Schweizer Volksentscheid "Initiative gegen Minarette"

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von DeWollä, 30 November 2009.

?

Wie wäre der " Schweizer" Volksentscheid in Deutschland ausgegangen ?

  1. die Deutschen hätten genauso gewählt !

    11 Stimme(n)
    57,9%
  2. die Deutschen hätten anders gewählt !

    4 Stimme(n)
    21,1%
  3. keine Ahnung

    4 Stimme(n)
    21,1%
  1. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    manche übersetzen das wort integration fälschlich mit einseitiger anpassung, womit der gedanke der integration eigentlich schon weitgehend vom tisch ist.
    integration ist vielmehr ein gemeinschaftliches streben nach einer einheit, die für beide integrationssuchenden zum vorteil wird; dabei ist auf beiden seiten eine gewisse anpassung gefragt.
    ich denke, dass der auch von dir preferierte gedanke einer stoßrichtung gerade zu dem missverständnis führt, das eine integration im wesentlichen erschwert oder verhindert.

    gefragt ist vielmehr eine gemeinschaftlich leistung der beteiligten.
    dabei kann ich mir vorstellen, dass die bisherigen (lokalen) platzhirsche schon aufgrund des "heimvorteils" einen gewichtigeren anteil u.a. in Form des bereitstellens von möglichkeiten und räumlichkeiten tragen sollten. aufseiten der neuankömmlinge sollte im wesenlichen die integrationsbereitschaft vorhanden sein.

    es gibt nicht den integrationssuchenden, sondern alle an der integration beteiligten, an die forderungen gestellt werden müssen, an die sich die politik mit "offenen ansagen" richten muss.
     
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  3. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    richtig!
    auch siedeln sich aber dort keine ausländer an, wo sie sich von "nazis" bedroht sehen.
     
  4. Schröder

    Schröder Problembär

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    Wo es schon Minarette gibt, braucht man auch kaum "Angst" zu haben, dass es noch mehr werden. Geht ja nicht um Abriss, sondern um Neubauten.
     
  5. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Stimmt genau.

    Und wie hier vielfach schon dargestellt wurde, ist die Integration in den Ballungsräumen sicher schon weiter fortgeschritten als bei Bauer Brömmelkamp aus Espenloh.

    Ich weiß übrigens gar nicht, wie die Linie und offene politische Ansagen tatsächlich auszusehen haben. Aber sie müssen offen sein. Das bedeutet, dass man wohl versuchen müßte, den Angsthasen unter den Inländern beizubiegen, dass ihre Angst unbegründet ist. Dafür ist es aber erforderlich, sich mit deren Gedanken auseinanderzusetzen, und beispielsweise dem "gläubigen Milchbauern" aus dem Allgäu einmal erklären, warum beispielsweise Kreuze aus Schulklassenräumen verbannt werden. Um mal ein winzigkleines Beispiel zu bilden.

    Dass das schwer wird, liegt auf der Hand. Aber drumrumeiern hilft ebensowenig wie nicht anzusprechen, dass die Integration in ein fremdsprachiges Land, ohne Grundbegriffe der jeweiligen Sprache verwenden zu können oder zu müssen, einfach nicht klappen kann. Ich spiele mit diesem Beispiel nicht etwa auf die hirnverbrannten Einbürgerungs- und Sprachtests an - aber ich meine, dass die Integration beispielsweise einer Familienmutter einfach nicht funktionieren kann, wenn diese familienintern behandelt wird wie eine Haushälterin, die aber auch sowas von gar nicht an irgendeinem Leben außerhalb der eigenen vier Wände teilnehmen darf und daher auch keinen Antrieb hat, die Komunikation mit Inländern starten zu wollen. Es ist schon schlimm genug, wenn das andernorts so gehandhabt wird; hier "bei uns" möchte ich das aber nicht. Und da stehe ich sicher nicht alleine, denn die meisten der inländischen Frauen würde sich so niemals behandeln lassen. Zum Bleistift.

    Den Gedanken kann man weiterspinnen: Wenn es diese Fälle gibt - und Du weißt, dass es sie in Hülle und Fülle gibt - hat das Auswirkungen auf die Bildung der Kinder der ausländischen Mitbürger, denn wie anders soll die Familienkommunikation denn laufen, als in der jeweiligen Muttersprache? Mittelbar wirkt sich das dann auch auf die der inländischen Kinder aus, weil langsamer gelernt werden kann. Das ist sozusagen eine erzwungene Mitwirkungshandlung, aber leider nicht zur Integration. Beispielsweise. Und komme mir jetzt nicht und sage: Doofe, Faule, Lernunwillige gibt's bei uns auch! Das ist nämlich nicht das Ding. Das Ding ist, dass die Voraussetzungen für besseres und schnelleres Lernen dadurch nicht geschaffen werden, weil die Grundvoraussetzungen einfach so sind, dass einem Kind nicht der Lernbeistnd gegeben werden kann, den es benötigt.

    Es funktioniert so einfach nicht und ich meine, dass ganz allgemein ein Umdenken vieler stattfinden muß, die integriert werden sollten. Dann wären auch Ängstliche bereit, sich zu öffnen. Sozusagen "Zug-um-Zug" ;) mit Annahmeverzug auf Seiten der die Integration Suchenden, wenn sie denn überhaupt tatsächlich suchen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2 Dezember 2009
  6. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Ich finde es besonders lustig über Integration im Zusammenhang mit der Schweiz zu diskutieren. Da gibt es die deutsche Schweiz, die italienische Schweiz, die französische Schweiz und dann ja noch diese Exoten mit den abgedrehten Sprache (retoromanisch?). Also eigentlich das Beispiel dafür, das man keine gemeinsame Kultur in einem gemeinsamen Land braucht, wie das ja in Deutschland so gerne diskutiert wird (Sprache!, Leitkultur!, und ähnlicher Blödsinn).

    Das nur nebenbei.
     
  7. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Ähm, Holgy, eine gemeinsam nutzbare Sprache ist Blödsinn?
     
  8. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    welche gemeinsam nutzbare sprache hat noch mal die schweiz?
     
  9. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    In welchen Sinnzusammenhang wurde denn der "Blödsinn" gesetzt? Noch mit Bezug auf die Schweiz oder doch eher semantisch angeschlossen an die hierzulande "so gerne" geführten Diskussionen?
     
  10. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Natürlich an die hierzulande geführte Diskussion. Wobei ich nicht sicher bin, ob ich die Frage verstanden habe, angesichts ihrer komplizierten grammatikalisch-semantischen Konstruktion.

    Welche gemeinsam nutzbare Sprache hat die Schweiz denn nun?
     
  11. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Oh Mann, Holgy.
    Wenn Du nach Zürich ziehst und kein Deutsch verstehst und sprichst, dann wird das nix großartiges werden mit Deiner Integration - auch nicht in der Schweiz.
     
  12. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Ich hab mich bisher in jedes land integriert, in das ich gezogen bin, auch wenn ich die Sprache nicht beherrschte. Dass das unpraktisch ist usw. stelle ich nicht in Zweifel, dass das ein Integrationshindernis sein soll, aber sehr wohl.
     
  13. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Ahja - es ist also unerheblich, die Landessprache zu sprechen um sich mit Behörden, mit Nachbarn, mit Arbeitskollegen, etc. zu verständigen und sich in ein Gemeinschaftswesen einzufügen? Ein kleines Übel vielleicht aber nicht hindernd.

    Discussion's over and out.

    PS: Komm mir jetzt bitte nicht mit "Englisch geht auch". Das funktioniert nur in Ländern, wo die Menschen auch zum Großteil gut Englisch sprechen, z.B. Schweden. In Deutschland isses damit schon vorbei.

    PS: Es macht sicher für hulle und den Sperber kaum einen Unterschied, ob sie nun spanisch bzw. portugiesisch beherrschen oder nicht. 'n bissl unpraktisch wär's halt, wenn man in Rio nur Deutsch und Englisch spricht aber sicher nicht hindernd dauerhaft am Leben teilzunehmen, denn irgendwas findet man immer zu essen und Caipi bleibt Caipi.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2 Dezember 2009
  14. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    ja, auf behörden habe ich immer jemanden mitgenommen, die mir übersetzen konnten. mit arbeitskollegen, nachbarn usw. kann man sich immer verständigen, wer ist denn heute schon noch einsprachig? klar, das ist mühsamer und fast jeder wird sich deshalb über kurz oder lang die landessprache aneignen. muss aber nicht, geht auch so. ist ganz sicher kein integrationshindernis.

    edit: zu spät! :D muss aber gar nicht englisch sein und gut schon mal gar nicht.
     
  15. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Das nennst Du "integriert", wenn Du immer einen Dolmetscher an Deiner Seite brauchst, wenn sich Dein ganzes Umfeld, immer wenn Du kommst, aufeinmal nur auf Dich einstellen muss und sich in seiner eigenen Ausdrucksweise stark beschneiden muss? :D

    Naja, andere Wahrnehmung vielleicht von integriert. Ich würde es als nebenherlaufend bezeichnen.
     
  16. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Ein weiterer, gar nicht von Dir aufgegriffener Umstand, den Holgy für sich aber beschrieben hat, ist:

    Er hätte, obwohl er die jeweilige Sprache möglichweise nicht beherrschte, ja wenigstens am öffentlichen Leben teilgenommen...
     
  17. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Hm, stimmt. Er ging also raus, setzte sich ins Café oder was auch immer und verstand nix.

    Aber Du willst wohl darauf raus: Er ging raus und blieb nicht im stillen Kämmerlein und baute sich sein eigenes Umfeld - so wie Du es vorher bei anderen angedeutet hast.
     
  18. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Gibt es wohl landesweit nicht, aber ich bin ja der Aufassung, dass Du Dich mit dem Blödsinn auf die hierzulande geführten Diskussionen bezogen hast.

    Oder war Dein Einwand der versteckte Hinweis auf ebenso verstecktes Offtopicen durch mich, weil ich mich nicht auf die verschrobenen Käsehobler und Elferversager und die dortigen Bauvorhaben bezogen habe?
     
    Zuletzt bearbeitet: 2 Dezember 2009
  19. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    ja, kannst du ja, aber das ist eben flasch. das ist eben genau dieser merkwürdige fokus, der auf eine sprache gelegt wird. ich glaube nicht, dass man hochgeistige gespräche führen können muss, um integriert zu sein. um sich zu integrieren, reicht es aus, den üblichen smalltalk zu halten (nachbarn, kollegen,...). das geht auch so, wie beschrieben. es gibt sehr viele leute, die das so machen.

    es gibt auch viele leute, die gar nicht oder nur sehr schlecht sprechen können (aus ganz anderen ursachen, als eine andere muttersprache) (und manchmal auch verstehen) und das bringt natürlich auch eine menge unannehmlichkeiten mit sich und unpraktische umstände und konsequenzen, aber das ist sicher kein integrationshindernis.

    wobei integration - um das thema jetzt mal völlig zu ändern - soweiso völlig überbewertet wird, genau wie die sprache. ich will mich in viele teile der "deutschen kultur" auch nicht integrieren. fliege ich jetzt raus?
     
  20. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Exakt. Natürlich habe ich dafür keine Quellen, aber wenn ich so betrachte, wer bei meiner muslimischen Hausärztin so aufschlägt und - vor allem - wie und unter welchen Begleitumständen, wenn ich sehe, wer in meiner Frittenschmiede so aufläuft (bzw. wer NICHT), wer - wenn überhaupt - Elternabende im Kindergarten besucht (bzw. wer NICHT), wer über Kinder überhaupt mit mir redet, dann ist dieser Randaspekt für mich eindeutig durch ein - sagenwamma - patriarchlisches Grunddenken bestimmt.

    Das gibt es hierzulande nicht mehr und ist nach meinem Dafürhalten ein wesenlticher Faktor, der als (Vor-)Leistung für eine von allen Seiten zu fördernde Integration zu erbringen ist.
     
  21. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Hambsta tschakka bummdidei.
     
  22. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    nein, ich habe deinen Beitrag noch gar nicht gelesen. Mein Beitrag war gar kein Einwand, sondern nur eine Assosiation zum Thema im weitesten Sinne (Schweiz, Minarette), deshalb der Nachsatz. Aber sowas klappt natürlich nie, deshalb bin ich des OT vollständig schuldig.

    selber.
     
  23. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Wobei Minarette am großen San Bernardino auch nicht so 100% für eine sog. Integration notwendig wären :D
     
  24. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Wieso "selber"?

    Das war polyphonisch und heißt auf Deutsch:

    "Unsere Meinungen liegen auseinander".

    Holgy, also wenn Du DAS nicht verstanden hast, habe ich arge Zweifel daran, ob Du - wo auch immer - ohne Sprache integriert warst ;) .
     
  25. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Aber ohne zweifel schick aussehen würden. :zahnluec:

    hier ist die neuköllner: http://farm1.static.flickr.com/48/127812001_f472e34cc0.jpg?v=0
     
  26. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    ok, du hast mich ertappt: ich bin unintegrierbar! ;)
     
  27. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    @Holgy, es kommt natürlich auch drauf an, wie lange du irgendwo wohnst. Ein paar Monate kann man sich vielleicht ganz gut durchschlagen ohne Landessprache, aber doch nicht über Jahre hinweg. Es sei denn, man lebt in einer Ausländer-Nische (wie z.B. viele Engländer hier an der Costa del Sol). Gut, die stören nicht groß, zumal sie auch Geld ausgeben, aber als in Spanien integriert würde ich sie trotzdem nicht bezeichnen.

    Ich persönlich fühle mich sogar in Ländern wie Schweden nicht hundertprozentig "dabei", denn ich kann mich zwar mit fast jedem einzeln auf Englisch verständigen, versteh aber nicht, was sie untereinander sprechen. Da erhöht sich für mich die Urlaubsqualität doch erheblich, wenn man als einer von vielen einfach dabeisitzen und an den Erzählungen, Sorgen und Träumen der Einheimischen teilnehmen kann.
     
  28. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Und ist das schlimm das sie nicht integriert sind?
     
  29. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Wattne pittoreske Darstellung. Ich dachte immer: Schweden träumen nich, die machen einfach :D .
     
  30. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    In diesem Falle nicht, weil das eh meist Rentner bzw. Wohlhabende sind, die nicht auf den Arbeitsmarkt drängen und dazu noch Geld ausgeben, das der Wirtschaft natürlich zugute kommt.
     
  31. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Och, manche haben aber auch Phantasie. Noch nie was von Pippi Langstrumpf gehört? ;)