Rind? Pferd? Die EU Landwirtschafts- und Ernährungspolitik

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von Rupert, 14 Februar 2013.

  1. Gablonz

    Gablonz Well-Known Member

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    Interessante Frage. Würde ich gerne mal an die weitergeben, die genau dieses (ehrenwert zu sein) dem Metzgerberuf ausdrücklich absprechen.

    P.S. Lässt sich deine Frage so interpretieren, dass für Dich keinerlei berufliche Tätigkeit das Attribut "ehrenwert" verdient?
     
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  3. Untouchable

    Untouchable Well-Known Member

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    So war es gemeint, in der Tat.
     
  4. Schröder

    Schröder Problembär

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    Können wir nicht? Für mich ist es ein Zeichen, das wir eine große Überproduktion an landschaftlichen Erzeugnissen (Obst, Gemüse, Getreide) haben. Nicht umsonst wird das Zeug doch subventioniert, weil die Landwirte nur von durch die Überproduktion fallenden Preisen nicht überleben könnten, da sie kaum die "Produktionskosten" decken. Zumindest deutet es nicht unbedingt auf Lebensmittelknappheit hin. Ich zumindest habe noch nicht gemerkt, das es mal irgendwas nicht mehr zu kaufen gab, auch wenn ich erst spät abends zum Einkaufen gegangen bin.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17 Februar 2013
  5. Gablonz

    Gablonz Well-Known Member

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    Aha.

    Hab mal im Duden gewühlt: Ehrenwert => Synonyme: achtbar, Wertschätzung verdienend, ...

    Warum kann für dich eigentlich keinerlei berufliche Tätigkeit - egal welcher Art - Wertschätzung verdienen und für welche (nicht beruflichen) Tätigkeiten wäre das für dich vorstellbar?

    - - - Aktualisiert - - -

    Kommt wohl drauf an, wen man bei dem "wir" inkludiert.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17 Februar 2013
  6. Schröder

    Schröder Problembär

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    Eine ethisch hochwertige und mit psychischen Belastungen verbundene Arbeit. In einem Kinderhospiz z. B., das ist mit "ehrenwert" eigentlich noch nicht genug gewürdigt (meiner Meinung nach). Ich habe im Altenheim Leute sterben sehen, das war schon schwierig, wenn man die 'ne Zeitlang gepflegt hat. Bei Kindern nur lindern, aber nicht wirklich helfen zu können, hätte mich innerhalb von 1-2 Jahren in die Klapse gebracht.
     
  7. Untouchable

    Untouchable Well-Known Member

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    Natürlich haben wir - hier - keine Engpässe, wir als Weltbevölkerung allerdings ein gewaltiges Ernährungsproblem.



    Erstens, weil ich nicht den Berufsstand als solchen als ehrenwert bezeichnen würde, maximal die ausübende Person, zweitens weil ich keine Wertschätzung gegenüber einer Tätigkeitsausübung zum Zweck des Gelderwerbs entgegenbringe.

    Trifft Zweitens nicht zu, greift Erstens. ;) (Schreibt man das in dem Zusammenhang groß oder klein? Ich weiß es nicht.)
     
    Zuletzt bearbeitet: 17 Februar 2013
  8. Schröder

    Schröder Problembär

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    Erstmal Deutschland, dann Europa. Aber selbst weltweit ist es (noch) kein Problem mangelnder Anbauflächen, sondern idiotischer Verteilung des daraus gewonnenen Ertrags.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17 Februar 2013
  9. Gablonz

    Gablonz Well-Known Member

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    Keine Ahnung, müsste man mal einen unehrenwerten Germanisten fragen.

    Ist zwar zunehmend off topic, aber spannend. Siehe Schröders obiges Beispiel: Dem (möglicherweise sogar eher mies bezahlten) Pfleger in einem Kinderhospiz ist also keine Wertschätzung entgegenzubringen, da er schließlich Geld damit verdient?
     
  10. pauli09

    pauli09 2. Ewige Tabelle "1gg1"

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    vielleicht hilft die betitelung "ehrenhalber", also je schlechter bezahlt, desto mehr ehre.
     
  11. Gablonz

    Gablonz Well-Known Member

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    Oh nein, ich denke da hast Du den Untouchable misverstanden. "zum Zwecke des Gelderwerbs" = "unehrenhaft". Die Höhe des Gelderwerbs und/oder die Art der Tätigkeit spielt da keine Rolle.

    Schwierig wirds dann beim Ehrenamt, sobald Aufwandsentschädigungen mit ins Spiel kommen. :gruebel:
     
  12. Untouchable

    Untouchable Well-Known Member

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    Da würde ich eben nicht jedem Pfleger die gleiche Wertschätzung zukommen lassen und zwischen "Pfleger aus Überzeugung" und "Pfleger mit finanzieller Motivation" (die dürften alleine aufgrund geringer finanzieller Anreize in der Unterzahl sein) unterscheiden.

    Das Eis wird dünner... ;)
     
  13. Gablonz

    Gablonz Well-Known Member

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    Ich kann dir dahingehend durchaus zustimmen, dass man eher die Person, als den Berufsstand an sich wertschätzen kann (oder auch nicht).

    Dein Zweitens ("weil ich keine Wertschätzung gegenüber einer Tätigkeitsausübung zum Zweck des Gelderwerbs entgegenbringe") halte ich aber in seiner Radikalität für sehr fragwürdig. Da bist du schon durchgebrochen. ;)
     
  14. Raffelhüschen

    Raffelhüschen Forennutzer

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    auf Schröders Kommentar:
    Ich glaube, die Sachen ist komplizierter. Seriöse Quellen behaupten mit Statistiken unterlegt, dass in der Tat alle Menschen von dem, was an Ernte möglich ist, versorgt werden könnten. Das das nicht gelingt und die Verteilung so ist, wie sie ist, hat vielfältige Gründe, die sowohl vor Ort als auch hier im reichen Westen gefunden werden können. Wir hier als Wirtschaftsakteure und Konsumenten sind nicht alleine dafür verantwortlich, tragen aber dazu bei, denn unser Überschuss hier führt indirekt zu Mangel in finanziell ärmeren Gebieten der Welt. Bei steigender Weltbevölkerung, wachsendem Fleischkonsum und dem Schwinden ertragreicher Anbauflächen durch Klimawandel und die Art der Bewirtschaftung besteht jedoch nicht mehr nur ein Verteilungsproblem. Die Lebensmittelpreise gehen nach oben.

    Für Produkte vom Tier und die Futtermittel, um die Tiere zu versorgen, werden mehrfach größere Flächen einschl. deren Bewässerung benötigt als für pflanzliche Produkte, zum Teil sind es erhebliche Unterschiede. Das gilt auch, wenn man den Ressourcenaufwand ins Verhältnis dazu setzt, was dem Körper an Energie durch die Nahrung zugeführt wird.
    Insbesondere die Rinderzucht und mit Abstrichen die Schweinezucht setzen hohe Treibhausgasemissionen frei und verschlingt riesige Anbauflächen in Amerika für genveränderte Silagen, meist aus Soja, als Futtermittel. Dennoch sind Rinder für die Landwirtschaft sinnvoll, z.B. Kuhmist. Hinzu kommen Flächen für Agrotreibstoffe. Regenwälder werden gerodet, um Platz für Monoplantagen zu schaffen, um die Nachfrage nach Agrotreibstoff, pflanzlichen Ölen und Tierprodukte zu decken. Dabei werden nochmals Treibhausgase freigesetzt.
    Andererseits ist eine Fläche nicht für den Anbau von allem geeignet. Auf spezifischem Boden und unter bestimmten klimatischen Bedingungen kann nicht alles gedeihen.
    Ein anderes Feld ist das Züchten und Mästen von Hochleistungsrassen bei Pflanzen & Tieren, bei denen das Tier leidet, weil es bspw. sein eigenes Gewicht nicht mehr tragen kann. Ein ganz anderer Punkt sind dann noch die gentechnisch veränderten Lebensmittel und die Abhängigkeit der Landwirte von denen, die das Recht haben, das entsprechende Saatgut zu vertreiben. Beides trägt dazu bei, dass die biologische Vielfalt rapide abnimmt.

    Das ließe sich noch fortführen, dabei bin ich nur Laie auf dem Gebiet. Wer daran an sich interessiert sich, soll sich deshalb bitte in den einschlägigen Quellen im Internet schlau machen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18 Februar 2013
  15. Untouchable

    Untouchable Well-Known Member

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    Vielleicht hilft es, anders zu formulieren: Jemandem, der ein Kind aus einem brennenden Haus rettet, weil er dafür persönliche Vorteile (Belohnung, Ruhm, was auch immer) erwartet, bringe ich keine Wertschätzung entgegen, egal wie heldenhaft die Rettung ohne Berücksichtigung des Motivs sein mag, während ich jemandem, der das Kind rettet, um das Kind zu retten, nicht genug Anerkennung entgegenbringen kann.

    Natürlich weiß ich nicht, was das Motiv ist, das soll nur zur Veranschaulichung des Prinzips dienen.


    Im Grunde möchte ich nur keiner Berufsgruppe generell das Adjektiv "ehrenwert" oder "ehrbar" anheften. Oder anders gesagt: Verstehen, wieso das überhaupt gemacht werden sollte.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18 Februar 2013
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  16. Gaudloth

    Gaudloth Bratze

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    Das Sojazeug, das die Tiere zu futtern bekommen, wird aber auch nicht großteilig in Deutschland angebaut.
     
  17. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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  18. Schröder

    Schröder Problembär

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    Hier zum Beispiel:
    http://www.donquijote.de/blog/die-tomatina

    In Chile wurden da gerade gestern 45 Tonnen! verballert. Und zur Tomatenzucht wird nun nicht eben wenig Wasser benötigt.

    Sorry, solange sich die Leute mit Lebensmitteln bewerfen können, kann ich mir auch `n Schnitzel in die Pfanne hauen. Zumindest werden mir Gedanken wg. schrumpfender Anbauflächen da kein schlechtes Gewissen machen. Dann schon eher die Punkte, die Diamond hier aufgeführt hat.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18 Februar 2013
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  19. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Die Frau Aigner mal wieder: "Es müssten zunächst die Ursachen geklärt und dann so hart wie möglich vorgegangen werden, sagte sie im Deutschlandfunk."

    Die Ursache liegt doch auf der Hand: Verworrene Firmengeflechte, lange und sich ständig verzweigende Transportwege.

    Edit:
    Ah und jetzt ist Schwein im Döner, Pferd natürlich auch schon.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18 Februar 2013
  20. Simtek

    Simtek Well-Known Member

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    Essen die Gladbachfans hier eigentlich auch Fohlenschnitzel? :gruebel:
     
  21. DeWollä

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    Du bist vielleicht Allesfresser, ich nicht. Ich esse nur mageres Fleisch mit für mich unwichtigen Beilagen, die ich alle auch aus Pillen bekommen könnte, aber den Geschmack und Genuß, den mir Fleisch am Liebsten noch blutig bietet, bekomme ich nicht aus Präparaten.
    Wenn mir ein McDonalds oder Chinanudelfresser was von Allesfresser erzählen will, dann sind mir die Körnerfresser lieber, die sind garantiert keine Fleischfresser und keine Allesfresser.
     
  22. Gaudloth

    Gaudloth Bratze

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    Mein Beileid.
     
  23. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Vielleicht hilft's ja auch Fleisch für sich mal als Genußmittel zu sehen; zum Leben brauchen wir's auf alle Fälle nicht und Raubtiere bzw. Karnivoren sind wir eben auch keine.
     
  24. Chris1983

    Chris1983 Well-Known Member

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    Allerdings. Gäbe es diese Massenherstellung nicht wäre es das sowieso. Dann könnte man es sich auch nicht mehr leisten -wenn man es wollte- jeden Tag Fleisch zu essen.
     
  25. theog

    theog Guest

    Unsere Vorvätter waren aber "Raubtiere"...:isklar: also, weil wir von denen stammen, sind wir auch raubtiere...:fress:
     
  26. Chris1983

    Chris1983 Well-Known Member

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    Ich sag mal nö, waren se nicht. Mein bescheidenes Halbwissen (fundiert auf BBC-Dokus etc.) sagt mir, dass der Urmensch zunächst eher Richtung Aas-Fresser ging und kein aktiver Jäger in dem Sinn war.

    Edit: Der Artikel passt doch bei der momentanen Nebendiskussion gut rein. Da steht tatsächlich auch was davon, dass das Jagen nach Tieren den Menschen weiterentwickelt hat.

    http://www.planet-wissen.de/alltag_gesundheit/essen/fleisch/index.jsp
     
  27. GaviaoDaFiel

    GaviaoDaFiel Last Dino Standing

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    Die Nomenklatur stimmt schon, an der Erklaerung hakt es. Wenn Du vollen Sold willst, heisst es einfach *ehrenvoller*....
     
  28. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Jo, welche, die sich schon vor 'ner kleinen Spinne fürchten :D
     
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  29. Simtek

    Simtek Well-Known Member

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    Na ja, Genussmittel sind für mich eher Alkohol, Tabak, Schokolade, Kaffee und co. . Denn all das ist - sofern keine Sucht vorliegt nicht lebensnotwendig.
    Fleisch stellt aber ein Teil der Menschlichen Ernähung da, auch wenn es Alternativen gibt, die man nutzen kann, wenn man möchte.

    - - - Aktualisiert - - -

    Dabei sind Zecken selber Spinnen. :D
     
  30. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Deswegen stand in meinem Beitrag auch "für sich". Wenn sich jemand halt als Fleischfresser sieht, dann isser das für sich halt dann. Ein relativ bescheiden Entwickelter halt :)
     
  31. DeWollä

    DeWollä Real Life Junkie

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    Ich leide nicht, ich bin Hannibal, eher solltest Du Mitleid mit dem haben, was zwischen meine Zähne kommt.


    Übrigens, wir sind Räuber, Raubtiere eher nicht, weil wir uns nicht als Tiere sehen sondern Menschen. Aber wir sind Räuber, wir rauben nicht nur, wir zerstören. Nicht nur die Umwelt, auch uns selbst. Die Indianer waren da etwas anders, aber auch Räuber, übrigens fressen Raubtiere auch nicht alles und jeden, meistens die Schwächsten.

    Allesfresser und Aasfresser tun auch ihr Ding....ich bin Fleischfresser und stehe dazu. Fisch gehört für mich auch dazu.

    Gestern ein argentinisches Rumpsteak mit Zwiebeln, Kartoffeln und Feldsalat....ein Genuß, ohne das Fleisch wäre ich mir vorgekommen wie ein Karnickel.

    Oder Freitag, Kabeljaufilet mit Zitronensoße, Butterreis und grünem Salat...ohne Kabeljau wäre das ein Essen für Magenkranke, aber nichts für mich.....;)
     
    Zuletzt bearbeitet: 18 Februar 2013