Tibet, China und Olympia Boykott in Peking

Dieses Thema im Forum "Powertalkez" wurde erstellt von André, 17 März 2008.

  1. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Nach den Unruhen in Tibet werden nun die Stimmen immer lauter die Olympiade in Peking zu boykottieren.

    Wie steht Ihr zu dieser Frage? Was würde ein Boykott von Olympia in Peking bringen?

    Einen sehr schönen Kommentar habe ich bei der zeit von einem User namens Dieter Drabiniok gelesen:
     
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  3. eckham

    eckham Mit Herzblut zurück

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    Der Sport sollte sich grundsätzlich aus der Politik genauso raushalten wie umgekehrt. So gesehen halte ich einen Boykott der Spiele für die schlechteste aller Ideen.
    (Frage an die älteren: Was hat der Boykott der Spiele 1980 in Moskau bewirkt?)

    Das Problem ist nur: Ist es in diesem Fall von Seiten der Sportfunktionäre überhaupt möglich, keine politische Aussage (bzw. keine, die als politisch verstanden werden kann) zu machen?
     
  4. Markus

    Markus Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.

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    Ich bin gegen ein Olympia-Boykott.
    Damit tut man in erster Linie den Sportlern sehr weh.
    Aber ein Boykott der Eröffnungsfeier wäre auch symbolträchtig genug.

    Zu den Tibetern:
    Ich denke, dass dieses Olympiajahr ihre letzte Chance ist, im großen Stil auf ihre Situation aufmerksam zu machen.
    Wenn Olympia rum, hat Peking quasi freie Bahn, sich um die nationalen Probleme (Tibet, Taiwan und Xinjiang) zu kümmern.
    Ob die tibetische Kultur auf Dauer überleben kann? Ich habe meine Zweifel.
     
  5. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    In China werden die Menschenrechte seit jeher mit Füssen getreten. Da überhaupt ´ne Olympiade hinzugeben war schon ein schlechter Witz, sollen die Spiele doch für Freundschaft, Völkerverständigung, Fairness usw. stehen.

    Jedes Land hat seine dunklen Seiten, aber China? Da hätten sie die ja gleich nach Putin- ääh Russland geben können. Die Arbeiter, die die ganzen Stadien usw. bauen, leben in den miesesten Dreckslöchern. Aber Hauptsache, nach Aussen sieht alles schön aus.

    Na ja, auf mein Interesse müssen die eh verzichten, weil mir so Sachen wie 50 Kilometer Gehen oder Stabhochsprung herzhaft schnurz sind. Nur das Fernsehprogramm ist halt für zwei Wochen für´n Arsch.
     
  6. Indipper

    Indipper Trink das, Judas Ben Hur

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    Die Amis haben damals wegen Afghanistan die Olympiade boykottiert; inoffiziell natürlich weil Los Angeles die Austragung an Moskau verloren hatte.

    Dass China irgendwas gegen Taiwan unternehmen würde, solange es sich nicht für unabhängig erklärt und es dort sowie auf Okinawa und in Korea größere amerikanische Kontingente gibt, bezweifle ich. Könnte natürlich sein, dass die Amis bald aus Japan abziehen müssen, so wie da die Stimmung ist.

    Was Tibet angeht, das ist nicht schlimmer dran als die Ukraine in Sowjetzeiten. Hat nur bessere Publicity.
     
  7. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    übrigens, wenn du in deinem text china durch usa ersetzt, passt dein statement auch.
     
  8. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Und was sagt uns das jetzt, pauli?
    USA boykottieren? Hilf mir mal weiter.
     
  9. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    china nicht boykottieren!
    mir grauts nur vor der schleimspur, die die devoten europäer nach usa gelegt haben.
    übrigens, die amerikanischen verbrecher terrorisieren immer noch die irakische bevölkerung.
     
  10. Herr_Tank

    Herr_Tank Sympathieträger

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    Auf gar keinen Fall boykottieren!!

    Da stehen Arbeitsplätze auf dem Spiel!!!

    Dafür kann man schon mal ein paar abgeschlachtete Mönche in Kauf nehmen!!!
     
  11. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    klar: mönche oder iraker.
     
  12. Ziege

    Ziege Pferdehasser

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    also ich bin dabei.....wird alles durchgezogen :D
     
  13. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    glasnost, perestroika, mauerfall?
     
  14. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    du bist dir sicher, dass da eine kausalität besteht?
     
  15. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    das ist so sicher wie ein leben nach dem tot! :D
     
  16. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Thomas Wessinghage geht es um die Qualität des Boykotts:
    "Die persönliche Sichtweise des Athleten spielt für mich in dieser Diskussion keine Rolle, wenn es so wäre, dass sich ein Boykott als die geeignete Maßnahme erwiese, würde ich immer sagen: Das allgemeine Interesse ist stärker als das Individualinteresse." Allerdings hält er eine solche Maßnahme eben "nicht für geeignet, das politische Tagesgeschäft zu beinflussen". Was also bringen seiner Ansicht nach Boykotte von Olympischen Spielen? "Das Individualinteresse leidet, das allgemeine Interesse wird nicht vertreten."
    "Am Ende war der Effekt gleich null."
    "es sind andere Ebenen als der Sport, die Einfluss nehmen können, die Politik und die Wirtschaft. Das heißt ja nicht, dass man die Zustände in China tolerieren und stumm bleiben muss. Es heißt lediglich, dass der Boykott meiner Ansicht nach keine geeignete Maßnahme ist."


    Heiner Brandt:
    "Wir waren damals gegen den Boykott", sagt er, "und das Gefühl hat sich danach noch verstärkt." Das lag daran, "dass der Boykott ja nicht mit aller Konsequenz durchgezogen wurde. Zum einen sind viele Länder trotzdem angereist, zum anderen gab es auf wirtschaftlicher und politischer Ebene keinerlei Konsequenzen."
    Quelle: SZ.

    Dem kann ich mich nur anschliessen.
     
  17. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Geht es nicht eher darum, dass es etwas unpassend ist, fröhliche Sportspiele und entsprechende rund um die Uhr Sendungen zu veranstalten, während in einem anderen Teil des Landes der Veranstalter munter auf einen (unterdrückten) Teil seiner Bevölkerung einprügelt?
     
  18. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    jedem ist es unbenommen, die spiele betroffen am tv zu verfolgen.
     
  19. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    hm? nix verstehen.

    Der Dalai Lama ist übrigens auch gegen ein Boykott und denkt an einen Rücktritt.
     
  20. Simtek

    Simtek Well-Known Member

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    Nun, aber dafür hat China doch sicher entsprechende Bestechungsgeld.. ähhhhh Ausgleichszahlungen geleistet.
    Daher dürfte das doch kein Problem sein :suspekt:

    Zum Thema: Ich wüsste nicht, was ein Boykott bewirken sollte. China würde sein Vorgehen wohl kaum ändern nur weil "ein paar" Sportler aus Deutschland den Olympischen Spielen fern bleiben. Einzig die Sportler die sich seit Jahren auf die Spiele vorbereiten würden in die Röhre gucken. :schlecht:
     
  21. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    Boykott ja, aber nicht im sportlichem, sondern im wirtschaftlichem Bereich.
     
  22. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    die chinesen reißen sich gerade afrika wirtschaftlich unter den nagel, da kommt es auf einen europäischen miniboykott nicht an.
     
  23. fabsi1977

    fabsi1977 Theoretiker

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    Die Spiele nach China zu geben war ein Fehler, das war glaub ich so ziemlich jedem klar, außer den Leuten in der IOC-Vollversammlung. Was von diesem Haufen zu halten ist, hat man ja nun mit der Vergabe der Winterspiele nach Sotschi gesehen.

    Zum Thema Boykott: Bringt absolut nix, die Chinesen würden sich dadurch nicht beeindrucken lassen. Bestrafen würde man die Sportler, die auf dieses Ereignis seit 4 Jahren hinarbeiten.
     
  24. Simtek

    Simtek Well-Known Member

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    Nur sollte man jetzt das beste raus machen.

    Ansonsten gebe ich Dir echt.
     
  25. Nico

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    Mit einem Boykott trifft man leider immer die Falschen, nämlich die Sportler, die sich bereits jahrelang auf diesen Höhepunkt vorbereiten.
    Es war wirklich ein Fehler, die Spieler dorthin zu vergeben.
    Es ist traurig, dass unsere Regierung mit einem solchen Regime überhaupt noch irgendwelche Beziehungen führt. :motz:
     
  26. Simtek

    Simtek Well-Known Member

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    Och, nicht nur unsere Regierung.
    Guck mal wo viele Produkte, die bei uns im Warenregal landen herkommen. "Made in China" ist ja nicht unbedingt ein Qualitätshinweis.
     
  27. Nico

    Nico Member

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    Ja, dann müsste man mal konsequent sein und sämtliche wirtschaftlichen Beziehungen zu solchen Ländern abbrechen, die die Menschenwürde mit Füßen treten.:schlecht:
     
  28. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Das mache mal. Weisst du, wie groß der Markt alleine ist? Hier zählt nicht das Gesetz vom Humanismus, sondern das des Geldes. Und das besagt eben, dass eine solcher Markts erschlossen werden "muss", egal wie dort die Menschenrechtssituation aussieht. - Leider -
     
  29. NK+F

    NK+F Fleisch. Moderator

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    Zumindest die Entwicklungshilfegelder an China sollte man einstellen.
     
  30. Nico

    Nico Member

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    Du hast ja völlig recht! Aber dann sollte man auch so konsequent sein und ins Grundgesetz schreiben: "Die Würde des Geldes (oder der wirtschaftlichen Interessen) ist unantastbar!" anstelle von "Die Würde des Menschen ..." X(

    Man könnte weiter so handeln wie jetzt auch, bloß man Würde keine Humanität mehr vorheucheln :motz:
     
  31. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Naja...im Grundsatz hast natürlich du recht. Aber ich habe ja schon immer vertreten, dass der Humanitätsgedanke uns irgendwann auf die Füsse fällt. Dies ist wieder so ein Beispiel. Wenn Humanität, dann ist es konsequent, wenn wirtschaftlich in irgend einer Form sanktioniert wird. Das muss aber - wenn schon - dann von allen passieren. Und spätestens da scheiden sich die Geister. Nicht, dass etwa nur Uneinigkeit zwischen den "Industrienationen" und den Schwellenländern bzw. Schurkenstaaten herrscht, nein sogar innerhalb der "zivilisierten" Welt ist man sich da uneinig. Guck dir doch an, welche Globalisierungskämpfe es um die Markanteile in Asien gibt. Jeder versucht, dort einen Fuß reinzubekommen. Und jeder, jetzt Sanktionen befürwortet, belügt sich selber, weil er morgen schon die nächsten Verträge unterschreibt. Der Markt ist einfach zu groß, als das man ihn sanktionieren könnte. Im Gegenzug sind die Märkte, die die Sanktionierung aussprechen würden, erheblich kleiner, Europa und Amerika spielen vielleicht wirtschaftlich, nicht aber vom Marktpotentiel her gesehen in der gleichen Liga mit China. Sanktionen gegen China würden sich für diese so ausnehmen, wie wenn Mexico Europa sanktioniert. Der einzige Vorteil solcher Sanktion wäre ein Anwachsen der Unzufriedenheit der chinesischen Bevölkerung. Allerdings kann sich die Welt auch keinen Aufstand von einer Milliarde Menschen gegen seine Regierung leisten.

    Davon abgesehen, könnte so eine konzentrierte Aktion gegen ein bestimmtes Land auch zum Bumerang werden, Stichwort Öl. Stelle dir vor, die ganze Welt macht gegen China Wirtschaftssanktion, wer ist als nächster dran? Die USA wegen Guantanamo, Deutschland wegen den Kopftüchern und wegen ihrem Umgang mit Globalisierungsgegnern? Dänemark wegen den Karikaturen? Jedes Land hat seine dunklen Seiten, und wirtschaftliche Ausgrenzung muss sehr vorsichtig dosiert werden. Denn wer im Glashaus sitzt...