Springer Post goes Politik

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von Princewind, 4 Dezember 2007.

  1. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    aus Protest gegen den gesetzlich nun eingeführten Mindestlohn im Postdiensleistungsgewerbe hat die PIN AG( Axel Springer als Beteiligter) nun angekündigt Massenentlassungen zu starten. Mal abgesehen davon ob dies im Rahmen des gesetzlich Erlaubten ist stelt sich mir nun die Frage in wie weit Unternehmen auf derart dreistie Art und Weise in die Politik eingreifen dürfen.

    Kleine Anekdote am Rande, Hauptauftraggeber der Springer Post sind Bund, Land und Kommunen, also gibt der Staat hier die Aufträge an einen Anbieter, weil dieser günstiger ist und niedrig Löhne zahlt. Kein Wunder warum gewisse Parteien gegen den Mindestlohn in diesem Bereich sind, da denken wohl einige Lokal- und Provinzpolitiker nur an ihr eigenes Budget.


    Postdienstleister PIN Group entlässt 1000 Mitarbeiter - Yahoo! Nachrichten Deutschland
     
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  3. Schröder

    Schröder Problembär

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    Nun, wer mit Massenentlassungen auf gerechte Löhne reagiert, sollte bei den nächsten öffentlichen Aufträgen nicht mehr berücksichtigt werden...
     
  4. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Genau das passiert aber leider nicht, Im Gegenteil die sind dann noch günstiger als die Konkurrenz.
    Wenn ich sehe das an öffentlichen Baustellen des Staats illegale Einwanderer für 3 Euro die Stunde arbeiten, dann fällt mir nichts mehr ein. :suspekt:
     
  5. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    Das sollte eigentlich selbstverständlich sein, nur siehste ja, selbst unsere Politiker sind zum Teil der Meinung Mindestlöhne müssen nicht sein (Was bedeutet, sie sind der Meinung, die (anderen, speziell die Postboten) verdienen genug....).

    Obwohl, wenn es ums eigene Salär geht, dann können sie nicht nur schnell, sondern auch geschlossen, eine Erhöhung beschließen.
     
  6. fabsi1977

    fabsi1977 Theoretiker

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    Tja, so ist das nun mal, öffentliche Bauten sind nach VOB auszuschreiben, der günstigstes Bieter hat den Zuschlag zu bekommen, im Regelfall ist das der mit dem billigsten Angebot.
     
  7. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    Naja, nicht so ganz. In Berlin ist nen Gesetz verbaschiedet worden, das besagt bei der Auftrgasvergabe ist zwingend notwenig, daß der Auftragnehmer seine Angestellten nach Tarif bzw den Mindestlohn zahlt. Nun sollte auch klarer werden, warum Springer gegen den Mindestlohn ist, demnach würden sie nämlich keinen großen Gewinn mehr machen aus den öffentlichen Aufträgen.
     
  8. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    springer ist der letzte dreck.
    und die politiker, die dem verlag die stange halten, sollte man nicht wählen.
     
  9. Schröder

    Schröder Problembär

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    Dann darfste kaum noch einen wählen. Selbst wenn sie eigentlich dafür sind (jedenfalls lt. interner Abstimmung), stimmen sie im Zweifelsfall dagegen.
     
  10. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    ich könnte dir einige nennen, die man wählen kann.
     
  11. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    wenn ich die berichte vom cdu-parteitag sehe, habe ich den eindruck, dass ich den idiotenstadl eingeschaltet hab.

    die haben ja richtig spaß am scheißereden!

    da muss man allerdings gar nichts mehr übersetzen.
     
  12. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    Ausm Kopf wars ja ok, hier mal nen Link zu nem Artikel


    Senat droht mit Auftragsstopp: Pin AG soll Tariflohn zahlen
     
  13. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    ...aber da Springer da seine Dreckspfoten im Spiel hat, wird das nicht passieren, weil jeder, der seine Aufträge zurückzieht, hemmungslos in der Presse gemobbt werden wird. Wie ja auch alle Promis, die keine Lust haben da Interviews zu geben, oder sich kritisch äussern.
     
  14. andon

    andon Glubbsau

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    Eine andere nette Anekdote zur PIN-Group ist, wenn auch schon ein wenig her, die vom inszenierten Streik:

    Angestellte der PIN-Group haben vor ein paar Wochen gegen den Mindestlohn "gestreikt" oder vielmehr demonstriert, weil sie zu befürchten hätten, ihre Arbeitsplätze zu verlieren. So weit, so gut, ist ja ihr gutes Recht ihre Meinung frei zu äußern, allerdings haben sich dann ein paar von ihnen verplappert. Der Tag der Demo wurde ihnen nämlich als Arbeitszeit voll bezahlt.

    Aber es wundert mich eh, dass der Mindestlohn bei den Briefzustellern jetzt wohl doch kommt, so dicke wie die Kanzlerin mit dem Springer-Verlag und auch deren "Aushängeschild" ist.
     
  15. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    Die Kanzlerin eiert da ja nun doch schon wieder rum
     
  16. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Mal ehrlich:
    Ich begreife das alles nicht mehr.
    Ein Service, der als wichtig für die Gesellschaft wahrgenommen wird (und das wird er, denn sonst würde PIN ja auch nicht seine Kohle damit verdienen), kann nicht wichtig und richtig für diesselbe sein, wenn diejenigen, die ihn fulltime ausführen nicht anständig ihr Leben davon bestreiten können.
     
  17. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Also das es die PIN AG möglicherweise in Kauf nimmt, ein politisches Signal zu setzen, kann ich mir zwar auch vorstellen. Aber, dass es der PIN AG nun tatsächlich überwiegend darauf ankommt, mit ihrer Entscheidung Einfluss auf die Politik zu nehmen, das kann ich eigentlich nicht erkennen.

    Gleichsam müsste man auch jedem mittelständischen Bauunternehmer vor zig Jahren dies unterstellen. Denn im Bau gibt es seit Jahren einen gesetzlichen Mindestlohn und bei Einführung dessen sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch Firmen über die Klinge gesprungen oder haben freiwillig die Segel gestrichen und ihre Arbeiter auf die Straße gesetzt.

    Ich denke, dass man mit der Aussage, unternehmerische Entscheidungen für oder gegen etwas werden getroffen, um politisch Druck auszuüben, oder als "Protest" gegen eine politische Entscheidung, vorsichtig sein muss. Alternativ empfehle ich, sich mal gedanklich auf die Seite eines Unternehmensinhabers oder Vorstandsvorsitzenden zu stellen und von da aus die Problematik zu betrachten. Denen gehts ums Geld, um den Gewinn, und der muss maximalmöglich sein - unter der Berücksichtigung, seine Kundschaft am Leben - und die Abeiter halbwegs motiviert zu erhalten.

    Es ist nunmal offenbar so, dass die PIN AG ihre wirtschaftlichen Ziele gefährdet sieht, wenn es zum Mindestlohn bei den Briefzustellern kommt. Das ist doch genau das, was die Politik (und auch die Arbeitnehmervertreter) will. Jemand, der nicht bereit oder in der Lage ist, ihre Arbeitnehmer so zu bezahlen, dass diese davon leben können, sprich, wer den Mindestlohn nicht aufbringen kann oder will, der soll halt vom Markt verschwinden. Und nix anderes macht die PIN AG. Ich erkenne da keinen "Protest", sondern eher die gezogene Konsequenz dieser Firma.

    Ich glaube, dass die bewusste, gezielte Einflussnahme mit dieser Ankündigung nicht stattfindet. Denn sowohl die Tarifpartner also auch die Politik haben sich mit Sicherheit mit diesem Problem im Vorfeld auseinandergesetzt, und dennoch ihre Vorstellungen durchgezogen. Da kommt die "Signalsetzung" oder "Einflussnahme" wohl zu spät.
     
  18. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Die Frage ist: Stimmt das?
    Ich denke, wer will, der kann auch.
     
  19. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Ich denke doch....
    Wirtschaftliches Ziel ist es, Geld zu verdienen, und das im Briefzustellergewerbe. Dazu muss die Firma zum ersten der Deutschen Post AG Marktanteile abnehmen, das geht nur bei gleicher Qualität preiswerter oder bei gleichem Geld eben qualitativ besser. Man will also, so vermute ich, preiswerter operieren. Das geht nun offenbar nicht mehr, da die Personalkosten ebensohoch sind wie bei der Deutschen Post AG. Und da die Personalkostenquote sehr hoch ist in diesem Gewerbe, war es offenbar die beste Möglichkeit, an dieser Stelle signifikant zu sparen.

    Nee, nicht immer. Wozu gibt es sonst Insolvenzverfahren?
     
  20. Itchy

    Itchy Vertrauter

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    BU, den Unterschied zwischen Gewinnerwirtschaftung und Gewinnmaximierung ist Dir aber bekannt?

    Und Insolvenzen bei Playern in der Springer-Gewichtsklasse sind auch eher die Ausnahme, es sei denn sie lohnt sich für den Konzern.

    Für mich eh wieder so ein Fall, wo eine Reglementierung hingehört. Was bitte hat der Springerhaufen mit Postzustellung zu tun? Die finanzielle Macht, die hinter Konzernen steht, ist eine ganz klare Verzerrung des Wettbewerbes, auf den sich eben die Verfechter der freien Marktwirtschaft so gerne berufen.
     
  21. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    War ja auch keine allgemeine Aussage, sondern auf den aktuellen Fall bezogen.
     
  22. drunkenbruno

    drunkenbruno Keyser Söze

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    Ich finde es schon erstaunlich:

    Da kündigt die PIN AG an 1000 Mitarbeiter zu entlassen....angeblich wg. dem Mindestlohn. Ferner verschweigt man, dass man im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit bisher etwas mehr als 55 Mio € Miese eingefahren hat.
    Das Witzige überhaupt ist auch noch, dass man die STREIKENDEN MITARBEITER bezahlt, die angeblich gegen den Mindestlohn sind. Dass man genau diese Mitarbeiter wg. Managerversagen sowieso an die Luft setzen wird....verschweigt man....

    Hier in der Diskussion wird auch immer der Zusammenhang des Stellenabbaus durch den Mindestlohn genannt. Ich bin kein BWLer...aber durch Lohndumping gehen meiner Meinung nach auch Stellen den Bach runter. Wieviele deutsche Bauunternehmen sind in den 90ern pleite gegangen, weil sie eben keine Billigarbeiter beschäftigt haben.

    Wenn es diesen Mindestlohn nicht gibt, würden eben bei der deutschen Bund....äh Post auch einige 10000 Arbeitsplätze verloren gehen....aber das wird hier eben auch vergessen.

    Ich kann mir eben nicht vorstellen, dass man mit dem Tariflohn eines Frisörs seine Familie durchbringen kann..... Ihr könnt ja mal googeln, was der verdient.......

    Deswegen bin ich uneingeschränkt für den Mindestlohn in allen Bereichen! Für 5 € und ein paar Zerquetschte würden wohl 98% der Leute nicht einen Handschlag tun......
     
  23. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Deswegen gibts auch nur Frisösen.
     
  24. girly

    girly Active Member

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    Äh, nicht wirklich.
     
  25. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Also wenn schon, dann muss man auch ein wenig vorurteilsfrei sein, denke ich.

    Die Deutsche Post AG hat das Briefzustellmonopol. Andere Firmen haben diesbezüglich mal überhaupt keine "Marktmacht". Und die komische Firma, die zu Springer gehört, ist eine eigentändige Kapitalgesellschaft und somit ggf. schon von Insolvenz bedroht. Und klar hat die Mutter, der Springer-Konzern eine enorme finanzielle Macht, aber die hat die Deutsche Post AG auch, und wenn die Deutsche Bank, Burda, Daimler oder Bertelsmann wollten, könnten sie auch mithalten. Die wollen aber offenbar nicht oder noch nicht, und ich denke, deswegen Springer seine finanziellen Mittel vorzuwerfen, ist ziemlich einfach und auch nicht ganz fair.

    Im Sport würde das so aussehen, als wenn man dem Valujew seine Größe und Masse vorwerfen würde, wenn er boxt. (Ich weiss, das hinkt ein wenig)

    Klar ist mir der Unterschied zwischen Gewinne machen und maximieren klar. Ich habe ja auch nicht geschrieben, dass hier zwangsläufig die Insolvenz droht, sondern dass die Geschäftsziele nicht mehr erreicht werden.

    Wenn du eine Firma hast und entscheiden müsstest, ob du 150.000 Euro verdienst oder nur 100000 und dafür einen Mitarbeiter mehr bezahlst (der jedoch nicht mehr Umsatz bringt), dann müsstest du entsprechend dem marktwirtschaftlichen Gesetzen dich für die 150.000 Euro entscheiden und gegen den Mitarbeiter. Wenn nicht, wärest du ein "schlechterer" Unternehmer als andere.

    Und dier stehen eben nicht 150.000 sondern mehrere Millionen zur Debatte und auf der anderen Seite etliche Mitarbeiter. Der Kapitalgeber des Ladens erwartet jedoch eine entprechende Rendite auf sein kapital, ebenso, wie du Zinsen von der Bank erwartest, und du lieber 1% mehr bekommen wollen würdest als 1% weniger.

    Und in "diesen Kreisen" ist auch eins klar. So ein Unternehmen ist keine Hobby-Veranstaltung, wo man mehrere Tausen Mirarbeiter beschäftigt, um sie von der Strasse zu holen. In solch ein Unternehmen werden etliche Summen reingesteckt, die wie es eben logisch ist, eine Maximalrendite, also mindestens mehr als die Marktrendite und den Risikozuschlag abwerfen soll. Und wenn dieses Ziel nicht mehr erreichbar ist, dann wird das Projekt eben eingestellt.

    Wieder ein hinkender Vergleich: Wenn ich meine, mein Fussballspiel ist eine Million wert und ich kann die im Markt bekommen, dann werde ich nicht dort anfangen, wo ich nur 950000 bekomme, sondern eher, wo ich 1,1 Mille bekommen kann.

    Naja und was der Springer-"Haufen" mit Postzustellung zu tun hat, kann ich dir leicht erklären. Genausoviel wie ein Abiturient mit einem Strukturvertrieb oder Daimler Benz mit AEG, nämlich nix. Aber sie probieren halt aus, sich in diesem Gewerk sesshaft zu machen. Ich denke, das kann und sollte man keinem verbieten - auch nicht moralisch. Denn wo diese Moral hinführt, ist gar nicht abzusehen.

    Nicht dass ich falsch verstanden werde. Ich bin auch für den Mindestlohn und ich weiss auch um die Einflussnahme der Wirtschaft, namentlich gewisser Kreise, auf die Politik. Aber so einfach ist das eben nicht, als dass man sofort mit Kanonen drauf schiesst. Denn genauso nehmen andere Kreise Einfluss auf die Politik, ja das ganze Leben und Land nimmt Einfluss darauf, denn nur dadurch kann sich Politik auch fortentwickeln und können Entscheidungen getroffen werden.

    Also wenn hier schon der mögliche Einfluss von Springer kritisiert wird, dann bitte auch der Einfluss von Gewerkschaften, Verbänden, Vereinen, anderen Konzernen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern und überhaupt von allen.
     
  26. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    Du vergisst bei dem Vergleich Valujew, das er dann auch in Kleinkleckersdorf vor 20 Leuten boxen müsste.

    Pin betreibt Rosinenpicken, d.h. die suchen sich nur die Märkte aus, wo sie Profit erwirtschaften können. Ländliche Gegenden mit langen Wegen und wenig Briegaufkommen wird von PIN gemieden, dafür ist dann die Post wieder gut genug.

    Und die Postlöhne auf das Niveau der Dumpinglöhne von PIN runterzudrücken, das kann z.B. auch ein Herr Koch aus Hessen nicht wollen. Wenn doch sollte er aus der CDU austreten, Lohndumpoing ist nämlich nicht christlich.
     
  27. Markus

    Markus Ein Bayer, der nicht mehr Schwabenland ist.

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    PIN betreibt in der Tat Rosinenpickerei. Andererseits ist das legal, insbesondere dann, wenn erst daran ist sich zu etablieren. Man darf nicht vergessen, die Post hat rund 200 Jahre gebraucht, um das zu haben, was sie heute hat.
    Aber man muss sich auch die Frage stellen, will bzw. wollte PIN/Springer Post überhaupt jemals das ganze Land bedienen.
    Ich bezweifle es. Erstrecht weil der Hauptgesellschafter Springer ist. Und die wollen sicher nicht jahrelang warten, bis der Laden rund läuft.

    Ehrlich gesagt, ich traue nur einem einzigen Unternehmen zu in Deutschland der Post im Briefbereich richtig Konkurrenz zu machen: die holländische TNT. Sie kommen aus der Branche, haben entsprechende Erfahrungen, sind auch börsennotiert. Aber auch hier gilt: haben sie den Willen und die Ausdauer dazu. Wahrscheinlich nein. Die Expansion in den lukrativen US-Paketmarkt haben sie auch aufgegeben.

    Im Grunde unterstütze ich den Postmindestlohn auf quasi Deutsche Post-Niveau, weil ich lieber 1 funktionierende Post habe, als 3-4 Postunternehmen, die nicht ausreichend Leistung bringen (können).
    Von mir aus kann die Mehrwertsteuerbefreiung der Deutschen Post gestrichen um mehr Wettbewerbsgleichheit zwischen den Postunternehmen zu schaffen. Und von mir aus kann dann die Deutsche Post das Porto erhöhen. Die paar Cent stören mich nicht.
     
  28. Itchy

    Itchy Vertrauter

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    Und jetzt muß ich noch was sagen, damit mein Text akzeptiert wird:

    BU, mach mal ein Urlaubssemester und lern das Leben kennen. Dann kannst von all den theoretischen Abwägungen vielleicht mal praktische Entscheidungen treffen.
     
  29. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Was hat denn diese Diskussion mit "Entscheidungen" zu tun? Und woher nimmst du die Annahme von (deines Erachtens) fehlender Lebenserfahrung?

    Der Unterschied zwischen dir und mir ist der, dass ich das gleiche wahrnehme wie du, aber nicht darüber urteile. Ich bin nämlich kein Richter. Und der Unterschied ist womöglich auch, dass ich genau die gleichen Phänomene, die du auf der einen Seite wahrnimmst und verurteilst, auf der anderen Seite auch sehe und da sehe, dass sie dort nicht verurteilt werden.

    Das alles hat aber nix mit "Entscheidungen" zu tun, sondern mit "Einstellung".
     
  30. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    Art. 14, Absatz 2 GG (Grundgesetz) ordnet die sozialpflichtigkeit des eigentums an.

    ein auskömmliches einkommen eines vollzeitbeschäftigten ist eine mindestanforderung an einen auf gewinnerzielung ausgerichteten arbeitgeber.
     
  31. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Ja, den Artikel kenne ich. Allerdings steht dort "zum Wohle der Allgemeinheit", und nicht "zum Wohle des Solidaritäts- oder Sozialstaatsprinzips". Das "Zum Wohle der Allgemeinheit" kann auch anders aussehen, als Arbeitnehmer einzustellen oder anständig zu bezahlen. Wenn es so einfach wäre, hätte das BVerfG mit Sicherheit schon eine Beschwerde in diesem Zusammenhang entscheiden müssen und dann auch zugunsten der Arbeitnehmer entschieden.

    Die Interpretation hingegen erschliesst sich mir nicht im Zusammenhang mit diesem Artikel.

    Überspitzt ausgedrückt müsste das heissen, dass die neuen Lottomillonäre umgehend Arbeitsplätze schaffen müssen, mit angemessenen Gehältern. Ich denke, das ist nun wirklich zuviel verlangt. Und es ist auch zuviel verlangt, irgendwelchen Selbständigen oder Unternehmen vorzuschreiben, was die mit ihrem Kapital machen, ebenso, wie man es mir oder dir nicht vorschreiben kann. Jedenfalls wäre der Protest groß, wenn du verpflichtet werden würdest, dein Kapital, so du denn welches hast, in Staatsanleihen oder bei der xy-Bank anzulegen, womöglich noch zu geringeren Zinsen, als der übrige Markt hergibt.

    Man kann vorschreiben, und das wird ja auch getan, das ein bestimmter Teil des Einkommens an den Staat abgeführt werden muss. Aber man kann nicht vorschreiben, wie derjenige sein Kapital einsetzt.

    Naja, und Springer bzw. seine Tochter hat eben Kapital eingesetzt, um in einem für ihn neuen Wirtschaftszweig Fuß zu fassen, und wenn sich die Rahmenbedingungen verschlechtern, dann schliesst man eben wieder. Das findet täglich überall so statt. Das machts nicht besser aber eben trotzdem kritikunwürdiger weil es eben alltäglich ist.

    Wenn man diese Praxis kritisiert, dafür kann man ja sein, dann müsste man wegen jeder Filialschliessung einer Handels- oder Unternehmenskette, wegen Umsiedlung von Fabriken, wegen Outsourcing, Geschäftsstellenverlagerungen, ja sogar wegen konzerninternen Entscheidungsprozessen (z.B. wo das nächste Auto gebaut wird) etc. massiv protestieren.

    Kapital bewegt sich nunmal dorthin, wo es die meiste Rendite (bei entsprechender Risikobereitschaft) abwirft. Das ist im übrigen auch bei Kleinsparern so. Aber da ist es plötzlich nicht verwerflich, sondern was ganz normales.