"Route wird berechnet" - Die Eintracht am Scheideweg.

Dieses Thema im Forum "Eintracht Frankfurt" wurde erstellt von JayJay, 13 Februar 2013.

  1. JayJay

    JayJay Well-Known Member

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    Rückblick:

    Die Eintracht stieg 2011 sang- und klanglos ab. Trainer Skibbe scheiterte, ebenso wie der erhoffte Feuerwehrmann Daum. Bis dahin feste Größen der Eintracht (namentlich Ochs, Russ, Chris und Franz) verließen das sinkende Schiff. Die Eintracht wieder in Liga 2. Ein neuer Trainer, ein neues Team, ein neuer Erfolgsweg musste gefunden werden. Armin Veh (Trainer) und Bruno Hübner (Sportdirektor) kamen und mit ihnen auch der Erfolg, trotz zäher Vorbereitungsphase im Sinne der Findung neuer Spieler. Den Ersparnissen auf dem Eintrachtkonto und der guten Leistung einiger Spieler (Meier, Schwegler u.a.) sei Dank stieg der Verein wieder auf. Nun wieder Liga 1. Neue Herausforderung für Veh und Hübner. Wieder zähe Vorbereitungsphase mit langem Hin und Her in den Transferfragen. Doch letzlich:


    Momentaufnahme:

    Phänomenale Hinrunde + guter Rückrundenstart = kein erneutes 2011. Die Eintracht steht zu Beginn des letzten Saisondrittels auf Platz 4, einen Punkt hinter dem 3. und zwei Punkte hinter dem 2. Platz sowie 6 Punkte VOR dem 5. Platz. Das heißt aktuell: in der nächsten Saison so gut wie sicher im internationalen Wettbewerb, derzeit wahrscheinlich in der Qualifikation für die Champions League.

    Wer trägt diesen Erfolg bisher?

    Trainer Armin Veh - stellte zusammen mit Bruno Hübner zusammen und holte bisher das beste aus dieser Mannschaft heraus, während jeder Spieler individuell an Qualität gewann - und natürlich die Mannschaft, die mit Trapp (Torwart), Oczipka und Jung (Außenverteidiger), Schwegler und Rode (Doppel-6), Aigner (Rechts-außen) und Meier (zentrales OM / 10er) mit die besten Spieler der Liga auf ihren Positionen hat. Hinzu kommt die starke Innenverteidigung mit Zambrano und Anderson (mit beiden zusammen erst 1 Spiel verloren) und der flinke Links-außen Takashi Inui (5 Tore, 6 Vorlagen).

    Hinzu kam nun im Winter ein echter Stürmer, der nun auch in der Zentrale vorn für Tore sorgen soll und dies bereits getan hat - 2 Tore im ersten Spiel.

    Beste Vorraussetzungen also für eine gute...


    Perspektive:

    Die derzeit so erfolgreiche Mannschaft ist insgesamt sehr jung - von den oben genannten ist Meier mit 30 der älteste, während die übrigen 22 - 25 Jahre alt sind. Die Verträge aller Spieler sind bis 2014 (Rode, Jung, Meier), 2015 (Schwegler, Zambrano, Anderson, Oczipka, Aigner, Inui) und 2016 (Trapp) datiert. Armin Veh hat Vertrag bis Saisonende und ist ab 40 Punkten gesprächsbereit für einen neuen Vertrag.
    Doch Fußball bleibt ein Geschäft und der Erfolg der Eintracht hat Aufmerksamkeiten geweckt.

    Die 3 großen Fragezeichen:

    Sebastian Jung: Der junge Rechtsverteidiger mit den gefürchteten, schnellen Vorstößen und gleichermaßen soliden Defensivqualität hat das Interesse einiger großer Vereine geweckt. Unter anderem Schalke und Inter Mailand sollen interessiert sein. Der Knackpunkt: Er hat zwar Vertrag bis 2014, doch gestattet eine Klausel, dass er zum jetzigen Saisonende für 2,5 Mio den Verein verlassen könnte. Er wird also sicherlich nur bleiben, wenn die Eintracht ihm eine Perspektive aufzeigen kann. Vertragsverhandlungen sollen also erst zu Saisonende hin stattfinden.

    Sebastian Rode: Mehr noch als Jung hat Rode die Begehrlichkeiten großer Vereine geweckt. Dortmund und Bayern haben ihn auf der Liste. Bruchhagen betonte seinen Vertrag bis 2014 und dass er keinesfalls vorher verkauft wird. Jürgen Klopp distanzierte sich somit von der Idee Rode zu holen, während die Bayern ihn wohl nach wie vor auf ihrem Zettel haben. Rode erklärte, international - möglichst Champions League - spielen zu wollen. Bei Bayern wäre die Garantie gegeben, die Eintracht muss für diese Perspektive noch einige Punkte einfahren. Derzeit will Rode über keine Vertragsverlängerung verhandeln.

    Armin Veh: Der Vater des Erfolgs will nicht noch einmal ein neues Erfolgsteam zusammenstellen müssen. Wenn die Perspektive aufgrund von Spielerabgaben leidet, macht für ihn ein neuer Vertrag keinen Sinn. Nun ist Veh ab 40 geholten Punkten ja gesprächsbereit, doch dürfte gesichert sein, dass er nicht verlängern würde, wenn klarstünde, dass Rode und Jung den Verein nach dieser Saison verlassen. Veh selbst (und die Mannschaft natürlich) könnte dafür sorgen, dass diese bleiben, wenn Platz 4 weiterhin verteidigt wird.

    Die Journaille bleibt derzeit nicht ruhig. Wenn es nicht um Pyro bei der Eintracht geht, geht es um Jung, Rode oder Veh.

    Es greift ein Rädchen ins andere und Bruno Hübner, der letztlich für die Perspektive in Form von Verträgen verantwortlich ist, kann nur zuschauen und hoffen, dass Punkt um Punkt für den bestmöglichen Tabellenplatz geholt wird und vor allem, dass sich Rode und Jung darauf besinnen, was das beste für ihre weitere Karriere wäre.

    Für Hübner und die Eintracht wird es also ein Drahtseilakt. Um Veh zu überzeugen, muss frühzeitig (weit vor Saisonende) bereits erkennbar sein, dass der Kader an Qualität gewinnt und nicht verliert. Dafür muss Hübner Geld in die Hand nehmen, welches bei der Eintracht nunmal arg begrenzt ist. Mehr Geld wäre jedoch vorhanden, wenn man tatsächlich mit Champions League bzw. Europa League planen könnte. Dies zeigt sich jedoch erst zum Saisonende. Bis dahin will Veh seine gewünschte Perspektive bereits erkennen können...

    Nun darf man also gespannt sein, wohin sich das in den nächsten Spieltagen entwickelt. Und was die Presse tagtäglich zum Besten gibt.
     
    André, Holgy und NK+F gefällt das.
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  3. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Sehr schön die aktuelle Situation der Eintracht beschrieben. Der Weg ist sensationell. Und an einen großen Einbruch in dieser Saison glaube ich auch nicht mehr.

    Es wird gut gearbeitet, aber bei Jung und Rode bin ich sehr skeptisch ob die beiden zu halten sein werden. Ich vermute dass beide die Eintracht verlassen werden, glaube aber dass Veh dann trotzdem bleibt.

    Es ist für Vereine wie Frankfurt völlig normal dass man mal einen Spieler nicht halten kann. War ja bei Gladbach letzte Saison ähnlich. Da sind Reus, Dante und Neustädter nicht zu halten gewesen. Favre hats natürlich nicht geschmeckt, er hat auch alle lange warten lassen um dann am Ende doch seinen Vertrag zu verlängern.

    Ähnlich sehe ich es auch bei der Eintracht. Veh wird auch ohne die 2 eine Mannschaft mit 11 Spielern aufbieten können. Qualifiziert man sich wirklich international und stimmt die Ablöse für Rode wird man ja auch selbst nochmal ordentlich auf dem Transfermarkt für Ersatz sorgen können.
     
  4. JayJay

    JayJay Well-Known Member

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    Ich glaube, bei Gladbach war es auch noch eine Spur härter. Reus und Dante waren in ihrer Qualität noch einiges höher als Rode und Jung.

    Nichtsdestotrotz: Wenn Jung geht, kriegt man für die 2,5 Mio wohl keinen gleichwertigen Ersatz (man kann nicht immer so ein Glück haben wie bei Oczipka oder Aigner) und bei Rode ist es dasselbe. Ich glaube nicht, dass man derart viel Geld zur Verfügung hätte, dass man die beiden adäquat ersetzen könnte UND noch die weiteren Verstärkungen holt, die sich Veh wünscht. Es wäre da sicherlich weitaus günstiger und sicherer, die Spieler zu halten und deren Verträge aufzustocken und von dem verbliebenen Geld dann die Verstärkungen zu holen, die Veh im Blick hat. Aber da kommts eben auch drauf an, ob die Spieler das wollen. Wenn nicht, wird's arg schwierig.

    Da kommt der Veh dann ins Grübeln, weil er weiß, welches neue Spielmaterial dann her müsste und wie viel sich die Eintracht da eigentlich leisten kann und will. (Denn viel Risiko wird man wiederum auch nicht eingehen.)

    Und in der Situation winken dann zum Beispiel Vereine wie Schalke mit Perspektive und Geld. Gab es das bei Favre in der damaligen Situation eigentlich auch? Waren da Vereine auf Trainersuche? Oder hatte Favre ohnehin noch weiterhin Vertrag, als Reus und Dantes Abgang feststand?
     
  5. JayJay

    JayJay Well-Known Member

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    Gleich mal ein kleines Update bezüglich Rode:

    Quelle

    Hört sich ganz vernünftig an. Könnte auch ebenso bedeuten. Dass der Uli Hoeneß ihm ins Ohr geflüstert hat, er solle ruhig sich bis 2014 weiter bei der Eintracht entwickeln und ist dann ein Mann für die Bayern, wo man schon mal langsam das Namensschildchen an seinen zukünftigen Spint schraubt.

    Im Übrigen kommt mir bei der Rode- / Jung-thematik auch folgendes in den Sinn:

    Gut, dass der Russ zurück gekommen ist! Er hat es jüngst erlebt und ist das mahnende Beispiel: Nachdem Abstieg zum ambitionierten VfL Wolfsburg gewechselt (gemeinsam mit Ochs und Chris) und dort nie wirklich angekommen. Während Ochs und Chris nur eine Hand voll Spiele machten und nun mangels Erfolg bei Hoffenheim gelandet sind (auch nicht viel besser!), hatte Russ noch die meisten Einsätze und blieb trotzdem hinter den Erwartungen zurück, sodass er nun wieder (auf Leihe vorerst) bei der Eintracht gelandet ist. Wenn Rode und Jung also mit dem großen Schritt liebäugeln, sollen sie sich ruhig erstmal mit dem Russ an nen Tisch setzen und sich seine Erfahrungen anhören.

    (Mich würde interessieren ob Veh/Hübner dies nicht sogar bedacht haben - die Schlitzohren!)
     
  6. klopp <3

    klopp <3 Active Member

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    Mal so gefragt: Im best case, was erreicht Frankfurt da?

    Ab welchem Level wärst du denn nächste Saison zufrieden?

    1.) Nicht absteigen
    2.) Im sicheren Mittelfeld der Tabelle stehen?
    3.) Regelmäßig international spielen?
    4.) Regelmäßiger Teilnehmer in der Champions League werden?
    5.) Um den Titel mitspielen? (in Spielzeiten in denen Bayern nicht so übermächtig ist)

    Ich persönlich glaube nicht daran, dass Frankfurt mehr als das Mittelfeld der Buli schaffen wird. Selbst wenn die guten Spieler bleiben.
    Es ist nicht so ungewöhnlich, dass ein Aufsteiger in seiner ersten Saison vorne mitspielt. Gab es in den letzten 10 Jahren häufiger und auch schon in deutlich krasserer Form. Hoffenheim ist damals sogar Herbstmeister geworden.
     
  7. André

    André Foren-Capo Administrator

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  8. Detti04

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    Ich hab ja nun Null Ahnung, wie gut die Spieler wirklich sind, schliesslich hab ich keine einzige Minute der Eintracht gesehen - aber wenn Jung tatsaechlich was kann und fuer 2,5 Mio zu haben ist, dann sollte die Eintracht nicht die leiseste Chance haben, ihn zu halten. 2,5 Mio koennen ja nicht nur Bayern, Dortmund oder Schalke fuer einen guten Spieler zahlen, sondern praktisch jeder zweite Bundesligist: Leverkusen, Stuttgart, Bremen, Hamburg, Wolfsburg, womoeglich Hannover oder Gladbach... Da diese Saison fuer die Eintracht vermutlich nur ein Ausreisser ist, waere die sportliche Perspektive in vielen der genannten Klubs echt besser als in Frankfurt.
     
  9. JayJay

    JayJay Well-Known Member

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    Nunja, Hoffenheim ist im Anschluss an die Herbstmeisterschaft allerdings letztlich nur 7. geworden, wenn ich mich richtig erinnere. Dass ein Aufsteiger den Sprung in die CL(-quali) schafft, kam noch nicht so oft vor, glaube ich.

    Der "best case" für meine Begriffe wäre:

    Diese Saison tatsächlich Platz 4 erreichen und die CL-Quali zu packen. Somit in die Gruppenphase gelangen und dort zumindest respektabel mitspielen und außerdem Einnahmen generieren, die für Eintracht Frankfurt ein ordentlicher Finanzschub sind. Nebenher in der Liga so gut mitspielen, dass nicht in die zweite Tabellenhälfte rutscht und stattdessen wieder permanent Anschluss an Platz 5 und 6 hat. Somit zum Ende der nächsten Saison hin erneut gute Argumente haben, um Leistungsträger zu halten und Verstärkungen verpflichten zu können - und damit die Mannschaft weiterhin zu verbessern, sodass die Eintracht auf lange Sicht den ständigen Ruf eines Anwärters auf internationale Wettbewerbe hat. (So wie es nun Hamburg beispielsweise ist.)

    Das ist natürlich schlichtweg Zukunftsmusik mit ganz unklaren Tönen aber zumindest in voraussehbarer Zeit, also nächste Saison, soll es am besten "ein besseres Gladbach" sein. Das wäre der "best case" für mich.

    ---

    zur causa Rode und Jung:

    Dass Arsenal tatsächlich nun Rode oben auf dem Zettel hat und annähernd 9 Mio Euro bietet, halte ich für eine Ente. Rund um Arsenal und Wenger existieren derzeit doch auch ganz andere Nachrichten (bzgl. der Ende von Wengers Ära zum Beispiel). Außerdem steht Arsenal in der Premier League ja aktuell noch schlechter da, als die Eintracht, sodass diese nicht einmal das Argument "Champions League" bringen könnten. Da hätten Bayern und Dortmund bspw. die besseren Karten.

    Was Jung betrifft... die 2.5 Mio sind ja wie gesagt eine Ausstiegsklausel, die natürlich jeder zweite Verein der Bundesliga für einen derartigen Spieler zu stemmen bereit wäre (denn als RV ist er diese 2.5 mehr als wert!).
    Dass die Eintracht dennoch mehr als nur die leiseste Chance hat, ihn zu halten, beweisen aber jüngste Presse-Berichte:
    Zitat Jung: "Die Klausel hat nichts zu bedeuten, wenn die Eintracht und ich zusammenkommen. Dann ist sie hinfällig." (Quelle) und laut einem Artikel vom 21. Februar steht eine Vertragsverlängerung sogar kurz bevor. (Quelle)
     
  10. klopp <3

    klopp <3 Active Member

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    Auf Platz 7 sind gerade einmal 3 Punkte Vorsprung...betrachtet man die Form (5 Punkte aus 5 Spielen, Platz 14) kann man die Spieltage abzählen an denen Frankfurt nicht mal mehr auf einem EL-Platz steht.

    Wäre schade für die Fans, aber wirklich überraschend käme es nicht. Wie ich schon sagte. Eine Hinrunde Hurra-Fussball kommt nicht so selten vor. Dennoch alles Gute für die Eintracht!
     
  11. JayJay

    JayJay Well-Known Member

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    Während, ausgehend von Medienberichten, Veh's Verlängerung plötzlich mehr und mehr fraglich wird, stellt Bruno Hübner dennoch die Weichen für die Zukunft:

    Jan Rosenthal vom SC Freiburg wurde ablösefrei für 3 Jahre verpflichtet. Guter Zug, kann man nur sagen.

    Eintracht Frankfurt verpflichtet Jan Rosenthal (Aktuelles)
     
  12. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Guter Mann und für lau kann man gar nichts falsch machen. Hübner macht meiner Meinung nach nen richtig guten Job.
     
  13. Detti04

    Detti04 The Count

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    Ich bin ein bisschen erstaunt, dass die "traditionelle" Hackordnung weiterhin besteht: Selbst ein (ich uebertreib mal ein bisschen) fahrstuhlfahrendener Traditionsverein kann Freiburg Stammspieler wegnehmen. In meinen Augen ist das ein Beleg dafuer, wie schwierig es in Freiburg sein muss, ein gutes Team aufzubauen und zu halten.