Staatsanwaltschaft ermittel gegen Hoeneß wegen Steuerhinterziehung

Dieses Thema im Forum "Bayern München" wurde erstellt von lenz, 20 April 2013.

  1. Simtek

    Simtek Well-Known Member

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    - Aber wenn er die Schnapspulle zurücklege, ist doch alles wieder gut, so wie beim Uli, der seine Steuern nachbezahlt hat. Warum also Geldstrafe?
    Wenn man Vermögensverhältnisse und Wert der Gestohlenen Ware bzw. der Summe der hinterzogenen Steuern ins Verhältniss setzt wäre jeder Geldstrafe lächerlich. ;)
    - Und der Handwerker wird wohl enbenfalls eine Geldstrafe kassieren, das ihm hören und sehen vergeht, während U.H. wohl aus dem Lachen nicht mehr rauskommen wird.
    Jo, "Otto Normalbürger" wird es sicher erspaart bleiben das man 1.Mio Euro an Steuern hinterzieht, das ist wohl war. :D
     
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  3. Untouchable

    Untouchable Well-Known Member

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    Was machst du eigentlich beruflich? Bist du Fußballtrainer oder wieso schreibst du in diesem Forum? Doch nicht ohne Kompetenz, hoffe ich?!

    Nie wieder Trainerentscheidungen kritisieren, du gehst ja davon aus, dass sie, die vom Fach sind, ihre Sache richtig machen.:zahnluec:

    An Promibonus glaub ich, öffentliche Hoeneß-Hinrichtung find ich trotzdem abstoßend. Aber aus anderen Gründen, als du.;)
     
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  4. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Das kann ich nur zurückgeben mit der Konsequenz, sich doch bitte zu gar keinem Thema mehr zu äußern, außer in dem, in dem man den höchst erreichbaren Abschluss erreicht hat. Das hieße: keine politische Äußerung mehr, außer Du bist Politologie Professor. Keine Äußerung mehr zu Autos, es sei denn du bist mindestens KFZ-Meister... oder besser Dipl. Ing., keine Äußerung mehr zum Fußball, außer Du bist Trainer mit Uefa-Lizenz, keine Äußerung mehr zum Thema FC Bayern, außer Du bist Pep Guardiola oder Matthias Sammer und keine Aussage mehr zu... Oder kurz gesagt: Die Aussage ist unsinnig.

    Und meinen Beruf verrate ich auch weiterhin nicht. :D

    Anhand der vorliegenden Infos kann man aber recht einfach zu einer Beurteilung kommen, so kompliziert sind die beiden Paragrafen dazu nun wirklich nicht. Und wenn sich die Informationslage ändern sollte, ist es ebenso wenig schwierig. Also - wie gesagt - abwarten. Mein Tipp ist allerdings weiterhin, es wird genauso laufen, wie es sich abzeichnet. Aber ich lass mich gerne positiv überraschen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14 Juli 2013
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  5. Schalke-Königsblau

    Schalke-Königsblau Derbysieger 2012/13

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    Derartige Artikel ignorieren die Ignoranten doch gerne.:D;)
     
  6. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Scheinbar, denn dagegen ist ja das, was wir hier diskutieren, nun wirklich Pipifax bzw. Peanuts.

    Und da kann man dann ja nicht mal mehr schreiben, dass ist springermist oder linker unsinn, weil es ist ja die faz.
     
  7. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Na zunächst ist ja genau das ein Gegenstand der Ermittlungen. Welcher Tatbestand ist erfüllt, wie lässt sich dieser beweisen, was spricht für und gegen die Erfüllung des Tatbestandes. Sind die Taten schon verjährt. Lag Vorsatz vor (dolus eventaulis ausreichend, d.h. billigende Inkaufnahme), gibt es Rechtfertigungsgründe, ist der Tatverdächtige schuldfähig. Im Ergebnis: Reichen die Ergebnisse für eine Anklage bzw. für eine hinrecihende Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung.

    Bei Taten, die durch eine besondere Tatvorschrift eine besondere Schwere formulieren (eine sogenannte Qualifikation) ist auch immer die Qualifikation mit zu prüfen: Prominentes Beispiel hierfür ist bei Körperverletzungsdelikten die gefährliche und die schwere Körperverletzung.

    Insofern ist also das Prüfen besonderer qualitativer und vor allem strafverschärfender Tatbestandsmerkmale nicht ungewöhnlich sondern im gegenteil tägliches Handwerk der Ermittlungsbehörden.

    Problematisch wird es für mein Verständnis, wenn sich eine Tatbestandsqualifikation so wie hier auf Strafmaß, Verjärung und damit auf andere wesentliche Tatbestandsmerkmale auswirkt.

    Will sagen: Wenn ich von vornherein davon ausgehe, dass die Qualifikation nicht greift, weil der Eigennutz oder das grobe Ausmaß nicht erfüllt ist, dann wird alleine dadurch das grobe Ausmaß tatsächlich nicht erfüllt, weil von den über 3 Mio nur noch 900.000 Euro übrig bleiben.

    Das ist eine komische Kausalität oder wie ich es nennen würde, ein eigentlich unzulässiger Rückschluss: Ich behaupte, das Ausmaß gibt die Qualifikation nicht her, und alleine dadurch sinkt das Ausmaß unter die kritische Grenze.

    Umgekehrt isses natürlich genauso komisch: Nur weil ich behaupte, das Ausmaß und der Eigennutz erfüllen die Qualifikation, steigt die Verjährung von 5 auf 10 Jahre und somit fallen in den Tatzeitraum nicht 900 Riesen, sondern 3,2 Millionen,, was dann in der Tat wohl unstrittig das "große Ausmaß" ist.

    Und genau weil diese komische Kausalität hier existiert, würde ich das (immer aus meiner Sicht gesprochen) a) besonders gründlich prüfen und abwägen UND b) dem Gericht auch vollständig zur Entscheidung vorlegen. Und da verbietet sich m.E. eine Vorselektierung bzw. ein zu konsequentes Festlegen auf ein Ergebnis seitens der Anklagebehörde.

    Und wenn das schon sein muss, dann das schwerere. Dann liegt wenigstens alles auf dem Tisch und es wird vom Gericht auch alles geprüft.

    Wie issn das jetzt mal so konspirativ durchdacht? Es kommt die Anklage: Einfache Steuerhinterziehung, Beweiskette, Strafmaß-Forderung wie kolportiert 2 Jahre Bewährung und 720 Tagessätze. Es kommt als Verteidigung kein Einwand. Der Richter macht sich auch wenig Arbeit, nickt ab. Rechtsmittel werden nicht eingelegt, die Staatsanwaltschaft hat seinen Willen, die Verteidigung bzw. der Angeklagte auch (kein Knast), gibt also niemanden der sonst noch Berufungs- bzw. revisionsbefugt ist. Damit isses durch.

    Ist das völlig aus der Welt so eine Vorstellung? Glaube ich nicht. Und das dann, wenn es so kommen würde, nur, weil der Ankläger sich nicht "getraut" hat, die Qualifikation mit anzuklagen, was dazu führen würde, dass man sich vorm Gericht mit 100%iger Sicherheit intensiv genug mit dem Fall auseinandersetzt.
     
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  8. Schalke-Königsblau

    Schalke-Königsblau Derbysieger 2012/13

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    Die Überschriften schrecken anscheinend so manchen:floet: Leser ab. ;)

    [h=2]-Protektion der Staatsregierung für Prominente[/h]-Verbindungen zwischen Säbener Straße und Staatskanzlei

    -„Der FC Bayern ist eine CSU-Institution“

    Und den hier...........
    Ein Schelm, dieser Sch.........erzkeks.;):top:
     
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  9. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Geht schon los: Auch bei Anklage in Steueraffäre: Adidas-Chef: Hoeneß soll als Bayern-Aufsichtsratschef bleiben - Bundesliga - FOCUS Online - Nachrichten Hat der addidaschef doch wortwörtlich von mir abgeschrieben, was für eine Überraschung!
     
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  10. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Tataaa...Neues:

    Der in der Qualifikation der Steuerhinterziehung im Regelbeispiel 1 benannte subjektive TB der "grobe Eigennutz" ist nicht mehr im Gesetz. Und zwar seit 2008.

    Ansonsten hier noch 2 Teile zum Nachlesen. Demnach entfaltet die Hinterziehungssumme reglemäßig eine wesentliche Indizwirkung. Allerdings muss auch immer die Person, die persönlichen Umstände des Täters mit bewertet werden. Dazu zählt sein sonstiges Steueraufkommen, die sog. "Lebensleistung", die Schadenswiedergutmachung u.a.

    Fixe Grenzen zieht der BGH aber dennoch. Ab 50k sei von einem besonders schweren Fall auszugehen, ab 100.000 entfalle die Geldstrafe als alleinige Strafe, vielmehr ist da schon Freiheitsstrafe zu verhängen, die jedoch noch zur Bewährung ausgesetzt werden kann, ab 1 Mio entfalle i.d.R. die Möglichkeit, die Strafe zur Bewährung auszusetzen.

    Zum

    Grundsatzentscheidung zur Strafhöhe bei Steuerhinterziehung: Melchers-law
     
    Zuletzt bearbeitet: 15 Juli 2013
  11. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

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    Kann mir das mal jemand bitte plastisch erklären? Nach welchen Kriterien wird denn eine "Lebensleistung" bewertet? Oder ist das schlichtweg der seichte Begriff für Promi?
     
  12. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Kann man so annehmen. Muss man aber nicht.
     
  13. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Die Lebensleistung? Dann sieht es ja ganz schlecht aus für Hoeness: emotionale unkontrolliertheit und Ausbrüche, der Kirchbetrug, das Deisler-Darlehn.

    Aber es ist wohl wie face schreibt: Der Promibonus ist tatsächlich schon im Gesetz festgeschrieben.
     
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  14. TRK

    TRK Well-Known Member

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    Oder anders gesehen: der FC B wäre sowas wie Schalke oder der BvB geworden, ohne Hoeness.
    Wenn Erfolge, dann durch zufällige Konstellationen und Glück.
     
  15. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Man könnte es genauer fassen: Wenn Erfolge, dann oft durch unsportliche Vorteilserschleichung. Und unsportliches Verhalten. Alles nix, was für den Steuerhinterzieher Hoeness sprechen würde, sollte man meinen. Aber wie gesagt, die richtige Übersetzung für Lebensleistung heißt Promibonus.
     
  16. theog

    theog Guest

    [​IMG]Jo, die konstant guten Platzierungen der blauen und die Erfolge des BVB nach der Ära Klopp sind nur zufällige Kostellationen und Zufallsprodukte...[​IMG]


    Richtig formuliert: Der BVB oder Schalke wäre sowas wie der FCB, falls beide Ersteren keine Konkurenz in ihrem Gebiet hätten...versuch mal bisel strategisch-geographisch zu denken...
     
  17. TRK

    TRK Well-Known Member

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    Ich rede nicht über die letzten 4-5 Jahre...sondern über die letzten ~33 Jahre.

    Aber das ist natürlich für jemanden wie Dich unverständlich.
     
  18. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Ich weiß nicht, ob es zwischenzeitlich mal aufgegriffen wurde, aber ich möchte die "Grundsatzentscheidung zum Strafmaß bei Steuerhinterziehung" jetzt einmal einstellen und daraus die eventuell wesentlichen "Milderungsgründe" zitieren, weil man ja tatsächlich seit letzter Woche den Eindruck gewinnen könnte, dass ggf. die Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt werden könnte.

    Hier die Entscheidung:

    hrr-strafrecht.de - BGH 1 StR 416/08 - 2. Dezember 2008 (LG Landshut) [ = HRRS 2009 Nr. 127 = BGHSt 53, 71; NJW 2009, 528; NStZ 2009, 271; StV 2009, 188, 639 Ls ]

    Hier das wesentliche Zitat:

    "aa) Ein die Indizwirkung des Hinterziehungsbetrages beseitigender Milderungsgrund ist etwa gegeben, wenn sich der Täter im Tatzeitraum im Wesentlichen steuerehrlich verhalten hat und die Tat nur einen verhältnismäßig geringen Teil seiner steuerlich relevanten Betätigungen betrifft. Bedeutsam ist daher das Verhältnis der verkürzten zu den gezahlten Steuern. Hat sich der Täter vor der Tat über einen längeren Zeitraum steuerehrlich verhalten, ist auch dies in den Blick zu nehmen. In die vorzunehmende Gesamtwürdigung ist auch die Lebensleistung und das Verhalten des Täters nach Aufdeckung der Tat einzubeziehen, etwa ein (frühzeitiges) Geständnis, verbunden mit der Nachzahlung verkürzter Steuern oder jedenfalls dem ernsthaften Bemühen hierzu. Der "Schadenswiedergutmachung" durch Nachzahlung verkürzter Steuern kommt schon im Hinblick auf die Wertung des Gesetzgebers im Falle einer Selbstanzeige (§ 371 AO) besondere strafmildernde Bedeutung zu."

    Bauchschmerzen habe ich mit Folgendem:

    Zunächst betrifft es das "Verhältnis der gekürzten zur gezahlten Steuer". Ich habe nicht mehr die Dauer und den Tatzeitraum im Kopf, auch nicht, um "wie viel" verkürzte Steuer es geht, aber Hinterziehung in Millionenhöhe kann unabhängig davon, ob es sich um 200 T€ oder 1 Mio. € verkürzte Steuer pro Jahr handelte,
    bei Hoeness einfach neben seinen sonstigen steuerlich relevanten Einnahmen nicht derart weit unter den Tisch fallen, dass das Verhältnis verkürzte/gezahlte Steuer deutlich für eine Milderung spräche. Ich kann da nur mutmaßen, aber die verkürzte Steuer wird doch aller Voraussicht nach jedenfalls locker einen zweistelligen Prozentsatz seiner übrigen Steuerlast in den Jahren ausmachen, in denen er AUCH verkürzt hat. ICH finde, da gerät das Verhältnis schon immens aus den Fugen, wenn Hoeness nicht - wider Erwarten - mit seinem Geschäft derart hohe Gewinne einfährt, dass seine diesbezügliche Steuerlast - ordentlich und pünktlich bezahlt - derart hoch ist, dass man den hinterzogenen Betrag auf die Jahre gleichsam als "Kleckerskram" abtun könnte.

    Viel problematischer finde ich aber die Passage mit der Lebensleistung des Beschuldigten. Unabhängig davon, dass diese im Auge des jeweiligen Betrachters liegt und MEIN Eindruck von Hoeness' Lebensleistung (im Übrigen, also losgelöst von der Hinterziehung) kein schlechter ist, dürfte dieses Kriterium allenfalls eine Randerscheinung sein, eben nur dann anwendbar, wenn das Mass der Bestrafung gerade "auf der Kippe" steht, also man sich im Grenzbereich z.B. zwischen "gerade noch Bewährung" oder "gerade eben keine Bewährung" befindet. Nun ist aber die vermeintliche Hinterziehung in einem Bereich angesiedelt, der jenseits von Gut liegt und überdeutlich über der Grenze zur Bewährungsstrafe.

    Da kann sich der Uli im Sinne aller übrigen Milderungsgründe so entgegenkommend wie nur denkbar verhalten haben; wenn es um mehrere Millionen Hinterziehungslast geht, was wir nur mutmaßen und der Presse entnehmen können, es am Ende aber dennoch zu einer Bewährung "reicht", dann komme ich zu dem Schluss:

    Nennt mir mal einen Nichtpromi, der in der Lage wäre, eine Steuerschuld von mehreren Millionen Euro zu hinterziehen
    ;) und wenn Ihr den nennt, dann mit konkreten Zahlen...

    Also würde ich es niemals Promibonus nennen, sondern eine andere Art von Gesinnungsrecht, "Amigowirtschaft" etc., die ich im Ergebnis dann aber doch für äußerst ungerecht hielte.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15 Juli 2013
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  19. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Das mit der "Lebensleistung" empfinde ich als sechs minus. Die Lebensleistung fusste ja zu Teilen auf einer hoch kriminellen Tat und ausserdem wird hier "wischiwaschi" gewertet. Ist die Lebensleistung eines Bordellbetreibers, der Steuern hinterzog, weniger wert als die eines Wurstfabrikanten und FC Bayern Funktionärs? Wenn ja: Warum?
     
  20. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Und wenn der Steuerhinterzieher Hoeneß 13 jahre lang Steuern hinterzieht, dann soll die Annahme (und mehr ist es ja nicht, oder werden die ganzen Jahre davor jetzt auch noch mal steuerlich geprüft? Nein, natürlich nicht.), dass er das davor nicht gemacht hat, strafmildernd wirken?

    Dieser ganze Paragraf ist ein Skandal, der nur dazu da ist, Millionenhinterzieher vor einer entsprechend hohen Strafe zu schützen.
     
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  21. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Wie schon erwähnt: natürlich ist das schwammig und das sollte nach meinem Geschmack eben allenfalls im Grenzbereich geringen Einfluss nehmen.

    Im Strafprozess finden bei der Strafzumessung solche der Wertung zugängliche Kriterien ja immer Anwendung, wenn es z.B. um die Feststellung geht, dass der Beschuldigte bzw. spätere Angeklagte "bisher strafrechtlich nie in Erscheinung getreten ist". Das betrifft schon die Frage der Strafzumessung, also im Tätigkeitsbereich eines Krauteranwalts allenfalls die Anzahl der Tagessätze oder so.

    Niemals aber würde ich es verstehen, wenn die Lebensleistung - und sei sie einmal unterstellt gänzlich prächtig und tadellos gewesen - es rechtfertigt, von den doch recht verbindlichen Kriterien, die der BGH festgelegt hat, um Lichtjahre in die nächst geringere "Bestrafungsstufe" nach unten zu rutschen, nicht einmal beim Idealbürger, der geständig ist, nachgezahlt hat und ggf. eine übereilte und daher falsche und nicht mehr wirksame Selbstanzeige erstattet hat.

    Denn das ist für mich das Hauptkriterium: dass es schon Entgegenkommen durch die strafbefreiende Selbstanzeige gibt, wird ja als gesetzgeberische Gestaltung mit guten, jedenfalls nachvollziehbaren Gründen kritisch betrachtet. Ich habe da vielleicht eine Sondermeinung, weil ich der Auffassung bin, dass dem Staat 50 Selbstanzeiger mit Säumniszuschlägen und Verzugszinsen und so weiter mehr in die Kasse spülen als 25 amtlich ermittelte, während die anderen 25 nie gefunden werden.

    Aber dann muss, wie es so schön hieß, der erste Schuß in Gestalt der Selbstanzeige auch sitzen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15 Juli 2013
  22. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Die Milderungsgründe stehen nicht im Paragrafen, sondern sind eben Ausfluss der Rechtssprechung. Möglicherweise in diesem Falle dann wider jedes Bürgers Verständnis verdreht angewandt. Warten wir es ab.
     
  23. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Ein hartes Urteil, und das als Bayern-Fan! :staun:

    Da bin ich ja fast geneigt, den Uli etwas in Schutz zu nehmen. Ich denke, seine langjährigen Verdienste für den Verein bleiben unbenommen und verdienen höchsten Respekt. Denke auch nicht, dass die Millionen privat hinterzogener Steuern daran etwas ändern.

    Etwas anderes ist die Person Uli Hoeneß, die ich schon immer misstrauisch betrachtet habe. Sprich: für mich bleibt er ein A*loch - mit oder ohne Steuerhinterziehung... :floet:
     
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  24. Simtek

    Simtek Well-Known Member

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    Davon gibt es sicher etliche, nennen wir sie Fritz Meier, Karl Müller, oder Paul Schulz. Was weiss ich denn wie die diversen Millionäre die nicht so im Focus der Öffentlichkeit stehen heissen. :weißnich:
     
  25. TRK

    TRK Well-Known Member

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    sicher tun sie das, aber darf sich soetwas ernsthaft strafmildernd auswirken ??

    Wer gegen ein Gesetz verstossen hat, sollte entsprechend bestraft werden.

    Klar darf und sollte es strafmildernde Umstände geben, aber hier in diesem Fall wirkt das auf mich doch arg kontruiert und schöngeredet.

    "Lieber Herr Staatsanwalt,

    willst Du in Deinem Leben eine Karriere machen, sorge dafür das das Verfahren gegen meinen Spezi Uli H. so milde wie nur möglich ausfällt.

    Gruss
    der Horst
    P.S.: sobald das Urteil rechtskräftig ist, wirst Du in die Liste der "unbeding einzuladenden Gäste" aller Veranstaltungen unserer Parteifreunde aufgenommen."

    @ Rupert: die "Lebensleistung" dreht sich um seine Verdienste als FC B Manager/Präsident und die Steuerhinterziehung haben (meines Wissens nach) nichts mit dem Verein, sondern aussschliesslich mit der Person Uli H. zu tun.

    PS: ein Glück ist der Ratzinger kein Papst mehr, sonst würde ich fast fürchten, das Uli Hoeness für eine Heiligsprechung noch zu Lebenszeiten vorgeschlagen würde...
     
    Zuletzt bearbeitet: 15 Juli 2013
  26. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Und wie viele davon haste denn so in der Print-Presse wahrgenommen? Und sei es nur bei Springer-Blättchen, so sinngemäß:

    "Fritz Meier muss in den Bau - Millionen mit Frittenwenden hinterzogen!"

    Solche Nummern bleiben nicht geheim - wenn ein Millionär oder Milliardär in den Knast wandert, DANN BEKOMMT MAN DAS MIT.

    Wenn Du so argumentierst, denn eröffnest Du den Spekulationen Tür und Tor, die dann nämlich heißen könnten: WEIL Fritz Meier ein reicher Mann und dennoch öffentlich unbekannt ist und man über ihn nichts liest, wird auch Fritz Meier als unbekannter Steuersünder verschont.

    Dann isses aber eben kein Promibonus, davon abgesehen, dass ich behaupte: wenn Fritze einfährt, dann lesen wir das.
     
  27. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Natürlich nicht. Es ging doch aber eher um seine "Lebensleistung" im Allgemeinen, soweit ich das verstanden habe.
     
  28. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Verzeih die unpräzise Ausdrucksweise meinerseits.
     
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  29. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Da liegste nach meinem Verständnis richtig, wenngleich seine Vereinsaktivität sicher auch einen Teil dieser Lebensleistung darstellen dürfte.

    Ok, damit gehörte er dann nach herrschenden Forumsauffassung folgerichtig auf den Scheiterhaufen :D .
     
  30. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Entschuldige bitte, das war meinem Eifer, den ich in den Beitrag steckte, geschuldet.
     
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  31. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Nur Scheiterhaufen? Was wird denn da jetzt wieder als Minderungsgrund herangezogen? :D
     
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