SC Preußen Münster

Dieses Thema im Forum "3. Liga & Amateure" wurde erstellt von CurvaMonasteria, 2 November 2006.

  1. wupperbayer

    wupperbayer *Meister 20xx*

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    Okay, das Ganze hat jetzt doch deutlich länger gedauert als ich dachte, aber besser spät als nie :)

    Ich muss ja zugeben, dass ich es, obwohl ich schon einige Jahre in Münster studiere, noch nie ins Preußenstadion geschafft habe. Irgendetwas ist immer dazwischengekommen - meist war es natürlich die Bundesliga. Ursprünglich hatte ich mir auch nicht länger vorgenommen, überhaupt zu dem Spiel hinzugehen. Über die Preußen hatte ich mich immer nur alle paar Wochen informiert, zuletzt etwa zwei Wochen vor dem Spiel. Da sah ich, dass man wohl bald den Aufstieg perfekt machen konnte, aber ich habe nicht genau nachvollzogen, wann das denn genau wäre. Einige Tage vor dem Spiel deutete sich an, dass die übliche Stadionkapazität von 15.050 wohl erreicht werden würde, weswegen darüber auch in den Medien berichtet wurde. Erst dadurch wurde ich aufmerksam, zumal dazu erwähnt wurde, dass eine Sondergenehmigung eingeholt werden sollte, mit der dann 18.500 Zuschauer ins Stadion passen würden, es also durchaus eine gute Chance auf Karten gab; den Gästeblock gab es schließlich auch noch, der komplett für Preußenfans geöffnet werden sollte.
    Tatsächlich war der Erwerb der Karte dann eine ziemlich entspannte Angelegenheit. Dennoch war das Spiel noch vor dem Spiel ausverkauft, einem neuen Viertligarekord in Sachen Zuschauer stand also nichts im Wege.

    Das Preußenstadion ist wohl das erste Stadion, das ich innerhalb einer Viertelstunde bequem mit dem Fahrrad erreichen kann - ein Grund mehr für mich, mich zu schämen, dass ich nie vorher im Stadion war. Kurz vor dem Stadion stand ich dann das erste Mal mit dem Fahrrad im Stau; trotzdem war ich gut eine Stunde vor Spielbeginn am Gästeeingang. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, das Stadion noch relativ leer vorzufinden, doch von wegen: Bis auf die fast völlig leere Haupttribüne und den "Gästeblock" war das Stadion schon richtig gut gefüllt. Dennoch fand ich noch einen schönen Platz unter dem Carport, also auf der mittlerweile eben überdachten Gegentribüne. Die Stufen und Wellenbrecher sahen aus, als hätten sie schon zwei Weltkriege gesehen (tatsächlich ist es nur einer), aber die Sicht war klasse und ich war relativ nah am Spielfeld - was will ich mehr? Insgesamt war aber schon zu sehen, warum der Münsteraner an sich sein Stadion mehr oder weniger liebevoll "Antikarena" nennt, denn bis auf die Haupttribüne und das schon erwähnte carport-ähnliche Dach über der Gegentribüne wurde die letzten Jahrzehnte wohl eher wenig am Stadion saniert, sondern lieber die maximale Zuschauerkapazität nach und nach nach unten korrigiert. Fast eine halbe Kurve zwischen Gästeblock und Haupttribüne (deren Dach bei Regen und Wind wohl kaum vor Ersterem schützen dürfte) darf offenbar gar nicht mehr benutzt werden, den Zustand der Stufen beschrieb ich ja schon. Natürlich hat das alles seinen Charme und selbst am oberen Ende der Kurven steht man nicht allzu sehr vom Spielfeld entfernt, aber dennoch: Einige Schönheitsreparaturen sollte das Preußenstadion durchaus mal bekommen. Bei der Gelegenheit könnte man die Kurven gleich ans Spielfeld heranziehen und überdachen, schon hätte man ein richtig schmuckes Stadion.
    A propos Kurven: Wie ich es auch schon beim WSV erlebt habe, so gibt es in tieferen Ligen offenbar noch mehr Stellen im Stadion, denen Gesänge und Schlachtrufe entspringen können. In der Bundesliga geht dies ja zum absolut überwiegenden Teil nur noch von der eigentlichen Fankurve aus; der Rest des Stadions kann mal zum Klatschen oder Stehen und ganz selten zum Mitsingen animiert werden, aber Gesänge entspringen quasi nie anderen Orten als der Fankurve. Doch gerade die gibt in Münster ein seltsames Bild ab: Zum einen gibt es einen recht aktiven Block direkt links der Haupttribüne (von der Gegentribüne aus gesehen), der sich auch noch auf den ersten Haupttribünenblock erstreckt. Etwas weiter in Richtung Gegentribüne steht aber noch eine weitere, kleinere Gruppe, innerhalb der auch Fahnen geschwenkt werden und die vermutlich auch singt. Denn hier kommt das Problem: Dafür, dass - zumindest von meiner Position aus - auch nur irgendetwas ankommt, sind es einfach zu wenige. Ich weiß daher nicht mal, ob die das gleiche singen wie der größere Block nahe der Haupttribüne, ob sie "dagegen" singen oder was auch immer.
    Ich bin natürlich nicht auf den Kopf gefallen und weiß daher, was es mit dieser Zweiteilung auf sich hat - offenbar können sich die beiden Gruppen nicht besonders gut leiden. Ich möchte auch gar nicht deren Beweggründe in Frage stellen, sondern nur die Beobachtungen eines Unbeteiligten wiedergeben - von dieser Warte sieht das ganze eben ziemlich merkwürdig und ein wenig sinnlos aus.

    Aber zurück zum Geschehen auf und abseits des Rasens: Ein paar Reihen hinter mir hatten sich einige Leute hingestellt, die angetreten waren, die Eventheinis zum Anfeuern zu bringen - zumindest kamen sie so rüber, und tatsächlich gab es auch zwischenzeitlich einige Kommentare in die Richtung. Witzigerweise war ich diesmal selbst ein Eventheini und niemand, der diesen Aussagen entweder stillschweigend zustimmt oder sie höchstens ignoriert - so können sich Perspektiven verschieben... Trotz der Kritik von ein paar Reihen hinter mir empfand ich die Stimmung auch auf der Gegentribüne als ziemlich gut, insbesondere, wenn man bedenkt, dass eben doch in der Tat einige Eventheinis wie ich dabei waren, die nur da waren, weil es einen Aufstieg zu erleben gab.

    Zu Spielbeginn fragte ich mich zunächst, wie denn allen Ernstes mal 30.000 Zuschauer in das Stadion gepasst haben sollen - klar, die Haupttribüne war mal kleiner (und somit gab es mehr Stehplätze) und auch eine halbe Kurve war nicht gesperrt, aber ich empfand es doch schon als ziemlich eng. Passte aber auch gut zum "Oldschool"-Erlebnis. Dies wurde kurz nach Spielbeginn noch einmal verstärkt, als ich Leute auf Klohäuschen klettern sah, um einen besseren Blick zu erhaschen - jedoch wurde ich schnell wieder ins Hier und Jetzt zurückgeholt, denn natürlich ist so etwas mittlerweile verboten und wird mit Lautsprecherdurchsagen geahndet.
    Das Spiel begann vonseiten der Gastgeber ziemlich nervös, vonseiten der Gäste dagegen beinahe überhart. Vielleicht wollte der Gladbacher Nachwuchs zeigen, dass er mehr als ein Sparringspartner einer Aufstiegsfeier sein wollte, meiner Meinung nach schoss man dabei aber übers Ziel hinaus. Trotz der merklichen Nervosität der Preußen erarbeitete man sich die ein oder andere Chance, so zum Beispiel einen schönen Lattenkracher - die Information, von wem dieser kam, kann ich leider nicht mitliefern, man möge mir verzeihen; dies war schließlich mein erstes Spiel von Preußen Münster, was ich im Stadion gesehen habe ;) Die Preußen werden etwas stärker, dennoch fällt - für mich - etwas überraschend der Führungstreffer. Aber was für ein Treffer das ist: Von rechts vor dem Strafraum nimmt Pollok maß und trifft wunderbar ins Tor. Ein Tor, wie es einem Aufsteiger würdig ist, und ich hatte beste Sicht darauf. Dementsprechend wird das Tor gefeiert, die Stimmung ist jetzt nicht mehr freudig, aber nervös, sondern nur noch ausgelassen - schließlich reicht ja ein Remis, und da müsste Gladbach schon zwei Tore schießen; sie haben zwar ihre Chancen, aber danach sieht es dann doch nicht aus. In der ausgelassen Stimmung wird sich dann auch schon mal mit zwei potenziellen Gegnern der nächsten Saison, namentlich Osnabrück und Bielefeld beschäftigt - dies war allerdings in Form eines Lieds über die Lautsprecher ("Ob Osnabrück, ob Bielefeld / Wir fahren bis zum Arsch der Welt") der Fall; wen man von beiden weniger mag, habe ich nicht ganz herausfinden können, aber ich vermute doch, dass man Osnabrück noch mehr "wertschätzt" als die Arminen - schon, weil es jahrelang völlig undenkbar schien, mal wieder gegen Bielefeld, abgesehen von deren Zweitvertretung, zu spielen.
    Die Preußen versuchen derweil, für eine endgültige Entscheidung zu sorgen, vor der Pause passiert aber nichts mehr.
    Dafür aber 13 Minuten nach Beginn der zweiten Hälfte: Kühne schießt das 2:0. Nun sind auch die letzten Zweifler umgestimmt, die Stimmung ist großartig - nicht unbedingt besonders koordiniert, weil von jeder Tribüne eigene Gesänge kommen, aber laut. Die Welle rollt ein ums andere Mal durchs Stadionrund, und tatsächlich macht auch jeder auf der Haupttribüne mit - so gehört sich das. Mehmet Kara setzt dem ganzen dann gut zehn Minuten vor Schluss durch das 3:0 per Foulelfmeter die Krone auf. Jetzt ist alles noch klarer als klar. Dementsprechend wird gefeiert, auch mit pyrotechnischer Unterstützung. Im Anfeuerungsblock A auf der Haupttribüne(!) wird ein Bengalo gezündet, es folgen unabhängig voneinander Transparente von beiden Fanblöcken in der Kurve sowie ein wenig Unterstützung per grünem bzw. grauem Rauch. Der Stadionsprecher meldet sich dann auch sogleich, aber nicht nur, um darum zu Bitten, nicht mit Pyrotechnik zu spielen (allerdings kommt die Durchsage zwischen Bengalo und Rauchbomben, danach keine mehr), sondern auch, um die "Verhaltensregeln" nach Spielende festzulegen. Demnach sollen die Fans erst zehn Minuten nach Spielende aufs Feld, sollten die Zäune vorher überklettert werden, gar nicht. Ich ziehe die Durchführbarkeit dieser Regelung in Frage, aber will das Ganze erst mal abwarten.
    Die letzten Sekunden laufen, der Schiedsrichter pfeift, und die angekündigte Innenraumsperre für die Zuschauer hält - ganze drei Sekunden lang. Nach etwa zehn Sekunden sind schon knapp 100 Leute auf dem Feld, sodass dem Stadionsprecher nurmehr ein etwas verzweifelt klingendes "Leute, lasst unser Stadion heile!" bleibt. Ich warte noch, bis etwas weniger am Fluchttor los ist, und gehe dann auch eher gemächlich auf den Rasen - sowas muss man schließlich genießen, allzu oft hatte ich schließlich noch nicht die Gelegenheit dazu (lies: nie). Zunächst mache ich einen kurzen Ausflug zu den Eckfahnen, aber die sind schon auf wundersame Weise verschwunden. Das Tor wird ebenfalls belagert, am meisten ist aber natürlich vor der Haupttribüne los, wo die Mannschaft gefeiert wird. Da gibt es auch gleich eine Humba auf dem Rasen sowie eine etwas längere "Vor- und Nachbrüll"-Aktion, die ich ignoranterweise nicht kenne und deren Namen ich schon wieder vergessen habe. Es geht offenbar um alles mögliche und Würstchen, aber was genau das ist, weiß ich auch nicht.
    Nach einem Gänsehaut-Moment mit "You'll never walk alone" wird es erst mal etwas ruhiger, was ich zur Gelegenheit nutze, das gesamte Stadion sowie den Rasen genauer zu inspizieren. Tatsächlich hat man auch vom oberen Ende der Kurven noch einen guten Blick aufs Spielfeld. Schließlich kommt die Mannschaft doch noch zurück, diesmal in erhöhter Position auf der Haupttribüne, damit das auch alle sehen können. Es wird noch weitergefeiert, Klassiker wie "Nie mehr 4. Liga" angestimmt und die Mannschaft sowie den Trainer hochleben gelassen.
    Ich mache mich derweil langsam zurück in Richtung Ausgang zu meinem Fahrrad. Auf dem Rückweg gibt es das Münsteraner Äquivalent zu einem Hupkonzert - eben nur mit dem Fahrrad. Die gemeinsame Fahrt zum üblichen Feierplatz, dem Ludgerikreisel (eigentlich ein Hauptverkehrsknotenpunkt, aber man hat sich während der letzten EMs und WMs so daran gewöhnt, dass da gefeiert wird, dass die Stadtwerke schon wissen, wie sie ihre Busse diesen Kreisverkehr umfahren lassen müssen) erspare ich mir dann aber doch, schließlich ist am nächsten Tag der nächste Stadionbesuch geplant, und da muss ich auch noch hin - zudem bin ich ja nicht wirklich Preußenfan, ich würde mich da also auch etwas fehl am Platze fühlen.

    Letztendlich bleibt aber, dass ich froh bin, mir eine Karte für dieses unvergessliche Ereignis besorgt zu haben - einen Aufstieg erlebt man schließlich nicht so oft mit (und ich mit meinem Verein hoffentlich nie). Das Stadion müsste dringendst saniert werden, alles andere ist aber sehr dritt-, wenn nicht zweitligatauglich. Ich bin mal gespannt, ob man in der dritten Liga bestehen und vielleicht einen fünfstelligen Zuschauerschnitt halten kann - das wäre schon sehr ordentlich. Zumindest hat man - auch dadurch, dass man einen Viertligarekord gesetzt hat, der auch durch Darmstadt und Mannheim nicht überboten wurde - gesehen, dass das Münsterland enormes Zuschauerpotenzial bietet. Es hat sich aber auch einiges verändert: Vor Jahren war man noch hinter Bielefeld, Osnabrück und (zumindest sportlich) Ahlen gerade man an vierter Stelle in der Region (wenn man Ostwestfalen großzügigerweise dazurechnen will), schon ist man mit all diesen Vereinen gleichauf oder sogar vor ihnen. Mal sehen, was für die Preußen nach dem ersten Aufstieg seit den späten Achtzigern(!) (wenn ich mich da nicht vertue) drin ist - mehr als der Klassenerhalt sollte aber wohl nicht angestrebt werden.

    Zum Schluss noch ein Wort zum WDR: Es mag ja sein, dass der Termin, ein Freitagabend, etwas unglücklich war. Dennoch, was der WDR in Sachen Sportberichterstattung leistet, ist seit einigen Jahren nur noch eine Frechheit. Da ist Steffen Simon gar nicht mit eingerechnet. Sieht man sich an, was insbesondere MDR und NDR, aber auch der SWR für die Vereine im Sendegebiet leistet, die ebenfalls dritt- oder viertklassig spielen, muss man die Aufmerksamkeit, die man seitens des WDR für die Vereine NRWs übrig hat, für einen schlechten Witz halten. Nachdem vor Jahren "Sport im Westen" eingestellt wurde (der auch mehr Wert auf die fraglos zahlreichen Erst- und Zweitligavereine legte), kommt lokaler Fußball im WDR eigentlich nur noch durch Minutenfenster in den Lokalzeiten vor. Und das bei dem Potenzial, ja, vor allem der Anzahl an Vereinen im Sendegebiet. Natürlich könnte man sagen, gerade dadurch, dass es so viele Erst- und Zweitligavereine gibt, fällt der Fokus nicht so sehr auf die niederklassigen Mannschaften, was bspw. beim MDR auch nur mangels Alternative gemacht würde - aber das ist aus mehreren Gründen Blödsinn: Nicht nur gibt es auch keine nennenswerte Berichterstattung über die Vereine der Bundesligen (Sport im Dritten gibt es überall), dieser Fokus wird auch bereits durch ARD und ZDF abgedeckt; Aufgabe des WDR wäre es also nun, über die Vereine zu berichten, die eben nicht durch ARD und ZDF gezeigt werden. Dies ist aber allenfalls mal in kurzen Zusammenfassungen parallel(!!) zur Bundesliga der Fall; Livespiele wie von Darmstadt, Dresden und dergleichen sucht man hier vergebens. Ein absolutes Armutszeugnis für den öffentlich-rechtlichen Sender des wohl am dichtesten mit hochklassigen Vereinen besetzten Sendegebiets.
     
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  3. SaintWorm

    SaintWorm Bolminator Moderator

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    Der SWR? Der war gut!
     
  4. wupperbayer

    wupperbayer *Meister 20xx*

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    Nun, zumindest haben sie das Spiel von Darmstadt übertragen. MDR und NDR sind aber natürlich immer noch Vorreiter. Zudem gibt's im SWR immer noch ne richtige Sportsendung.

    Du weißt ja nicht, von welchem Niveau aus ich vergleiche ;)
     
  5. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Ich glaube du meinst den HR.
     
  6. wupperbayer

    wupperbayer *Meister 20xx*

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    Ups, da könntest du Recht haben (nein, da hast du Recht) ;) Stimmt, hab vor Kurzem nen Bericht über Waldhof Mannheim im SWR gesehen und das verwechselt. Sollte ich aber eigentlich wissen, dass Darmstadt nicht mehr BaWü ist :floet: Den HR (nicht den SWR) kann man dann auch zu den vorbildhaften Sendeanstalten zählen ;)
     
  7. SaintWorm

    SaintWorm Bolminator Moderator

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    Das glaube ich allerdings auch. Der HR macht sowas öfter mal. An ein Livespiel in näherer Vergangenheit im SWR kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern.
     
  8. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Wunderbarer Bericht, wuppi, danke! :top:

    Seltsam, die 30.000 hab ich damals mehrfach erlebt - unter anderem 1978 bei dem legendären 2:0 gegen RWE mit Horst Hrubesch - aber als besonders eng hab ich das gar nicht in Erinnerung. Aber man hatte damals eben noch keine so hohen Ansprüche an den Komfort, also empfand man es wohl als ganz normal.

    Richtig, das war unabhängig von der Ligazugehörigkeit auch schon damals der Fall. Liegt wohl einfach daran, dass Osnabrück nur halb so weit entfernt liegt.

    Die Fahrradklingelkonzerte haben in Münster wirklich Tradition, insbesondere am 1. Mai. :top:

    Solltet ihr tatsächlich mal aus der Buli absteigen, dann seh ich das exakt genauso. :zahnluec:

    Moment, in Mannheim waren doch letztens auch über 18.000 - und das war fünfte Liga!

    Stimmt, der letzte Aufstieg (in die 2.Liga) gelang 1989. Allerdings waren auch die Quali für die neue Regionalliga West/Südwest (1994) und für die neue zweigleisige Regionalliga (2001) Erfolgserlebnisse für die Preußen-Fans.

    Das mit Steffen Simon war gut. :top: Beim ORB waren sie damals sicher heilfroh, den biederen Langweiler endlich loszuwerden...

    Aber immerhin bringt der WDR eindeutig den längsten Bericht aller Sender über die Sonntagsspiele in der Buli. Wobei die Berichterstattung über den Aufstieg der Preußen wirklich etwas dürftig war. Im Vergleich zur Dortmunder ist die Münsteraner Lokalredaktion aber auch sonst ausgesprochen provinziell. Über deren Berichterstattung zur diesjährigen Meisterschaft konnte man jedenfalls nicht meckern.
     
  9. Detti04

    Detti04 The Count

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    Kann sein, dass das ein berechtigter Vorwurf ist, allerdings moechte ich den WDR hier ein bisschen verteidigen. (Aber keinesfalls Steffen Simon!) In der 3. Liga gab es in der letzten Saison nur einen Verein aus NRW, LR Ahlen, der aber keinen interessiert. Zugegebenermassen war die RL West voll mit Vereinen aus NRW (13 von 18), aber auch da gab es bestenfalls nur 2 Vereine, die Interesse hervorrufen koennten, naemlich die Preussen aus Muenster und (eventuell) Deine Borussen aus Wuppertal. Das sind dann aber wohl doch eher Vereine, die nur regionales Interesse hervorrufen, soll heissen: selbst Muenster interessiert z.B. im Rheinland kaum jemanden. Die stiefmuetterliche Behandlung dieser Klubs in den unteren Ligen durch den WDR ist dann moeglicherweise einfach eine Konsequenz aus der Groesse des Bundeslandes, welches durch den Sender abgedeckt werden muss.

    Oder anders gesagt: Wenn man Muenster oder Wuppertal zeigt, dann muss man vielleicht auch RWE oder SWE oder Westfalia Herne oder Fortuna Koeln aus der NRW-Liga zeigen - und dann wird es vielleicht doch ein bisschen viel.
     
  10. alditüte

    alditüte HSVer

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    NDR? Nee, sorry, aber dem NDR ist der höherklassige „Amateur“fußball scheißegal, da muss ich dir als Norddeutscher also entschieden widersprechen. Die im NDR labern lieber über den HSV, Werder, St. Pauli, Hannover und natürlich den „südlichsten Nord-Verein Deutschlands“, den FC Bayern, anstatt sich mal um Vereine wie Braunschweig, Havelse, Kiel, Lübeck, Oldenburg oder Meppen, die viel eher in ihrem Sendegebiet liegen als die Bayern zu „kümmern“.
    Wie das beim SWR ist, weiß ich nicht, beim MDR geb ich dir Recht, die haben eine vorzügliche Berichterstattung zu den kleineren Ostvereinen. Aber der NDR beachtet den norddeutschen Amateurfußball nur mit der kalten Schulter, das regt mich schon seit Jahren auf.

    Ansonsten aber klasse Bericht, hat Spaß gebracht, ihn zu lesen!
     
  11. wupperbayer

    wupperbayer *Meister 20xx*

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    "Mit einem Live-Spiel startet die 3. Fußball-Liga am 22. Juli in ihre vierte Saison. Der SWR überträgt zum Auftakt der neuen Spielrunde die Begegnung 1. FC Heidenheim gegen Kickers Offenbach in voller Länge." (Quelle)

    Ich sollte Prophet werden :D
     
  12. SaintWorm

    SaintWorm Bolminator Moderator

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    Habe ich mir heute Mittag auch gedacht, als ich das gelesen habe. ;)
     
  13. wupperbayer

    wupperbayer *Meister 20xx*

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    Jetzt macht auch der WDR mal was gut: Das Spiel morgen gegen Rot-Weiß Oberhausen wird ab 13:20 live übertragen - sehr gut! :top:

    btw., Kann mal bitte ein Mod den Thread ins richtige Forum verschieben? :floet:
     
  14. huelin

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    Mit einem 1:2 in Unterhaching gehen die Preußen als 13. in die Winterpause. Allerdings sind die Abstiegsränge mit 8 Punkten weiter entfernt als der Relegationsplatz, zu dem es nur 5 Punkte sind.

    Die Saison begann ausgesprochen gut, die ersten 7 Spiele ungeschlagen und bis zum 1:0 gegen Aalen am 9. Spieltag in der Spitzengruppe - aber seitdem wurde in 12 Spielen leider nur zweimal gewonnen.

    Die Stärke war eindeutig die aus der Regionalliga zusammengebliebene Abwehr mit Duah, Kirsch, Halet und Huckle, die zu Hause bisher nur 6 Gegentore zuließ. Auch der neue Torwart Masuch erwies sich als solide.

    Im Mittelfeld lief es ebenfalls ordentlich. Hier haben die Neuzugänge Kluft, Vunguidica und Truckenbrod die Auswahlmöglichkeiten für Trainer Fascher erheblich erhöht.

    Nur im Sturm kommen die Protagonisten aus Regionalligazeiten wie N'Diaye und Güvenisik langsam in die Jahre, und Neuzugang Vujanovic blieb auch noch einiges schuldig.

    Ein weiteres Problem der Truppe scheint die Disziplin zu sein. Es gab zu viele rote Karten, und auch der jüngste Streit zwischen Fascher und Güvenisik zeigt, dass die Münsteraner einige schwierige Charaktere im Kader haben.
     
  15. Oldfirm

    Oldfirm Neuer Benutzer

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  16. huelin

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    Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass Preußens Trainer Marc Fascher vor ein paar Tagen das Handtuch warf - wegen Querelen im Verein, wie es heißt. Schade, denn er war sehr beliebt bei den Fans, und so schlecht war seine sportliche Bilanz ja auch nicht, obwohl es zuletzt etwas abwärts ging.

    Der neue Trainer ist ein alter Bekannter, nämlich der Bulgare Pawel Dotschew, der schon in Paderborn, Erfurt und Sandhausen tätig war. Zudem wurde heute bekannt, dass Julian Loose (geht nach Lotte) und Sercan Güvenisik mit sofortiger Wirkung den Verein verlassen. Bis zum Abschluss der Transferperiode am Dienstag will man sich daher noch um einen Offensivspieler bemühen.
     
  17. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Besonders gut hat er ja nicht eingeschlagen, der Dotschew. Drittschlechteste Rückrundenmannschaft mit nur einem Sieg in 7 Spielen, und nach der Heimniederlage gegen Darmstadt findet man sich auf dem 16. Platz wieder. :(

    Allerdings hatten die Preußen auch die meisten Spielausfälle zu beklagen, da kann eine Mannschaft auch schlecht ihren Rhythmus finden.
     
  18. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    So gut es beim einen Aufsteiger (Chemnitz) läuft, so problematisch ist inzwischen die Lage in Münster. Was nützt es, zu Hause die wenigsten Gegentore und nur eine Niederlage auf dem Konto zu haben - wenn man immer nur Unentschieden spielt? Das 1:1 gegen Wehen war schon das achte Heimremis in 13 Spielen, und das vierzehnte für die Preußen insgesamt.

    Dank der guten Ergebnisse von RWO sind die Abstiegsränge nun nur noch einen Punkt entfernt, auch wenn man noch zwei Nachholspiele hat. Das Heimspiel morgen gegen den direkten Konkurrenten Jena muss jetzt unbedingt gewonnen werden, um sich wieder etwas Luft da unten zu verschaffen...
     
  19. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Kleiner Ausflug in die Geschichte, als Preußen noch so eine Art FC Bayern war: Fußball - Geschichtsstunde - Preußen Münster - Das Jahr der 100.000 und den legendären 100.000-Mark-Sturm zusammenkaufte. Das war damals so viel wie heute 1 Trillionen. ;)
     
  20. wupperbayer

    wupperbayer *Meister 20xx*

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    Ich sollte wohl öfter ins Preußenstadion gehen, immer, wenn ich da bin, gibt's nen Sieg ;) Es war kein besonders schönes Spiel, aber doch tausendmal spannender als die Einschlafnummer der Bayern gerade (zumindest als der Teil des Spiels, den ich gesehen habe) :floet:

    Ein ausführlicherer Spielbericht folgt!
     
  21. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Und wann? :floet: ;)

    Am Samstag gab es dann den nächsten Sieg für die Preußen, die jetzt wieder auf Platz 10 liegen. Beim umkämpften 3:2 gegen Erfurt gab es allerdings mit Halet und Masuch wieder zwei Verletzte, nachdem schon Riemer für den Rest der Saison ausfällt. :(

    Zudem sind morgen in Burghausen noch drei weitere Spieler gesperrt. Das wird hart...
     
  22. wupperbayer

    wupperbayer *Meister 20xx*

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    Gut, dann wollen wir mal...

    Man könnte ja auf die Idee kommen, ich würde mir nur die „Rosinenspiele“ der Preußen herauspicken, um ins Stadion zu gehen. Tatsächlich war ich beim Spiel gegen Osnabrück erst zum zweiten Mal im Preußenstadion. Gegen Gladbachs Zweite war ich das letzte Mal da, da wurde der Aufstieg in die dritte Liga gefeiert. Allerdings hat diese Auswahl noch viel mehr mit passenden Terminen zu tun – das Spiel gegen Gladbach II war freitagabends, Leverkusen spielte erst Samstag. Jetzt, unter der Woche, passte es eben auch. Ich wäre sehr wahrscheinlich auch gegen andere Gegner hingegangen, aber es schadete auch nicht, dass es nun ein Derby wurde... ;)

    A propos Derby: Anders als an Elbe, Ruhr und Isar gibt es hier ja nicht nur zwei Vereine, deren Fans sich eher weniger mögen, sondern gleich deren drei – Münster, Osnabrück und Bielefeld. Zumindest wird einem das so durch die Medien vermittelt. Stimmt das denn auch? Und was ist für die Fans das „richtige“ Derby? Am Rhein ist diese Diskussion ja durchaus nicht unbekannt und könnte noch durch einen Aufstieg Düsseldorfs „verschärft“ werden. Aber bleiben wir im (erweiterten) Westfalen. Wer hasst hier wen und wer wird von wem gehasst?
    Von Münsteraner Seite ist das Spiel gegen Bielefeld natürlich irgendwie das traditionellere Derby, allerdings fand es abgesehen von dieser Saison schon lange nicht mehr statt, weil die beiden Vereine zu weit auseinanderlagen... vor nicht allzu langer Zeit trennten Münster und Bielefeld noch drei Ligen.
    Daher hat sich das Spiel gegen Osnabrück über die Jahre fast schon zum „heißeren“ Derby gemausert. Insbesondere die jüngeren Fans kennen gar keine Derbys gegen Bielefeld. Dennoch ist das Spiel aber ein fraglos ein Derby, was schon die Zuschauerzahlen zeigen. Zwischen Osnabrück und Bielefeld wird es zwar auch voll (wobei in Bielefeld gegen Osnabrück 15.000 Zuschauer kamen, gegen Münster 22.000) und man mag sich wohl nicht so sehr, im Zweifel wäre man beim Spiel gegen Münster aber für den jeweils anderen. So ein richtiges Derby ist Osnabrück-Bielefeld wohl nicht. Dafür betrachten beide Vereine das Spiel gegen Münster als „ihr“ Derby, wenn man sich wohl auch in Bielefeld noch nicht so recht damit abgefunden hat, dass man nun mit den Preußen auf einem Niveau spielen muss...

    Zurück zum aktuellen Spiel. Nachdem ich seit dem letzten Spiel einmal in Münster umgezogen bin, sind es nun 30 Minuten mit dem Rad zum Stadion, nicht mehr 10 – selbst schuld, dass ich die wunderbare Lage vorher nicht ausgenutzt habe. Die Wahl des Rads als Transportmittel ist aber die einzig richtige. Schon allein durch den Berufsverkehr wird es nachmittags gerne voll in Münster, jetzt, mit dem Spiel, ist die gesamte erweiterte Innenstadt ein einziger Stau. Mit dem Bus hätte ich wohl mindestens doppelt so lange zum Stadion gebraucht. Selbst mit dem Fahrrad steht man auf der Hammer Straße im Stau, zumindest an einer Ampel.

    Den nächsten Stau gibt es vor dem Eingang, wo man auf einer breiten Fläche sinnigerweise ganze zwei Eingänge öffnet. Wozu auch mehr, es ist ja schließlich noch eine halbe Stunde zum Anpfiff. Die Einlasskontrollen gestalten sich äußerst merkwürdig: Wie am Flughafen werde ich gebeten, meine Taschen zu leeren und in einen Korb zu legen, den ich dann zum nächsten Ordner mitnehme. Der tastet mich dafür sehr alibimäßig ab, das war es. Was der Sinn des Ganzen ist? Ich habe keine Ahnung.

    Weil ich erst recht spät ins Stadion gekommen bin, bin ich schon darauf gefasst, keinen besonders tollen Stehplatz mehr zu bekommen. Gegen Gladbach II stand ich recht nah am Gästeblock auf der Gegentribüne, das brauche ich heute nicht... Die Gegentribüne wird es trotzdem, diesmal aber beim Blick aufs Spielfeld im linken Block. Ganz hinten findet sich noch ein Plätzchen, wo ich über Köpfe und durch Pfosten zumindest einen Großteil der Pferdekoppel, pardon, des Rasens, sehen kann. Wie ich beim letzten Mal schrieb: Alte Stadien haben für mich durchaus einen gewissen, vielleicht sogar „anarchischen“ Charme, aber man muss es damit ja nicht gleich übertreiben. Das Preußenstadion ist mehr antik als alt. Das gleiche gilt für den Rasen, der zuletzt vor 60(!) Jahren vollständig getauscht wurde. Ja, vor sechzig Jahren. Ein ziemliches Armutszeugnis für eine nicht gerade arme Stadt, wenn man sich ansieht, was man z. B. in Halle auf die Beine stellen kann.

    Das Spiel wird aufgrund der völlig verstopften Anfahrtswege eine Viertelstunde später angepfiffen. Beim Einlaufen der Mannschaften zeigen die 3000 Osnabrücker eine richtig schöne Choreographie, im Preußenblock O geht eine kleine Rauchbombe hoch. Wie auch schon beim letzten Mal gibt es immer noch drei bis vier Anfeuerungsblöcke statt einer geeinten Kurve in Münster. Auch, wenn die Bemühungen, zumindest vom Haupttribünenblock A direkt am Block O bis zum Block M (in etwa in der Mitte der Kurve) eine einheitliche Unterstützung hinzubekommen, deutlich Wirkung zeigen. Trotzdem hat man immer noch die Deviants, die aus irgendeinem Grund ihr eigenes Ding machen und nie bei anderen Gesängen mitmachen. Außerdem kommen von der Gegentribüne desöfteren Anfeuerungsrufe, die aber nun wirklich kaum mit der Kurve koordiniert werden können. Die Stimmung ist über das gesamte Spiel hinweg für doch „gerade einmal“ 15.000 Zuschauer und offene Kurven recht gut. Zu Beginn sind die Osnabrücker deutlich zu vernehmen, das nimmt mit Fortdauer des Spiels aber ab. Auf Münsteraner Seite sind insbesondere die „PREUẞEN“ – „MÜNSTER“ Sprechchöre zwischen Kurve und Gegengerade ziemlich laut.
    Zur zweiten Halbzeit wird dann an gleich zwei Stellen im Stadion der Pyrotechnik gefrönt. Zum einen haben die Deviants ein „Wir sind besser“ Transparent und mehr Rauchbomben als der mit dem Transparent bedachte Block O, in dem die frühere Curva Monasteria steht, zum anderen werden ein ganzer Haufen Bengalos im Gästeblock gezündet. Das Ganze ist eigentlich eingermaßen harmlos, dennoch wartet der Schiedsrichter mit dem Anpfiff, bis sich der Rauch verzogen hat.

    Das Spiel ist leider bei weitem nicht so gut wie die Kulisse. Das liegt zum einen daran, dass eigentlich nur eine Mannschaft dieses Spiel als Derby angeht, die Heimmannschaft. Münster ist in der ersten Hälfte klar besser, Osnabrück hat übers ganze Spiel zwei(!) Torchancen, die erste davon in der 60. Minute. Die Überlegenheit der Preußen wird in der 29. Minute belohnt, und ist unpassend zum Spiel ein richtig gut ausgespielter Konter, der mit einem satten Kopfball von Königs (sozusagen der Königstreffer) vollendet wird. Ansonsten ist viel Kampf zu beobachten, auf spielerisch eher mäßigem Niveau. Spannend ist es allerdings, insbesondere, als die sich die Abwehr der Preußen im zweiten Durchgang als nicht ganz sattelfest erweist. Osnabrück hat keine klaren Chancen, aber die Gefahr ist doch stets gegeben. Nach ewig erscheinenden vier Minuten Nachspielzeit ist dann aber endlich Schluss und man kann einen hochverdienten Derbysieg bejubeln.

    Auf Osnabrücker Seite gelangen einige wenige Personen in den Innenraum, werden aber schnell von der Polizei eingefangen. Dafür entspannt sich im Block eine kleine Prügelei unter Fans, und als die Mannschaft zum Block kommt, wird sie mit den Fahnen, die zuvor für die Choreo benutzt wurden, beworfen. Die Osnabrücker Fans freuen sich sichtlich nicht über diese Derbyniederlage.

    Auf dem Rückweg merke ich wieder, dass die Entscheidung für die „Leeze“ (also das Fahrrad) eine gute war. So komme ich schnell wieder weg (und habe wohl noch nie bei so vielen zuschauenden Polizisten eine rote Ampel überquert) und muss nicht erst auf einen Bus warten.

    Letztendlich kann ich mir nur wieder vornehmen, noch mal ins Stadion zu fahren. Auch wenn das Stadion einer Stadt wie Münster absolut unwürdig ist, ist es dennoch mal was anderes als die teilweise zu sehr überhöhte Bundesliga. Außerdem muss ich das Preußenstadion ja auch mal im Ligaalltag begutachten, nicht nur, wenn das Stadion ausverkauft ist. Mal sehen, wann ich den richtigen Termin finde...
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 10 September 2013
  23. SaintWorm

    SaintWorm Bolminator Moderator

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    Klingt nach nem Stadion, das ich mir nochmal anschauen sollte, bevor es umgebaut/abgerissen wird.

    Das mit den Rasenbedingungen kenne ich aus Worms. Müsste mal recherchieren, wann der das letzte Mal ausgewechselt wurde, nach der Wende jedenfalls nicht mehr... und das ist ein absoluter Acker. Von Aussen sieht er gar nicht soo schlimm aus, aber als wir nach dem "Aufstieg" '08 auf den Rasen gelaufen sind, hat sich mein Mitstreiter schon nach 3 Schritten den Knöchel verknackst, Bänderdehnung. :D
     
  24. wupperbayer

    wupperbayer *Meister 20xx*

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    Lass dir damit ruhig Zeit. Da wird nur was gemacht, wenn es sein muss, und selbst dann nur das Allernötigste. Gut, die Haupttribüne ist recht neu und die Gegentribüne wurde mal überdacht, aber das war es auch. Rechts neben der Haupttribüne (aus Sicht von der Gegentribüne) ist sogar ein Block, der nicht betreten werden darf und der auch nicht saniert wird.

    Das wiederum hat auch mit Anwohnerklagen zu tun, weswegen die Kapazität des Stadions auch nicht wegen des Platzes auf den Tribünen auf 15.050 begrenzt wurde, sondern eben wegen der „Lärmbelästigung“. In Ausnahmefällen sind deswegen auch 18.500 möglich.
     
  25. SaintWorm

    SaintWorm Bolminator Moderator

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    Pff, bei uns sind beide Hintertortribünen abgesperrt. Weichei! :D
     
  26. huelin

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    Schöner Bericht, wuppi! :)

    Zur Derbyfrage: gegen beide sind es wichtige Spiele, und man redet vom Derby. Osnabrück liegt näher, dafür sind sie im Gegensatz zu Bielefeld keine Westfalen... Mitte der Siebziger bis Anfang der Achtziger gab es beide Derbys praktisch jedes Jahr in der 2. Bundesliga Nord, und das ging schon damals immer recht hoch her.

    Das Problem ist, dass die Preußen seitdem immer tiefer gerutscht sind, und gegen Bielefeld zwischen 1980 bis heute nur in einer einzigen Saison aufeinandertrafen. Etwas anders sieht es mit Osnabrück aus, auf die man nach 20 fast derbylosen Jahren ab 2000 wieder ein paar Jahre hintereinander in der Regionalliga Nord traf - aber inzwischen ist das auch schon 6 Jahre her.
     
  27. huelin

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    Durch die Oberhausener Niederlage heute steht der Klassenerhalt der Preußen drei Spieltage vor Schluss fest. Nach dem gestrigen 1:0-Heimsieg gegen Saarbrücken haben die Münsteraner 47 Punkte auf dem Konto, das sind 9 mehr als der Drittletzte RWO (38). Der spielt aber noch gegen Wehen, das auch nur 40 Punkte hat, womit also mindestens eine dieser beiden Mannschaften die 47 nicht erreichen wird.

    Glückwunsch, und nächstes Jahr bitte weiter oben angreifen! :hammer2:
     
  28. huelin

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    Fängt schon mal gut an die Saison. Im Pokal gleich gegen Werder! :top:
     
  29. wupperbayer

    wupperbayer *Meister 20xx*

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    Mal sehen, wann Leverkusen spielt, dann kann ich mal wieder den Rosinenpicker geben :zahnluec:
     
  30. huelin

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    Nach der zufriedenstellenden letzten Saison, in der am ehesten noch der Angriff etwas zu wünschen übrig ließ, haben die Preußen vor allem die Offensive umgekrempelt. Dabei hatten sie anscheinend ein gutes Händchen, denn das neue Sturmduo Nazarov-Taylor hat bisher hervorragend eingeschlagen.

    Nach 6 Spielen liegt die Mannschaft auf Platz 4 und hat mit 12 Toren den besten Angriff der Liga - zusammen mit dem heutigen Gegner Heidenheim, gegen den es zu Hause leider nur ein 1:1 gab. Immerhin sind die direkten Aufstiegsplätze durch die Niederlaqen von Unterhaching und Osnabrück heute näher gerückt, nämlich auf 2 Punkte Abstand.

    Nicht vergessen darf man natürlich auch den begeisternden 4:2-Sieg vor einer Woche im Pokal gegen Werder, das gestern gegen den deutschen Meister gezeigt hat, dass es eigentlich auf einem guten Weg ist. Und das gleiche kann man trotz des heutigen Heimremis sicherlich auch von den Preußen sagen.
     
  31. huelin

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    Nach dem 2:0 in Halle stehen die Preußen auf einem Relegationsplatz. Vor ihnen nur Bielefeld und Osnabrück - das gibt noch ein paar heiße Derbys dieses Jahr. :hammer2: