Steuerrecht?

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von André, 21 April 2010.

  1. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Hallo kennt sich hier jemand zufällig mit Steuern aus?

    Also 2008 bin ich täglich 176 Km zu meinem Arbeitsplatz gefahren (88km einfache Strecke). Der Arbeitsplatz lag mitten in der Stadt und so musste ich mir einen Dauerparkplatz mieten der 75 Euro im Monat gekostet hat. Die Vermietergesellschaft der Parkplätze erklärte mir damals dass ich die Mietkosten beim Finanzamt bei meiner Steuererklärung mit angeben könne. Das Finanzamt sagt jetzt aber, mit der Kilometerpauschale seien alle sonstigen Forderungen abgegolten. :suspekt:

    Ich bin dann ja nach Trier gezogen (näher zu meinem Arbeitsplatz) und hatte dann nur noch 7 km statt 88 km einfache Strecke.

    Jetzt habe ich natürlich die Umzugskosten und die Maklerkosten bei meiner Steuererklärung mit angegeben. Diese wurden vom Finanzamt auch nicht berücksichtigt, da es sich um Kosten der "Privaten Lebensführung" handele. :lachweg:

    Das ganze macht in Summe jetzt ca. 1000 Euro aus, die ich mehr bezahlen muss, und dabei komme ich mir ziemlich verarscht vor.

    Im Endeffekt spart der Staat ja bei der nächsten Steuererklärung die enormen Kilometerpauschalen weil ich eben näher zum Job gezogen bin. Aber dabei finde ich es lächerlich dass der Umzug jetzt als Privatvergnügen hingestellt wird.

    Es wird seitens der Politik immer gefordert man soll flexibel sein. Dabei müsste es ja eigentlich heißen: Man soll flexibel sein und am besten noch Geld mitbringen, dafür das man so doof ist und flexibel ist.

    Ich bin da echt gerade auf 180. Vor allem hat das Finanzamt schon vor 7 Tagen bei mir abgebucht und erst heute erhalte ich den Bescheid. :suspekt:
     
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  3. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Jep. Hier.

    Aber via PN ist wohl besser.
     
  4. Markus

    Markus Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.

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    Steuerrecht ist ein Sch***. Man muss immer hoffen, dass man auf einen verständnisvollen Steuerbeamten trifft. Denn gewisse Interpretationsspielräume haben die schon.

    Umzugskosten:
    Als ich vom Münchner Land nach Stuttgart umgezogen bin, haben die alles anerkannt, wirklich alles. Auch die großzügigen Angaben für die Wohnungssuche.
    Es war halt hoffentsichtlich, dass ich tatsächlich für die Arbeit umgezogen bin.

    Entfernungspauschale:
    Entweder die Entfernungspauschale akzeptieren oder es mit Belegen nachweisen.
    Ein Mischmasch dürfte nicht funktionieren.


    Ich hatte es 2007 geschafft meine Kosten, die ich für ein 6-monatiges Praktikum in Los Angeles hatte als Fort- und Weiterbildungskosten anzusetzen. Die haben alles akzeptiert außer den Mieten für die Wohnung (was gesetzlich nicht ging). Letztendlich haben die mehr akzeptiert als ich erwartet hatte.
    Um dies zu erreichen, hatte ich hierzu passende Finanzgerichtsurteile aus dem Internet rausgesucht. Von allen Belege und Kopien eingereicht, inkl. meiner Duzenden Einkaufsbelege, aber fein sortiert und geordnet. Die Währungskurse habe ich für sie bereits umgekehrt. Ebenso die Entfernungspauschale berechnet und die Feiertage rausgesucht.
    Alles gut geordnet, auch nach Themen. Jeweils zusätzlich eine Excel-Übersicht gemacht.

    Meine Erfahrung, je einfacher man des den Steuerbeamten macht, desto mehr akzeptieren sie die eingereichten Kosten.
    Die im Finanzamt dürfen sich nicht ärgern. Sonst schalten die auf stur.
    Meine Studienfreundin ist Steuerberaterin, die sagt das auch.
    Die Steuerbeamten sollen nicht nachdenken müssen.