Schon wieder Jahrhundertflut?

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von Holgy, 3 Juni 2013.

  1. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

    Beiträge:
    43.737
    Likes:
    2.754
    Wann war noch mal die letzte Jahrhundertflut? Vor 10 Jahren? Und jetzt kommt ganz "überraschend" wieder mal eine? Es wurde also 10 Jahre lang nix getan, obwohl nach der letzten "Jahrhundertflut" alle groß rumgetönt haben? Und jetzt werden wieder Spenden und Steuergelder für die "Opfer" verteilt? Und in 10 Jahren dann wieder, weil wieder nix gemacht wurde?

    Das ist natürlich oberschlau!
     
  2. Anzeige für Gäste


    um diese Anzeige auszublenden!.
  3. Rupert

    Rupert Je suis soleil

    Beiträge:
    36.147
    Likes:
    3.172
    Kann ja nur von Südbayern und den Städten an der Donau sprechen: Da wird es immer Hochwasser geben, es sei denn man baut die Städte jetzt auf 5m Stelzen.
    Was die Flüsse an den Bergen betrifft: Der Inn, z.B., ist mittlerweile, wie nahezu jeder größere Fluß, eben zu größten Teilen kanalisiert, der verteilt sich nicht ins Hinterland sondern steigt und steigt und steigt und irgenwann schwappt er über. Sprich: Bei normalen Hochwassern passiert gar nichts, bei extremen kommt er dann mit größerer Wucht und die Stelle, wo er eben in die Donau mündet, Passau, ist nun mal, seit Jahrhunderten mit die exponierteste Hochwasserlage D'lands.

    Was kann man also schon tun? Dämme weiter erhöhen oder den Flüssen ihr natürliches Flußbett zurückgeben, was dann aber zu regelmässigen Überflutungen führen wird.

    Die Opfer sind tatsächlich Opfer auch ohne "...".
     
  4. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

    Beiträge:
    43.737
    Likes:
    2.754
    Was man tun kann? Na eben nicht überall kanalisieren, sondern Überflutungsraum schaffen, wo es keinem schadet. Zum Beispiel. Und wenn das nicht geht und gar nix anderes, dann kann man eben nicht flußnah in Städten wohnen bleiben. Und wenn man das aber unbedingt haben will, trotz des Wissens darum, dass es immer wieder mal überflutet, dann ist man nicht Opfer, sondern "Opfer". Und muss eben entsprechend vorsorgen (=Kohle zurücklegen, denn die nächste Flut kommt garantiert).
     
  5. André

    André Foren-Capo Administrator

    Beiträge:
    43.842
    Likes:
    2.739
    Hier an der Mosel sind die Leute ja diesmal glimpflich davon gekommen. Aber es ist wie Rupert sagt, schwer was ändern kann man da nun eigentlich gar nicht mehr. Dass wissen aber die Leute, die da hinbauen. Und trotzdem sind die Bauplätze sehrt begehrt.

    Hier mal ein Video von Cochem:



    Das ganze passiert ca. 1 - 3 mal pro Jahr. Die Gastronomen haben sich drauf eingestellt. Theken in Kneipen und Diskos werden so konstruiert dass sie eben innerhalb weniger Stunden in Modulen abtransportiert werden können.

    Obwohl die Mieseler wie man sie hier nennt ein Völkchen für sich sind, hört man sie nie groß drüber klagen. Für die ist das ungefähr so als wenn ich im Winter meinen Hof von Schnee befreien muss.

    In manchen Orten wurden Schutzmauern errichtet, aber das geht halt auch nicht überall, und sieht auch nicht immer wirklich gut aus.

    Denke die Fehler die durch die Begradigungen in den letzten Jahrzehnten gemacht wurden lassen sich nun kaum noch korrigieren.

    Eine wirkliche Lösung fällt mir jedenfalls nicht ein.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9 September 2013
  6. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

    Beiträge:
    43.737
    Likes:
    2.754
    Wenn man es mit Absicht in Kauf nimmt, dann ist es ja auch in Ordnung und dann sollte man auch nicht klagen. Aber es mit Absicht in Kauf nehmen und dann klagen als ob das nun wieder ein ganz unerwarteter Schiksalschlag sei: Nein Danke! Höchstens als als Opfer eine unfähigen Politik, aber nicht Opfer eine "Naturkatastrophe".

    edit: Dresden hat grade Katastrophenalarm ausgelöst und es regnet hier auch noch in strömen...
     
    Zuletzt bearbeitet: 3 Juni 2013
  7. Rupert

    Rupert Je suis soleil

    Beiträge:
    36.147
    Likes:
    3.172
    Es schadet immer jemanden, denn der Raum Ober- und Niederbayerns entlang den Flüssen ist eben dicht dicht besiedelt und landwirtschaftlich stark genützt.
    Die Menschen in Passau und Rosenheim beispielsweise wissen um ihre exponierte Lage, wissen das seit Jahrhunderten und räumen auch immer wieder den Dreck weg und machen weiter. Es ist nun mal so, dass Städte über die Jahrhunderte wuchsen und nicht jeder auf einen Hügel ziehen kann.
    Wenn Du also diese "Opfer" als nicht unterstützenswert ansiehst, dann gibt's nur eine Lösung: Das Auflösen jeglicher Siedlungen an Flüssen und Seen.
     
  8. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

    Beiträge:
    43.737
    Likes:
    2.754
    Jeglicher Flüsse und Seen ist wohl deutlich übertrieben. Man kennt ja die Überflutungsgebiete, wo es immer wieder passiert. Wer das klaglos hinnimmt und im Wissen der immer wiederkehrenden Überflutung da bleibt, kann das ja gerne machen. Ein Opfer ist er dann allerdings nicht, sondern ein Inkaufnehmer. Und da kann ich dann auch eine gewisse Vorkehrung erwarten für den Zeitpunkt, an dem es mal wieder so weit ist.
     
  9. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

    Beiträge:
    15.466
    Likes:
    986
    Klar, 100 Jahre können schonmal in 10 Jahren vergehen.
     
  10. Rupert

    Rupert Je suis soleil

    Beiträge:
    36.147
    Likes:
    3.172
    Ahja, und Du meinst also, dass die alle keine Vorkehrungen treffen sondern dasitzen und warten, dass es sie wieder wegspült.

    Und jegliche Flüsse und Seen ist null übertrieben. Das sind hier teilweise Mini-Bäche, die jetzt aufeinmal zehnmal soviel Wasser führen und, nein, das sind nicht immer "klassische" Überflutungsgebiete.
     
    NK+F gefällt das.
  11. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

    Beiträge:
    15.466
    Likes:
    986
    Findeste nicht, dass es ein bissl anmaßend ist, was Du hier so schreibst? Über die Beweggründe, weshalb da jemand wohnt ist Dir doch gar nichts bekannt und wenn dann nur in Einzelfällen.
     
  12. Rupert

    Rupert Je suis soleil

    Beiträge:
    36.147
    Likes:
    3.172
    Natürlich isses anmaßend. Bequem daheim im Trockenen sitzen und dann weltverbessernde Tipps geben :D

    Warum leben Menschen am Ätna? Warum in Erdbebengebieten? Warum am Meer mit seinen Sturmfluten und Tsunamis? Warum in Landstrichen, über die immer mal wieder ein Hurricane fegt?
     
  13. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

    Beiträge:
    43.737
    Likes:
    2.754

    Weiß ich alles, ich hock nämlich gerade mitten drin im Überflutungsgebiet Sachsen und helfe nachher einer Kollegin, die unterste Etage auszuräumen. Und der sonst so kleine Bach neben meiner Wohnung in Dresden hatte heute morgen noch ungefähr 5 cm bis zum Rand, mal sehen wie es aussieht, wenn ich heute nachmittag nach hause komme.

    Mich nerven nur gerade alle die, die so tun, als hätte es noch nie ne Überschwemmung gegeben.
     
  14. Gaudloth

    Gaudloth Bratze

    Beiträge:
    6.855
    Likes:
    221
    Also um mal für meine Heimat hier in Sachsen-Anhalt zu sprechen, da war nu wirklich nicht zu erwarten, dass so schnell wieder so ein Hochwasser kommt. Und wenn man da nen Haus besitzt in dem Gebiet, da zieht man auch mal nicht so schnell aus, was denkst du dir da eigentlich? :vogel:
     
  15. Rupert

    Rupert Je suis soleil

    Beiträge:
    36.147
    Likes:
    3.172
    Dann nehm' ich das mit dem "im Trockenen sitzen" zurück - 'tschuldigung dafür.

    Hier tut zumindest keiner so als ob es noch nie eine Überschwemmung gegeben hätte.
     
  16. faceman

    faceman Europapokal-Tippspielsieger 2015

    Beiträge:
    15.466
    Likes:
    986
    Spannend, wer ist denn "alle die"? In so ziemlich sämtlichen Berichten höre und sehe ich nämlich was anderes.
     
  17. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

    Beiträge:
    43.737
    Likes:
    2.754
    Die sind dann auch nicht angesprochen ;)
     
  18. Gaudloth

    Gaudloth Bratze

    Beiträge:
    6.855
    Likes:
    221
    Im TV hat grad so ein THWfritze erzählt, dass man beim Hochwasser 2002 tatsächlich von einem alltausendjährlichen Ereignis ausging. Also entweder haben wir hier nen extremen statistischen Ausreißer oder selbst die Experten waren da nicht annähernd in der Lage eine vernünftige Kalkulation zu machen.
    Da willst du den Leuten tatsächlich erzählen, sie hätten damit rechnen müssen?
     
  19. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

    Beiträge:
    17.893
    Likes:
    2.978
    Ich bin zu wenig drin im Thema, aber wenn der Bürgermeister von - weissnichmehrwas, Greitz? - und einige Kommentatoren da gestern nicht gelogen haben und darum baten, dass die, die über die Verteilung von Bundes- und Ladesmitteln in der vergangenen Dekade nur gestritten haben, anstatt sie zweckgebunden zu verbauen, sich die dadruch angerichtete Bescherung mal angucken sollten, dann hat auch Holgy Recht.

    Offenbar gibt es nämlich manchmals noch Möglichkeiten, die es in Niederbayern dann wohl nicht gibt.

    Ohne Klugscheissern zu wollen: den Holländern nimmt das Meer jedes Jahr Centimeter und Centimeter Land. Manche mögen das ja begrüßen - ich und die Niederländer nicht. Die haben aber jetzt schon Plan B und Plan C in der Tasche.
     
  20. Rupert

    Rupert Je suis soleil

    Beiträge:
    36.147
    Likes:
    3.172
    Wenn es darum geht, dass sich Politiker wieder mal nicht einigen konnten und nicht die Lehren aus den vorangegangen Hochwassern, anscheinend speziell in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen und sicher auch in Teilen Bayerns, gezogen worden: Das glaube ich auch sofort.
     
  21. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

    Beiträge:
    43.737
    Likes:
    2.754
    Ab jetzt kann geschwommen werden: http://images.scribblelive.com/2013/6/3/a4888bf3-230b-4eda-83a9-af3feca8d527.jpg Das Stadion der Freundschaft in Gera.

    Blaues Wunder ist auch schon gesperrt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 3 Juni 2013
  22. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

    Beiträge:
    16.455
    Likes:
    1.247
    Also ich hab gestern einen Bürgermeister gehört im TV, der war irgendwo aus dem Osten, der sagte es wurde schon getan. Problem war nur, dass bestimmte Entscheidungen einfach sehr lange dauern, insbesondere wenn es darum geht wer was bezahlt. Und das verzögert dann den Bau bestimmter Anlagen, und deshalb sind sie 10 Jahre später eben noch nicht fertig.

    Wenn das heurige Hochwasser also was Gutes hat, dann dass man sieht dass die zu treffenden Entscheidungen notwendig zu treffen sind.
     
  23. JayJay

    JayJay Well-Known Member

    Beiträge:
    1.681
    Likes:
    248
    Stadion von Carl Zeiss Jena auch komplett überschwemmt.

    Hier in Leipzig wurd heute der Katastrophenalarm ausgerufen.

    Am allerschlimmsten erlebte ich es auch am Wochenende in meiner Heimat in Sachsen Anhalt. Unstrut und Saale erschaffen ein riesiges Krisengebiet. Häuser und Wohnungen in zahlreichen Dörfern und Städten sind überflutet. Die Feuerwehren aus allen Orten arbeitet systematisch zusammen und freiwillige Helfer kann es kaum genug geben. Im Facebook ist mittlerweile eine Seite für's Hochwasser entstanden, wodurch immer neue Infos von Sperrungen und Meldungen in Umlauf kommen. Ohnehin sind zig Straßen gesperrt bzw. verschwunden. Zentrale große Städte, die von vielen Menschen wegen Arbeitsstelle erreicht werden müssen, sind abgeschnitten und allenfalls per Bahn erreichbar.
    Insgesamt kommt es mir hier weit schlimmer als vor 10 Jahren vor.
     
  24. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

    Beiträge:
    16.455
    Likes:
    1.247
    Das ist eben der Fehler im Umgang mit Statistik: Man muss im Prinzip jedes Jahr damit rechnen.
     
  25. Gaudloth

    Gaudloth Bratze

    Beiträge:
    6.855
    Likes:
    221
    2002 waren ja auch Elbe und Mulde so heftig betroffen, Saale war da nicht so schlimm. Diesmal sinds halt alle gleichermaßen. Die Saale war ja 2011 schonmal sehr voll, zumindest hier in Halle war der Pegelstand da recht ähnlich wie jetzt.
     
  26. Raul Marcelo

    Raul Marcelo Well-Known Member

    Beiträge:
    6.653
    Likes:
    756
    Hier im Altenburger Land, Ost Thüringen, hat es vorallem die klein stadt Gößnitz schwer getroffen, und viele kleine dörfer.
    Evakuierungen wahren teilweise nur noch die letzte chance, danach wurde alles dem wasser überlassen.
    Die größeren städte Schmölln und Altenburg traf es erst später am abend, Dort gingen straßen und keller in der nähe des flusses unter.
    Das glück war das in der nacht weniger regen viel als erwartet und die pegel schneller sinken als erhofft.

    Gera, ca 20 km entfernt traf es auch schwer.

    bsp: Kindergarten gößnitz:


    DSC_0104.jpg

    Gera Stadion:

    960122_147239865463683_1135092083_n.jpg
     
  27. bayer04_princess

    bayer04_princess Well-Known Member

    Beiträge:
    21.752
    Likes:
    167
    Bisher sind ja nur in Bayern, Thüring und Sachsen Überschwemmungen. Die Menschen tun mir da echt leid. Und wenn ich höre wie hier zu Hause manche über ein bisschen Regen meckern. :nene:
     
  28. Gaudloth

    Gaudloth Bratze

    Beiträge:
    6.855
    Likes:
    221
    Was heißt denn "nur", reicht das nicht? Außerdem gehört Sachsen-Anhalt auch noch dazu. Also 4 Bundesländer sind ganz schön viel. Und die Elbe kommt erst noch richtig...
     
  29. bayer04_princess

    bayer04_princess Well-Known Member

    Beiträge:
    21.752
    Likes:
    167
    Ich will damit nur sagen, das es anderen schlechter geht. In anderen Regionen bzw Bundesländer regnet es ja fast un unterbrochen. Da steigt der Pegel ja nur.Und was willst du mit der Elbe ? Im Norden ist nix. Meine Cousine wohnt in Hamburg, da ist alles ruhig.
     
  30. Gaudloth

    Gaudloth Bratze

    Beiträge:
    6.855
    Likes:
    221
    Ich sag ja, die Elbe kommt erst noch. Wieviel davon in hamburg noch ankommt bzw. ob das dort überhaupt problematisch ist, weiß ich nicht, aber andere Städte die an der Elbe liegen, werden noch Probleme bekommen.
     
  31. bayer04_princess

    bayer04_princess Well-Known Member

    Beiträge:
    21.752
    Likes:
    167
    Na ja Hamburg ist eine Großstadt. Ich hoffe aber das die Elbe keine Schwierigkeiten macht, das gleiche gilt für den Rhein. Es reicht langsam.