Soziale Wichtigkeit des Fussballs

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von Jogi-Fan, 6 Januar 2009.

  1. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    minus inflation.

    Soziale Funktion des Fußball (Fußballindustrie, manche sagen auch: moderne Fußball)

    Die Fußballindustrie manipuliert die Menschen. Diese Manipulation ist weder immer beabsichtigt und kontrolliert, noch strebt sie in eine Richtung. Trotzdem höhlt dieses tropfende Wasser auf den Stein der Gesellschaft diesen notwendig aus:

    # Das Individuum wird von der Fußballindustrie auf die Konsumentenrolle reduziert
    # Die Fußballindustrie speist die Konsumenten mit trivialen, oberflächlichen Nichtigkeiten ab

    Damit wird aber auch klar: Es handelt sich bei der Fußballindustrie um eine von Eliten geführte Sportprägung und nicht um das, was der Vorgängerbegriff Volkssport aussagen kann, es handelt sich um ein Sportindustrie für die Massen, nicht um einen Volkssport.

    Die „Eliten“ sind jedoch keine Akteure einer Verschwörung. Sie seien nicht dahingehend gesinnt, den Fußball, ihres kritischen Einflusses wegen, zu beherrschen und ihn in die Trivialität zu treiben, sondern sie sind Akteure des Kapitalismus, der durch die Struktur seiner selbst alles zur Ware macht.

    Damit, dass Fußball zur Ware degeneriert wurde, muss der, welcher in seiner Freizeit den Fußball in Anspruch nehmen will, also der Konsument, rechnen. Der Konsument wiederum muss von der Fußballindustrie mit dem bedient werden, was er will, was er versteht, was ihn nicht verwirrt, mit eingängigen Events. Genau dies ist nun die Wechselwirkung zwischen dem Subjekt und der Fußballindustrie. Dieser Kreislaufaus dem der Ausweg nicht gefunden wurde, und aus dem ein Ausweg möglicherweise gar nicht existiert.

    ________________________

    Die Folgen der Fußballindustrie auf die geistige Haltung der Gesellschaft sind nicht nur die geistige Stagnation , es sind vielfältige andere. Man kann diese unterteilen in:
    Einfluss auf das Subjekt: Fußballindustrie wirkt hier als Vermittler zwischen Industrie und Publikum. In dieser Vermittlerposition hat sie auch einen Einfluss auf die Bewusstseinsbildung der Menschen, denn was durch Fußball nicht verbreitet wird, das, wie schon konstatiert wurde, teilhaben an dem Wesen der Fußballindustrie, geschieht heutzutage nicht.
    Die Wirkung im Subjekt: Die Fußballindustrie verhindert die Ausbildung der Fähigkeit zu kritischem Denken. Dadurch wird auch verhindert, dass der Mensch dieser Fußballindustrie mit Widerspruch entgegentritt.

    Die Fußballindustrie ist also auch herrschaftsstabilisierend. Diese Herrschaftsstabilisierung ist nicht ein Mitläufer der Wirkungen der Fußballindustrie, sondern Wesen der Fußballindustrie. Sie suggeriert ihre Gedanken dem Publikum. Die Fußballindustrie erreicht mit dieser Suggestivkraft, dass sie selbst den Menschen die Maßstäbe definiert, nach denen diese der Fußballindustrie bemessen sollen. (Erfolg um jeden Preis statt gutes Spiel u.ä.)
    Dies ist der Verblendungszusammenhang, der im höchsten Sinne undemokratisch ist. Wer würde erlauben, dass der, welcher ein Gesetz bricht, sich selbst das Gesetz schafft, das zur Bemessung seiner Schuld heranzuziehen ist?
    Neben dem herrschaftsstabilisierenden Moment ist die Fußballindustrie auch noch etwas anderes immanent: Die Ablenkung der Menschen vom Wesentlichen (dem Fußball) hin zum Sekundären.
    Der Stadionbesuch verkommt zum gesellschaftlichen Ereignis; der Wert eines Spiels besteht in Sehen und Gesehen werden. Das Spiel ist nur noch Anlass eines Events.
    Nicht also das Spiel zählt, sondern die Präsenz und das Geschwätz nebenbei.
    Gedacht wird nicht mehr, was der Sportler mit dem Spiel zeigen wollte; gedacht wird, wie dieses Spiel auf die Öffentlichkeit wirkt, wie das Wissen um dieses Spiel die subjektive gesellschaftliche Stellung beeinflusst; gedacht wird, was das Auftreten, das Teilnehmen an diesem Event einem nützen könnte; gedacht wird, was der andere denkt. Auch dieses ist ein Zeichen dafür, dass Autonomie verloren ging. Einst durfte man nicht wagen, frei zu denken; jetzt wäre dies möglich, aber man könne nicht mehr, weil man nur noch denken wolle, was man wollen solle, und eben das würde als Freiheit empfunden.


    (Danke an Adorno und Wiki.)
     
    Zuletzt bearbeitet: 11 Januar 2009
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  3. Mister-X

    Mister-X Active Member

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    plus deflation
     
  4. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    hoch risikostrukturausgleichsquotient!
     
  5. muskelbiber

    muskelbiber Member

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    Vor allem den ersten Abschnitt kann man praktisch 1:1 auch auf die Musik-, Film- und TV-Industrie u.ä. anwenden. So läufts nunmal im Kapitalismus.
     
  6. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    :top: Sehr gut erkannt! Und Fußball bzw. Sport allgemein muss man heutzutage wohl tatsächlich der Unterhaltungsindustrie zuordnen.