welt und über das Zusammenleben in der Welt offensiv zu exportieren?
     
  23. Schröder

    Schröder Problembär

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    Von allen? :suspekt:

    Also Moment mal, ein VETO-Recht im UN-Sicherheitsrat haben soweit ich weiß:
    China, Russland, USA, Großbritanien, Frankreich.

    Russland und die USA schlagen öfter über die Stränge, keine Frage. Die Briten als Anhängsel der USA vielleicht auch mal, auf eigene Faust eher nicht.

    Aber Frankreich? Ich bin nun wirklich kein Freund der Franzosen, aber hier haben die doch seit Mururora eine ziemlich weiße Weste. :)
     
  24. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Natürlich ist es das. Aber offensiv natürlich nicht im Sinne von "mit Gewalt".

    Außerdem - das wird dich sicherlich freuen - besteht da auch große Nachfrage: NETZEITUNG DEUTSCHLAND NACHRICHTEN: Deutsches Verfassungsrecht als Exportschlager
     
  25. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Klare Aussage, und dennoch einseitig. Ich sage nämlich, das ist nicht legitim. Und nu können wir mal darüber streiten wer recht hat.

    Du wirst es nicht glauben, das freut mich tatsächlich. Denn hier läuft es nämlich andersrum als sonst üblich. Hier wird nachgefragt, und mit Ratschlägen und Tipps habe ich doch auch keine Probleme. Es wird nur dann spannend, wenn ich sage, "Ihr müsst das so und so machen". Und "Ich will euch die Demokratie bringen". Und diese anmaßende Haltung mittels meiner Diplomatie, mittels Kampagnen und anderer Piekereien untermale. Mit welcher Legitimation würde mir das zustehen?
     
  26. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Ich denke nicht, dass es im Fall Tibet um nicht vorhandene Demokratie geht. Ausserdem halte ich das Recht auf körperliche Unversertheit nicht für eine westlich gewachsene Ansicht über die Welt. Das ist aber einer der Grundsätze um die es geht, und die gelten nicht nur im Westen.
    Als Uno-Mitglied sollte China deren Grundsätze achten. Ob die jetzt westlich sind oder nicht.
     
  27. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Das nennt man dann diskussion!

    Das war auch gar nicht ironisch gemeint mit dem freuen.
    Mit der Legitimation des besseren Argumentes. Wenn du Deine Absichten, Interessen und Gründe offenlegst, dann kannst du auch etwas "offensiv" exportieren. Aber natürlich bleibt es dem Adressaten freigestellt, ob er das dann auch so sieht und deine Absichten, Interessen und Gründe teilt. Wenn er seine Absichten, Interessen und Gründe offenlegt kann man ja weiterdiskutieren.
     
  28. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Wo kommt diese Ansicht denn sonst her, wenn nicht aus der Humanitätsbewegung in Europa?
     
  29. Schröder

    Schröder Problembär

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    Das passt nun aber überhaupt nicht hier her. Es sind ja nicht DIE Chinesen, die jetzt in Tibet "für Ruhe" sorgen. Es ist das diktatorische Regime Chinas, dass sich selbst im eigenen Land nur durch Unterdrückung aller Freiheitsbewegungen mit Gewalt und Propaganda an der Macht hält. Der chinesischen Bevölkerung dürfte Tibet minimum egal sein, die meisten haben glaub ich sogar Verständnis dafür, das die Tibeter ihre eigene Kultur ausleben wollen (um mehr geht`s denen ja gar nicht).

    Von daher brauchen wir unsere "westlichen" Moralvorstellungen (komisches Wort für Menschenrechte) nicht nach China zu exportieren, die sind schon da. Man müsste nur dafür sorgen, das sie dort auch zum Zuge kommen, und nicht von diesem Aushilfs-Hitler, der leider den Finger am Abzug hat, unterdrückt werden.

    EDIT: Mit welchem Recht hat man denn nach dem 2. WK Deutschland entnazifiziert, wenn es doch so verwerflich ist, eigene Moralvorstellungen auf andere zu übertragen?
     
  30. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Gut, ersetz "Volk" durch "Staat". Ansonsten sind das aus deiner Tastatur genau die gleichen Begrifflichkeiten wie im kalten Krieg in Europa oder zwischen den USA und der Sowjetunion.

    Wer das letztlich "gewonnen" hat, wissen wir alle. Aber ob der Sieger dann die Wahl der Mittel nachträglich rechtfertigen kann, so nach dem Motto, es hat (angeblich) allen nur gutes gebracht, also war unser Einsatz "gerecht" und auch die Mittel "gerechtfertigt", das steht auf einem anderen Blatt m.E.
     
  31. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Erstens zweifel ich diesen Alleinvertretungsanspruch des europäischen Humanismus an (da waren andere Kulturen auch schon schlau genug für, Moral gab es nicht nur in Europa), und zweitens ist das auch irrelevant wo ein Grundsatz herkommt, wenn er weltweit Anerkennung gefunden hat.