Stadionverbote für FCB-Fans

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von Fussballer, 19 Januar 2010.

  1. Fussballer

    Fussballer Well-Known Member

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    Stadionverbot fr 81 Bayern-Fans | Fuball | Bundesliga | Sport1.de

    Beteiligt waren bestimmt nur die wenigsten, bestraft werden alle.:suspekt:
     
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  3. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Und das zurecht, zumindest nach Ansicht des BGH in einem ähnlichen Fall....
     
  4. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Jep, das BGH urteilte, das ein Ausschluss mit dem Hausrecht gedeckt wird. Ergo es gibt keinen Rechtsanspruch auf einen Einlass in ein Stadion. Eigentlich kurz und bündig.

    Quelle
     
    Zuletzt bearbeitet: 19 Januar 2010
  5. Gablonz

    Gablonz Well-Known Member

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    Da verwüstet ne Horde Idioten nen Zug und als Polizisten die Verwüstungen begutachten werden sie attackiert und einem von ihnen 2 Rippen gebrochen.

    Und deine einzige Sorge ist, ob vielleicht einige derjenigen aus der Gruppe nun nicht mehr ins Stadion dürfen, obwohl sie möglicherweise nicht selbst zugeschlagen haben? Ich verstehs echt nicht.

    P.S. Zitat aus der Süddeutschen: «Wir gehen nach einem Gespräch in München davon aus, dass alle 81 Betroffenen eindeutig als Mittäter identifiziert sind», sagte der DFB-Sicherheitsbeauftragte Helmut Spahn.
     
  6. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Tja so klingt das, wenn man im Nachgang von Ereignissen nach Rechten und und speziell Pflichten anderer befindet, ohne vorher über die eigenen nachgedacht zu haben. Ich finde sowas auch daneben.
     
  7. wupperbayer

    wupperbayer *Meister 20xx*

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    Ich finde auch, Sippenhaft sollte mal wieder eingeführt werden, hat sich ja irgendwie bewährt…
     
  8. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Klar, machst du ja zu Hause auch nicht. Wenn du eine Party schmeisst und mitbekommst, dass in deinem Garten eine Gruppe Besucher deinen Rasen und deine Blumenbeete umpflügen, wirfst du auch nur einen einzigen raus. Und lässt den zunächst durch die Polizei ermitteln.
     
  9. wupperbayer

    wupperbayer *Meister 20xx*

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    Ich kann jedenfalls nicht bestimmen, dass diese Partygäste auch im Rest der Stadt (oder gar in ganz Deutschland) auf keine Party mehr gehen dürfen, und das gleich für die nächsten drei Jahre.
     
  10. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Da hier ja wie immer dieselben Argumente kommen, wie schon in hunderten anderen Diskussionen zuvor, und die meiner Meinung zum großen Teil an den kernpunkten des problems vorbeigehen, möchte ich mal 2 allgemeine Punkte zur Diskussion stellen.

    1. Wer ist Verantwortlich für die Sicherheit im Stadion?
    Die Vereine, die ja auch die Konsequenzen dafür tragen müssen, wenn etwas passiert. Was machen die Vereine? Es gibt Stadienordnungen, bestimmte Dinge dürfen nicht mit ins Stadion gebracht werden, es gibt sogar Leibesvisitationen. Auch hier auf verdacht, niemand wurde von irgendeinem gericht vorher verurteilt, so dass dies Argument meiner Meinung nach in die Irre geht. Denn eine andere Möglichkeit der vereine ist es, bestimmte Leute aus dem Stadion auszuschließen, von denen sie befürchten, das diese die Sicherheit gefährden könnten. Deswegen stehen meiner Meinung nach Stadienverbote und irgendwelche juristischen Maßnahmen in keinem direkten Zusammenhang.

    Stadienverbote sind daher meiner Meinung nach ein legitimes Mittel der Vereine. Diskutieren sollte man daran, wie die Vereine das machen, wie die Fangruppen ihren beitrag zur Sicherheit im Stadion leisten können, dazu braucht es Kommunikationsstrukturen, eine Vertrauensbasis und verlässliche Partner auf beiden Seiten.

    2. Image
    Das Image eines Vereins wird sehr stark von den Fans geprägt. Ein Verein mit gewaltätigen Fans hat in der Regel ein sehr schlechtes Images. Das will kein Verein. Und kein Verein will auch nur punktuell in die Schlagzeilen geraten, wenn seine Fans auf irgendwelchen Bahnhöfen oder Rastplätzen randalieren, Polizisten verletzen oder generische Fans angreifen (oder sonst was). Jenseits aller juristischen Betrachtungen hat der Verein natürlich ein Interesse daran, solche Fans und eben solche Gruppierungen, die sich mit dem Verein identifizieren und so ihre Taten quasi im Namen des Vereins begehen, loszuwerden. Wenn sich solche Gruppierungen als Teil des Vereins sehen und Dinge tun, die dem Verein schaden, dann sollten sie sich nicht wundern, wenn der Verein darauf reagiert. Sich auf das zweifelhafte Argument zu beschränken, ich bin aber nicht verurteilt worden, geht mMn völlig ins leere und hat damit auch gar nix zu tun.
     
  11. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Wenn du der Partyveranstalter bist, schon.
     
  12. mentalitätxx

    mentalitätxx Member

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    das große problem ist dass die medien viel schmarn schreiben (bzw. viel dazu dichten) , denen gehts nur um schlagzeilen. das werkzeug schlagzeile funktioniert ja auch wunderbar wenn man nur euch als beispiel nehmt(bitte bitte das ist keine beleidigung). niemand hinterfragt hier ob es denn wirklich so war.. wie meine ich das: war jemand von der presse dabei = nein, ah ok sie wissen es vom polizeibericht.^^(vorsicht ironie). warum sollte die polizei lügen = um leute die kritischer sind als andere, sich nicht alles gefallen lassen, auch nicht von der polizei, ruhig zu stellen.

    stadionverbote bringen gar nichts... warum? denkt mal nach die leute bleiben nicht zu hause sondern fahren trotzdem mit. warum sollten sie auch daheim bleiben wenn ihre ganzen freunde auf auswärtsspiele fahren.
    stellt euch vor eine auswärtsfahrt dauert mind 6 std (treffen, fahrt, zum stadion laufen und alles wieder retour), da sind doch 105 min (90 min + 15 min) warten mit den anderen stadionverbotler gar nichts.

    aber immer dieses klischee: alle fussballfans/ultras/hooligans sind besoffene sonderschüler die randalieren rum proleten und sonst was... geht doch gewaltig auf die nerven
     
  13. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Hie rmüssen wir mal etwas unterteilen:

    Der BGH hat ein Urteil darüber gesprochen. Das ist mit Aktenzeichen hier sogar benannt, daher kannst Du sowohl Urteil, als auch Begründung nachlesen. Die Presse spielt darin gar keine Rolle. Zumindest habe ich nichts darin gefunden. Und das bis zum BGH niemand hinterfragt, wie ein Ablauf eines Ereignisses gewesen ist, wage ich zu bezweifeln. Also berufe Dich doch dann nicht auf Sachen, die man gar nicht diskutiert. Wenn dann gib doch ne klare Aussage, das Du mit dem Urteil nicht einverstanden bist und begründe es. Dann wird sogar ne richtige Diskussion daraus.

    Auch hier solltest Du den Sinn und Zweck eines Stadionverbotes nochmal hinterfragen. Wer hat denn das Recht, Dir einen Stadionbesuch zu verbieten? Wer hat das Recht, Dir Auswärtsfahrten zu verbieten und unter welchen Voraussetzungen. Wie weit ist der Wirkungskreis eines Stadionverbotes? Was können die Ergebnisse sein, wenn jemanden der Zutritt zu einem Stadion verwehrt wird?

    Das Klischee lese ich hier zum ersten Mal und ist überhaupt nicht diskussionswürdig. Lass mich raten, Du hast es aus der Presse, evtl. aus dem ASV?
     
  14. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Es wird halt jede Gruppe, nicht nur die Fußballfans, an ihren negativsten Mitgliedern gemessen:
    • Die Fussballfans an den idiotischen Randalierern, Plärrern und Schlägern
    • Die Bänker an den raffgierigen Bonusabzockern
    • Die Hartz 4 Empfänger an denen, die nicht arbeiten wollen
    • Die Beamten an denen, die einen 10 to 2 Job machen
    • Die Ossis an denen, die immer jammern ;)
    • etc. pp.

    Das geht immer, bei jeder Gruppe, auf die Nerven.
     
  15. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Mit dem Unterschied, dass ein Banker, Harzler oder Beamter nur ein schlechtes Image hat und nicht abgestraft wird, nur weil er einer Gruppe zugeordnet wird.
    Kriegen ja auch nicht alle ADAC-Mitglieder Fahrverbot, obwohl ihr Verein denke ich mal 90% oder mehr der Temposünder stellt.

    Das BGH hat ja nun geurteilt, dass die Zugehörigkeit zu einer Gruppe für ein Stadionverbot ausreichen kann. Ich halte das für fragwürdig, auf jeden Fall aber ist es ziemlich hilflos.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22 Januar 2010
  16. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Darum ging's mir ja auch nicht in meinem Beitrag.
     
  17. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Klar wird der Harzler "abgestraft". Der kriegt nämlich keinen Kredit mehr. :D

    Und dein Beispiel mit dem ADAC ist eben zwar schön zu lesen, aber dennoch hier nicht anwendbar.

    Denn das Stadionverbot ist eben keine öffentlich-rechtliche Entscheidung, sondern eine privatrechtliche, im Gegensatz zum Fahrverbot.
     
  18. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Solange wir die Autobahnen nicht privatisieren :zahnluec:

    Aber das ist genau der Punkt, den der BGH jetzt wenigstens mal endgültig im wahrsten Sinne klargestellt hat.Ich bin da zwar wahrlich kein Freund von, aber wenigstens weiß man jetzt woran man ist.
    Dumm ist eben nur, dass ursächlich eben keine privatrechtlichte Instanz das Ganze einleitet, sondern doch eine öffentliche, nämlich die Polizei bzw. die Staatsanwaltschaft, sobald ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird. Sogleich geht nämlich die Empfehlung eines SVs raus, dem Vereine und DFB dann in aller Regel folgen. Dass heißt, die Initiative eines solchen SVs liegt bei der Polizei, und die Entscheidung ob eines erfolgt nach Erfahrungen aus der Praxis eigentlich auch (weil Vereine/DFB sich nicht die Mühe einer Einzelfallprüfung machen). Dumm ist weiterhin, dass bei irgendeinem Streit mit gewissen Gestalten z.B. auf einer Raststätte nicht nur dir sondern auch deinen z.B. Fanclubmitgliedern ein SV droht. Selbst wenn Ort und Anlass gar nix mit Fussball zu tun haben. Dann ist eben wieder Schluss mit meiner Zivilcourage. Von mir aus, dann soll der DFB aber nicht wieder kommen mit zeig dem Rassismus die Rote Karte. Und kann sich seine Gedenkstunde am 3. Rückrundenspieltag auch schenken. Dann können die mich einfach mal gerne haben.
    Noch weniger würde ich mich dann als z.B. ostdeutscher Fan mit entsprechenden Gestalten anlegen, wenn die was ja vorkommen soll, das falsche Gedankengut äußern. Die zeigen mich an und ich bin dann weg.

    Bei der Polizei klingt dieser Vorfall erwartungsgemäß anders. Da ist von einem Angriff auf Bundeswehrsoldaten die Rede. Soweit ich anderswo erfahren habe, waren die in Zivil unterwegs und trugen klar erkennbar rechtsradikale Klamotten.
    Immerhin, in diesem Text steht, dass "Empfehlungen an den Fußballverein (ergehen), Stadionverbote gegen diese Straftäter zu erlassen. Ein Stadionverbot wird wegen sicherheitsbeeinträchtigen Auftretens im Zusammenhang mit Fußballveranstaltungen nicht nur innerhalb oder außerhalb einer Platz- oder Hallenanlage geprüft, sondern auch vor, während oder nach einem Fußballspiel"
    Das passt meiner Meinung nach nicht so ganz zum BGH-Urteil (-> Straftäter?) und zur gängigen Praxis. Da wird nix geprüft. Von wem denn.
    Und wie lange ist "vor und nach einem Fußballspiel"?
     
    Zuletzt bearbeitet: 22 Januar 2010
  19. ilovesoccer

    ilovesoccer Member

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    Richtig, bestraft werden wieder alle, aber anders ist es kaum zu lösen. Wenn die Drahtzieher nicht spezifisch bestimmt werden können müssen andere Maßnahmen ergriffen werden. In England sind sie ja schon mit Methoden wie dem lebenslangen Stadionverboten auf dem Vormarsch, was hier in Deutschland nicht einmal Diskussionspunkt ist!