Spielt ihr ein Instrument?

Dieses Thema im Forum "Musik" wurde erstellt von huelin, 3 Februar 2009.

  1. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Die Frage ist eigentlich eindeutig und bedarf keiner weiteren Erläuterung. Als Umfrage möchte ich sie aber nicht formulieren, denn mich interessiert weniger die Statistik (zumal die überwiegende Antwort sicherlich "nein" lauten wird) , sondern vielmehr die persönlichen Erlebnisse derer, die selbst diese großartige Erfahrung gemacht haben, ein Instrument spielen zu können. Daher beginne ich auch mit einer ausführlichen Schilderung meiner eigenen Erlebnisse.

    Es war im Herbst des Jahres 1969, des für mich genialsten Jahres der Rockgeschichte, ich war 14 und wohnte noch in Rom. Alles schwärmte zu Beginn des Schuljahres von Woodstock, zumal der große Bruder eines Klassenkameraden live vor Ort gewesen war. Mich beeindruckten damals die großen Gitarristen wie Jimi Hendrix, Eric Clapton und Jimmy Page, und mein Wunsch, selbst dieses herrliche Instrument zu beherrschen, wuchs schließlich immer mehr.

    So kratze ich also meine Ersparnisse zusammen und kaufte mir für 50 DM eine schicke Westerngitarre. Nun muss man dazusagen, dass meine Oma Klavierlehrerin war und ich schon ab dem 7. Lebensjahr Unterricht bei ihr genommen hatte. Doch in dem Alter hatte ich noch keinen rechten Bezug zur Klassik gefunden, obwohl ich mich von Anfang an für Musiktheorie interessierte, also Harmonien, Akkorde und Rhythmik, auch dank der Angregungen durch einen hervorragenden Musiklehrer.

    Diese Kenntnisse halfen mir auch sehr beim Gitarrelernen, und nachdem mir ein Bekannter am Anfang noch etwas mit den Griffen geholfen hatte, hatte ich nach einer Weile den Bogen selbst raus, und musste eigentlich nur noch üben, um meine Technik zu verbessern. In der Nachbarschaft gab es eine Art gemeindeeigenes Kulturzentrum, wo sie gerade den Keller zur Diskothek ausbauten. Als die Schalldämmung fertig war, hatte ich so während der Baupausen einen idealen Raum zum Üben, denn normalerweise hört keiner gerne einen Anfänger auf seinem Instrument rumklimpern.

    Ich wandte sehr viel Energie und Geduld für die Fingerübungen auf, und so war ich auch schon bald in der Lage, einfache Songs zu spielen. Wobei mir Jimi Hendrix doch etwas zu schwierig erschien, und deshalb spielte ich eher Stücke von Bands wie CCR oder den Beatles nach, aber ich begann auch schon bald, eigene Sachen zu komponieren. Noch heute sehe ich meine Stärke eher im kreativen als im spieltechnischen Bereich, denn richtig üben, so wie am Anfang, tat ich später eigentlich nie mehr – ich spielte einfach nur noch.

    Als sich dann im Frühling die Gelegenheit bot, für 350 DM eine gebrauchte weiße Fender Stratocaster (wie die von Jimi) zu erwerben, schlug ich natürlich zu, und kurz darauf gründete ich schließlich mit zwei Schulfreunden zusammen eine eigene Band. Zunächst nannten wir uns "Überich" (eine Idee unseres Bassisten aus der Terminologie Sigmund Freuds), und später erfolgte dann die Umbenennung in "Dreyfus". Wir hatten sehr viel Spaß zusammen und traten sogar ein paar mal recht erfolgreich in der Aula unserer Schule und in Ferienlagern auf.

    Als Student in Freiburg trat ich dann in eine neue Band ein, die sogar einen lokalen Musikwettbewerb gewann. Leider war der Sänger ein rechtes Arschloch, obwohl er eine Super-Stimme hatte, die an Freddie Mercury erinnerte. Irgendwann fing er dann auch noch an zu fixen, und eines Tages klaute er uns alle Instrumente aus dem Übungsraum und ward seitdem nie wieder gesehen. Auch meine geliebte Stratocaster war weg, was ein großer Schock für mich war. Heute wäre das Instrument aus den 60ern (als man noch ein besonders gutes Holz verwendete) sicherlich mehrere tausend Euro wert.

    Daraufhin war es das erst mal für mich mit dem E-Gitarre-Spielen, und da ich damals sowieso häufiger in Schottland und Irland war, trat ich schließlich einer Folk-Band bei und spielte jahrelang nur noch akustisch. Irgendwann kaufte ich mir dann auch wieder eine E-Gitarre, aber den richtigen Durchbruch schaffte ich damit eigentlich nie, dafür fehlte mir irgendwie die Energie. Stattdessen nahm ich in jedem meiner zahlreichen Urlaube (meist trampend) die Klampfe mit, was mir stets zu interessanten Begegnungen verhalf – und natürlich auch zu vielen Flirts... ;)

    Seit ich Familienvater bin, habe ich das Spielen leider etwas reduziert, aber jetzt möchte ich meinem Sohn zu seinem 9. Geburtstag am Samstag eine Klampfe schenken, und werde deshalb sicherlich auch selbst wieder mehr spielen. Ich freue mich schon darauf, mit ihm eines Tages zusammen klampfen zu können. Falls wir denn einen gemeinsamen musikalischen Nenner finden...
     
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  3. Herr_Tank

    Herr_Tank Sympathieträger

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    Ich spiele Klavier seit ich 10 bin (und das ist auch schon etwas her).

    In letzter Zeit komme ich selten zum Üben/Spielen, und das gute Stück müßte dringend gestimmt werden, was aber nur dann sinnvoll ist, wenn ich wieder mehr spielen täte, was aber momentan nicht so viel Spaß macht, weil das Klavier verstimmt ist und ich bin auch schon ganz verstimmt, weil sich da die Katze irgendwie in den Schwanz beißt.

    Desweiteren versuche ich seit ca. fünf Jahren mit mäßigem Erfolg, mir selbst das Gitarre spielen beizubringen.
    Immerhin kann ich schon die ersten paar Takte von "Wish you were here" von Pink Floyd.
    Leute mit viel Geduld und geschultem musikalischen Gehör können's erkennen.

    Oja, und in der Schule mussten wir Blockflöte lernen, das überflüssigste Instrument von allen oder habt ihr schon mal ein Mädchen dahinhauchen hören: "Der Gitarrist ist nicht schlecht, aber dieser Blockflötenspieler ist ja sooooo süß"? Nee,ne?!
     
  4. huelin

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    Heute ist das sicherlich undenkbar, dass die Kids in der Schule Blockflöte lernen müssen, aber früher wurden damit ganze Generationen genervt, auch und vor allem von ihren Eltern.

    Mein Eindruck ist allerdings, dass heute sowieso viel weniger Leute ein Instrument lernen. Es gibt überall soviel Ablenkung, soviel perfekte Technik, die mühelos auf Knopfdruck abrufbar ist - wozu sich da selber die Mühe machen?
     
  5. DavidG

    DavidG Guest

    Ich hab von meinem 8. bis zu meinem 14. Lebensjahr Querflöte im Verein (Spielmannszug Seppenrade) gespielt.
    Nen ziemlich bekannter Verein. Hatte schon größere Erfolge (u.a. Deutsche Meisterschaft).
    Bin durch meinen Vater dazu gekommen. Er ist auch schon seit Kindheit Mitglied im Verein und spielt ebenfalls Querflöte. Mit 14 ist mir aber die Lust vergangen. Meine Schwester (13) ist auch seit sie acht ist im Verein und ist bis heute noch drin.
     
  6. huelin

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    Scheint eh ein kritisches Alter zu sein, in dem man leicht die Lust an Sachen verliert, die einem als Kind mehr oder weniger aufgezwungen wurden. Mir verging jedenfalls mit 14 auch die Lust aufs Klavierspielen - eigentlich schade, heute würde ich es gerne können. Manchmal denke ich sogar, ich sollte bei meinem Sohn noch etwas warten mit dem Gitarrespielen, aber er will es ja selbst...
     
  7. Mister-X

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    Ich habe 10 Jahre klassische Gitarre gespielt und mich mit Sor- und Carulli Etüden rumgeschlagen. Ein paar nette Stücke fielen dabei auch ab, wie "Romanca" (wer kennt es nicht) oder die Zitterballade von Anton Karas. Ich habe während dieser Zeit auch 2 Jahre in einem Ensemble gespielt, wo wir hauptsächlich zeitgenössische Musik z.B. Leo brouwer gespielt haben.

    Das ganze war aber nicht das was mich begeisterte. Mich begeisterten die Akustikgitarren, ich war immer auf der Suche nach Musik, wo Akustikgitarren klingen. Mein Idealbild waren im Grunde Starssensänger, die mit einer Westerngitarre eine ganze Band abbildeten. Das ist für mich die höchste Kunst!
    Ich begann dann Akustikgitarre bei einer Musikschule, wo ich die Umstellung von der klassichen Kadaverhaltung auf eine lockere Haltung erlernte. Und seit demm ging es schnell vorwärts und ich baute mir ein Repertoire von Liedern auf, die mir gefielen. (Breakfast at tiffany, Love is all around, If you say nothing at all, wild word. summer of 69, wonderwall, angels, without you usw). Das wichtigste für mich ist, dass man die Liedder nicht einfach im gleichen Schema runterschrammelt (up/down/up/down), sonder interessant rythmisiert, kleine Licks einbaut oder zwischen Plektrumpicking und Akkoranschlägen wechselt. Derzeit arbeite ich daran, Einzelnoten direkt in den Akkordschlag zu integrieren und erlerne ein bisschen Country (Lucille) mit dem Ziel: tennesse Flattop-Box von J. Cash.

    Sehr wichtig beim Gittarenlernen ist, dass man die Rhytmik beherrscht und die 16/ Motorik mit der rechten Hand verinnerlicht.

    @ huelin: Blockflöte wird heute immer noch in der Schule gelernt.
    Es gibt aber noch was schlimmeres als eine Blockflöte und das sind zwei Blockflöten.

    Edit:

    E-Gitarre hat mich nie interessiert. Auch die Leute nicht, die sie spielten. Dieser arroganten überschnellen Solos in Überlänge zum Protzen. Zum Abwinken! Mich hat da niemand begeistert.
     
    Zuletzt bearbeitet: 3 Februar 2009
  8. huelin

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    Wenn man die "Kadaverhaltung" so eingetrimmt bekommen hat, muss man das wohl tatsächlich erst lernen. Ich hab leider nie besonders auf Haltung geachtet und halte das Instrument wahrscheinlich auch viel zu waagerecht. Irgendwie bin ich aber auch zu individualistisch, um mir irgendwelche vorgeschriebene Technik einbläuen zu lassen.

    Dann singst du wohl auch? Als Rhythmusgitarrist kommt man daran ja nicht vorbei. Ich hatte ebenfalls schon immer Spaß am Singen. Mein Stimmvolumen ist zwar nicht berauschend, aber man sagt mir zumindest viel Blues-Feeling nach.

    Mit der Rhythmik hatte ich nie Schwierigkeiten, das kommt bei mir von innen, da brauchte ich auch nie was lernen. Allerdings hab ich von Anfang an immer nur mit Plektrum gespielt, was die Möglichkeiten doch etwas einschränkt.

    Egal, bis auf die ersten drei Monate ging es bei mir halt immer nur nach dem Motto: größtmöglichen Spaß mit dem geringstmöglichen Aufwand... :floet:
     
  9. Mister-X

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    Die Haltung im klassischen ist ja schon wissenschaftlich! Aber was für mich schon eine Erlösung war, dass man den bei der Western Daumen der Griffhand hochschieben konnte bis über den Hals um die tiefen Saiten abzudämpfen oder sogar zu greifen bei den Slash-Akkorden. Alles viel ökonomischer gedacht.


    Ja natürlich nur suche ich mir die neuen Stücke nach Stimmlage aus. Anfangs habe ich da noch krankhaft versucht runzutransponieren mit dem Capo rumgewrkelt, aber bei vielen Stücken muß man einsehen, dass es eben nicht geht.


    Ich bin ein Freund des Plektrums. Der reine Fingestyle hat mich bisher nicht sonderlich gereizt. Bei manchen Stücken spiele ich hybrid (also Plektum Bassseite und ein Finger auf den Melodieseiten. Aber Plektrum immer dabei, denn wenn die Akkorde kommen, muss man es ja in der Hand halten. Manche können es auch vorzaubern zwischen den Fingern.

    Ist ja auch richtig. Klingen muss es eben und es darf nicht einttönig sein.
     
  10. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Also Plektrum zwischen Daumen und Zeigefinger, und den Rest mit dem Mittelfinger oder wie?

    Klar, das wäre mir ja selber auch viel zu langweilig.

    E-Gitarre ist nicht gleich Sologitarre. Manche Sachen kann man auf der Akustikgitarre gar nicht so hinkriegen, weil sie nicht nachklingt. Ist in etwa so wie Klavier vs. Orgel.

    Außerdem: selbstverständlich gibt es megageile Soli! Nur sind das nicht zwangsläufig die schnellsten, sondern die mit dem meisten Feeling. Wenn es nur ums Protzen geht, ist das natürlich Mist, da gebe ich dir recht. Aber das gilt ja nicht nur fürs E-Gitarre-Spielen...
     
  11. liebe58

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    als ich zehn und zwölf war,hatte ich oft und super Klavier gespielt.Jedoch heute kann ich nicht mehr :(
     
  12. Mister-X

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    ja genau, oder mit dem Ringfinger, je nach dem auf welcher Seite der Melodieton liegt. Braucht man ja nur ,wenn Basston und Melodieton zugleich kommen. Etwas ungewohnt die Technik, aber du hast sofort ein größerer Repertoire.



    Ja sicher. Ich habe mich auch nie mit E-Gitarre beschäftigt und hab da wenig Hintergrund. Mich hat nur früher schon auf Konzerten angekotzt, wenn einer meinte 10 Minuten ein Solo auf der E-Gitarre hinzulegen. 10 Minuten!!!!
    So eon paar Nummern wie Samba-Pa-ti von Santana spiele ich auch auf Akustikgitarre.
     
  13. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Geht anscheinend vielen so, ist aber echt schade. Hattest du denn damals wirklich Spaß dabei? Und warum hast du aufgehört?
     
  14. Mister-X

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    @ huelin:

    Meinen Sohn werde ich auf jeden Fall extern unterrichten lassen. Weil ich habe die Erfahrung, dass man mit den Kindern was unternehmen soll, sie aber von anderen unterrichten lassen soll.

    Bestes Beispiel als ich meiner Tocher letztes Jahr Ski-fahren beibringen wollte. Jedesmal wenn sie hinfiel, war ich der Schuldige und wurde angepflaumt. Am nächsten Tag gleich Einzelunterricht bei einem Skilehrer gebucht und schon lief es. Ja, auf andere hören die Kinder noch.

    "Papa Papa , wenn man runterfährt muß man ein Pizzastück mit den Skiern bilden, hat der Lehrer gesagt":hail:

    Hätte ich den Pflug mit einem Pizzastück erklärt. hätte meine Tochter mich für verrückt erklärt.
     
  15. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Guter Tipp, hatte ich aber sowieso vor. Was nicht heißt, dass man nicht ab und zu mal nachhelfen kann.
     
  16. Mister-X

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    Ja klar. Man ist der Beobachter und das macht noch mehr Spass!
     
  17. Rossi

    Rossi Berliner Nachteule Moderator

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    Von der Blockflöte haben mich meine Eltern damals glücklicherweise recht schnell "entlassen" (da war ich irgendwas vor 10). :zahnluec:

    Dann habe ich ca. 3-4 Jahre Gitarre gespielt (Unterricht bei einem Gymnasiasten, der sich sein Taschengeld damit verdiente). Akustik-Gitarre. Ich sei wohl recht talentiert gewesen, sagt man. Ach ja, ich habe mir sogar eine (gebrauchte) E-Gitarre und einen kleinen Verstärker gekauft, und habe auch Stücke komponiert und betextet. (Die Gitarre und den Verstärker hat mein Herr Vater mal an einen seiner Freunde "verliehen" > beides sah ich nie wieder).

    Aber auch ich verlor mitten in der Pubertät jegliches Interesse am Üben und Spielen, und hatte im Grunde seither keine Gitarre mehr in der Hand.

    Trotzdem ich heute immer noch keine Lust darauf habe, möchte ich die Erfahrungen nicht missen. Daher mein klares Pladoyer an Eltern: Jaa, lasst die Kinder ein Instrument erlernen. Auch wenn es sein kann, dass sie nach einiger Zeit das Instrument wechseln möchten oder sie - wie so viele - irgendwann keine Böcke mehr haben.

    P.S. Manchmal wünschte ich, ich könnte gut Klavier, Saxophon oder Klarinette spielen. Die Disziplin, die das Neu-Erlernen eines Instrumentes erfordert, will ich nicht aufbringen; da mache ich mir keinen vor. Sooo, wichtig ist es mir dann doch nicht. ;)

    Ich finde es aber toll, wenn einer sein Instrument auspackt und losspielen kann (ohne, dass die Umstehenden Ohrenbluten bekommen). :top:
     
  18. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    So hab ich das noch nie gesehen, aber da ist was dran. Bei mir weckt meine Klavierzeit zwar nicht unbedingt gute Erinnerungen, denn das war mir alles zuviel Disziplin und Paukerei. Einmal hab ich sogar in der ganzen Wohnung Zettel verteilt, um gegen eine neue Klavierlehrerin zu protestieren - mit Erfolg... ;)

    Aber immerhin wurde mein Interesse an der Musik und am Musizieren geweckt, und die theoretischen Kenntnisse waren auch sehr nützlich, wie schon gesagt. Ein bisschen wie das nervige Lateinlernen für andere Sprachen halt.
     
  19. Mister-X

    Mister-X Active Member

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    Bei meiner Tochert hat es mit Klavier nicht gefruchtet. Nach einem halben Jahr haben wir das geliehen Monstrum wieder abtransportieren lassen.
    Seitdem nervt sie mit Blockflöte vom Schulunterricht rum.

    Klar man kann es versuchen, aber manchmal kommt nix bei raus. Eine Klassenkameradin hat bei der gleichen Lehrerin Unterrricht gehabt und ist erfolgreich. Talent spielt auch eine große Rolle, auch wenn die Lehrer natürlich gerne sagen:" jeder kanns".
     
  20. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Talent spielt sogar die größte Rolle, denke ich, denn ohne Talent bleibt es doch meist nur eine Quälerei. Das ist anders als im Sport, wo das Kämpfen und Sich-Quälen teilweise dazugehört und Spaß machen kann.
     
  21. SaintWorm

    SaintWorm Bolminator Moderator

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    Nö, bin da lieder völlig talentlos. Beide Hände gleichzeitig über einen längeren Zeitraum zu koordinieren ist mir völlig unmöglich.
     
  22. Mister-X

    Mister-X Active Member

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    huelin: Was hast du denn für songs in deinem repertoire? Spielst du auch Flamenco?
     
    Zuletzt bearbeitet: 4 Februar 2009
  23. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Um Gottes Willen, von so schwierigen Sachen (ebenso wie von Klassik und Jazz) hab ich schon immer die Finger gelassen. Außerdem könnte man mit Plektrum und Stahlseiten höchstens so eine Art Pseudo-Flamenco spielen.

    Da ich Flamenco, Jazz und Klassik zwar ganz gerne höre, vor allem live, aber es nicht wirklich die Musik ist, die mich innerlich zum "Beben" bringt, wäre das für mich eh nur aufgesetzt und stressig.

    Hab's ja schon erwähnt: zuerst waren es Songs von den Beatles und von CCR, außerdem von den Stones, Dylan, CSN&Y, Canned Heat, und wie die Gruppen damals alle so hießen. Ferner viel Blues und Folk, und ganz besonders gerne Ton Steine Scherben. :top:

    Schließlich noch die verschiedensten Sachen, wie brasilianischen oder spanischen Rock, Nirvana (die ich schon unplugged gespielt habe, bevor sie es selbst taten ;) ) usw. usw. Um nicht von meinen Eigenkompositionen zu reden, denn selber erfinden hat mir eigentlich schon immer mehr Spaß als nachspielen gemacht.
     
  24. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    Luftgitarre, aber perfekt ;)

    Ansonsten, das Thema hatten wir ja schon, Blockflöte.

    Und dann bilde ich mir ein ganz passabel Xylophon zu spielen.
     
  25. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Und darauf spielst du dann was, Punk-Rock? ;)

    Egal, auf jeden Fall Respekt! Unser Prinzken bringt doch immer wieder die besondere Note rein. :)
     
  26. DarkGiant

    DarkGiant Active Member

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    Nein, ich bin voellig unmusikalisch.
     
  27. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Ich habe mit 13-14 etwa ein wenig Klavierspielen gelernt. Leider klappte das bei mir nie mit dem gleichzeitigen Notenlesen, deshalb konnte ich immer nur auswendig lernen. Da war dann irgendwann die Luft raus und nach nem Jahr habe ich es wieder sein gelassen.

    Ogottogottogott eine Gitarre!
    Sagte ich mir immer, wenn ich im Schlosspark lag und so ein ungewaschener Kerl mit "Klampfe" (so nennen die das nämlich komischerweise immer, kein Bandmusiker den ich kenne nennt seine Gitarre "Klampfe" das klingt auch irgendwie nach Reinhard Mey und Sozialdemokratie) auftaucht. Kennst du das Schild aus Wayne's World? Das hätte ich damals gerne aufgehängt. :zahnluec:
     
  28. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    "Stairway to Heaven" habe ich nie auf der Klampfe gespielt. Ohne das E-Gitarren-Solo von Jimmy Page am Schluss ist das Stück witzlos... :suspekt:

    Und Klampfe ist einfach ein anderes Wort für Akustik-Gitarre, übrigens auch als Bandmusiker, nur spielen die in Rockbands halt meist auf E-Gitarren.

    Reinhard Mey mochte ich auch nie besonders, war mir immer zu seicht. Die Sozialdemokratie unter Willy Brandt schon eher, aber bitte nicht vertont. :floet:

    Dann doch lieber die Scherben, mit denen ich Mitte der 70er öfters die Leute vor dem Freiburger Münster provoziert habe: "Macht kaputt was euch kaputt macht" :hammer2:

    Du siehst, ich tat damals wirklich alles, um nicht irgendwelche Klischees zu bedienen, mit denen Leute wie du den gemeinen Klampfenspieler abzustempeln pflegen... ;)
     
  29. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Eben, nur leider beherrscht das keiner dieser Wiesensbarden.
    Also die die ich kenne, so 7-8, spielen beides. Auch live. Auch Punkrock. Das ist alles andere als unzeitgemäß.
    Das Freiburger Pädagogenbürgertum konnte man provozieren? :lachweg: Die haben dir doch eher die Müslischale gereicht um mit dir zu diskutieren.
     
  30. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Was, Akustik-Gitarre? Also ist nur das Wort Klampfe unzeitgemäß, oder wie? Klar, "unplugged" hört sich ja auch viel cooler an... ;)

    Erstens darfst du nicht vergessen, dass sich am Münsterplatz hauptsächlich Touristen rumtreiben. Außerdem war das Pädagogenbürgertum vor 35 Jahren zum großen Teil selber noch am Studieren. Die Freiburger Bürger älteren Semesters, wie z.B. mein erster Vermieter, kannten die Worte "Müsli" oder "diskutieren" noch gar nicht, dafür um so mehr die Ausdrücke "sauber", "anständig" und "des isch do verbode"... :hammer2:
     
  31. Princewind

    Princewind Rassist und Lagerinsasse

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    War neben Blockflöte das 2. Instrument aus der Schule, hat mir Spaß gemacht, bin ich halt bei geblieben.