So 17.06.12 - 20:45 Uhr Dänemark - Deutschland

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von Rossi, 17 Juni 2012.

  1. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Zunächst mal: Glückwunsch zum - im Ergebnis - überzeugenden Einzug ins Viertelfinale.

    Na klar ist das denkbar. Und das ist auch legitim. Das "Problem" ist dann aber wiederum ein Spiel-Philosophisches.

    Denn genau diese - berechtigte - Angst vorm Scheitern führt dann dazu, dass man "noch" mehr aufs Ergebnis schielt, als noch Jahre zuvor.

    2006 hat keiner wirklich was erwartet. Schon gar nicht ein Halbfinale. 2010 zur WM war der deutliche Anspruch, etwas abfackeln zu wollen und dabei mal zu gucken, wie weit es geht - wieder Halbfinale. Dazwischen lag der spielerisch eher grottige Finaleinzug zur EM.

    Nun sidn die Ansprüche höher. Die von uns als Anhänger, die von der weiteren Öffentlichkeit und womöglich auch die des Teams. Und da kommt man wieder dahin zurück, dass es in erster Linie auf das Ergebnis ankommt.

    Natürlich ist diese Denke dann aber auch ein Zeichen dafür, dass man sich spielerisch doch nicht für soweit hält, wie man das gerne mal nach aussen ausdrückt. Denn wenn - dann bräuchte es diese Abkehr von der bisher unter Löw gepflegten Spielkultur nicht. Dann könnte man diese pflegen UND gewinnen.

    Offenbar geht aber derzeit beides zusammen nicht.
     
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  3. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Nur wie Mueller.
     
  4. U w e

    U w e Borussia Mönchengladbach Moderator

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    Und woher kommt der Anspruch der z.B. Anhänger?
    Durch Siege in der Quali gegen Aserbaidschan, Belgien, Wales, Österreich und die Türkei? Oder dem 3:0 im Test gegen Holland?
    Oder liegt der Anspruch nur in der Hoffnung - wie zu Beginn jeden Turniers?

    Wir spielen hier nun gegen die besten Teams der Welt (ohne Brasilien/Argentinien) und auch die wollen EM werden.
    Warum müssen wir immer den Anspruch haben solche Teams nicht nur zu besiegen sondern auch spielerisch den Gegner quasi lächerlich zu machen?
    Warum fragt man sich nicht eher warum es Mannschaften wie Portugal, Niederlande und auch Dänemark nicht schaffen gegen uns nur einen Punkt zu holen?
    In Schönheit sterben überlasse ich lieber anderen Teams.

    Gegen die Griechen wird es ein ähnliches Spielchen werden wie gestern, wenn nicht sogar noch schlimmer. Die werden wir auch nicht spielerisch locker nach Hause schicken.
     
  5. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Du stellst Fragen. Das weiss ich doch nicht.

    M.E. daher, dass "uns" stets vermittelt wurd bzw. vermittelt werden soll, wie gut wir (angeblich) sind. Und womöglich auch an der ausgeprochenen Zielsetzung (als ausgesprochen im Sinne von: In diversen Interviews angesprochen) vor dem Turnier.

    Hmm.....DAS wiederum ist ja gerade das, was ich auch angesprochen habe: Die ausgeprochende und bisher gelebte Philosophie ging wohl in die Richtung, vor allem attraktiven Fussball zu spielen. Und dann womöglich noch erfolgreich dabei zu sein. DAS ist jetzt offenbar wieder etwas gerade gerückt. Im Sinne von: Erst Erfolg, dann kommt die Schönheit.
     
  6. U w e

    U w e Borussia Mönchengladbach Moderator

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    Was soll man in Interviews auch sagen? Vorrunde überstehen oder Halbfinale als Zielsetzung, klar gibt man da den Titel an.
    Wenn z.B. Löw dies nicht täte würde dies Ihm auch zum Vorwurf gemacht.

    Ganz ehrlich, ich sehe keine Steigerung der Mannschaftsstärke gegenüber 2010 ganz im Gegenteil. So Spiele wie gegen Argentinien und England haben wir nach 2010 nicht mehr annährend gezeigt. Der Abstand zwischen Spanien und Deutschland ist eher grösser als kleiner geworden aber besiegen müssen uns die anderen Nationen erst einmal. In 4 von 5 Spielen würden wir gegen die Spanier nicht gewinnen! Vielleicht fällt dieses "5te" Spiel ja ausgerechnet auf den 1.Juli 2012.

    Ich bin jetzt weg, bis später.
     
  7. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Resultiert aus den immer wiederkehrenden Wiederholungen der diversen "Sommermärchen" 2006, 08, 10 unter kompletter Mißachtung des jeweiligen Scheiterns dort und dann heisst es eben: Meeeensch, 1 mal Finale, 2 mal Halbfinale, jetzt muss es hinhauen.
    Dann noch schön die Gegner kleinreden und schon ist man gefühlter Meister aller Klassen. Brauchst Dir ja bloß hier im Board anschauen wieviele Italien nach 2010 zum biggest Loser der nächsten Jahre erklärten, samt Frankreich natürlich.

    Kleine Spitze am Rande: Das Abschneiden der dt. Nationalmannschaft ist, verglichen mit dem vor ca. 30 - 15 Jahren sogar eher mau :D
     
    Zuletzt bearbeitet: 18 Juni 2012
  8. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Nuja.....

    Zum Beispiel kann man auch sagen - und ohne dass man dies jemanden zum Vorwurf machen sollte, dass man seiner Spielphilosophie treu bleiben will, dass man meint, sich spielerisch gesteigert zu haben ABER dass es dabei bleibt, dass man diese nicht zu Lasten des Erfolgs aufgibt oder abändert, weil man überzeugt ist, dass diese letztlich trotzdem zum Erfolg führt.

    Und im Weiteren, dass man diesbezüglich - wie die anderen Turniere auch - schaut, wie weit man damit kommt und sich "natürlich" zum Ziel setzt, unter Beachtung der Gesamtphilosophie so weit wie möglich zu kommen und um den Titel mitzuspielen.

    Aber klar: Das kann man dem Boulevard und dem boulevard-affinen Anhänger so nicht vermitteln. Das sehe ich auch so und ein.

    Letztlich kritisiere ich das nichtmal, was jetzt gerade passiert. Ich stelle (für mich) nur fest.

    Wenn wir mit dem, was wir bisher gezeigt haben, den Titel holen - und zwar ohne das das Spiel besser wird, ist für 90% die Welt sowieso in Ordnung.
     
  9. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Isses ja auch. Profifußball wird nun mal auf längere Sicht in Titeln gemessen.
     
  10. BoardUser

    BoardUser Jede Saison ein Titel! Administrator Moderator

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    Klar.

    Das Ding ist eben nur, dass häufig in Zeiten, in denen das Spiel schlecht ist UND kein Erfolg da ist, versucht wird, zu argumentieren, dass man zuallererst das Spiel attraktiver machen will und sich dann der (Maximal)Erfolg von selber einstelle.

    Und das ist eben nicht in jedem Falle gegeben. Oder - abgemildet ausgedrückt - das geht meist nur bis zu einem gewissen Grad.

    Und ich meine: Dessen sind sich viel zuwenig Leute bewusst.

    Weiterhin meine ich: Es gibt zuweilen unterschiedliche Vorstellung von der Bedeutung des Begriffs "Erfolg".

    Und ja, wenn man in den letzten Jahren 3 mal das halbfinale erreicht hat und davon einmal sogar bis ins Finale gekommen ist, dann ist das (für mich) a) Erfolg, und b), so WIE es gelaufen ist, Erfolg unter weitgehender Verwirklichung der Spielphilosopihe.

    Und jetzt beginnt das Problem: Offenbar stößt man bei der Fortentwicklung der Spielphilosophie ergebnistechnisch an Grenzen. Trotzdem will man weiterhin Wachstum am Grade des sportlichen Erfolges haben bzw. man will den erzeugen, weil andere dies wollen.

    Und da muss man sich dann eben entscheiden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18 Juni 2012
  11. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Die Frage nach der sog. Spielphilosophie stelle ich seit 2008.
    Beantworten konnte sie mir noch niemand also schaue ich erstmal auf das Zählbare.
     
  12. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    spielphilosophie?
    siehe bayern.
    löw kupfert sie bayern-philosophie ab, die keine ist.
    wer mit acht bayern antritt, kann gar nicht anders spielen lassen, als es die bayern tun.
    fragt sich nur, was den löw an den bayern so beeindruckt hat?
    dass sie dreimal im finale verloren haben?

    ps.
    das ballgeschiebe rund um den 16er gestern erinnerte mich an handball und an den fc bayern!
    dabei müsste denen das wort "steil" angesichts der nähe der alpen doch eigentlich geläufich sein! ;)
     
    Zuletzt bearbeitet: 18 Juni 2012
  13. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Nur, dass der FC Bayern 2006, 07 anders spielte als jetzt.
    Etwas lückenhaft Deine Theorie.
     
  14. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Ich glaube, dass alle Boards, in denen ich in der letzten Dekade unterwegs war, ohnehin schon immer kritisch der Nationalmannschaft gegenüber eingestellt waren, was mit Blick auf den Anfang des Jahrtausends und selbst im Rückblick auf nahezu alle Turniere, die vorher liefen, auch nicht ganz unverständlich ist. Fußball gespielt wurde hierzulande bekanntlich selten.

    Rumpel-2002 hat daran erkennbar nichts geändert; selbst 2006 war nur deshalb in der Wahrnehmung des Forums ein Stück weit besser, weil die meisten sich vermutlich dafür entschlossen hätten, dass D gar nicht antreten sollte - wenn ich da an die Kommentare nach dem Vorbereitungsspiel in Italien denke.

    2008 war wieder keine Offenbarung, genau genommen ausser dem Viertelfinale gegen Portugal war das eigentlich gar nichts. Und dann 2010, zwei Spiele, die die Welt veränderten, die auch die Sichtweise der Welt auf die deutsche Nationalmannschaft veränderten. Mit einem Schlag schlug man 2 der "Großen" bei einem Turnier hintereinander mit spielerischen Mitteln. Mit einem Schlag wußte man, dass sowas überhaupt möglich ist, und plötzlich funktionierte das in 2011 weiter, als Brasilien und Holland geschlagen wurden. Dass das Holland-Spiel ein Muster ohne Wert war, wissen wir jetzt, denn die waren schon im November nichts. Und Brasilien? Ja, schöne Leistung, aber eben kein Turnier.

    Mein Eindruck ist: manche sind enttäuscht, dass die spielerisch überzeugenden Leistungen jetzt scheinbar nicht mehr abgerufen werden können. Dass sich allerdings die Philosophie verändert hätte, sehe ich nicht: es wird weiterhin eher versucht, Sachen spielerisch zu lösen. Klappt nur nicht richtig, weil Özil Luft nach oben hat, die Bayern eine Scheiß-Vize-Saison hatten und der Rest tatsächlich die Stirn hat, auch weiterkommen zu wollen.

    Und trotzdem wurden alle geschlagen. Kaum auszudenken, was wäre, wenn die auch noch brilliert hätten.
     
  15. Rezo

    Rezo Weeaboo

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    Seit 2010 ist bekannt das aggressives Offensivspiel gegen Deutschland einem Selbstmord gleichkommt. Da Deutschland's Gegner in Gruppe B nicht vollkommen verblödet sind haben sie sich darauf eingestellt - besonders schön bei den Portugiesen gesehen -, es Deutschland dementsprechend schwer gemacht, und Deutschland hat trotzdem gewonnen. Die Stärken Özils sind bekannt, er wird dementsprechend bewacht (Und bringt trotzdem ab und an einen klasse Pass der zum Torschuss führt), und der Rest der Mannschaft schafft es dies zu kompensieren und trifft trotzdem.

    Ich darf daran erinnern welche Probleme Spanien 2010 hatte - aus demselben Grund, die Gegner hatten sich auf sie eingestellt. Prompt gab's ne Auftaktniederlage und jede Menge 1 : 0 Siege weil mehr gegen sinnvoll taktierende Gegner eben nicht ging.

    So ganz nebenbei bemerkt, als Deutschland 2010 auch mal selbst das Spiel machen musste waren die Ergebnisse, nunja... Nicht so toll. Da ging quasi nur kontern. Nun sahen die Spiele gegen drei top-ten Mannschaften der Welt sicher nicht so toll aus wie die Spiele gegen England und Argentinien 2010, aber man musste schonmal nicht ausschliesslich kontern, und so ganz nebenbei bemerkt - die Schwächephasen die es gegen England und Argentinien jeweils für 30- 45 Minuten gab, in denen nur der Gegner angriff und Deutschland teilweise sehr viel Glück hatte, nunja... Diese Schwächephasen sind weg.

    Die Ergebnisse allein sagen nicht alles aus. Wenn man sich auch den Spielverlauf anguckt, dann war Deutschland in diesen drei Spielen souveräner als bei seinen hochgelobten Auftritten 2010. Sicherlich nicht annäherend so schön, aber auch nicht annäherend so gefährdet. Deutschland kann jetzt mehr als nur kontern, und das ist lebenswichtig, denn kontern lässt uns niemand mehr.

    Wieso hat Portugal gegen die Niederlande wohl mehr geglänzt als gegen Deutschland? Weil sie es sich erlauben konnten (Nebenbei bemerkt - die Portugiesische Abwehr eher weniger sattelfest als gegen Deutschland).

    Sicher - es gibt so manchen Aspekt am deutschen Spiel der Kritikwürdig ist. Aber zu behaupten das 'Alles Scheiße' ist, nach neun Punkten in dieser Gruppe, obwohl die Gegner entschieden besser wussten was sie taten als noch 2010, ist lächerlich.

    Außer Spanien und - wenn sie wieder so konzentriert auftreten wie gegen Spanien - Italien ist gegenwärtig keine Mannschaft in Sicht die ernsthaft mit Deutschland konkurrieren kann. Vielleicht Frankreich, wenn sie einen guten Tag erwischen. Griechenland wird mit Sicherheit ein Gewürge werden, mehr als ein Tor Unterschied erwarte ich garnicht, aber auch hier gilt wieder - das sind keine Luschen, und sie wissen das man gegen Deutschland (Oder überhaupt irgendwen) keinen Hurrah-Fussball spielt.

    In diesem Sinne,

    'schland
     
  16. Itchy

    Itchy Vertrauter

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    Genau hier nähern wir uns an. Eben daß sie von den gewachsenen Ansprüchen und der Angst zu scheitern so gehemmt zu spielen scheinen, ist der mangelnde Fortschritt, ist meine Hauptkritik. Daß sie nicht umsetzen, was sie nachweislich schon gespielt haben. Da ist der große Unterschied zu den Spaniern, auch denen von 2008. Die wissen, was sie können, haben das notwendige Selbstvertrauen und den Glauben an sich und das eigene Spiel. Die scheitern wenn eher am Gegenteil, der Überheblichkeit. Deren Spiel, wenn es anläuft ist eine wunderbare Symbiose aus eintrainierten Elementen und Intuition. Beides lässt die deutsche Mannschaft weitestgehend vermissen. Portugal wurde glücklich geschlagen, hat die Deutschen mit der defensiven weitestgehend ratlos gemacht, die Niederlande waren einfach ein Schatten ihrer selbst, die Dänen haben letztlich auch nur im Rahmen ihrer normalen Möglichkeiten gespielt.
    Trotzdem wurde alle Spiele denkbar knapp (nur) gewonnen, durch die Bank hätte jedes auch verloren gehen können. Und Fußball ist auch Unterhaltung und es gibt Spiele, die begeistern, auch wenn sie höheren ästhetischen Ansprüchen nicht genügen. Die deutsche Mannschaft hat mich aber noch nicht ansatzweise mal mitgenommen, alle Spannung war da dem uninspirierten, vorsichtigen und unflexiblen Spiel unterlegen. Wenn sie es ja nicht besser könnten.
     
  17. Detti04

    Detti04 The Count

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    Woher meine Erwartung auf einen relativ einfachen Sieg gegen die Daenen ruehrte, kann ich Dir sagen: Guck Dir einfach die Vereine der daenischen Spieler an. Und dann frag Dich, was Du ewarten wuerdest, wenn die Bayern gegen z.B. Evian, Midtylland oder von mir aus auch Sunderland antreten muessten. Der hochgelobte Krohn-Dehli z.B. spielt im besten Fussballeralter von 29 Jahren wieder beim heimischen Broendby, weil er vorher bei Ajax kein Bein an den Boden bekam.

    Dass Portugal und Holland natuerlich ganz andere Kaliber sind, das ist klar.
     
  18. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Abba rum tuteten sich die anderen Kaliber auch nicht so leicht?
     
  19. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Weil's dann doch der FC Bayern ist, gegen die die anderen Kaliber antreten müssen :D
     
  20. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Das finde ich vollkommen einleuchtend. Und wenn die Spanier wider meiner Erwartung heute doch weiterkommen sollten, dann haben sie das der aktuellen deutschen Mannschaft deutlich voraus.

    Bloss: ist das ein Wunder bei zwei gewonnenen Titeln hintereinander? Das ist ein riesiger psychologischer Vorteil, den ich nur dann geringer sähe, wenn die deutsche Mannschaft nicht auch noch die jüngste Mannschaft im Turnier stellte.
     
  21. Untouchable

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    Meine Wertung der Spiele ist eine ganz andere.

    Gegen Portugal war Deutschland die schlechtere Mannschaft mit weniger Chancen und ohne Spielfluß. Das Tor war ein Zufallsprodukt und die Verteidigung war alles aber nicht sicher. Die Portugiesen hatten mehrere hochkarätige Chancen.

    Die Niederlande brachten völlig ohne sinnvolle Taktikvorgaben richtig Schwung ins Spiel, letztendlich kam nichts raus, lag dann an einfachen Abspielfehlern (z.B.: Afellay spielt van Persie auf Höhe des Elfmeterpunkts einen Ball in den Rücken statt in den Fuß...) vor dem deutschen Tor. Robben konnte zu Spielbeginn mit Lahm machen, was er wollte, so toll arbeitete Podolski mit nach hinten. Vorne ging immerhin mehr als gegen Portugal, weniger ist aber nicht möglich.

    Dänemark ging naiv ins Spiel. In der ersten Halbzeit konnte das deutsche Team mit gutem Angriffspressing die relativ hoch stehende dänische Abwehr immer wieder in Schwierigkeiten bringen und die Räume zu Torchancen nutzen. In der zweiten Halbzeit zeigte sich das alte Lied: Niemandem fällt etwas ein, wenn der Gegner tief verteidigt und erst im Abwehrdrittel zu pressen beginnt. Vorne hätte Bendtner einen Elfmeter bekommen können und es gab weitere Großchancen für Dänemark. Poulsen mit einem Pfostenschuss, Bendtner mit Chance nach langem Ball, ...

    Wenn man das Spielermaterial betrachtet, ist die bisherige Leistung der deutschen Mannschaft eine Enttäuschung.
     
  22. Detti04

    Detti04 The Count

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    Dem kann ich voll und ganz zustimmen. Das entscheidende Wort ist fuer mich hier "vorsichtig", denn die deutsche Mannschaft spielt meiner Meinung nach unter der Praemisse "safety first". Man muss sich ja nur mal ansehen, welche Art "Pass" (Anfuehrungszeichen sind hier echt noetig) Lahm spielt, wenn er aussen auf Hoehe des 16-ers an den Ball kommt: Maximal 5 m lang, immer nach hinten.Wer soll es da anders machen, wenn es der Kapitaen so vormacht?
     
  23. Detti04

    Detti04 The Count

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    Ich verstehe nicht, was Du meinst.
     
  24. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Wenn all das gestern Abend so kommuniziert worden wäre, dann hätte ich 1 1/4 Stunden früher ins Bett gekonnt. Das alles, also Itchys letztes Statement und Deine Antwort, ist superplausibel.

    Nicht plausibel finde ich, dass vieles in Grund und Boden geschrieben wurde, kurz nachdem die junge deutsche Mannschaft - sicher auch mit Glück - die Todesgruppe mit 9 Punkten überstanden hat. Da fehlt mir dann von einigen so ein bissken Feingefühl.
     
  25. KGBRUS

    KGBRUS SF Dschungelkönig 2016

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    Mir fehlt einfach der überraschende Moment, der plötzliche Pass in die Spitze, der unerwartete Antritt, der Moment in dem einer unserer Spieler etwas macht, mit dem der Gegner nicht rechnet. Ein Poldi, Müller Özil zeigen schon seit Monaten nicht mehr das, was noch 2010 gezeigt wurde.
    Das liegt mMn nicht am Gegner sondern am "sich was zutrauen" da wird der Ball lieber nochmal quer geschoben als die Entscheidung zu suchen. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe kam gestern kein Schuß aus der zweiten Reihe. Bezeichnend auch die Szene wo Müller im Strafraum den Ball auf den heran laufenden Özil ablegt. Kurz bevor Özil am Ball ist stoppt er kurz und rutscht dann aus. 2010 hätte er einfach durchgezogen und draufgehauen.
     
  26. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Ok, Klartext: warum taten sich Holland und Portugal ähnlich schwer? Holland hat ähnliche Chancen wie unsere gestern in HZ 1 versiebt und Portugal war spielerisch wohl besser (habe ausgerechnet das Spiel nicht gesehen), hat sich aber gleich 2 Dinger von Bendtner gefangen und nur mit Jokerglück das Blatt noch einmal gewendet.

    p.s.: Da fällt mir ein: Irgendwer hatte nach dem Autraktsieg der Dänen sinngemäß angemerkt, dass dieses Ergebnis die ganze Gruppe auf den Kopf stellt. Stimmt aus deutscher Sicht, die anderen Spielausgänge mal als gegeben betrachtet.

    Denn Holland und Portugal hätten bei einem "normalen" holländischen Sieg vor gestern beide 3 Punkte gehabt und Deutschland wäre bereits als Gruppenerster durch gewesen. Kein Grund zur Angst, dann.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18 Juni 2012
  27. U w e

    U w e Borussia Mönchengladbach Moderator

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    Schön beginnen wir die EM nochmal von vorne und spielen schwungvollen tollen Angriffsfussball, einen Ronaldo/Helder Postiga/Nani
    oder einem van Persie/Robben/Sneijder würde dies sicherlich gefallen!
     
  28. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Noch kürzer: dann sind oder waren sie eben verunsichert. Ma ehrlich: wer mit ihnen gestern gezittert hat, kann das doch wohl nachvollziehen. Und da setzt dann tatsächlich MEINE Bayern-Kritik an: die hätten einfach alle 3 Titel holen sollen, dann wäre das gestern nicht so passiert ;).
     
  29. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Ist denkbar, aber ich denke, dass man auch die Gegner ins Denken miteinbeziehen muss. Deutschlands Spielweise und seine Akteure sind inzwischen bekannt, durchanlysiert und es wird entsprechend reagiert (je nach Fähigkeit des Gegners). Da ist das Glänzen dann gar nicht mehr so einfach, sondern es artet eher in Arbeit aus. Und so sieht es dann eben aus.

    Zum Teil sind die Spieler aber auch etwas überspielt, man sehe sich nur Schweinsteiger an. ich fand auch, dass damals das Endspiel gegen Spanien auch (oder sogar vorallem) deshalb verloren wurde, weil die Deutschen einfach nicht mehr richtig fit waren, sondern zu viel Kraft im Tunier gelassen hatten. Und mir scheint jetzt schon, dass die kräftemäßig am Limit spielen. Allein daher sollte Jogi mal den ein oder anderen Spieler bringen.
     
  30. U w e

    U w e Borussia Mönchengladbach Moderator

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    Und gegen solche Spieler verliert Holland und Portugal gewinnt da nur durchaus glücklich gegen!

    Die Spanier werden hier wegen Ihres Spieles in den Himmel gelobbt. Was kam denn bisher dabei rum? 1:1 gegen Italien das kann Kroatien auch. 4:0 gegen eine Oldietruppe aus Irland die aus Spielern von Sunderland, Millwall, Los Angeles, Leicester, Crystel Palace zusammengestellt ist. Eine wahrlich berauschende Leistung.
     
  31. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Gegen Holland erschien es mir ab dem Gegentor kollektiv so, gestern eigentlich nur bei Schweinsteiger und Özil.