Schundfilme

Dieses Thema im Forum "Multimedia" wurde erstellt von Dilbert, 7 September 2008.

  1. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    Ach ja, es ist doch immer wieder erstaunlich, wieviel totaler Käse auf eine DVD passt. Wie zum Bleistiift auf meine grandiose drei Euro-Neuerwerbung "Cursed" aus´m Gerümpelmarkt.

    Sieht man vom Vor- und Abspann ab, sind das nämlich 80 Minuten japanischer Komplettquatsch. Wobei es gar nicht so schlecht anfängt, denn als das eine Schulmädchen (ein japanischer Horrorstreifen ohne tote Schulmädchen wäre für die männlichen Kinobesucher da wohl nicht sehenswert) ganz zu Anfang vonnem Bus zerfetzt wird, kann man wenigstens noch auf ein paar herrlich vergeigte Thrasheffekte hoffen.

    Die Handlung, sowie man davon sprechen kann: Die Kunden eines irgendwie verfluchten Supermarktes mit leicht schrägen Besitzern müssen immer in Schnapszahlbeträgen zahlen, weil als Summe ihrer Einkäufe grundsätzlich z.B. 666 oder 999 Yen rauskommen. Und als Dankeschön für ihren Einkauf werden sie allesamt von irgendwelchen Geistern heimgesucht und mehr oder weniger spassig umgenietet. Ausserdem gucken einem im Laden aus´m Kühlschrank schonmal ein paar gar gruselige Augen entgegen, und zwei verirrte Krähen klatschen in bester Hitchcock-Manier an´s Schaufenster. Die (ganz hübsche) Tante, die den Laden bereit für die Übernahme durch ihre Geschäftskette machen soll, und eine Kassiererin werden dann von einer Verrückten aufgeklärt was da los ist, und das "Finale", bei dem jeder dann irgendeinen Kampf, eine Geisteraustreibung oder sonstwas actionreiches erwartet, setzt dem hirnlosen Streifen schliesslich noch die Krone auf: Es passiert nämlich gar nichts.

    Und die Moral von der Geschicht: Wenn man "Poltergeist", "Die Vögel", "Nightmare on Elm-Street" und "Freitag, der 13." in einem Wok zusammenkocht, wird das Ergebnis trotz 80 Minuten auf´m Herd ziemlich halbgar.

    Weiterer Quatsch mit Sosse demnächst hier in diesem Theater.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7 September 2008
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  3. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    Wenn man das da oben schon für komplett albern und verworren hält, schlägt der nächste Streifen dem Fass den Boden aus.

    "Roboter der Sterne" ist ein aus einer Serie zusammengeschnippelter Fantasy-Action-Streifen, natürlich auch aus Japan. Gedreht wurde der Humbug von den Power-Rangers Machern, dementsprechend fallen auch die Tricks aus... nur noch schlechter.

    Die Handlung (HUST!): Als Kind musste der Held des Films mit ansehen, wie ein Luxusdampfer (Plastik Fantastic...) samt seiner Eltern druff von einem fiesen Riesenroboter im Bermuda-Dreieck (jetzt wissen wir endlich wo die ganzen Kutter und Flieger hin sind...) zerschrotet wird. Zusammen mit ein paar Kumpels und dem Chef namens Professor wollen sie nach endlosen (und noch sinnloseren) Labereien dem Gegner endlich den Garaus machen, als dieser wieder auftaucht. Ihr Geheimnis: Ein Superroboter, in der Deutschen Übersetzung herzhaft debil einfach "Superwaffe" genannt (im Original hiess das Ding glaube ich Magic Blaster oder Megablaster).

    Nu geht´s rund. Die Tricks bei den Roboterkämpfen lassen noch den billigsten Godzillafilm aus den 70er Jahren wie ein Hollywood-Werk aussehen. Wenn die "Superwaffe" irgendeine Aktion ausführt, muss sie sich vorher erstmal komisch verrenken oder viermal den Kopp um die eigene Achse drehen. Warum? Keine Ahnung. Die Grössenverhältnisse der Roboter wechseln irgendwie je nach Belichtung und Modelleisenbahnkulisse, und nachdem der eine Blechhaufen eigentlich bis zur Hüfte (ja, natürlich haben alle Roboter zwei Arme und zwei Beine, wie sollten sonst die Puppenspieler da reinpassen?) in die Erde gedroschen und dann eingefroren wurde, steht er inner nächsten Szene zwar immer noch "vereist", aber irgendwie wieder mit beiden Beinen über der Erde da. Die Flugszenen setzen dem Humbug dann noch die Krone auf: Statt zumindest den Roboter vor der hingepinselten Wolkenwand zu bewegen, wurde einfach die Kamera gedreht: Die Wolken machen den "Sturzflug" also mit und hängen auf einmal im 45 Grad-Winkel inner Glotze.

    Richtig klasse finde ich übrigens die Idee, die Aussenteams der ausserirdischen Bösewichte in Footballuniformen und ausgerüstet mit explodierenden Football-Eiern antreten zu lassen. Anscheinend stören allerdings die Helme beim zielen, denn sie schaffen es nicht, den Helden der abstrusen Story aus drei Metern mit dem Maschinengewehr zu treffen, weil dieser heldenhaft eine Flugrolle nach der anderen aufführt. Action pur!

    Und wenn man glaubt, es geht nun wirklich nicht mehr vergeigter, dann muss man sich einfach mal die Gebisse der Schauspieler angucken. Zudem ist der Film überschüttet mit den wirklich blödesten Sprüchen der Filmgeschichte ("Wir machen sie fettig!"), die wohl in der deutschen Synchronisation dazuerfunden wurden, um dem Schwachsinn endgültig den Rest zu geben.

    Besorgt euch diesen Film (bekommt man bestimmt irgendwo für fünf Euro inkl. Versand bei ebay oder Amazon), sauft´s euch acht Halbe rein, und dann viel Spass! Ihr werdet gröhlen wie selten zuvor.

    Hier ein Ausschnitt. Man beachte den grandiosen Soundtrack: Roboter der Sterne - der magische Ballermann - Kanwulf - MyVideo

    P.S.: Die Ausserirdischen werden übrigens von Don Kings Bruder angeführt, dessen Haare je nach Erregungszustand in verschiedenen Farben leuchten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15 Juli 2009
  4. Schröder

    Schröder Problembär

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    Mensch Dille, dir muss echt langweilig sein, wenn du dir morgens schon diesen Schundstreifen reinziehst. :lachweg:
     
  5. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    Den Filmbericht hab ich aus der Erinnerung zusammengebastelt, ich hab den Streifen bestimmt drei Jahre nicht mehr gesehen. :D
     
    Zuletzt bearbeitet: 7 September 2008
  6. Mister-X

    Mister-X Active Member

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    Schundfilme sind für mich auch Filme,die mit einer riesigen Erwartung bei mir in die Kinos kamen und dann total enttäuschten wie:

    - American gangster
    - Zimmer 1408
    - Der Feind in mir
     
  7. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Und hier Goldene Himbeere/Schlechtester Film – Wikipedia die offiziellen "Preisträger"...
     
  8. Mister-X

    Mister-X Active Member

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    Mach ich aber auch so. Morgens schlechte DVDs , mittags die Mittagstakshows und abends J.B. Kerner.
     
  9. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    Vor kurzem auf RTL II gesehen (Kollege Powerhead hat recht, ich guck zuviel inne Flimmerkiste):

    "Wenn der Mond auf die Erde fällt"

    Was für ein Superkäse! Auf dem Mond bratzt ein Meteor in die nicht vorhandene Botanik, weshalb sich durch unseren milchgesichtigen Erdtrabanten ein Riss zu bilden beginnt. Jubbeldidu! Zudem eiert der Kollege der nächtlichen Beleuchtung noch ein bisschen aus der Umalufbahn, weshalb das Wetter nun gar komplett verrückt spielt, während einige abgesprengte Mondbrocken in wirklich grandios vergeigten Computertrickaufnahmen (Playstation 2-Spieleniveau, wenn überhaupt...) in diverse Städte semmeln.

    Wat nu? Logo! Man holt sich einen Sprengmeister (Stephen Baldwin, Mr. Billigfilm Himself), der normalerweise irgendwelche Wolkenkratzer inne Grütze katapultiert (und in einer an Spannung und schauspielerischer Leistung kaum zu unterbietenden Szene zum Einstand einen Obdachlosen aus dem von ihm wegzupustenden Haus rettet, natürlich während der Countdown läuft...), ein paar (im Shuttle mit lockeren Spanngurten gesicherte) Atombomben (damit kann der ja nach einem Tag Anlernzeit auch perfekt um...), einen peinlich arroganten, ewig nörgelnden Raumfahrtswissenschaftler (Dirk Benedikt aus A-Team und Battlestar Galaktica, der sollte ja eigentlich wissen, wie man Monde zu Klump brezelt), eine optisch halbwegs ertägliche Schnalle mit irgendwelchen Uraltprophezeihungen von Papa und ein hochmodernes Spaceschuttle.

    Den ganzen Kram verknote man mit einer Portion MacGyver, natürlich ganz viel Armageddon für sehr Arme, und schwöre nebenbei noch jeglicher Logik und Psysik ab, fertig ist der beinhart versemmelte, unfreiwillige Juxstreifen. Ach ja, am Ende ist alles wieder gut.

    Ernsthaft darf man sowas natürlich nicht gucken, der Quatsch ist eher zu geniessen wie früher die fröhlich debilen Kommentare von Heribert Fassbender.
     
  10. #die miLch

    #die miLch Europapokalist Moderator

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    Schade, dass der Kerner das jetzt wieder macht. Ich fand den Lanz irgendwie besser.

    Meine Schundfilm:

    (The) Grinch
     
  11. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    Mahlzeit!

    Ach, es geht doch nichts über einen gepflegten Mumpitz zur Nacht.

    Gerade auf Pro7 gesehen: "Frankenfish"

    Der Originaltitel ist glaube ich "Cajun" gewesen, warum man den Titel dann nur halb deutsch umgebaut hat ist mir zwar ein Rätsel, aber passt zu dem Quatsch irgendwie wie die Faust auf´s Auge. Der Film ist die Fortsetzung des absoluten Käsestreifens "Snakeheads", der alle paar Monate mal auf RTL II zu bewundern ist. Zu meiner Freude haben die Macher an der Qualität wirklich nichts geändert. Es gibt keine.

    Die Story: Ein Fischer wird in einem Sumpfgebiet von einem geheimnisvollen Vieh abgemurkst. Also werden ein Gerichtsmediziner und eine Biologin losgeschickt, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Normalerweise kommt dann irgendwann der Auftritt des Riesenalligators, aber der plattgehauene Gummidino wurde in diesem Fall selbst das Opfer der geheimnisvollen Kreatur. Sie landen schliesslich bei einer Hausbootkolonie voller mehr oder weniger besemmelter Hinterwäldler, wo die Ehefrau des toten Fischers irgendwelchen Voodoo-Zores veranstaltet und etwas von einem Fluch sabbelt, der mit einem durch einen Wirbelsturm in den Sumpf gebrachten Boot zu tun haben soll. In dem finden die beiden aber nur noch die Leichen der Besatzung, und der Hinterwäldler, der die beiden hingebracht hat wird mal eben weggeknuspert, nachdem er durch die Dusseligkeit der (gutaussehenden) Biologin ins Wasser gefallen ist.

    Nu geht´s los. Die Viecher folgen den beiden in die Hausbootkolonie und sorgen da für schlechte Laune unter den langsam immer mehr dezimierten Bewohnern, wobei dem einen Typen da schon mal der Kopp weggebissen wird, als dieser über den Rand seines Boots ins Wasser guckt. Diese Trickaufnahme ist sowas von grottenschlecht, dass sie für erste Lachkrämpfe beim geneigten Thrashfilmfan sorgt. Einer von den Fischen wird von den Menschen erledigt, und der beste Kumpel des toten Fischers macht sich ´nen Spass daraus dem Plastik-Fantastic-Vieh das Herz rauszureissen und zu braten. Natürlich wird er während seiner Mahlzeit von einem anderen Monsterfisch angegriffen und weggemümmelt, das nennt man dann wohl Nahrungskette.

    So geht es lustig mit billigsten Tricks und schlechter Maske weiter, wobei leider auch die hübsche Biologin draufgeht (die hätte ich gern bis zum Ende des Films gesehen...), bis eine Horde Vollidioten anrückt, die die Fische einst genmanipuliert gezüchtet hat um sie anschliessend zu jagen. Die Fische versenken unterdessen die Hausboote, um an ihre nächste Mahlzeit ranzukommen. Dem absoluten Trickdebakel setzt dann die vorletzte Filmszene die Krone auf, und man fragt sich, ob sich das Studio eigentlich nur ´nen Amiga 2000 für seine Computereffekte leisten konnte. Der Gerichtsmediziner und die Tochter der Voodoo-Trulla haben überlebt und ziehen los, um einen Typen zu suchen, der vorher vom Boot gefallen ist, und eigentlich den ganzen Film bis dahin damit verbracht hat rumzunölen und sich mit seiner Schnapsflasche zu beschäftigen. Klar, dass so ein nutzloses Arschloch nicht überleben darf. Denn die Mutanten haben selbstverständlich Nachwuchs hinterlassen... ist bei solchen Produktionen ja ein höchst beliebter Schlussgag, und kommt in etwa so überraschend wie ein Sieg von Bayern München gegen FT Eider Büdelsdorf. Man darf also auf einen dritten Teil "hoffen".

    Was aus den anderen beiden wurde weiss man nicht. Vor allem nicht, wie sie denn aus dem Sumpf rausgekommen sind, falls sie den Streifen überleben sollten. Sämtliche Boote sind ja abgesoffen, und am Anfang des Films wurde die Fahrtzeit bis zum ersten Leichenfundort mit ca. fünf Stunden beschrieben. Na Mahlzeit!

    Gruss
    Dilbert
     
    Zuletzt bearbeitet: 29 Juli 2011
  12. Verdandi

    Verdandi Männerversteherin

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    ein Frankenfisch ist ein Karpfen :warn:

    aber über den wollte ich eh mal einen Film drehen...

    so im Stil von "Deep Blue Sea" :zahnluec:
     
  13. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    Frankenfish scheint auch die Bezeichnung für genmanipulierte Fische zu sein, immerhin da haben die Jungs vonner deutschen Verleihfirma besser nachgeforscht als ich.

    Aber wo wir gerade beim Thema Schund sind: Endlich läuft MacGyver wieder! :hail:

    Der legt gerade mit ´nem Reisewecker ein ganzes Spielcasino lahm. :lachweg:
     
  14. Verdandi

    Verdandi Männerversteherin

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    vielleicht ein Mords-Wortspiel... so wegen Frankenstein und so
     
  15. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    Die Viecher wurden bestimmt im Frankenland gezüchtet, da kommen ja die seltsamsten Gestalten her.

    Oh-oh... :undweg:
     
  16. Verdandi

    Verdandi Männerversteherin

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    Do her gehn und Schelln abholn, du Fregger!
     
  17. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    Mahlzeit!

    Es gibt Filme, die findet man wirklich nur im gut unsortierten Gerümpelmarkt...

    Z.B. diesen japanischen Horror-Comedy-Knaller hier: "Battlefield Baseball - Ein blutiges Match"

    (Falls ihr genug Galgenhumor habt um euch das Ding wirklich anzugucken, nicht die DVD reinschmeissen und dann auf´s Klo gehen... Der hat nämlich weder Vormenue noch Kapitelauswahl, also eher Video-CD-Format.)

    Eine gute Story, prima Tricks, grosser Sport, klasse choreografierte Fights und grandioser Humor! All das findet man in diesem Film nicht.

    Ich versuch das mal irgendwie auffe Reihe zu bringen: Ein Typ namens Jubeh wird an die Seido High-School versetzt, nachdem er von etlichen anderen Schulen wegen keine Ahnung was heruntergeflogen ist. Nachdem er eine Battle-Baseball-Klopperei (Man ist selber der Ball und muss versuchen, dem Schläger des Gegners auszuweichen) gegen ein paar Rabauken und deren Anführer gewonnen hat, wird er von einem Versager dazu besabbelt, doch in das (normale) Baseballteam der Schule einzutreten. Jubeh will erst nicht, weil er einst beim Training mit einem Spezialwurf seinen Vater umgenietet hat, lässt sich dann aber von dem Versager überreden. Das wird auch Zeit, denn es steht ein Spiel gegen die höchst brutale Mannschaft von der Gedo-Schule an. Die entpuppt sich im weiteren Verlauf als eine Horde zombiemässig (graugrün) behäuteter Gestalten in irgendwelchen seltsamen Klamotten und mit wohl nicht ganz den Regeln entsprechner Spielausrüstung.

    Als das Match beginnen soll, sitzt Jubeh aber im Gefängnis. Warum weiss niemand, und wird auch im Rest des Streifens nie geklärt. Zu spät gelingt ihm der Ausbruch (ein Bild zeigt die auseinandergebogenen Gitterstäbe seiner Zelle, wie er die auseinandergekriegt hat und dann an den Wachen vorbeikam interessiert ebenfalls keinen, nicht mal den Drehbuchautor), und als er im Stadion ankommt sind seine Mannschaftkameraden alle schon tot oder schwer verwundet, wobei die Splatterszenerie einen mehr zum totlachen als zum gruseln verleitet. Dem einen stecken so sechs bis acht Schläger quer durch Kopf und Körper, der nächste hat zwanzig Nägel inner Birne, und ein offensichtlicher Gummikopf steckt auf einer Stahlstange. Das "Spiel" hätte also besser ausgehen können. Duch eine Puppe mit Bombe drin wird auch Jubeh getötet, allerdings liest ihm im Jenseits sein Vater die Leviten und schickt ihn zurück auf die Erde, um Rache zu nehmen, und zwar genau mit dem Wurf, mit dem er damals seinen Vater versehentlich abgemurkst hat. Da sowas aber zumindest einen halbwegs "logischen" Aspekt in die Geschichte bringen würde, spielt dieser Wurf in der völlig hanebüchenen Abschlusskeilerei selbstverständlich gar keine Rolle mehr.

    Ein paar seiner Teamkollegen wurden cyborgmässig wieder zum Leben erweckt (die Tricks in der Augsburger Puppenkiste wirken um einiges echter) bzw. auch von seinem Vater aus dem Jenseits zurückgeschickt, und ganz zufällig kommt dann noch heraus, dass der Versager Jubehs Bruder und dessen höchst grantige Mutter (die ihren Sohn mit einem Vorschlaghammer zu erziehen gedenkt) auch die von Jubeh ist. Schliesslich tritt die halbwegs wieder zusammengebastelte Seido-Mannschaft zur Revanchehauerei gegen die Gedo-Typen an, die dem eh schon völlig vergeigten Streifen dann an kompletter Sinnlosigkeit und cinematischem Irrsinn die Krone aufsetzt, und am Ende haben sich irgendwie fast alle lieb, egal wer vorher wen umgebracht hat.

    Und die Moral von der Geschicht: Es gibt Filme, die findet man wirklich nur im gut unsortierten Gerümpelmarkt. Und es gibt Filme, die sind nichtmal die drei Euro wert.

    Ach ja, und die Japaner haben einen anner Waffel!

    Ich frag mich nur, in welcher Sparte man sowas einordnet.

    Da gibbet Filme mit hohem Budget und hohem Aufwand
    B-Movies sind Filme mit geringerem Aufwand und nicht ganz so dollen Tricks
    C-Movies sind Filme wie Frankenfish, die man für ´n paar Euro fuffzich noch teilweise akzeptabel zusammengeschwartet hat.

    Dass hier müsste dann wohl J sein... Japanischer Komplettquatsch unter Ed-Wood-Niveau.

    Gruss
    Dilbert
     
    Zuletzt bearbeitet: 18 Oktober 2008
  18. NK+F

    NK+F Fleisch. Moderator

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    Ich liebe deine Berichte zu Schundfilmen. ^^
     
  19. Zidane10

    Zidane10 Diese Schuhe verkaufe ich

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    There Will be Blood!

    3 Stunden nur Scheiße!

    :D
     
  20. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    Mahlzeit!

    Wird höchste Zeit, die Reihe mal fortzusetzen.

    Also, der heutige Schundfilm ist ein Klassiker aus Korea, der meines Wissens nach nie im Deutschen Fernsehen gezeigt wurde:

    "Godzillas Todespranke" (alternativ "Godzilla, Monster des Schreckens")

    Mit dem japanischen Godzilla hat der Streifen nun gar nichts zu tun, aber wie bei dem neuen Bond-Film verkauft es sich halt besser, wenn man einen ähnlichen Film mit einem berühmten Namen versieht. Im Gegensatz zu dem Flimmerdingens mit Daniel Craig läuft dieser Kram aber weit ausserhalb der regulären Godzilla-Reihe.

    Ich hab den Film seit zwei Jahren nicht mehr gesehen, deshalb bitte ich eventuelle kleine Fehler in meiner Erinnerung zu entschuldigen.

    Der Film beginnt mit einer Raumkapsel, die im weiteren Verlauf keine Rolle spielt. Jedenfalls wird durch einen Atombombentest ein Erdbeben ausgelöst. Dummerweise scheint sich das Erdbebenzentrum mit rasanter Geschwindigkeit zu bewegen, und keiner weiss warum. Erst recht nicht das blöde, nervende Kind, dass leider den ganzen Streifen über mitmachen darf, und dessen Onkel / Vater (bin mir da nicht mehr sicher) ein Wissenschaftler und Erfinder ist. Schliesslich kommt man auf einen alten Mythos, nach dem ein riesiges Monster mit dem Namen Yongari unter der Erde schlummern soll. Dieses taucht dann auch auf, und wenn man bedenkt, dass sich das Erdbeben mit mehreren hundert Kilometern pro Stunde bewegt haben soll, ist es wirklich lustig, wie lahmarschig das Vieh dann an der Oberfläche herumschleicht.

    Der komische Gummisaurier wird übrigens im ganzen Film niemals "Godzilla" genannt.

    Yongari geht aufrecht, hat ein Horn auffer Nase und ernährt sich von Erdöl und Benzin, weshalb er nach der Plättung einer Stadt (die sich beim Zusammenbruch anhört wie ein einstürzender Turm Kinderbauklötze) auch erstmal die Raffinerie aufsucht um die Tanks auszuschlürfen (und keiner reicht dem armen Kerl ´nen Strohhalm...). Na ja, sein Durst nach Heizöl erklärt vielleicht das Ofenrohr, das ihm beim Feuerspucken aus dem Rachen ragt. Natürlich kann das blöde, nervende Kind den armen Kerl nach seinem Sturztrunk nicht in Ruhe schlafen lassen, sondern beleuchtet ihn mit einer Erfindung seines Onkels / Vaters, einer Lampe die schrecklichen Juckreiz verursacht, und durch die Yongari wieder aufwacht. Nach etlichen komplett durchgeknallten Szenen (ein Typ wird von einem riesigen Mauerbrocken getroffen, der anschliessend wie ein Styroporklumpen weghüpft (der er wohl auch war), hustet zweimal, steht auf und rennt weiter) findet der Wissenschaftler und Erfinder auf irgendeine Weise heraus, das Yongari gegen Ammoniak allergisch ist. Also wird ein Hubschrauber mit dem Kram beladen, und die Sosse dann über dem armen Vieh versprüht.

    Das klingt dämlich? Ja? Okay, dann kommt jetzt der Hammer. Der durch Panzergranaten und Raketen nicht zu verletzende Monstersaurier kratzt sich tot! Das hilflose Schnuffeltier bricht nach diversen komischen Juck- und Torkeleinlagen in einem Flussbett zusammen, und während seine Gliedmassen ein paar letzte Zuckungen von sich geben, färbt sich das Wasser langsam rot, von dem Blut aus den vorher nicht vorhandenen Wunden.

    Zu guter letzt kreist dann wieder die komplett sinnlose Raumkapsel um den Planeten.

    Das Bild besticht durch abrupte Schnitte, die so wahrscheinlich gar nicht geplant waren (und wohl nur in der deutschen Kopie vorhanden sind). Die Tricks sind nach heutigen Massstäben natürlich die grössten Brüller, da wirkten sogar die Toho-Puppenkloppereien der Godzilla-Kinderreihe der 70er Jahre wie Roland Emmerich gegen. Die Schauspieler machen ihre Sache im Verhältnis dazu eigentlich noch ganz ordentlich, nur das blöde, klugscheissende, nervige Kind geht einem schon nach zweieinhalb Minuten nur noch auf den Keks.

    Insgesamt ein prima Trash-Spass für die Leute, die tatsächlich noch einen Videorekrder besitzen. Ich weiss nicht, ob es davon ´ne DVD gibt. Aber egal ob VHS oder DVD, wenn man mit einer gehörigen Portion Spass am unfreiwilligen Humor an die Sache rangeht, und nebenbei vielleicht noch das eine oder andere Pils verhaftet, steht einem unterhaltsamen Fernsehabend für kleines Geld absolut nichts im Wege.

    Gruss
    Dilbert

    P.S.: Ich hab gerade gelesen, dass der Streifen von ursprünglich 100 Minuten der koreanischen Fassung für den Deutschen Markt auf gammelige 64 Minuten zusammenkastriert wurde. Daher wohl auch die vielen willkürlich wirkenden Schnitte und die Unsinnigkeit der Raumkapsel. 1999 wurde tatsächlich ein Remake in Koreanisch-Amerikanischer Coproduktion gedreht, welches in Deutschland noch nicht erschienen ist. (Das Original ist von 1967)

    Web-Link: Godzilla, Monster des Schreckens (1967)
     
  21. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    *Hochzerr...

    Mahlzeit!

    Einer der grandiosesten Gurkenstreifen aller Zeiten läuft gerade auf Kabel 1. Im Gegensatz zum üblichen Trash war das Ding hier dummerweise als Kassenschlager und Spitzenfilm geplant.

    "Flucht aus L.A." (Die Fortsetzung von "Die Klapperschlange")

    Was zum Deibel hat sich John Carpenter dabei nur gedacht? Holt sein altes Klapperschlangen-Drehbuch aus der Mottenkiste, haut das Ding einmal durch den Mixer und ersetzt Manhatten durch Los Angeles, und fertig ist der Laden. Dabei ging auch noch richtig viel Geld für die Trickaufnahmen drauf... komischerweise wirken sogar die ollen Final-Fantasy-Kamellen auffer Playstation 2 realer als die computeranimierten Szenen dieses Films. Warum sich dafür dann auch noch Schauspieler von der Klasse eines Kurt Russel und Steve Buscemi hergeben, und obendrauf noch der Bösewicht peinlicherweise eine grandiose Ähnlichkeit mit dem längst verschiedenen Ché Guevara haben musste, liegt im Land der auf ewig unbeantworteten Fragen des Universums.

    Für Freunde des komplett unfreiwilligen Humors oder einfach nur Leute mit Spass an der Schadenfreude ist dieser Film eine absolute Granate. Wer aber wirklich gutes Kino erwartet sollte die Glotze lieber auslassen, um Magengeschwüre zu vermeiden. Einige Helden sollte man doch lieber im Archiv lassen...
     
    Zuletzt bearbeitet: 13 Juli 2009
  22. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Das erinnert mich ja schwer an einen Film, der gestern im ZDF lief. "Basic Instincts 2" sollte keine Fortsetzung des Originals sein, sondern eine ähnliche Story mit Sharon Stone an Stelle von Kim Basinger.

    Nicht dass ich ein großer Fan der Basinger bin, aber in Basic Instincts war sie wirklich gut. Das Remake gestern war allerdings unter aller Sau, weshalb ich auch irgendwann ausgeschaltet habe. Die Story viel zu kompliziert, und Sharon Stone auch sehr enttäuschend, irgendwie seelenlos... Man sollte halt keine Filme gucken, die mit "2" aufhören... :rolleyes:
     
  23. Itchy

    Itchy Vertrauter

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    Ich krieg jetzt gerade keine Verbindung von "Basic Instict" (ohne -s) zu Kim Basinger hin.

    Der erste Film war auch schon Sharon Stone.

    In der Version 2.0 hab ich weder den noch die Klapperschlange gesehen. Gibt aber auch gute Fortasetzungen, dann wenn entweder eine Geschichte weitererzählt wird oder aber eine ganz neue mit alten Protagonisten erzählt wird.
     
  24. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Ups, stimmt, da muss ich wohl was verwechselt haben. :rotwerd: Wenn ich ehrlich bin, kenn ich mich weder bei Kim Basinger noch bei Sharon Stone besonders gut aus, das meiste sind bruchstückhafte Erinnerungen von irgendwelche im TV gesehenen Filmen.

    Egal, der Film war trotzdem Mist. :floet:
     
  25. lenz

    lenz undichte Stelle

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    Warum hat hier noch niemand "Flesh Gordon" erwähnt? Der absolute Nonsense-Movie schlechthin. :D

    Zu meinen liebsten gehören allerdings auch "Angriff der Raketenwürmer" und "Angriff der Killertomaten".

    Den schlechtesten Film aller Zeiten, den ich selbst im Kino gesehen habe, fand ich "Waterworld" mit K. Costner. Da hab ich 2 Stunden göttlich durchgeschlafen.
     
  26. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Bad Taste und Braindead von Peter Jackson - jaja, der Herr der Ringe Regisseur ist das - sind noch zwei exzellente Slapsticks auf Splatterfilme mit "Schundstatus".

    Bei wirklich miesen Blockbustern, die der lenz nun aufbrachte, fällt mir Primal Fear mit Richard Gere ein. War eine böse Überraschung bei einer Sneak Preview - hätte nach 20 Minuten spätestens das Kino verlassen sollen.
     
  27. SaintWorm

    SaintWorm Bolminator Moderator

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    Fleisch Gordon? Ist das ein Porno?
     
  28. DeWollä

    DeWollä Real Life Junkie

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    also einen Film nach 3 Jahren noch so detailliert wiedergeben zu können....ich bin beeindruckt...

    ich könnte wahrscheinlich nach 6 Monaten den 7 fachen Oskarfilm nicht mehr so rüberbringen...
     
  29. Dilbert

    Dilbert Zynischer Querulant

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    An so ´nen Quatsch kann ich mich fast immer erinnern. Im Gegensatz zu Gesichtern oder Matheformeln... :rolleyes:

    Der hier vorher erwähnte "Im Land der Raketenwürmer" gehört für mich zu den besten Billigstreifen überhaupt, und das meine ich jetzt nicht abwertend (wobei man sich auch da zumindest zwei der drei Fortsetzungen hätte sparen können).

    "Flash Gordon" ist an Sinnlosigkeit und Murksfaktor hingegen wirklich kaum zu überbieten, wenn an nicht gerade einen Film aus Japan in den Händen hält...
     
  30. lenz

    lenz undichte Stelle

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    Ich meine "Flesh Gordon", wirklich "Flesh"...

    Flesh Gordon (1974)

    Wormi, kein Fleisch. :D
     
  31. SaintWorm

    SaintWorm Bolminator Moderator

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    Also so wie die Beschreibung klingt, gibt's da massig "Fleisch" zu sehen ;)