Studie: Schiedsrichter bevorzugen den FC Bayern München

Dieses Thema im Forum "Fussball Stammtisch" wurde erstellt von André, 3 Juni 2014.

  1. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Die Bayern werden bevorzugt - Jetzt werden sicher einige sagen, das wusste ich doch schon vorher.
    Aber jetzt gibt es sogar noch "Beweise" in Form einer Studie:

    Die Daten-Analyse bestätigt einen signifikanten Bonus für den FC Bayern München. Auch ohne ausgefeilte analytische Verfahren kann dies mit folgender Überlegung recht einfach eingesehen werden: Wie aus der Tabelle ersichtlich ist, hat für jede der fünf Kategorien jeweils der FCB den höchsten Mittelwert an Fehlentscheidungen zu seinen Gunsten pro Spiel.

    zum Artikel: http://www.focus.de/wissen/experten...n-fehlentscheidungen-im-fokus_id_3872847.html
     
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  3. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Detti wird dir sicher bestätigen, dass man mit Statistik viel belegen kann, auch das Gegenteil.
     
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  4. theog

    theog Guest

    Wenn ich da lese "multivariate Analysen", dann wirds stimmen...:fress:es sei denn, Detti kommt mit SAP/SAS/SPS/R und mit Bayes-Statistiken...:D
     
  5. Raffelhüschen

    Raffelhüschen Forennutzer

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    Je nachdem, welche Verteilung angesetzt wird, kommen unterschiedliche Ergebnisse raus.
     
  6. Schalke-Königsblau

    Schalke-Königsblau Derbysieger 2012/13

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    Die Studie wird schon stimmen. Wäre das nicht der Fall, oder sogar andersrum, würden die Bayern sich, nötigenfalls:floet:, in aller Öffentlickeit über die Schiedsrichter echauffieren.
    Die halten mit ihren Beschwerden über die Schiedsrichter auch nicht gerade hinter den Berg. :cool:
     
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  7. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    mit recht!
    schließlich haben sie ja viel geld dafür ausgegeben, dass das so läuft, wie es läuft!
     
  8. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Erstens stimmt das so gar nicht, und zweitens kann man nicht willkürlich irgendwelche Verteilung zugrunde legen.
     
  9. Raffelhüschen

    Raffelhüschen Forennutzer

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    Selbstverständlich, der Artikel zeigt doch, dass eine Analyse auf Basis einer chi²-Verteilung gemacht werden kann, aber auch auf Basis einer Multinomialverteilung. Je nachdem ergeben sich daraus unterschiedliche Signifikanzkorridore.
     
  10. derblondeengel

    derblondeengel master of desaster

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  11. Detti04

    Detti04 The Count

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    Wenn ich hier

    "Mannschaften, für die etwas auf dem Spiel steht (etwa Verbleib in der 1. Liga, Erreichen der Champions-League-Plätze), profitieren ebenfalls von einer unbewussten Bevorzugung durch Schiedsrichter."

    lese, dann stellen sich mir ob der Schwammigkeit des Kriteriums schon die Nackenhaare hoch, und ich hab prompt Zweifel an der gesamten Studie. Abgesehen davon bin ich mir des Heimbonus und des Promibonus ziemlich sicher, denn beide lassen sich nachvollziehbar psychologisch begruenden.
     
  12. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Ich hätte es auch auf Deinen letzten Satz, ganz ohne Studie, beschränkt, leuchtet mir nämlich auch ein.
     
  13. Schröder

    Schröder Problembär

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    Nun zumindest wurden hier mal sämtliche Mannschaften untersucht und nicht nur 3, wie bei Holgys letzter "Beweisführung". Allerdings beschränkt sich die Auswertung nur auf die nicht gegebenen Elfmeter, und nicht auf die Zahl der Fehlentscheidungen insgesamt.
     
  14. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Da siehste mal, dass man auch mit kleinen Stichproben zu richtigen Ergebnissen kommt. Anders wäre Forschung auch gar nicht möglich. Außerdem behauptest du, es wurden nur Elfmeter untersucht. Das stimmt nicht.

    handgetappert by Holgy
     
  15. Schröder

    Schröder Problembär

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    Naja,, der Artikel beschreibt halt nur die "nicht gegebenen Elfmeter". Es wurden auch falsche Torentscheidungen untersucht, aber wie oft gibt´s die überhaupt?

    Und natürlich kann man auch mit kleine Stichproben zum richtigen Ergebnis kommen. Man sollte sie aber auch in die richtigen Relationen setzen. Von daher ist das "richtige Ergebnis" deiner Studie wohl eher Zufall als wissenschaftlich fundiert.
     
  16. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Am stärksten sei dieser Effekt, wenn mehr Zuschauer im Stadion sind, was die Legende des Heimvorteils beweist. Besonders aber beim FC Bayern. "Da ist dieser Effekt am extremsten. Er explodiert geradezu!" Es wird sich zeigen, ob sich das Märchen vom "Bayern-Bonus" auch am Dienstag gegen Werder Bremen im DFB-Pokal-Halbfinale bewahrheitet.
    Hihihi.

    Das ist natürlich Unsinn. Die ganze empirische Forschung arbeitet nur mit Stichproben. Das ist ein wissenschaftlich völlig sauberes vorgehen. Ansonsten solltest Du auch nicht mehr zum Arzt gehen. Alles was der macht, beruht (hoffentlich) auf wissenschaftlicher Erkenntnis, die durch Stichproben erhoben wurden.

    So stich auch die Kritik "nur Tore und nur Elfmeter berücksichtigt" nicht, denn dann müsstest Du erst einmal eine schlüssige Erklärung dafür liefern, warum die Schiedsrichter nur bei Elfern und Toren eine Mannschaft bevorteilen und bei anderen Entscheidungen nicht. Bei gelben Karten kann er sein Unterbewußtsein ausschalten? Wohl eher nicht. Was für Elfer und Tore gilt, gilt also wohl auch für alle anderen Schirientscheidungen.


    Halten wir also nochmal fest:

    Wesentliche Ergebnisse:

    • Zu Unrecht verweigerte Elfmeter kommen signifikant Top-Mannschaften zugute, d.h. sie betreffen öfter schwache Mannschaften, die gegen gute Mannschaften spielen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Schiedsrichter einem schwachen Team, das gegen ein Top-Team (= in der „ewigen Tabelle“ vorne platziert) spielt, einen berechtigten Elfmeter verweigern, ist etwa 40 Prozent höher als bei Top Teams.
    • Der Bayern-Bonus existiert. Spielt der FC Bayern München gegen eine Mannschaft, die in der „ewigen Tabelle“ keinen Spitzenplatz einnimmt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Elfmeter dem schwachen Team fälschlicherweise nicht gegeben wird, drei Mal größer als im statischen Mittel.
    • Mannschaften, für die etwas auf dem Spiel steht (etwa Verbleib in der 1. Liga, Erreichen der Champions-League-Plätze), profitieren ebenfalls von einer unbewussten Bevorzugung durch Schiedsrichter.
    • Auch Heimmannschaften kommt zugute, dass Schiedsrichter unbewusst „für sie“ entscheiden.
    Schiedsrichterentscheidungen im Fußball: Vermuteter Promibonus bestätigt
    Nicht sehr überraschend, aber nun erneut empirisch belegt.
     
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  17. Schröder

    Schröder Problembär

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    Diese letzte Studie halte ich ja auch für glaubwürdig. Sie hat alle Mannschaften untersucht und belegt ein Verhältnis von Fehlentscheidungen Pro / Kontra im statistischen Mittel zu anderen Teams.

    Deine 1. Studie hat das nicht. Sie hat nur die Bevorteilungen rausgesucht und in keinerlei Verhältnis zur Anzahl der Fehlentscheidungen insgesamt gesetzt.

    Nochmal: Ich kann nicht einmal mit 100 Würfeln würfeln und dann die Anzahl der 6er zählen und dann mit 500 Würfeln die 1er zählen. Es sollte klar sein, dass dann mehr 1er fallen (ca. 5x so viele). Das bedeutet aber nicht, dass es 5x soviele 1 wie 6 auf den Würfeln gibt, auch wenn es deine "Stichproben-Auszählung" so zu belegen scheint. Genau so sind sie bei deiner 1. Studie aber vorgegangen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22 April 2016
  18. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Ich glaube nicht so recht, dass Dein Würfelbeispiel tatsächlich aufzeigt, wie da vorgegangen wurde :D
     
  19. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    :lachweg:
     
  20. Schröder

    Schröder Problembär

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    Tatsache ist doch, sie haben nur die falschen Entscheidungen zugunsten der Teams gezählt. Das Bayern da häufiger einen unberechtigten Elfmeter bekommt (nehmen wir die 1 aus dem Würfelbeispiel) weil sie viel häufiger als die Vergleichsmannschaften im gegnerischen Strafraum auftauchen (kann man aus der Anzahl der geschossenen Tore ableiten, entspräche hier der Anzahl der Würfel) liegt doch auf der Hand, wurde aber nicht berücksichtigt.
     
  21. Detti04

    Detti04 The Count

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    Grundsaetzlich sollte einem aber immer zu denken geben, dass diese "Studien" gerne von Wirtschaftlern o.ae. kommen, die das quasi als Pressearbeit bzw. als Werbung fuer ihre Institute machen. Da Wirtschaftler o.ae. in der Regel, wie andere -wissenschaftler auch, keine besoners grosse Ahnung von Statistik haben, sollte man solche "Studien" immer mit Vorsicht geniessen. Es ist sicher kein Zufall, dass sowas dann nicht in vernuenftigen wissenschaftlichen Journalen mit Peer-Review veroeffentlicht wird.
     
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  22. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Ich bin ohnehin nicht geeignet für Statistik; ich musste mal in der Arbeit vor Jahren einen Fragebogen entwerfen für einen Kunden und als ich den dann mal einem Freund und Mathematiker zeigte, meinte der nur: Himmel, Rupert, was soll da denn bitte rauskommen? :D
     
  23. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Das ist nichts weiter als ein Vorurteil, das jeglicher Grundlage entbehrt. Die animositäten der einzelnen Disziplinen untereinander sind bekannt, und das Gros der Herren Akademiker da schlimmer als die schlimmsten Fußballfans.

    Und nein, ich bin kein WiWi.

    handgetappert by Holgy
     
  24. theogBVB

    theogBVB Drachmenbesitzer

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    Wirtschalfter und BWLler sind eben Futzis :fress:Dazu sollte man Physiker beauftragen, und die Ergebnisse dann in Physical Review Letters versuchen zu veroeffentlichen. :warn:Erst dann kann man sagen: JA, die Statistik wird stimmen. :fress:
     
  25. Detti04

    Detti04 The Count

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    Das tut es leider nicht.
     
  26. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Doch, das tut es.

    handgetappert by Holgy
     
  27. Schröder

    Schröder Problembär

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    Zumindest bei deiner Studie hatten sie aber von Fußball keine Ahnung. Alleine schon die irrige Annahme, weil die 3 untersuchten Mannschaften hintereinander in der Tabelle stehen, sind sie auch gleich oft von Fehlentscheidungen betroffen und man müsse demnach nur die Bevorteilungen zählen, zeigt das.
     
  28. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Die ganze Diskussion ist müßig; v.a. weil es einem ja schon der gesunde Menschenverstand erklärt, dass eben die Glanz&Gloria Mannschaft einen gewissen Bonus geniessen wird gegenüber dem weniger Bekannten.
     
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  29. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Andererseits sollte sie dennoch geführt haben, weil dies eben halt häufig verdrängt und dann bestritten wird.
     
  30. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Ja leider. Man kann natürlich im ersten Moment nachvollziehen, dass die Bazis es nicht gerne hören, wenn wissenschaftlich erwiesen wird, dass sie bevorzugt werden, weil ja dann gleich an Wettbewerbsverzerrung und Ungerechtigkeit und vorallem Schuld! gedacht wird. Allerdings ist das falsch und viel zu kurz gedacht. Denn die Bayern (mal als Exempel für die bevorzugten Vereine) können ja gar nichts dafür, sind also nicht schuld daran, dass sie bevorzugt werden. Umso so richtiger wäre es, wenn gerade die Bayern sich dafür einsetzen würden, dass der DFB etwas gegen diese Bevorzugung unternimmt.
     
  31. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Fazit:

    Effzeh ist kein Promiverein. Spielt nie oben mit und auch nicht zuhause :aetsch2:.