Stuttgart 21 - Proteste halten an

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von André, 30 September 2010.

  1. Keule

    Keule Geile Oma aus deiner Nähe

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    Clown gefrühstückt?

    @Markus: Damit komm ich klar, darauf fundiert ja meine Meinung ;)
     
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  3. kleinehexe

    kleinehexe SF-Dschungelkönigin 2011 und PTL-Meister 2015/16

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    Dein 2. Satz ist besser als jeder Clown.

    Und wie gesagt, melde mich doch einfach wenn du dich beleidigt fühlst, auch wenn mir schleierhaft ist womit ich dich beleidigt haben könnte.
     
  4. Markus

    Markus Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.

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    Ich habe kein Auto. :floet:
     
  5. lenz

    lenz undichte Stelle

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    Schön dass es immer mehr werden die kein Auto brauchen! (ich wähl übrigens grün-liberal, ist ne neue Partei hier)
     
  6. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    :lachweg:

    Die Aussage ist doch uralt, und das waren 5 Mark. Und? Kostet ja inzwischen auch schon fast soviel...
     
  7. Keule

    Keule Geile Oma aus deiner Nähe

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    "Wie gesagt, die Ausdrucksweise passt zu dem was du immer von dir gibts."

    Da du meinen Beitrag als durchweg schlecht und blöd darstellst ist dies eine beleidigung, auch wenn auf hörem Niveau als man sie auf dem Schulhof hören würde... :huhu:
     
  8. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Na gut, wenn man hier keinen führen kann, damit das aufhört, mach ich halt 'ne Ansage:

    @Kleinehexe und Keule: Ihr redet von zwei verschiedenen Dingen. Und während Keule einfach von was anderem spricht als von den Polizeieinsätzen, steigst du, Kleinehexe mit deinem Thema darauf ein und bezichtigst ihn völlig grundlos der Unwissenheit.

    Alles andere ist Aufgeschaukele. Was ich hiermit einzustellen wünsche.

    Danke fürs Zuhören.

    PS: Ab hier wird weiteres Geplänkel in der Art wie vor unterbunden.
     
  9. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Du bist doch Schüler? Dich belastet mal gar nix.
    Deweiteren ist es eine Frechheit, den Bürgern einer Stadt ihr gutes Recht auf Demonstrationen abzusprechen, zumal es alleine um Belange ihrer Stadt geht.

    Sonst zum Thema: Höchste Zeit, dass sich da nun die Stuttgarter rühren - auch wenn sie's vorher verschlafen haben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30 September 2010
  10. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Lachhaft. Alle bisherigen Polizeieinsätze haben sicher nur einen winzigen Bruchteil dessen gekostet, was das Wahnsinnsprojekt verschlingen soll.
     
  11. André

    André Foren-Capo Administrator

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    @Keule: Wenn Du die finanzielle Belastung der Bürger hier so anprangerst, dann bist Du sicher auch dafür, das Hansa in Zukunft die Polizeikosten für die Einsätze rund ums Stadion an Spieltagen selbst bezahlt, oder?
     
  12. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    ... und der Soli auch gestrichen wird um mal die beliebteste Stammtischparole von hier rauszuhauen ;)
     
  13. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Was da genau passiert, hat doch Bundy eingangs ausführlich geschildert. So in etwa empfinde ich die Lage auch, nach dem was man seit Wochen zu dem Thema hören, lesen und sehen kann wenn man sich ein bisschen fürs Tagesgeschehen interessiert.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30 September 2010
  14. Budmaster_Bundy

    Budmaster_Bundy Well-Known Member

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    Ein berechtigter Einwand, aber: das Projekt wurde vor zehn Jahren beschlossen. Zu Zeiten als es keine Wirtschaftskrise gab, zu Zeiten, als die Gesamtkosten bei maximal zwei Milliarden lagen, zu Zeiten, als wichtige Fakten überhaupt nicht bekannt waren und damit ein völlig anderes Bild zu einer völlig anderen Zeit vorhanden war.

    Über einen Zeitraum von zehn Jahren können sich die Rahmenbedingungen ändern, und dann hat man auch das Recht mit den Demonstrationen anzufangen wenn man das Problem erkannt hat. Die Politik stützt sich auch darauf, dass das Projekt politisch und rechtlich völlig legal auf die Beine gestellt wurde, was auch stimmt. Aber dass ist eben nur die eine Seite...
     
  15. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Bin mal gespannt, ob sich eine politische Kraft findet, die es fertigbringt, für den Wahlkampf einen Stopp dieses Projekts zu versprechen.

    Und einen hab ich auch noch: Man möge sich immer an diese Bilder, insbesondere an die öffentlichen Stellungnahmen der Politik dazu, erinnern, wenn gleichartige aus Nordkorea oder dem Iran übermittelt und von unseren Medien und Politikern bewertet werden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1 Oktober 2010
  16. Markus

    Markus Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.

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    Ich weiß nicht, vielleicht machen es ja die Grünen.

    Die reinen Kosten für den Baustopp - also die Vertragsstrafen - sollen angeblich zwischen 1-2 Mrd. € liegen. Davon hat was der Grube in einem Interview gelabbert.
     
  17. Schröder

    Schröder Problembär

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    Das weiß offensichtlich sogar die Bahn selber. Heut morgen war der Cem Özdemir im TV, der gemeint hat, der Bahn wurde das Projekt gegen ihren Willen von der Politik auf`s Auge gedrückt. Die Bahn selbst würde von dem Geld lieber das Streckennetz ausbauen und ihre Züge modernisieren und dringend notwendige Reparaturen durchführen. Letzteres liegt nämlich zur Zeit wegen dieses Großprojekts auf Eis, wie man beim Ausfall von Klimaanlagen gesehen hat.

    Das Projekt ist also nicht nur teuer, sondern auch für die Bahnfahrer in den anderen Zügen gefährlich.
     
  18. Schröder

    Schröder Problembär

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    Naja, da konnte der Staat doch mal wieder den "subversiven Kräften" im Land zeigen, wo der Hammer / Schlagstock hängt. Und seinem Nachwuchs gleich mit.
     
  19. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Jedenfalls sieht die Koalition zur zeit keinen Grund, sich näher als nötig mit den Ereignissen zu beschäftigen. Ein entsprechender Tagesordnungsantrag wurde gerade abgelehnt.

    Schade eigentlich. Das Signal, was da von der Union und der FDP ausgeht, ist nicht gerade doll.
     
  20. Schröder

    Schröder Problembär

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    Und wird hoffentlich bei der nächsten Wahl entsprechend "honoriert". Wenn die jetzt schon die Bluthunde loslassen, geht`s den Politikern wohl darum, das Projekt möglichst schnell unumkehrbar "durchzuprügeln", im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht, das nach der Wahl wie schon beim "Atomkonsenz" wieder alles umgeworfen wird. Dann lieber vorher klare Verhältnisse schaffen.

    Ich hoffe, die Demonstranten können das Projekt bis zur Wahl noch soweit be- und verhindern, das es nicht zu spät ist, die Sache zu verwerfen. Meinetwegen auch mit Sabotage. Oder solange alle Möglichkeiten ausschöpfen (kann man da nicht ein paar Tiere auf dem Baugebiet "auswildern", die unter Naturschutz stehen?), bis es nicht mehr finanzierbar ist.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1 Oktober 2010
  21. Markus

    Markus Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.

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    Als ich das heute früh im Radio gehört hatte, war ich noch saurer als gestern.

    SWR3.de - Chef der Polizeigewerkschaft in der SWR3-Morningshow

    Dies ist eine bodenlose Frechheit und Arroganz. :suspekt:
    Die baden-württembergische CDU trägt dafür die Verantwortung.
     
  22. Markus

    Markus Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.

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    Geld spielt hierbei nicht wirklich eine Rolle.


    An einen Baustopp glaube ich nicht.
    Wenigstens einen Denkzettel für die politisch Verantwortlichen braucht es.
     
  23. andon

    andon Glubbsau

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    Hab ich mir auch neulich mal gedacht, was das für ne Geschichte wäre für die SPD: da wird zum ersten Mal seit dem 2. Weltkrieg diese "Alleinherrschaft" (auch wenn ab und an mal ein Partner gebraucht wurde) gebrochen, man selbst ist aber möglicherweise dann nur Juniorpartner der Grünen.... irgendwie bitter.

    Keule, es wurde über Jahre hinweg mehrmals versucht, einen Volksentscheid zu diesem Thema zu erwirken, den hat das Land Baden-Württemberg aber nciht einmal zugelassen. Vermutlich wussten sie, wie es ausgehen würde. Es stimmt natürlich, man hätte früher auf die Straße gehen können, aber tatenlos waren sie nicht.

    Das les ich von dir gerade zum ersten Mal, aber es würde meinen Eindruck, den ich von der ganzen Geschcihte schon immer hatte, nur bestätigen: Wie Stoiber in Bayern mit dem Transrapid versuchte Oettinger in Ba-Wü sich mit S21 ein eigenes Denkmal zu setzen. Wobei der Günther es geschafft hat, sich rechtzeitig so unerträglich zu machen, dass er "weggelobt wird, bevor es mit Protesten richtig los geht.... ganz schön schlau, der Günther, hätt ich ihm gar nicht zugetraut. ;)

    Den Rainer Wendt hab ich ja sowieso gefressen, der fällt ja auch beim Thema Fußball immer wieder durch sehr durchdachte und reflektierte Aussagen auf. Beispiel gefällig? "Wer ein Fußballstadion betritt, muss sich bewusst sein, dass er sich in Lebensgefahr begibt". Dieser Mann schadet dem Ansehen der deutschen Polizei ungefähr so sehr, wie die grünen Knüppel von gestern Nachmittag.
     
  24. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Meine Gedanken zu der eigentlichen Thematik:

    Vor Jahren, so um 2005/2006, habe ich abends im Ersten mal 'ne Sendung über Verschwendung von Geldern für solcherlei Vorhaben gesehen. Ich kann mich nicht mehr an sämtliche Einzelheiten erinnern, weiß aber genau, dass es einerseits um den Großflughafen in Berlin ging. Der war damals "noch nicht durch" und man wies darauf hin, dass in erträglicher Berlinnähe in Brandenburg mehrere stillgelegte Militärflughäfen existierten, die infrastrukturell und mit weniger Belastung für die menschliche Umwelt viel besser zum Ausbau als Schönefeld geeignet gewesen wären. Mit der Bahn habe ich in Erinnerung, dass da irgendein Neubauteilstück der ICE-(Gesamt-)Trasse von Leipzig nach München - ich meine im Altmühltal - betroffen war.

    Folgende gefühlte Eckdaten habe ich im Kopp:
    Zeitgewinn bei Fertigstellung: 5-10 Minuten.
    Kosten: Doppelt so viele Milliarden wie veranschlagt
    Faktisch: Die Arbeiten wurden seinerzeit auf der Hälfte ruhend gestellt (keine Ahnung, wie's weiterging)
    Hauptargument der Bahn: "Wir kommen der durchgehenden Hochgeschwindigkeitszugverbindung von MAILAND nach KOPENHAGEN immer näher."
    Konsequenzen für mich: Vor Ärger eine dreiviertel-schlaflose Nacht

    Genauso sehe ich das jetzt wieder.

    Glücklicherweise existiert wohl dieses Planungsbüro, das auch den Transrapid in München klar- und damit weggerechnet hat. Die prognostizieren unabsehbar höhere Kosten, jedenfalls durch die Trassenführung über die Alb, die nicht mit dem Zeitgewinn von etwa 10 Minuten zwischen Stuttgart und Ulm gerechtfertigt werden können (sofern man überhaupt noch irgndwo vertreten wollte, dass ein Zeitgewinn prägendes Argument im Abgleich zum Raubbau an Mensch und Umwelt darstellt).

    Das Projekt sollte also allein deshalb über die Klinge springen, ganz abgesehen davon, wie das Stuttgarter Mütchen so tickt.
     
  25. Schröder

    Schröder Problembär

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    Nun, diesen Baustopp kann man ja auch anders erwirken. Indem man `n paar Baufahrzeuge vorübergehend "außer Gefecht setzt" z. B.
    Damit meine ich natürlich nicht zerstören, sondern vorübergehend unbrauchbar machen. Und natürlich so, dass keiner dabei zu Schaden kommt.
     
  26. andon

    andon Glubbsau

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    Schön gesagt. Aber so tickt unser System leider nun mal, und leider viel zu viele denken, es müsse so sein.

    Wobei ich natürlich auf der anderen Seite einräumen muss, dass ich großer Fan jeglichen öffentlichen Verkehrs bin (schreibe ich und merke, wie herrlich doppeldeutig das ist) und hier die Zeit leider wirklich ein sehr gewichtiges Argument im Bezug auf Wettbewerbsfähigkeit zum Individualverkehr ist. Was aber auch wiederum an der Denke der jeweiligen Nutzer liegt.
     
  27. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Servus Frittenwender,

    es ging dabei um die Tunnels im Altmühltal, meine ich mich zu erinnern. Das Gestein da ist superporös und so explodierten fröhlich die Kosten. Mittlerweile ist die Strecke da durch für etliches an zuätzlichem Geld. Zumindest ist man jetzt mittlweile innerhalb einer Stunde von München HBf im Nürnberger Hbf, früher dauerte das gute 90 Minuten; sprich die Zeiterparnis ist wenigstens merkbar. Die Alternativstreckenführungen weiß ich nicht mehr und auch nicht, ob man da für 10 Minuten Fahrzeit mehr viele Hundert Millionen hätte sparen können, glaube aber schon.

    Die Zeitersparnis zwischen Ulm und Stuttgart um 10 Minuten mit einem neuen Bahnhof zu realisieren ist tatsächlich der Brüller schlechthin, denn dann verkürzt sich die Fahrzeit zwischen München und Stuttgart von 2h 20 Minuten auf 2h 10 Minuten.
    Grund hierfür ist natürlich die Trasse durch die schäbische Alb und das Gejuckel des ICE zwischen Ulm und München, was schon mal 90 Minuten sind. Mal zum
    Geniessen: München Zentrum - Ulm Zentrum sind 150km Strecke
    Entweder man steckt also das Geld in den Ausbau der Strecke, wobei natürlich auch etliches an Natur auf derselben bleibt, oder man lässt's.
     
  28. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Toni und Ru,

    ich werde mehr und mehr Fan vom Bahnreisen. Dabei wäre es mir - auch unter Wettbewerbsgedanken - völlig Wurscht, ob ich von Minga nach Schtuggi in 3 oder Zwoeinviddelstunden gelangen kann.

    Prägnanten, meßbaren Täglichpendlerverkehr gibt doch wohl nicht, oder?
     
  29. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Die ICEs in der Früh und am Abend sind auf der Strecke gut voll, am Mo. und am Do. knallvoll.
    Aber Tagespendler zwischen M-Stgt. sind wohl die große Ausnahme; bei Ulm-Stgt. gibt's das schon öfter und bei Augsburg-M ist es die Regel.

    Ich sag's mal so: von 2h20 auf 1h30 das wäre wirklich stark aber das geht wohl nur, wenn man die Strecke ohne Rücksicht auf Verluste durch die Landschaft fräst, ein paar Dörfer plättet und die Alb untertunnelt.

    Ein weiteres Problem ist auch mit schneller Bahnanbindung nicht gelöst: Das Erreichen der eigentlichen Ziele in Stuggi. Der ICE spuckt einen unten in der Mitte des Stuttgarter Kessels aus. Ein Riesenhaufen potentieller Geschäftsziele liegt aber im Süden und Südosten oben und nicht im Kessel: Möhringen, Sindelfingen, Böblingen, etc. oder im Osten, in Leonberg. Da kannst Dich dann mit der Stuttgarter S-Bahn hinbewegen oder Dich mit'm Taxi hinstauen und wer in Stuggi um 9:00 in der Früh von Downtown mit'm Auto nach Böblingen will, der weiß, was da die Stunde teilweise schlägt: 45 Min. bis 1h
     
    Zuletzt bearbeitet: 1 Oktober 2010
  30. kthesun

    kthesun Guest

    Ich bin bei Stuttgart 21 hin und her gerissen. Ich komme ursprünglich aus der Nähe von Stuttgart, war bestimmt schon 100mal am dortigen Bahnhof (zuletzt am Dienstag) und verfolge das ganze schon länger.

    Mein Überlegungen sind folgende:

    Ich finde es prinzipiell extrem wichtig, dass Dinge die von einer Regierung beschlossen auch von den folgenden realisiert werden. Es gibt in der Politik auch eine gewisse stille Übereinkunft, dass man Reformen der Vorgänger nicht in der eigenen Legislaturperiode einfach rückgängig macht.
    Ich finde es zudem wichtig, dass Deutschland in die Infrastruktur ihrer Städte investiert; Dabei geht es bei Stuttgart 21 gar nicht so sehr um infrastrukturelle Verbesserungen, denn die zählbaren Verbesserungen, die das Projekt bringt sind im Verhältnis zu den Kosten marginal. Und trotzdem sind Projekte wie diese für einen Technologiestandort, wie Deutschland es ist, wichtig.

    Auf der anderen Seite darf es meiner Auffassung nach nicht sein, dass die Regierung in allgemeinen Themen das Volk übergeht, sondern sich auf die Grundsätze der Demokratie besinnt, die lapidar ausgedrückt besagt, dass die Regierung vom Volk angestellt ist. Das impliziert: Das Sagen hat das Volk und die Regierung hat es umzusetzen. Natürlich haben wir eine parlamentarische Demokratie, in der die Politiker die Entscheidungen fällen sollen, und das Volk nur in Ausnahmefällen per Volksentscheid. Und die macht natürlich auch Sinn. Viele Dinge, die in der Politik entschieden werden können vom Volk nicht entschieden werden, denn das sind komplexe Dinge, die lange und harte Einarbeitung in die Fakten bedeuten.
    Stuttgart 21 jedoch ist definitiv ein Projekt, dass das Volk ohne Hintergrundwissen und Expertise entscheiden könnte. Und ich erwarte von einer Regierung, dass für sie die Meinung des Volks Gesetz ist. Dabei ist es völlig unerheblich ob etwas verpennt wurde oder. Die Regierung hätte schon vor Wochen erkennen müssen, dass es sehr vielen Menschen sehr wichtig ist, dass Stuttgart 21 nicht gebaut wird. Also hätte man schon vor Wochen einen Volksentscheid einleiten können.
    Stattdessen verschanzt sich Mappus wie ein Diktator hinter Stacheldraht und Polizisten.

    Mein Wunsch ist also ganz klar ein Volksentscheid. Denn es ist nicht klar ob die Mehrheit das Projekt wirklich ablehnt. Eine wichtige Sache, die man nämlich bedenken muss ist, dass die lautesten noch lange nicht in der Mehrheit sein müssen. Die Demonstrationsbereitschaft schwankt sehr stark zwischen den politischen Richtungen. Bspw. weiß man von Linken und Grünen, dass sie recht gerne auf die Straße gehen, während man sowas von Anhängern der politischen Mitte nicht erwarten kann. Und trotzdem gibt es weit mehr CDU und SPD-Wähler als Linke und Grüne.

    Also, Volksentscheid muss her. Wenn er käme würde ich übrigens für Stuttgart 21 stimmen (wenn ich wahlberechtigt wäre). Wie ihr seht geht es mir gar nicht darum das Projekt zu boykottieren. Es darf nur niemals passieren, dass eine Regierung Dinge gegen den Willen des Volks durchdrückt. Und Mappus hat bei mir jetzt übrigens vollkommen verschissen.
     
  31. Detti04

    Detti04 The Count

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    Okay, mach ich mich mal unbeliebt...

    Kleines Quiz: Wo befindet sich der mit 8.788 m laengste S-Bahn-Tunnel Deutschlands? Kleiner Tipp: Dieser Tunnel geht durch anhydrithaltige Schichten. - Antwort: Na klar, in Stuttgart, wo sonst. Baubeginn war uebrigens 1971, beendet wurde der Bau 1984 - also betrug die Bauzeit hier mal schlappe 13 Jahre. Ob es damals Buergerproteste gab, weiss ich nicht (immerhin wurde Teil 1 von 1971-78 in der Innenstadt Stuttgarts groesstenteils in offener Bauweise errichtet); wie selbstverstaendlich dieser Tunnel fuer saemtliche Einwohner Stuttgarts heute ist, kann jeder durch Nachfragen leicht herausfinden. (Fuer die Ortsunkundigen: Dieser Tunnel beginnt noerdlich des Hauptbahnhofs und endet suedlich der Uni, fuehrt also raus aus dem Talkessel der Stuttgarter Mitte hoch auf die Fildern und unterquert den groessten Teil der Innenstadt.) Dieser Tunnel schloss den Stadtbezirk Vaihingen an die Innenstadt an und machte das Pendeln aus Vaihingen vermutlich erst so richtig moeglich, mindestens aber schneller.

    Denselben Effekt haette Stuttgart 21 vermutlich fuer Filderstadt: Das Pendeln von Filderstadt nach Stuttgart-Innenstadt dauert im Moment eine halbe Stunde, weil man eben die grosse Schleife ueber den Flughafen, Leinfelden-Echterdingen und Vaihingen fahren muss; mit Stuttgart 21 koennte man sich den Umweg ueber L-E und Vaihingen eben sparen. Nun wird das nicht Hauptziel des ganzen Projektes sein, aber Stuttgart 21 wuerde eben auch eine Stadtentwicklung bzw. -vergroesserung auf den Fildern ermoeglichen.

    Die Proteste sind meiner Meinung nach in erster Linie eines - ein Medienphaenomen bzw. medial befeuert. Die Protestierer bekommen eine gute Presse, und fuers Fernsehen sind Proteste immer gut, da spektakulaer. Ausserdem liest sich die Liste der Organistaoren dieses Protestes - Die Gruenen, BUND, VCD, Die Linke, Pro Bahn usw. - ja wie das Who-is-who des links-alternativen Spektrums - da muss man als Links-Alternativer natuerlich dabei sein. Wie gesagt: Alle die, die jetzt protestieren, sollten sich mal ueberlegen, ob aus genau denselben Gruenden nicht der heute gern genutzte S-Bahn-Tunnel haette verhindert werden muessen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1 Oktober 2010